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Umweltfreundliche Alternativen Sand, Ton und Co.: So werden Gehwege ganz ohne Streusalz eisfrei

Ein Mann mit einem Schneeschieber
Wer im Winter auf Streusalz verzichtet und eine umweltfreundliche Alternative wählt, tut Pflanzen und Tieren etwas Gutes
© svetlana_cherruty / Adobe Stock
Sobald es im Winter glatt wird, greift so mancher beim Streuen des Gehwegs noch immer zu Salz – und schadet damit Natur und Tierwelt. Dabei gibt es umweltfreundliche Alternativen zu Streusalz, die ebenso gut funktionieren. Wir stellen sie vor

Um Unfälle aufgrund von Glatteis auf Straßen und Gehwegen zu vermeiden, greifen viele gern zum altbekannten Streusalz. Rund 1,5 Millionen Tonnen werden laut dem BUND Naturschutz in Bayern e.V. jährlich auf den deutschen Straßen und Wegen ausgebracht, ein Drittel davon durch Privathaushalte. Dass das nicht ohne Folgen für die Umwelt bleibt, ist wenig verwunderlich.

Warum ist Streusalz so schlecht für die Umwelt?

Kurzfristig scheinen die Vorteile von Streusalz auf der Hand zu liegen, schließlich senkt dieses den Gefrierpunkt von Wasser. Es verhindert so die Eisbildung und bringt bereits entstandenes Eis zum Schmelzen. Das macht Straßen und Wege im Nu wieder begehbar.

Der Nachteil ist jedoch: Salz, das auf diese Weise in die Natur gebracht wird, schadet unmittelbar der Umwelt. Laut dem Umweltbundesamt schädigt Streusalz zum einen Pflanzen, die am Straßenrand wachsen, zum anderen versickert es mit dem Schmelzwasser in der Erde, wo es sich über Jahre im Boden anreichern kann. Durch den so entstehenden hohen Salzgehalt in der Erde, können Pflanzen Wasser und Nährstoffe schlechter aufnehmen. Das führt langfristig zu einer Mangelversorgung, Krankheiten und einem früheren Absterben.

Schaden für Pflanzen und Tiere

Doch nicht nur Pflanzen leiden unter dem Salz, auch für Tiere ist dieses aggressive Streumittel schädlich. So werden Hundepfoten vom Salz angegriffen und können sich entzünden. Lecken die Vierbeiner nach dem Spaziergang außerdem an ihren Pfoten, gelangt das Salz auch in den Magen. Übelkeit, Erbrechen und Durchfall sind häufig die Folge. In besonders schlimmen Fällen kann die Aufnahme von Streusalz bei den Tieren sogar zum Tod führen, denn einige Salze enthalten Ethylenglycol, eine geruchlose, süßlich schmeckende Substanz, die Hunde gerne auflecken. Eine Vergiftung mit diesem Mittel kann schwere Nierenschäden und im schlimmsten Fall ein tödliches Nierenversagen verursachen.

Hund im Schnee
Für empfindliche Hundepfoten ist Streusalz mehr als unangenehm
© Rita Kochmarjova / Adobe Stock

Neben Lebewesen schadet Streusalz aber auch Materialien, die eigentlich als robust gelten: So kann das Salz in Kombination mit Feuchtigkeit ätzende Eigenschaften entwickeln, die bei Autos und an Gebäuden zu Zersetzungen führen können.

Welche umweltfreundlichen Alternativen zu Streusalz gibt es?

Die beste vorbeugende Maßnahme, um ungewollte Rutschpartien zu vermeiden, ist das rasche Entfernen von Schnee auf den Wegen. Um den Griff zur Schneeschaufel und das Schneeschieben kommt man also nicht drum herum. Um die freigeräumten Wege anschließend rutschfest zu machen, braucht es dann jedoch kein Streusalz. In vielen Kommunen ist der private Einsatz von Salz mittlerweile auch verboten und mit einem Bußgeld verbunden.

Schließlich gibt es genug Alternativen. Ein wichtiger Hinweis für ein umweltfreundliches Produkt ist eine Auszeichnung mit dem Blauen Engel, dem Umweltzeichen der Bundesregierung. Produkte mit diesem Siegel bieten eine gute Orientierung beim Kauf.

Sand und Kalkstein: wirken abstumpfend und reduzieren Glätte

Zu den umweltschonenden Streusalz-Alternativen zählen Sand und Kalkstein, denn diese wirken abstumpfend. Heißt: Sie bringen das Eis zwar nicht zum Schmelzen, erhöhen aber die Griffigkeit auf dem Boden und verhindern damit ein Ausrutschen. Um Sand oder Kalksteingranulat aufzubringen, sollte zunächst der Schnee mit einem Schneeschieber beiseite geräumt werden. Anschließend können Sie das Material großzügig auf den Boden aufbringen, denn in diesem Fall gilt: Viel hilft viel. Dafür kann alles nach der Nutzung aber auch ohne Probleme zusammengekehrt und wiederverwendet werden.

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Lavagranulat: besonders frostbeständig

Ähnlich wie Sand und Kalkstein wirkt auch Lavagranulat abstumpfend, sodass das Naturprodukt durch eine sofortige Rutschhemmung überzeugen kann. Es sollte daher im winterlichen Vorratslager nicht fehlen. Im Gegensatz zu Streusalz ist Lavagranulat frostbeständig und löst sich nicht auf. Die poröse Struktur sorgt außerdem dafür, dass Schmelzwasser aufgenommen wird. Ein weiterer Vorteil: Angrenzende Pflanzen erleiden durch den Einsatz dieses Streumittels keinen Schaden. Gleiches gilt auch für die Verwendung von Ton

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Splitt: nicht immer ganz unkritisch

Auch Splitt sorgt dafür, dass eisige Wege weniger rutschig werden, allerdings ist es hier besonders wichtig, auf den Blauen Engel zu achten, da manches angebotene Streugut sonst teils giftige Substanzen enthalten kann. Zudem kostet die Herstellung und die Entsorgung von Splitt viel Energie, was nicht mit einer nachhaltigen Ökobilanz einhergeht.

Hobelspäne: als Streumittel ungeeignet

Auch wenn Hobelspäne häufig als geeignetes Naturprodukt angepriesen werden, um Wege im Winter rutschfest zu machen, sollten Sie diese besser nicht verwenden. Denn die Späne nehmen Feuchtigkeit auf, die bei kalten Temperaturen wiederum gefriert, sodass sich Eisflocken bilden. Straßen und Wege werden somit sogar noch rutschiger als zuvor.

Zu dieser Erkenntnis gelangte auch das Oberlandesgericht Hamm, nachdem eine Frau vor einem Haus ausgerutscht war, auf dessen Gehweg der Eigentümer Hobelspäne gestreut hatte. Das Produkt wurde vom Gericht nicht als Streumittel anerkannt. Der Eigentümer musste den entstandenen Schaden bezahlen.

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