Feuerwerk Hunderte Vögel sterben in Rom – durch verbotene Silvesterböller

Tierfreunde beklagen in der italienischen Hauptstadt Hunderte tote Stare. Die Tiere starben offenbar, weil Anwohner sich nicht an das Böllerverbot in der italienischen Hauptstadt hielten

In der Silvesternacht bot sich Passanten im Zentrum Roms ein grausiger Anblick: Eine Straße in der Nähe des Hauptbahnhofs Roma Termini war übersät mit Hunderten Vögeln – die meisten von ihnen tot, einige verletzt und desorientiert. Die Tierschutzorganisation LIPU schreibt auf Facebook, es habe sich um Stare gehandelt.

Warum sie in der Nacht tot auf der Straße lagen, erklären die Tierschützer so:

Die Vögel bilden in den Bäumen benachbarter Parks so genannte Schlafgemeinschaften mit Hunderten oder Tausenden von Tieren. In den vergangenen Jahren habe es zwar durch Vergrämungsmaßnahmen immer weniger Stare in der Innenstadt gegeben. Doch 2020 hätten sich wieder mehr Tiere angesiedelt.

Offenbar wurden die schlafenden Tiere nun von detonierenden Böllern aufgeschreckt. Die panischen Vögel seien dann in großen Schwärmen orientierungslos durch die Häuserschluchten geirrt, hundertfach gegen Fassaden und andere Hindernisse geprallt und auf die Straße gestürzt.

Eigentlich sind Stare exzellente Flieger

Stare sind in der Gegend der italienischen Hauptstadt berühmt für perfekt choreografierte Flugmanöver von Tausenden von Individuen. Das allabendliche „Starenballett“ lockt immer wieder Fotografen und Tierfilmer an. Doch der Schreck zur Mitternachtsstunde am Jahresende überforderte die Tiere offenbar total.

Die Tierschützer beklagen nicht nur, dass sich die Bewohner des Viertels nicht an das Böllerverbot der Stadtverwaltung gehalten haben. Sie fordern ein generelles Verbot des umstrittenen Silvestervergnügens – auch mit Hinweis auf andere Tiere, die unnötigem zusätzlichem Stress ausgesetzt sind.

Haustiere wie Hunde und Katzen durchleben an Silvester oft die schlimmsten Stunden des Jahres. Die Besitzer von Vierbeinern sind oft den ganzen Abend damit beschäftigt, ihre tierischen Hausgenossen zu beruhigen. Tiere auf der Weide können sich bei Fluchtversuchen verletzten, und auch Wildtiere leiden oft unter dem lautstarken Zwölf-Uhr-Ritual, wenn sie aus ihrem Versteckt flüchten und in der Kälte kostbare Energie vergeuden. Darum fordert etwa auch der Deutsche Tierschutzbund seit Jahren ein komplettes Böllerverbot zum Jahreswechsel.