Ear Spring Yellowstone-Geysir erwacht - und spuckt historischen Müll aus

Münzen, Betonbrocken, Plastikteile: Im berühmten Nationalpark ist ein Geysir zum Leben erwacht – und hustet Jahrzehnte alten Müll aus
Ear Spring, Geysir

Gesteinsbrocken und Müll im Umkreis von mehreren Metern: Der Ear Spring-Geysir nach dem Ausbruch am 15. September 2018

Die Ear Spring, Ohren-Quelle, im Yellowstone-Nationalpark ist ein Geysir, der normalerweise ruht. Doch am 15. September dieses Jahres verzeichnete die Parkleitung die größte Wasserfontäne seit 1957. Und der Geysir in der scheinbar unberührten Natur des Nationalparks schleuderte nicht nur heißes Wasser und Wasserdampf bis zu neun Meter hoch in die Luft.

Ungewöhnliche Geysir-Aktivität im Nationalpark

Parkmitarbeiter fanden nach dem Ausbruch in der Umgebung fast 100 Münzen, Glasscherben, einen Plastiklöffel, einen Plastik-Strohhalm, Aluminium-Getränkedosen – und sogar einen Betonblock. Alles Dinge, die Menschen offenbar in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten in den schlummernden Geysir geworfen hatten. Auch ein Schnuller ist aus den Tiefen des Geysirs aufgetaucht. Er soll aus den 1930er Jahren stammen.


Auf Facebook schreibt die Parkverwaltung, die gefundenen Gegenstände würden nun inventarisiert und könnten teilweise Eingang in die Archive des Nationalparks finden.

Gleichzeitig werden zukünftige Besucher gebeten, keinen Müll in die heißen Quellen zu werfen. Bei der nächsten Eruption von Ear Spring wolle man nur Wasser und natürliches Gestein herausfliegen sehen.

In den vergangenen 60 Jahren, schreibt die Behörde U.S. Geological Survey (USGS), ist der Geysir nur vier Mal ausgebrochen - zuletzt im Jahr 2004. Auch andere, benachbarte Wasserfontänen zeigten gleichzeitig eine ungewöhnliche "Atem"-Aktivität. Alle zehn Minuten hebe und senke sich der Boden um einige Geysire um 15 Zentimeter.

Keine Anzeichen für den Ausbruch des Supervulkans

Dass der Supervulkan unter dem Yellowstone-Nationalpark wieder ausbrechen könnte, befürchten die Geologen allerdings nicht. Die Aktivität an der Oberfläche, zu der auch die Eruptionen heißen Wassers gehören, habe nichts mit den Magmabewegungen viele Kilometer unter der Erdoberfläche zu tun.