Florida, Invasion der Pythons

Pythons haben sich in Floridas Everglades Nationalpark zu einer solchen Plage entwickelt, dass sie die restliche Tierwelt bedrohen. Die Behörden organisieren daher einen Jagd-Wettbewerb. Die "360° - GEO Reportage" am Samstag, den 16. Juli bereits um 13.30 Uhr

Ein Film von Gordian Arneth

In seiner Heimat Asien ist der Tigerpython vom Aussterben bedroht - im US-Bundesstaat Florida entwickeln sich die Würgeschlangen zu einer Plage. Inzwischen sind sie eine ernsthafte Bedrohung für die einzigartige Tierwelt des Everglades Nationalparks. Floridas Behörden rufen nun Bürger zu einem Wettbewerb auf, bei dem Freizeitjäger ausnahmsweise im Nationalpark auf Schlangenjagd gehen dürfen.

Nachdem als Haustiere gehaltene Tigerpythons im US-Bundesstaat Florida vor Jahren in die Everglades entwischten, haben sie sich dort explosionsartig vermehrt. Inzwischen dringen die bis zu fünf Meter langen Reptilien bis in die Randgebiete der Städte vor. Um ihre weitere Ausbreitung zu verhindern, tragen die Behörden zum zweiten Mal die „Python-Challenge“ aus. Zu diesem Wettbewerb reisen Jäger aus dem ganzen Land an. Einer der Teilnehmer ist Nick Gadbois. Der in Florida ansässige Biologe gilt als einer der erfolgreichsten Schlangenjäger. 360° - GEO Reportage hat ihn bei der Jagd begleitet.

Florida, Invasion der Pythons

Nick Gadbois (li.) mit seiner Frau Jenny und Sohn Jack. Nick Gadbois gehört zu den besten Schlangenfängern Floridas

Florida, Invasion der Pythons

Der Anwalt David Guest (li.) und der Biologe Tom Crisman führen seit Jahren Prozesse gegen Unternehmen der Zuckerrohrindustrie, für deren Felder schon 800 Quadratkilometer der Everglades trocken gelegt wurden

Nick Gadbois kann die Faszination vieler Amerikaner für Reptilien verstehen. Der Biologe hält selber Schildkröten in seinem Garten. Dem verantwortungslosen Umgang mit den Tieren steht er jedoch kritisch gegenüber. Seit Jahren landen immer wieder exotische Arten, die ihren Besitzern als Haustiere zu groß, zu gefährlich oder zu teuer geworden sind, in der freien Wildbahn Floridas, wo sie sich als Invasoren ihren Platz in der Nahrungskette erkämpfen. Einer der gefährlichsten dieser invasiven Spezies ist der asiatische Tigerpython, der für das Verschwinden einheimischer Tiere wie Kaninchen und Füchse verantwortlich gemacht wird. Auch einige Luchsarten, Opossums und Waschbären sind schon stark dezimiert. Während Wissenschaftler versuchen die Lebensweise der Schlangen in Floridas Sümpfen zu erforschen, hat die Forst- und Naturschutzbehörde die Tiere zum Abschuss freigegeben. Doch selbst eine gezielte Jagd wie die offizielle „Python Challenge“ kann nur wenig bewirken. Gerade einmal 68 Schlangen wurden während des letzten Wettbewerbs in den Everglades gefangen - bei einer geschätzten Gesamtpopulation von über 100.000 Pythons! Nick Gadbois wird trotzdem auch in diesem Jahr dabei sein. Für ihn, den erfahrenen Jäger, ist die Teilnahme Ehrensache. Viele andere lockt vor allem die Siegprämie: Denn wer das größte Exemplar oder die meisten Tiere fängt, erhält mehrere Tausend Dollar Preisgeld.

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