FCKW-Verbot wirkt Wie sich das Antarktis-Ozonloch selbst repariert

Jahrzehntelang zerstörten Chemikalien die schützende Ozonschicht über der Antarktis. Doch nun stabilisiert sie sich – auch dank des weltweiten Verbots von FCKW-Verbindungen
Himmel über der Antarktis

16,4 Mio. Quadratkilometer maß das Ozonloch im September 2019 und war damit kleiner als in den Jahren zuvor

Das Ozonloch über der Antarktis schrumpft. 2019 verzeichnete die NASA die kleinste Ausdehnung seit der Entdeckung des Lochs Anfang der 1980er Jahre. Damals registrierten Forscher über der Polregion einen massiven Verlust von Ozon, einem gasförmigen Molekül, das vor allem in der ­Stratosphäre vorkommt. In einer Höhe zwischen zehn und 50 Kilometern über der Erdoberfläche absorbiert die Ozonschicht einen Teil der ultravioletten Strahlung der Sonne und bewahrt uns so vor starkem Sonnenbrand, vermehrtem Hautkrebs oder Ernteverlusten.

Geschädigt wird die Schicht unter anderem von Fluor­chlorkohlenwasserstoffen – kurz FCKW. Diese wurden in den 1980er Jahren häufig als Kältemittel in Haushaltsgeräten wie Kühlschränken oder als Treibgase in Sprühdosen eingesetzt. Gelangen sie in die oberen Schichten der Atmosphäre, lösen sie für eine chemische Reaktion aus, die Ozonmoleküle zerstört und die Schutzschicht ausdünnt.

Verbot der FCKW-Verbindungen zeigt Wirkung

Da die Reaktion von mehreren Faktoren, etwa vom Sonnenlicht und von Polarwinden, beeinflusst wird, schwankt die Größe des Lochs im Laufe eines Jahres. Kälte ­beschleunigt den Abbauprozess: Bei Temperaturen unter minus 78 Grad Celsius formen sich Perlmuttwolken, in denen sich ­Kristalle bilden. An deren Oberfläche zerfällt das Ozon besonders schnell. 2019 verzeichneten Forscher einen ungewöhnlich warmen Winter in der antarktischen Stratosphäre – das Loch wurde nur gut 16 Millionen Quadratkilometer groß statt fast 21 Millionen wie im Vorjahr zum gleichen Zeitpunkt.

Ozonloch über Antarktis

Antarktis-Ozonloch am 8. September 2019 (li.); bis Oktober zog es sich zusammen (r.). Anfang 2020 entstand erstmals über der Arktis ein kleines Loch, das die Forscher aber bisher nicht beunruhigt

Gut ist die Klimaerwärmung für das Ozonloch dennoch nicht: Die dicker werdende CO2-Schicht blockiert den Luftaustausch zwischen den Schichten. Somit könnte es auf der Erde heißer werden, während es in der Stratosphäre weiterhin kalt bliebe – was das Ozonloch wiederum begünstigt. Doch nicht nur Wärme, auch das weltweite Verbot der FCKW-Verbindungen zeigt Wirkung: Seit 2000 ist der Chlor­anteil in der Stratosphäre um rund 15 Prozent gesunken. Das Deutsche Zentrum für Luft und Raumfahrt geht davon aus, dass sich das Ozonloch bis zum Jahr 2060 schließen wird.