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Tierisch intelligent Weibchen besonders schlau: Wie ältere Hirschkühe Jäger überlisten

Hirschkuh auf der Wiese
Weibliche Rothirsche lernen aus den Fehlern der Männchen
© Edwin Butter - Shutterstock
Ältere Rothirsch-Weibchen haben den Rothirsch-Männchen einiges voraus. Die Hirschkühe sind in der Lage, aus den tödlichen Fehlern der Männchen zu lernen und überlisten sogar Jäger: Das haben kanadische Wissenschaftler der University of Alberta herausgefunden

Rothirsche gelten als ausgesprochen aufmerksam und schlau - ganz besonders die älteren Weibchen. Wie Forscher der kanadischen University of Alberta in einer langjährigen Studie herausfanden, werden Hirschkühe mit dem Alter immer geschickter darin, Jägern aus dem Weg zu gehen. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie in der internationalen Fachzeitschrift PLOS ONE.

Für die Untersuchungen hatte das Wissenschaftler-Team um den Biologen Henrik Thurfjell insgesamt 49 Hirschkühe, alle zwischen einem und 18 Jahren alt, mit Funkhalsbändern ausgestattet und die Bewegungsprofile über Jahre getrackt. Die Forscher verfolgten so die Spuren der Hirschkühe durch die Wälder der kanadischen Provinzen Alberta und British Columbia.

Rothirschkühe lernen aus den Fehlern der Männchen

Den Beobachtungen der Wissenschaftler zufolge, seien Rothirschkühe ab einem Alter von neun Jahren für menschliche Verfolger praktisch unerreichbar. In diesem Alter hätten die weiblichen Tiere ihre Verhaltensweisen so perfektioniert, dass Jäger sie nicht mehr finden würden.

So versteckten sich ältere und erfahrenere Hirschkühe in der Nähe von Straßen verstärkt in Wäldern und anderen unübersichtlichen Terrains. Zudem bewegten sie sich weniger und liefen so weniger Gefahr, auf Jäger zu treffen – insbesondere während der Dämmerung.

Die Forscher gehen davon aus, dass Rothirschkühe durch aufmerksames Beobachten aus den Fehlern der männlichen Hirsche lernen, die wegen ihres stattlichen Geweihs bevorzugt gejagt werden.

Während der jahrelangen Beobachtungen stellten die Wissenschaftler außerdem fest, dass Hirschkühe sogar dazu in der Lage sind, auf die Bewaffnung der Jäger zu reagieren. Zu diesem Schluss kamen die Forscher, als sie beobachteten, wie sich die Hirschkühe zur Jagdsaison der Bogenschützen in zerklüftete Gebiete und auf Anhöhen zurückzogen.

In dem Gelände hatten die Bogenschützen kaum Möglichkeiten, unbeobachtet nah genug an die Hirsche heranzukommen. Das wiederum ermöglichte es den Hirschkühen, die Jäger früh zu entdecken und rechtzeitig zu fliehen.

In Deutschland ist die Bogenjagd auf Schalenwild übrigens verboten - ein solches Verhalten wird man bei den hier heimischen Rothirschkühen also vermutlich nicht beobachten.


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