Briksdal Gletscher

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Briksdal Gletscher

Briksdal Gletscher: 4 Sterne bei 3 Bewertungen

Der Briksdal Gletscher (Briksdalbre) ist ein Seitenarm des mächtigen Jostedalgletschers, dem größten Gletscher Europas. Sein Eis bedeckt 486 km² und ist an der dicksten Stelle 400 Meter stark. Der Eiskoloß ragt bis zu 1.950 Meter in die Höhe. Er ist im "Jostedals National Park" unter Schutz gestellt.
Der Briksdal Gletscher fällt aus einer Höhe von 1.200 Metern steil ab und mündet in einen auf nur 346 Meter liegenden See. Die Größe des Gletschers schwankt ständig. 1951 z. B. war der Gletschersee frei, danach wuchs das Eis und bedeckte schließlich den ganzen See (1967-1997). Seit dem Jahr 2000 zieht sich der Gletscher wieder zurück.
Das Breheimcenteret schreibt zur Gletscherschmelze:
"Melting glaciers? Yes, many of the glacier arms of the Jostedalsbreen National Park are melting away. The good news is that Nigardsbreen and the other glacier arms in the Jostedalen valley are so big and have such a big volume that the melting is very slow. So if you want to see a glacier still worth seeing, come to Jostedalen."

Nebenstehender Link führt zu einer Broschüre über Briksdal.

Weitere Links:
http://www.jostedal.com/
http://www.jostedalsbre.no/norsk/senter.htm
http://www.nordfjord.no/

Parkgebühr: 50 NOK (Stand Sommer 2009)

Das erlebten unsere Mitglieder

  • Briksdal Gletscher: Bewertet mit 5 Sternen
    Bille 04.09.09

    Ein Fluß aus Eis

    Von Olden sind es noch 24 Kilometer bis Briksdal. Die schmale Straße führt nach Süden durch das wunderschöne Oldedalen. Man fahrt an Gletschwasser führenden Flüssen und türkisfarbenen Seen vorbei. Eingerahmt ist der Weg von hohen Bergen, auf denen der Jostedals Gletscher trohnt. Überall lugen Gletscherzipfel und Zungen über die Berge. Sehr eindrucksvoll im Süden liegt der Melkevollsgletscher, auf den man direkt zu fährt. Den Briksdal Gletscher bekommt man erst auf der Wanderung zu sehen, er liegt östlich.
    Wir hatten mit viel Verkehr gerechnet, doch die Straße ist ruhig und leer. Auch der Parkplatz in Briksdal ist nur locker gefüllt. Und das bei diesem Traumwetter. Sonne, kleine Wölkchen und schon fast zu warm.
    Es ist Samstagmittag, vielleicht sind die meisten Reisenden mit Bettenwechsel und Essen beschäftigt.
    Bevor wir wandern, picknicken wir auf dem Parkplatz. Überall verstreut gibt es Tische und Bänke, einige sogar im Schatten.
    Moderne Toiletten und Duschen(!) gibt es im benachbarten Restaurant.
    Die Parkbebühr wird gezahlt, wir verstehen sie als Eintritt.
    Nun sind es nur noch 2,5 Kilometer Wanderweg bis zum Briksdal Gletscher.
    Es gibt zwei Wege, eine steilen Pfad und eine breite Promenade, die auch von den hier mietbaren "Trollautos" befahren werden. Diese kleinen Autos haben die schönen zweirädrigen Pferdekutschen abgelöst, sie sollen ökonomischer sein. Sehr schade.
    Für sehr eilige, aber besonders für Gehbehinderte, ist dieses Trollgefährt eine schöne Hilfe, um den Hang hinauf zu kommen. Aber auch sie müssen das letzte, steile Stück bis zum See zu Fuß gehen.
    Wir wählen zunächst den Pfad am Fluß entlang. Die Wege kreuzen sich nach kurzer Zeit. Wir wechseln nun auf den breiten Weg, um am Fluß zu bleiben. Denn nun naht der erste Höhepunkt, der Wasserfall. Ein Sprühnebel hüllt uns ein. Donnernd und imposant rauschen die Wassermassen zu Tal. Leider kann man das schönste Bild nicht mehr machen, die Kutsche auf der Brücke vor dem weißen Wasser....
    Aber von hier aus sieht man den Briksdalgletscher zum ersten Mal.
    Der Wanderweg schlängelt sich in malerischen Serpentinen den Berg hinauf. Er ist sehr komfortabel und hat auch nicht viel Steigung. Vom Haltepunkt der Benzinkutschen aus wird der Weg schmaler und steil, eine Endmoräne bildet eine Grenze, schon steht am See. Kälte schlägt uns entgegen, eine Wohltat nach der heißen Sommerluft.
    Schilder warnen vor Steinschlag, aber ein Stück darf man sich dem Gletscher noch nähern. Aber dann ist ein Weitergehen ausdrücklich verboten. Eine große Tafel und Absperrband versuchen die Wanderer zu stoppen. Hier fallen nicht nur Felsen, sondern auch vom Gletscher können sich plötzlich Eismassen lösen oder Wasser durch das Gletschertor abgehen.
    Einige leichtsinnige gehen trotzdem weiter.
    Wir lassen uns auf Felsen nieder und zücken die Teleobjektive.
    Prächtig. Blau. Die Bilder sprechen für sich.
    Auch wenn das heiße Sommerwetter dem Gletscher doch sehr zusetzt. Ein Knacken und Krachen ertönt. Oben geht eine kleine Eislawine ab. Die leichtsinnigen Wanderer flüchten. Auf dem Schnee des Gletschertores liegen schon blaue Eisbrocken von einem früheren Abgang.
    Nachdem wir das Eis, die Luft und das Wasser ausgiebig genossen haben, geht es langsam durch die herrliche Natur zurück.
    Nun füllt sich der Weg zunehmend mit Menschen, die bergan strömen. Auch die Trollautos werden mehr.
    Unten im neuen Touristshop werden Karten (auch die für raupenzwerg) gekauft. Der Laden bietet eine reiche Auswahl für jeden Geschmack.
    Mittlerweile ist der Parkplatz voll und erste Busladungen laden an. Wir verlassen diesen schönen Ort, den wir nur mit wenigen teilen mußten.
    Auf nach Valldal!

