Irland, Wild Atlantic Way

Entlang der Atlantikküste verläuft die mit 2600 Kilometern längste ausgewiesene Küstenstraße der Welt, der Wild Atlantic Way in Irland. Die Route führt vom Küstenstädtchen Kinsale im County Cork bis zur Halbinsel Inishowen. Gewaltige Stürme und Fluten des Ozeans formten eine raue Küstenlandschaft, an die sich niedliche Orte und verschlafene Häfen schmiegen. In der Abgeschiedenheit haben sich die Menschen viel von der irischen Folklore bewahrt. Wer in dieser Region einen Roadtrip wagt, taucht durch Nebel und dramatische Lichtstimmungen, rastet auf Klippen und in Buchten – und begegnet unzähligen Schafen.

Peru, Inka-Trail

Der Inca Trail ist einer der ältesten Wanderwege der Welt. Er nimmt vom Ufer des Rio Urubamba seinen Lauf bis zur Inkastadt Machu Picchu. Die Wanderung dauert vier Tage, führt über drei Gebirgspässe samt atemraubender Aussichten auf tropische Wälder, Schluchten und schneebedeckte Berge. Nur über diesen Weg sind mache Inkaruinen erst zugänglich geworden, darunter Runkurakay und Sayacmarca. Schon kurz nach der Entdeckung 1942 war der Pfad der meistbeschrittene Südamerikas, trotz der Begrenzung auf 500 Personen pro Tag herrscht viel Betrieb. Eine ebenso spektakuläre Alternative ist da der Salkantay Trail, der nicht minder opulent ins Dörfchen La Playa führt (nicht weit von Machu Picchu entfernt). Wer es noch einsamer mag, nimmt den Treck nach Choquequirao oder den zwölftägigen Anden-Höhenpfad Huayhuash Circuit.

USA, Kalifornien, Highway 1

1055 legendäre Kilometer: Die California State Route 1, kurz Highway 1 oder abschnittweise auch Pacific Coast Highway #1 genannt, verläuft an der Küste des Pazifischen Ozeans und verbindet viele beliebte Reiseziele der US-Westküste: Golden Gate Bridge, San Francisco, Los Angeles, Orange County, Malibu, Santa Cruz. Die Strecke führt nicht nur entlang der Meeresklippen und Steilküsten wie zwischen Monterey und Morro Bay, sondern auch durch die mächtigen Redwood-Wälder im Norden. Hier sollte auch der Startpunkt liegen: so fährt man die gesamte Route näher an der Küste.

Norwegen, Nordkapp und Kreuzfahrt zu den Lofoten

Ob mit dem Motorrad oder mit dem Camper, eine Tour zum Nordkapp gehört auf jede Bucket-List. Der nördlichste, per Straße erreichbare Punkt Europas krönt jede individuelle Route über Fjorde, Felsklippen, Buchten, Berge und Wälder. Das Ziel liegt auf einem 308 Meter hohen Felsen am Rande des Eismeers. Wer sich damit nicht zufrieden gibt, wandert noch neun Kilometer weiter auf der Landzunge Knivskjelodden. Wichtig: von November bis April ist die E 69, die einzige Straße zum Nordkap, für den individuellen Autoverkehr gesperrt.

Norwegen hat gleich noch ein zweites unvergessliches Erlebnis zu bieten, das sich auf der Rückreise vom Nordkapp realisieren lässt. Vom Fischerdorf Svolvær mit seinen Pfahlbauten und bunten Bretterhäuschen geht es mit den Hurtigruten durch die Inselwelt der Lofoten, und damit auf eine der schönsten Kreuzfahrtstrecken, die es gibt. Nordlichter strahlen in der Polarnacht, bringen Strandbuchten, heimelige Fischerdörfer und zackige Berge zum Leuchten. Dank des Golfstroms herrscht mildes Klima, von Ende Mai bis Mitte Juli geht die Sonne nicht unter.

Deutschland, Grüne Grenze

Grünes Band statt Todesstreifen: Seit dem Mauerfall am 9. November 1989 ist ein einmaliges Biotop wieder zugänglich. Entlang der innerdeutschen Grenze, auf einer Strecke von über 1400 Kilometern, fand die Natur jahrzehntelang einen Rückzugsraum, gesichert durch Zäune, Wachtürme, Minen und Selbstschussanlagen. Der bekannteste Abschnitt ist der sogenannte Kolonnenweg und führt etwa durch den Harz und die Altmark in Sachsen-Anhalt. Anstatt diesen Lebensraum komplett in die neue Infrastruktur einzugliedern, wurde er den Naturschutz-Stiftungen der Länder übertragen. Wer hier entlangwandert, schreitet nicht nur ein Kapitel deutscher Geschichte ab - an das noch vereinzelt Grenzsteine und Wachtürme erinnern – sondern auch zahlreiche Naturschutzgebiete mit seltenen Tier- und Pflanzenarten. Nicht beirren lassen: Teilweise ist der Weg etwa durch Äcker unterbrochen.

