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Quiz Was wissen Sie über Wüsten?


In dieser Folge von GEO Campus stellt Prof. Dr. Wolf-Dieter Blümel von der Universität Stuttgart Fragen zum Thema Wüsten. Blümel war bis 2010 Direktor des Instituts für Geografie der Universität Stuttgart. Schwerpunkte seiner Arbeit liegen in der Trockengebiets- und Polarforschung sowie in der Landschafts-, Klima- und Kulturgeschichte. Aus seinen zahlreichen Forschungsreisen in die Hitze- und Kältewüsten resultierte jüngst das Buch "Wüsten - Entstehung, Kennzeichen, Lebensraum" (UTB 3882)

Die Auflösung der Fragen finden Sie unten.

Frage 1 von 8
Was ist eigentlich eine Wüste? (Mehrfachnennungen möglich)

a) Eine fast regenlose Sandlandschaft

b) Extrem kalte Landmasse, etwa am Südpol

c) Naturgebiete mit weniger als zehn Prozent Pflanzenbewuchs

Frage 2 von 8
Wie viel der gesamten Festlandfläche der Erde entfällt auf heiße Wüstengebiete?

a) 10 Prozent der Kontinentalfläche

b) 20 Prozent

c) 30 Prozent

Frage 3 von 8
Dünen gelten als Inbegriff von "Wüste".Wie groß ist ihr Flächenanteil in der Sahara?

a) 10 Prozent

b) 18 Prozent

c) 27 Prozent

Frage 4 von 8
Wie rüsten sich Wüstenpflanzen gegen extremen Wassermangel? (Mehrfachnennungen möglich)

a) Durch kleine Blätter oder Dornen

b) Durch einen besonderen Stoffwechsel

c) Indem sie Tau durch Poren aufnehmen

d) Durch Wasserspeicher

Frage 5 von 8
Wie bilden sich Oasen? (Mehrfachnennungen möglich)

a) Auf Lehmboden sammelt sich örtlicher Starkregen

b) Das Wasser ehemaliger Seen und Flüsse gelangt an bestimmten Stellen an die Oberfläche

c) Durch Zuflüsse aus feuchteren Gebieten

Frage 6 von 8
Zu den tödlichen Gefahren in der Wüste zählen ...

a) Treibsand

b) Skorpione

c) Tod durch Ertrinken

Frage 7 von 8
Von Zeit zu Zeit erblüht ein Blumenmeer in der Wüste ("Blooming Desert"). Wie kommt es dazu?

a) Wüstenpflanzen erblühen selten, aber wenn, dann alle zugleich im Abstand von rund zehn Jahren

b) Es genügt ein einziger Starkregen

c) Nur wenn länger ergiebige Niederschläge fallen

Frage 8 von 8
Warum machen Schwarzkäfer in der Küsten-Namib frühmorgens einen Kopfstand?

a) Sie bringen nach der kalten Nacht ihren Kreislaufin Schwung

b) Es handelt sich um ein Balzritual

c) Sie sammeln Kondenswasser an ihren Körpern

Achtung Auflösung!

Hier finde Sie die Antworten zur Überprüfung:

Frage 1 von 8
Was ist eigentlich eine Wüste? (Mehrfachnennungen möglich)

a) Eine fast regenlose Sandlandschaft ✔️

b) Extrem kalte Landmasse, etwa am Südpol ✔️

c) Naturgebiete mit weniger als zehn Prozent Pflanzenbewuchs ✔️

Der Wüstenbegriff ist international nicht klar festgelegt. Gemeinsames Merkmal ist jedoch spärlicher oder fehlender Vegetationsbesatz, der verschiedene Ursachen haben kann (Wasser- oder Wärmemangel). Häufig wird ein Pflanzenbewuchs von weniger als zehn Prozent der Fläche (Vollwüste) als Abgrenzung benutzt. Bei einer Pflanzenbedeckung zwischen zehn und 50 Prozent spricht man von Halb- oder Randwüsten, Wüstensavannen oder -steppen. In Amerika oder Australien gelten solche nicht urbaren Landstriche bereits als desert. (Auch versiegelte Städte sind im Grunde Wüstenlandschaften.)

Frage 2 von 8
Wie viel der gesamten Festlandfläche der Erde entfällt auf heiße Wüstengebiete?

a) 10 Prozent der Kontinentalfläche ❌

b) 20 Prozent ❌

c) 30 Prozent ✔️

Vollwüsten (Gebiete mit weniger als zehn Prozent dauerhafter Vegetationsbedeckung) nehmen etwa 20 Prozent der Kontinentflächen von insgesamt rund 150 Millionen Quadratkilometern ein. Nimmt man die angrenzenden semi-ariden Regionen hinzu, entfällt auf die gesamten Trockengebiete ein Flächenanteil von etwa 30 Prozent. Zur letzten Eiszeit, vor rund 20 000 Jahren, war die Ausdehnung der Wüsten am größten.

