Garten-Tipps Immer extremeres Wetter: Was Hobby-Gärtner jetzt wissen müssen

Mit dem Klimawandel werden Stürme, Starkregen, Hitze und Dürre häufiger. Wir geben Tipps, wie Sie Ihrem Garten helfen können, besser damit klarzukommen
Gartenteich

Abwechslungsreich mit heimischen Arten bepflanzte Gärten sind besser gewappnet für Wetterextreme - und interessanter für Insekten

Der vergangene Jahrhundertsommer hat gezeigt: Der Klimawandel ist längst Realität – auch in Deutschland. Heute noch ungewöhnlich lange Hitze- und Dürreperioden werden häufiger, außerdem heftige Regenfälle und Stürme. Schon im vergangenen Jahr mussten Landwirte erhebliche Ernteausfälle hinnehmen. Aber auch Hobby-Gärtner sind betroffen. Denn während in sommerlicher Hitze Teile des Gartens zu vertrocknen drohen, können andere buchstäblich absaufen. Mit ein paar Tipps und Tricks können Sie aber gegensteuern – und Ihren Garten fitter machen für Wetterextreme.

Natürlich lassen sich kaum alle Tipps gleichzeitig und nicht alle sofort umsetzen. Doch viel ist schon gewonnen, wenn Sie sie bei der Neuplanung des Gartens oder eines Gartenteils und bei der Beschaffung der Pflanzen beherzigen.

So rät die NABU-Gartenexpertin Marja Rottleb grundsätzlich zu heimischen Pflanzenarten – bevorzugt aus ökologischen und regionalem Anbau. Der Vorteil: Diese Gewächse sind an unser Klima hervorragend angepasst und kommen mit Extremen besser klar als Exoten mit sehr speziellen Bedürfnissen. Zudem sind die einheimischen Arten mit ihren Blüten oft ideale Nahrungsquellen für Insekten. Und im Herbst bieten die Fruchtstände einen gedeckten Tisch für viele Singvögel.

Pflanzen nach ihren Bedürfnissen auswählen

Wichtig ist, dass die Pflanzen ihren Bedürfnissen entsprechend gepflanzt werden. „Wilde Malve oder Moschusmalve, Zypressenwolfsmilch und Sedum-Arten sind Trockenheitskünstler und kommen mit wenig Wasser aus. Blutweiderich, Kriechender Günsel, Sumpfdotterblume und Wiesenschaumkraut mögen es dagegen feucht“, sagt Marja Rottleb.

Hecken und Sträucher bieten nicht nur Vögeln Unterschlupf und Nistmöglichkeiten – sie sorgen auch dafür, dass bei Hitze Wind und Sonne den Boden nicht zu sehr austrocknen. Zudem verbessern sie das Mikroklima im Garten, denn ihre Blätter geben nicht nur Schatten, sondern kühlen die Umgebungsluft durch Verdunstung. Als besonders geeignete Arten nennt NABU-Expertin Rottleb: Feldahorn, Berberitze, Haselnuss, Eingriffeliger Weißdorn, Hundsrose, Pfaffenhütchen und Holunder.

Wer einen eigenen Garten besitzt, sollte einen Komposthaufen einrichten. Denn die reife Komposterde bietet nicht nur wertvolle Nährstoffe für den Boden. Locker eingeharkt, speichert der Humus viel Wasser. Und trägt so dazu bei, dass sich bei starkem Regen keine Pfützen bilden. Leichtes, oberflächliches Harken verbessert zudem die Fähigkeit des Bodens, Wasser aufzunehmen – und schützt gleichzeitig vor zu hoher Verdunstung. Aber auch durch Mulchen lässt sich verhindern, dass der Boden zu schnell austrocknet.

Entsiegelung für ein besseres Wassermanagement im Garten

Je mehr Flächen im Garten – etwa mit Platten, Pflastersteinen oder Schotter – versiegelt sind, desto weniger Wasser kann der Garten speichern. Die Folge können regelrechte Tümpel sein, die sich nach starkem Regen bilden und nur langsam versickern. Wo immer es geht, verzichten Sie darauf, Flächen zu versiegeln - oder entsiegeln Sie vorhandene. Regenwasser, etwa vom Dach, sollten Sie in Tonnen oder einer Zisterne auffangen. Das spart im Sommer kostbares Leitungswasser, wenn doch einmal bewässert werden muss.

Teiche und Wasserbottiche machen sich in jedem Garten gut. Aber sie sehen nicht nur gut aus. Sie sorgen durch Verdunstung auch für ein wenig Kühle im Garten und bieten Wasserinsekten einen Lebensraum und Vögeln eine Tränke. Achten Sie aber darauf, dass Tiere wie Igel und Vögel – etwa durch eine flache Uferzone oder ein Brett – leicht ans Wasser und auch wieder herauskommen.

Wenn Ihr Garten etwas uneben ist: perfekt! Denn eine ebene Gartenfläche ist zwar der Klassiker. Aber ein welliges Profil mit kleinen Hügeln und Senken schützt am besten vor Austrocknung und Überschwemmungen. Weitere Tipps und Tricks gibt es auf der Homepage des NABU.

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