Zeit sparen und Tiere schützen Warum Sie Ihren Garten jetzt nicht aufräumen sollten

Ein unordentlicher Garten bietet zahllosen Tieren Nahrung und Überwinterungsmöglichkeiten. Die wichtigsten Tipps
Gartenarbeit im Herbst

Wer zusammengeharktes Laub bis zum Frühjahr liegen lässt, tut Insekten und Igeln einen Gefallen

Wer einen Garten hat, kennt das: Vor der kalten Jahreszeit muss der Garten „winterfest“ gemacht werden. Sagt man zumindest. Noch einmal den Rasen mähen, die Staudenbeete sauber machen, Rasenschnitt, Laub und Zweige in die Bio-Tonne.

Aber langsam: Falls Ihnen diese Arbeiten immer schon schwer von der Hand gingen, haben wir hier ein paar gute Gründe, sie zu lassen. Oder zumindest vorerst – nämlich bis zum Frühjahr. Ein unaufgeräumter Garten gewinnt vielleicht keinen Preis im Gartenverein. Aber er hilft Vögeln, Säugetieren, Amphibien, Insekten, Spinnen und zahllosen Bodenbewohnern. Denn sie finden hier Nahrung und Orte zum Überwintern oder zum Verpuppen.

Um Vögeln und Insekten zu helfen, müssen Sie im Garten nichts tun. Nur lassen:

1. Lassen Sie zusammengeharktes Laub einfach liegen.

Abgefallenes, totes Laub ist kein Biomüll. Sondern eine Brutstätte des Lebens. „Laubhaufen sind die Allrounder unter den Winterquartieren“, sagt die NABU-Gartenexpertin Marja Rottleb. "Erdkröten und Igel schätzen das Laub als Schutz gegen Kälte, insektenfressende Tiere als Nahrungsquelle.“

2. Lassen Sie die Stängel von Stauden stehen.

Die abgestorbenen Stängel vieler Stauden sehen vielleicht nicht immer dekorativ aus. Aber sie bieten körnerfressenden Vögeln im Winter Nahrung, un unter den Blütenständen finden Raupen Platz, um den Winter als Puppe zu überstehen. Und in den hohlen Stängeln richten sich Käfer- und andere Insektenlarven ein.

3. Lassen Sie Boden ungeharkt.

Frisch geharkter Boden lässt manches Gärtnerherz höher schlagen. Doch wer ihn in Ruhe lässt, schont Bodenbewohner und Larven von Insekten, die sich hier entwickeln. „Die Bodenbearbeitung“, so Hannes Petrischak von der Hans Sielmann Stiftung, „sollte man auf ein Minimum reduzieren.“ Denn viele Tiere überwintern am oder im Boden. „Wer die fördern will, sollte zumindest einzelne Flächen im Garten unbearbeitet lassen.“

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4. Totholz, Äste und Zweige im Garten lassen.

Auch was beim Baum- oder Gehölzschnitt anfällt, sollte im Garten bleiben – zum Beispiel zu einem Haufen aufgeschichtet oder als Benjeshecke. Solche Hecken können als preisgünstige Elemente der Strukturierung des Gartens oder als Sichtschutz dienen. Und sie bieten zahllosen Insekten, Mäusen, aber auch Igeln Unterschlupf. Lassen Sie solche Haufen oder Hecken zumindest bis zum Frühjahr unangetastet, um ihre Untermieter nicht zu stören.

5. Ganz ohne Pflege geht es nicht.

So vorteilhaft es ist, den Garten im Herbst – zumindest teilweise – unaufgeräumt zu lassen: Ganz sich selbst überlassen, würden Rasenflächen und Rabatten zuwuchern.“Wenn wir im Garten gar nichts tun, würden die Insektenarten, die auf sonnige, offene Flächen angewiesen sind, einen Nachteil erleiden“, sagt der Biologe Hannes Petrischak. „Denn viele Arten brauchen sonnengewärmte, offene Stellen und Licht bis zum Boden.“ Petrischak empfiehlt darum, hin und wieder im Garten neue Strukturen zu schaffen und aufzulichten. Ideal für eine ganzjährige, große Artenvielfalt im Garten sei ein Mosaik aus Nutzbereichen mit frischem Oberboden, Blühpflanzenbereich und Rasenflächen, die selten gemäht oder nur teilweise kurz gehalten werden.

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