Umwelt Mikroplastik im Haushalt vermeiden - so gelingt es

Beim jedem Mal Duschen oder Waschen spülen wir - ohne es zu wissen - Plastik in die Umwelt. So steuern Sie gegen. Tipp Nr. 12 unserer Reihe "19 Tipps für ein besseres 2019"
Peeling, Mikroplastik

Nicht immer ist Mikroplastik in Kosmetika so sichtbar wie in diesem Fall

Jedes Jahr werden allein in der EU 25 Millionen Tonnen Kunststoffe hergestellt – ein Teil davon landet nicht in Autoreifen oder Gehäusen für Elektrogeräte. Sondern unsichtbar in Cremes, Peelings oder Pasten – als Mikroplastik.

So nennen Experten alles, was kleiner ist als fünf Millimeter. Mikroplastik in Kosmetika ist meist wesentlich kleiner, weniger als einen Millimeter groß. Die winzigen Kunststoffteilchen sollen polieren oder die Waschkraft erhöhen, sie dienen als Binde- oder Füllmittel.

Was aus Sicht der Hersteller und für die Anwender praktisch ist, hat üble Konsequenzen für die Umwelt. Denn die Partikel sind so klein, dass sie in der Kläranlage nicht aus dem Schmutzwasser gefischt werden können. Sie gelangen über die Flüsse ins Meer, sammeln Giftstoffe auf ihrer Oberfläche an, werden von mikroskopischen Wasserorganismen gefressen - und gelangen so in die Nahrungskette. Ein Problem, das auf der Hand liegt: Mit Fischen landet das toxische Mikroplastik fangfrisch wieder auf unserem Teller. Österreichische Forscher haben im vergangenen Jahr neun verschiedene Kunststoffarten in Stuhlproben von Menschen aus aller Welt nachgewiesen.

Mikroplastik in Böden und Binnengewässern, im Honig und in der Arktis

Über den Umweg der Kläranlage finden sich auch in Binnengewässern und Böden mittlerweile große Mengen Kunststoffpartikel. Es ist buchstäblich überall, Forscher fanden es auch in Regentropfen, in Bier, in Honig - und in der Arktis. Ist es einmal in der Umwelt, bleibt es dort für Jahrzehnte oder Jahrhunderte. Denn die Müllabfuhr für Mikroplastik ist noch nicht erfunden.

Die Folgen für Mensch und Tier sind bislang kaum erforscht. Umso wichtiger, dass wir alles tun, damit das Zeug gar nicht erst in die Umwelt gelangt. Die gute Nachricht vorweg: Zahnpasta ist mittlerweile frei von Mikroplastik. Der Druck auf den Handel hat gewirkt.

  • Waschen Sie Fleecepullover aus Kunstfasern nur, wenn es nötig ist. Denn bei jedem Waschgang gelangen große Mengen Mikroplastik ins Abwasser. Es gibt mittlerweile zum Waschen auch spezielle Beutel, die das Austreten von Mikroplastik verhindern sollen.
  • Kaufen Sie Fleecepullover und andere Textilien aus Naturmaterialien wie Baumwolle. Deren Fasern zersetzen sich in der Natur in kürzester Zeit.
  • Vermeiden Sie kosmetische Produkte mit Mikroplastik; kontrollierte Naturkosmetik ist frei von Kunststoffen.
  • Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat einen ständig aktualisierten Einkaufsratgeber erstellt, der Kosmetik-Produkte mit Mikroplastik erfasst.
  • Auch in Waschmitteln kann Mikroplastik enthalten sein. Achten Sie auch hier auf zertifizierte Produkte.
Foto: rh2010/Fotolia
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