Nachhaltigkeit im Bad Seifenstück versus Seifenspender: Was ist besser?

Im Bad hat der Seifenspender das gute, alte Seifenstück fast komplett verdrängt. Zu Recht?
Hände waschen mit Seife

Händewaschen funktioniert auch mit einem Seifenstück gut. Wer kaltes Wasser nutzt, hat denselben Reinigungeffekt und spart obendrein noch Energie

In diesem Artikel
Kein Vorteil für Flüssigseife bei der Sauberkeit
Seifenstücke sind keine Keimschleudern
Punktvorteil bei Nachhaltigkeit und Dosierung

Kaum ein Haushalt, in dem sich im Bad nicht ein Seifenspender findet. Sie sind ja auch praktisch, hautfreundlich – und hygienisch dazu. Die Hygiene ist dabei wohl dasjenige Argument, das dem Seifenspender seit den 80er Jahren zum Durchbruch verholfen hat. Seither haben die Spender im Bad das jahrhundertelang bewährte Seifenstück so gut wie verdrängt. Aber was ist dran an den vermeintlichen Vorzügen? Und wie steht es um die Nachhaltigkeit der Flüssigseife?

Kein Vorteil für Flüssigseife bei der Sauberkeit

Klar ist: In puncto Reinigungskraft liegen Seifenstück und Flüssigseife gleichauf. Allenfalls bei der Hautverträglichkeit kann es Unterschiede geben: Denn chemisch gesehen, gehört Flüssigseife im Unterschied zu den „echten“ Seifen zu den synthetischen Detergenzien. Und die sollen beim Waschen tatsächlich milder zu empfindlicher Haut sein. Allerdings kommt normale Haut bei normaler, sparsamer Anwendung auch mit Seife klar.

Seifenstücke sind keine Keimschleudern

Doch wie steht es um das Hygiene-Plus? Es ist zwar richtig: Seifenstücke, die nicht gut gepflegt werden, können schon nach wenigen Wochen unansehnlich sein, können aufgedunsen, glibberig, rissig oder sogar schimmelig aussehen. Doch so etwas lässt sich leicht vermeiden, wenn das Seifenstück nicht im Wasser liegt und nach jeder Benutzung gut trocknen kann. Auch die Seifenschale sollte regelmäßig von Seifenresten gereinigt werden.

Fakt ist auch: Auf Seifenstücken können sich mehr Mikroorganismen tummeln als in einem Seifenspender. Doch ein echtes Problem ist die Hygiene offenbar nicht. Dass Seifenstücke genauso gut wie Spender geeignet sind, Infektionen zu vermeiden, konnten Forscher schon 1988 zeigen. In ihrer Studie haben die Wissenschaftler ein Seifenstück hochdosiert mit verschiedenen Bakterienarten versetzt und untersucht, wie viele der Keime nach dem Händewaschen an den Händen der Probanden zu finden waren. Das Ergebnis: keine.

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Punktvorteil bei Nachhaltigkeit und Dosierung

Zum dritten Punkt, der Nachhaltigkeit: Der Barren enthält im Gegensatz zu Flüssigseife kaum Wasser, spart dadurch also Emissionen beim Transport und Verpackungsmaterial. Oft gibt es Seifenstücke – zum Beispiel im gut sortierten Bioladen – sogar ganz ohne Umverpackung. Der Seifenspender dagegen enthält viel Kunststoff, und selbst wer auf Nachfüllpackungen zurückgreift, erzeugt noch zusätzlichen Müll.

Hinzu kommt, dass der Spender-Mechanismus zur Verschwendung anregt. Während wir das Seifenstück in unseren Händen nur so lange hin- und herflutschen lassen, bis die Menge Seife reicht, gibt schon ein einzelner Hieb auf den Spender weitaus mehr Flüssigseife, als zum Händewaschen nötig ist. Und viele Benutzer langen gleich zwei- oder dreimal zu.

Die Verschwendung treibt – Argument Nummer vier – den weitaus höheren Preis für Flüssigseife noch weiter in die Höhe.

Übrigens: Es gibt auch Seifenstücke für die nachhaltige Haarwäsche.

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