Australien, Great Ocean Road und Great Ocean Walk

Es muss nicht immer ein Trip durchs Outback sein. Im südöstlichen Bundesstaat Victoria, eine Stunde von Melbourne entfernt, beginnt eine der schönsten Küstenstraßen der Welt, die Great Ocean Road. Von Torquay bis Allansford schlängelt sie sich die sturmumtoste Südküste des Bundesstaats entlang. Unterwegs grüßen die zwölf Apostel, dramatische Felsformationen, die den Weg zu unberührten Surfstränden und Meeresklippen weisen, vor denen sich mit etwas Glück Wale und Delfine blicken lassen. Am Straßenrand wechseln sich Regenwälder und Ranges mit Koalas und Kängurus ab. Man passiert Weingüter, Fischerdörfer und Hafenstädte, die von der maritimen Geschichte Australiens im 19. Jahrhundert zeugen. Über 600 Schiffe liefen einst an der Küste vom Stapel. Wer das Auto stehen lassen möchte, nimmt einfach den 105 Kilometer langen Great Ocean Walk, der sich auf eigene Faust oder mit Guide beschreiten lässt.

Transsibirische Eisenbahn

Mit ihren 9288 Kilometern ist die Transsibirische Eisenbahn die längste befahrene Bahnstrecke der Welt. Die Trasse verbindet Moskau mit dem fernöstlichen Wladiwostok, passiert die Wolga-Ebene, das Ural-Gebirge, die westsibirische Steppe und ostsibirische Bergtaiga. Der Zug überquert 16 große eurasische Flüsse, fährt zwischen Mogotscha und Skoworodino über Dauerfrostboden und hält an rund 400 Bahnhöfen. Wo soll man bei so viel Auswahl am besten aussteigen? Zum Beispiel in Irkutsk am Baikalsee, in der burjatischen Hauptstadt Ulan-Ude oder im prächtigen Chabarowsk. Beliebte Variante: Hinter dem Baikalsee umsteigen und nach Beijing oder Shanghai fahren. Fahrscheine gibt es bei vielen deutschen Reiseagenturen, die sich bei Bedarf auch um die russischen und chinesischen Visa kümmern.

Afrika im Overland-Truck

Ein Abenteuer fürs Leben: Afrika lässt sich wohl kaum intensiver und ausführlicher erleben als auf einer Fahrt quer durch den Kontinent im Overland-Truck. Die Mammuttour führt von Kairo nach Kapstadt und dauert ganze 142 Tage. Vorbei an den Pyramiden von Gizeh, dem Tal der Könige und den Axum-Tempeln im Sudan, geht es je nach Routenverlauf durch das Omo-Tal in Äthiopien, die Serengeti, Massai Mara und Etosha. Unterwegs wird gemeinsam gekocht, gezeltet, gewandert, es gibt längere Aufenthalte in Städten und Nationalparks mit verschiedenen Aktivitäten, darunter Einbaumboottouren durch Botswanas Okavango-Delta, Abstecher zu den Viktoria-Fällen sowie zum Malawi-See. Der Trip eignet sich eher für Afrika-Fortgeschrittene und robuste Reisende: der Bus schaukelt mitunter ganz schön, es geht durch ruppiges Bergland, Savannen und Wüsten, übernachtet wird meist im Zelt. Zur Auswahl stehen aber auch kürzere Routen wie die von Kapstadt bis Nairobi in 41 Tagen oder bis zu den Viktoria-Fällen in 21 Tagen.

 

Unterwegs auf dem Europaradweg R1

Drei Zeitzonen, zehn Länder, 4000 Kilometer: Das ultimative Radabenteuer wartet gleich um die Ecke. Der offizielle Europaradweg Nummer 1 beginnt mitten in London und führt unter anderem über Frankreich, Belgien, Deutschland, Polen, Litauen und Estland bis nach Sankt Petersburg. Die Route ist gut ausgeschildert, in sinnvolle Etappen unterteilt und mischt abwechslungsreiche Stadt- und Flusspassagen mit ländlichen und wasserreichen Abschnitten. Bei Bedarf beginnt man einfach an einem beliebigen Punkt.

Himalaya, Annapurna

Der Himalaya eignet sich nicht nur für erfahrene Bergsteiger, sofern man nicht gleich den Mount Everest bezwingen möchte. Das Annapurna-Massiv ermöglicht auch Anfängern eine Wanderung in der höchsten Bergregion der Welt. Kuschelig wird’s aber auch hier nicht, darüber kann selbst der Name „Apple Pie Trek“ nicht hinwegtäuschen. Unterwegs gibt’s zwar tatsächlich die Möglichkeit reichlich Apfelkuchen zu verdrücken und viele Erholungspausen, anstrengend sind die 162 Kilometer auf den immerhin 5500 Meter hohen Thorong La dennoch. Auf der wohl härtesten Etappe müssen in zwölf Stunden 1000 Meter nach oben und 1750 Meter nach unten bewältigt werden, Schnee macht die Wege rutschig. Mit Akklimatisierungspausen, zum Beispiel in Manang oder in den heiligen Erdgastempeln im Hindutempel von Muktinath, sollten insgesamt 18 bis 21 Tage eingeplant werden. Einen ähnlichen Schwierigkeitsgrad hat eine Wanderreise von China nach Tibet mit Besuch im Mount-Everest-Basislager. Die Reise umfasst allerdings auch Abschnitte, die per Zug zurückgelegt werden.

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