Konsum Gigantischer Küchenrollen-Verbrauch: So einfach ließe er sich reduzieren

Die Deutschen schätzen die schnelle Sauberkeit in der Küche. Doch Küchenpapier aus frischen Holzfasern ist ein umweltschädliches Wegwerfprodukt. Eine ökologische Alternative hat jeder zu Hause
Küchenrolle

Sieben Milliarden: So viele Küchenrollen verbrauchen die Deutschen jedes Jahr

Wisch und weg: Schnell ein Blatt von der Küchenrolle abgetrennt und die fettige Sauerei neben dem Kochtopf ist beseitigt. Für viele ist der praktische Küchenhelfer kaum noch wegzudenken. Nach Angaben des WWF wandern allein in Deutschland jedes Jahr mehr als sieben Milliarden Küchenrollen über das Supermarkt-Fließband. Mit steigender Tendenz: In den vergangenen zehn Jahren stieg der Verbrauch von Hygienepapieren kontinuierlich an: von elf auf 18 Kilogramm pro Kopf und Jahr, schreibt der WWF.

Hygienepapiere sind Wegwerf-Produkte

Dabei ist dieser Konsum aus Umweltsicht besonders bedenklich. Denn Küchenrollen kosten im Einkauf zwar wenig. Aber für die Herstellung von frischem Papier, ob nun für Zeitungen, Klopapier oder Küchenrollen, müssen Bäume fallen. Jeder fünfte Baum, schätzt das Umweltbundesamt, fällt weltweit für die Papierherstellung. Für den deutschen Markt wird das notwendige Holz vor allem – zu rund einem Drittel –  aus Schweden und Finnland importiert.

Da Hygienepapiere nicht recycelt werden, sondern in der Kläranlage oder im Müll landen, sind die Rohstoffe und die für die Herstellung aufgewendete Energie ein für alle Mal verloren.

Der WWF empfiehlt darum, ausschließlich Recycling-Hygienepapiere zu verwenden (gekennzeichnet zum Beispiel mit dem Blauen Engel). Denn die schonen gegenüber Produkten aus frischem Holz nicht nur Bäume. Bei der Herstellung von Recycling-Papier werden gegenüber frischem Papier außerdem bis zu 60 Prozent des Energieeinsatzes und 70 Prozent Wasser eingespart.

Ausgediente Baumwoll-Tücher erfüllen denselben Zweck – aber ökologischer

Aber es geht noch besser: Statt des Einweg-Papiers eignen sich Baumwolltücher bestens für die schnelle Hygiene in der Küche. Wer die Tücher nicht extra kauft, sondern ausrangierte, unansehnlich gewordene Geschirrhandtücher verwendet – eventuell noch auf handlichere Größen zugeschnitten – spart nicht nur bares Geld. Sondern verursacht für die Sauberkeit null Ressourcen- und Energieverbrauch. Wenn die Tücher schmutzig sind, einfach auswaschen oder in die Waschmaschine damit.

Doch Vorsicht: Wer rohes Fleisch oder Fisch bearbeitet, sollte die schmutzigen Lappen bei mindestens 60 Grad waschen (nicht im Eco-Waschgang, weil hier die 60 Grad nicht erreicht werden), damit gefährliche Keime wie Salmonellen abgetötet werden. Bei leichten Verschmutzungen reicht schon eine 20- oder 30-Grad-Wäsche.

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