Stunde der Wintervögel Zählaktion: Der Spatz ist der häufigste Wintervogel - aber es gibt weniger Blaumeisen

An der NABU-Zählaktion haben sich in diesem Jahr so viele Menschen beteiligt wie noch nie. Am häufigsten wurde am Futterhäuschen der Haussperling beobachtet
Haussperling

Der Haussperling - auch Spatz genannt - ist der häufigste Wintervogel in deutschen Gärten

Der Spatz bleibt bei einer Zählaktion des Naturschutzbundes (Nabu) Deutschlands häufigster Wintervogel. Mehr als 1,1 Millionen Haussperlinge - 6,8 pro Garten - zählten die Teilnehmer der «Stunde der Wintervögel» im Schnitt, wie die Veranstalter am Mittwoch mitteilten. Auf den Plätzen folgen demnach - ebenfalls wie im Vorjahr - Kohlmeise und Feldsperling.

«Besonders niedrig waren dagegen die gemeldeten Zahlen der Blaumeise», stellte der Nabu fest. Das Minus im Vergleich zur Vorjahreszählung liegt bei knapp 20 Prozent. Die Ursache ist nach  Nabu-Einschätzung nicht klar: Infrage komme fehlender Zuzug aus dem Norden oder eine Bakterien-Epidemie im Frühjahr. Außerdem beobachten die Naturschützer bei Grünfinken einen besorgniserregenden Rückgang. Das habe vor allem mit Infektionen mit tödlichen Einzellern zu tun.

236.000 Teilnehmer: So viele wie noch nie

Auch der Vogelreichtum insgesamt war in früheren Jahren schon größer: Mit 34,5 Vögeln pro Garten sei der zweitniedrigste Wert seit Beginn der Aktion 2011 erreicht, hieß es. Abnehmend sei die Tendenz bei Arten, die auf Zuzug aus dem Norden und Osten angewiesen sind. Stabil oder wachsend entwickelten sich Bestände von Arten, die im Winter standorttreu sind oder die teilweise von hier nach Süden ziehen. Je milder der Winter, desto weniger wichen Vögel in wärmere Gefilde aus.

Foto: Colourbox, Malte Joost
Experten-Video
Sollte man Vögel im Garten füttern?
Dr. Hannes Petrischak, Biologe und Leiter des Geschäftsbereichs Naturschutz bei der Heinz Sielmann Stiftung, im Video-Interview

An der Zählung am zweiten Januarwochenende beteiligten sich nach Nabu-Angaben so viele Menschen wie noch nie: Mit mehr als 236 000 Teilnehmern verzeichne man ein Plus von 65 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Angenommen wird, dass das gestiegene Interesse auch mit dem Lockdown zusammenhängt. Mit der höheren Teilnehmerzahl werde die Aktion noch aussagekräftiger, hieß es. Die Vogelzählung soll helfen, auf lange Sicht Entwicklungen beim Vogelbestand zu erkennen.

dpa