Cape Cod Meeresbiologin sieht den größten Hai ihres Lebens − und macht das perfekte Bild

Joanne Jarzobski kennt die Gewässer und ihre nicht ungefährlichen Bewohner rund um die amerikanische Halbinsel Cape Cod wie ihre Westentasche. Doch kürzlich begegnete sie dem größten Weißen Hai ihres Lebens und drückte genau im richtigen Moment auf den Auslöser
Hai-Attacke auf Cape Cod

Die Anwesenheit von Haien deutet auf ein intaktes Ökosystem hin, da sie bei der Zersetzung von Kadavern wichtige Arbeit leisten

Die Gewässer rund um die Halbinsel Cape Cod im US-Bundesstaat Massachusetts werden gleich von mehreren Giganten der Meere bewohnt. Der Weiße Hai ist hier genauso zu Hause wie einige Walarten und Delfine. Joanne Jarzobski ist in ihrer Tätigkeit als Meeresbiologin und Leiterin von Walbeobachtungsexkursionen all ihnen durchaus schon öfter sehr nahe gekommen. Doch die Begegnung, die sie Mitte Oktober 2018 machte, werde sie so schnell nicht vergessen, sagte Joanne gegenüber GEO.de.

Joanne war gemeinsam mit ihrem Team und 160 Passagieren in der Bucht von Cape Cod rund sieben Seemeilen vor dem Hafen von Barnstable unterwegs, als sie per Funk von einem Walkadaver erfuhr. Sie wurde gebeten, das Aussehen und die genaue Lage des toten Finnwals zu dokumentieren. Als das Schiff den Kadaver erreichte, kreisten bereits zwei ausgewachsene Weiße Haie um das tote Tier. Plötzlich schoss ein Weibchen aus dem Wasser und verbiss sich in dem Kadaver. Diesen Moment hielt Joanne mit ihrer Kamera fest.

Bei der späteren Auswertung der Bilder wurde klar, das Hai-Weibchen war mindestens 5 1/2 Meter lang und somit das größte Exemplar, das Joanne in ihrer 22-jährigen Laufbahn auf dem Wasser bisher gesehen hat. Weibchen können im Erwachsenenalter eine Länge von über 6 Metern erreichen, die Männchen hingegen eher um die 4 Meter. Nicht nur ihre 160 Gäste seien bei diesem Anblick völlig aus dem Häuschen gewesen, sondern auch sie selbst.

"Walkadaver stehen auf dem Speiseplan von Weißen Haien. Sie helfen dabei das Tier zu zersetzen und pflegen so wichtige Nährstoffe wieder in das Ökosystem ein. Allein ihre Anwesenheit deutet auf ein sehr intaktes System hin", erklärt Joanne.

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