Frage 3 von 8
Dünen gelten als Inbegriff von "Wüste".Wie groß ist ihr Flächenanteil in der Sahara?

a) 10 Prozent ✔️

b) 18 Prozent ❌

c) 27 Prozent ❌

Die ausgeprägtesten Sandwüsten (sogenannte Ergs; oft mit Riesendünen) finden sich auf der Arabischen Halbinsel, in der Sahara, der Namib und der Takla Makan. Dennoch sind nur rund zehn Prozent der Sahara mit Dünenfeldern bedeckt. Die meisten Wüsten umfassen Fels, Schutt-, Geröll- oder Kiesoberflächen.

Frage 4 von 8
Wie rüsten sich Wüstenpflanzen gegen extremen Wassermangel? (Mehrfachnennungen möglich)

a) Durch kleine Blätter oder Dornen ✔️

b) Durch einen besonderen Stoffwechsel ✔️

c) Indem sie Tau durch Poren aufnehmen ❌

d) Durch Wasserspeicher ✔️

Bestimmte Pflanzenarten mindern ihren Wasserverlust durch die Ausbildung kleiner, harter Blätter, durch Bedornung, Behaarung oder Verholzung. Kakteen, Euphorbien, Aloe-Arten und andere speichern Wasser im Stamm, in Wurzeln oder Blättern. Manche dieser Sukkulenten betreiben bei der Fotosynthese einen zusätzlichen Transpirationsschutz: Im Laufedes Tages verändern sie ihren Säurestoffwechsel (CrassulaceanAcid Metabolism), indem sie nur nachts die Stomata öffnen und CO2 aufnehmen, während tagsüber das CO2 bei geschlossenen Spaltöffnungen aufgenommen wird. Tau oder Nebelnässe wird jedoch auch von Wüstenpflanzen nur über die Wurzeln zugeführt.

Frage 5 von 8
Wie bilden sich Oasen? (Mehrfachnennungen möglich)

a) Auf Lehmboden sammelt sich örtlicher Starkregen ❌

b) Das Wasser ehemaliger Seen und Flüsse gelangt an bestimmten Stellen an die Oberfläche ✔️

c) Durch Zuflüsse aus feuchteren Gebieten ✔️

Fossiles Grundwasser aus feuchteren Klimaphasen - vor 10 000 Jahren lebten in der Sahara zum Beispiel noch Elefanten -tritt an geeigneten geologischen Stellen aus und bildet Seen oder Sümpfe. Große Reservoirs stammen noch aus Zeiten, als Teileder heutigen Wüsten von Meeren bedeckt waren (etwa der Mega-Tschadsee). Auch unterirdische Zuflüsse aus benachbarten Gebirgen können Quellen in der Wüste speisen. Zudem bilden sogenannte Fremdlingsflüsse aus niederschlagsreicheren Einzugsgebieten Flussoasen und versickern in Endpfannen, wo sie das örtliche Grundwasser auffüllen. Tümpel aus Regenwasser halten sich aber niemals dauerhaft in der Wüste.

Frage 6 von 8
Zu den tödlichen Gefahren in der Wüste zählen ...

a) Treibsand ❌

b) Skorpione ❌

c) Tod durch Ertrinken ✔️

Treibsand, in dem Menschen versinken wie in einem bodenlosen Sumpf, ist eine Erfindung aus Hollywood. Schlimmstenfalls bleiben Fahrzeuge darin stecken. Ebenfalls relativ harmlos sind Skorpione: Ihr Stich ist zwar sehr schmerzhaft,aber nicht tödlich, sofern man nicht allergisch gegen dasGift ist. Durch Regen können aber meist trockene Wadis zureißenden Flüssen werden, in denen Menschen ertrinken.

Frage 7 von 8
Von Zeit zu Zeit erblüht ein Blumenmeer in der Wüste ("Blooming Desert"). Wie kommt es dazu?

a) Wüstenpflanzen erblühen selten, aber wenn, dann alle zugleich im Abstand von rund zehn Jahren ❌

b) Es genügt ein einziger Starkregen ❌

c) Nur wenn länger ergiebige Niederschläge fallen ✔️

Nur die außergewöhnlichen, ergiebigen Niederschläge in Folge durchfeuchten den Boden sehr gründlich und tiefgreifend. In der Erde überdauern zahllose Samen, Zwiebeln oder Knollenoft viele Jahre, die nun austreiben und über eine eindrucksvolle Blütephase mitunter bis zur erneuten Samenreife kommen.

Frage 8 von 8
Warum machen Schwarzkäfer in der Küsten-Namib frühmorgens einen Kopfstand?

a) Sie bringen nach der kalten Nacht ihren Kreislaufin Schwung ❌

b) Es handelt sich um ein Balzritual ❌

c) Sie sammeln Kondenswasser an ihren Körpern ✔️

Um ihren Wasserbedarf decken zu können, vollführenzwei Onymacris-Arten Kopfstände in den morgendlichen Nebelschwaden der Küstenwüste. Das Wasser kondensiert an ihrem Körper, rinnt herunter und bildet unten vor den Kauwerkzeugen Tropfen, die der Käfer direkt aufsaugen kann.

GEO Nr. 10/13 - Tatort Gehirn: Wie verantwortlich sind wir für unser Handeln?

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