    Fazit: eine schöne, kurze, leichte Wanderung mit prächtigem Ziel.

    Bilder von Bille zu Briksdal Gletscher

  • Briksdal Gletscher: Bewertet mit 4 Sternen
    debby83 08.09.09

    Wunderschön und erschreckend zugleich

    In großen Teilen kann ich mich Bille nur anschließen. Auch wir haben den Gletscher an einem heißen Sommertag im Juni 2009 besucht und bereits die Autofahrt durch das Oldedal war ein landschaftlicher Genuss, ebenso die anschließende kurze Wanderung bis zum Gletscher . Der Weg, den wir uns allerdings mit jeder Menge anderen Touristen, überwiegend Bustouristen, teilen mussten, schlängelt sich immer leicht ansteigend, aber nie zu steil, durch das mal idyllische, mal wildromantische Tal bis zum türkisblauen Gletschersee. Dort wehte uns ein angesichts der Hitze sehr angenehmer, nicht zu kühler, aber überraschend starker Wind, vom Gletscher hinab entgegen.

    Vom Anblick des Gletschers waren wir dann aber doch ein wenig enttäuscht und erschreckt zugleich. Wir kannten die Fotos aus Reiseführen und Prospekten, die die Gletscherzunge als eine der beeindruckendsten Norwegens beschrieben, doch was wir sahen, unterschied sich sehr deutlich von diesen. Von der einst sicher grandiosen Gletscherzunge ist nicht mehr viel übrig geblieben und der Gletscher schmilzt weiter. Auch bei unseren Besuch brach ein Stück ab und krachte mit viel Lärm hinunter ins Tal. Jetzt wurde uns auch klar, warum die noch bis vor kurzem angebotenen geführten Gletscherwanderungen nicht mehr stattfinden, nach denen wir uns im Souvenirshop erfolglos erkundigt hatten: es ist schlicht kein Gletscher mehr vorhanden, auf dem man "wandern" könnte. Die noch vorhandene Gletscherzunge ist viel zu steil dafür und angesichts der häufigen Abbrüche ist selbst ein Aufenthalt in der Nähe der Gletscherzunge sehr gefährlich.

    Betrachtete man die Fotos aus vergangenen Jahren und die Grafiken auf den Informationstafeln am Souvenirshop, so wurde deutlich, dass der Gletscher gerade in den letzten zwei, drei Jahren das Tempo seines Rückzugs nochmals deutlich beschleunigt hat. Wenn der Gletscher dieses Tempo beibehält, dann ist er in zwei, drei Jahren sicher komplett verschwunden. Nun verändern sich Gletscher nicht nur aufgrund des Weltklimas, doch angesichts der rasanten Veränderungen dieses Gletschers, stellte ich mir natürlich sofort die Frage, ob ich hier gerade den Klimawandel live, sehr anschaulich, eindrücklich und erschreckend zugleich, erlebte und beobachtete.

    Vielleicht können wir die Veränderung dieses Gletschers auch hier in der Reisecommunity ein wenig dokumentieren. Ich würde mich zumindest freuen, wenn alle, die den Gletscher in der Vergangenheit besucht haben oder ihn in der Zukunft besuchen werden, diesen Tipp mit ihren Fotos udn Erfahrungen ergänzen.

    Mein Fazit: Eine landschaftlich wunderschöne Gegend, die auch ohne den Gletscher einen Besuch wert wäre. Der Gletscher selbst hat uns einerseits ein wenig enttäuscht, was aber sicher nur daran lag, dass wir etwas anderes erwartet hatten. Andererseits war es ein sehr eindrückliches, aber auch nachdenklich stimmendes Erlebnis. Wer weiß, was ihn erwartet, wird den Gletscher sicher anders erleben - solange es ihn noch gibt.

    Bilder von debby83 zu Briksdal Gletscher

  • Briksdal Gletscher: Bewertet mit 5 Sternen
    lynley 09.09.09

    Ansichten aus 2006

    Wir haben den Gletscher im Herbst 2006 besucht und waren auch erstaunt, als wir auf den neuesten Bildern den erschreckend schnellen Schwund der Gletscherzunge gesehen haben. Aus mehreren Kommentaren zu meinen hier eingestellten Bildern habe ich schon erfahren, dass es einen starken Rückgang gegeben hat aber mit so einer gravierenden Veränderung hätte ich in den drei vergangenen Jahren doch nicht gerechnet.
    Besonders üppig fand ich ihn seinerzeit auch nicht, jedenfalls hatte ich wie debby nach den Beschreibungen mehr erwartet, aber bei unserem Besuch ragten die Eismassen noch in den Gletschersee hinein und bildeten, wie man auf den Fotos sehen kann eine reizvolle kleine Grotte und schöne Eisformationen.
    Zum damaligen Zeitpunkt war es auch noch möglich, den Gletscher von der Seite her zu betreten und es wurden auch Touren mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden angeboten.
    Es wäre sicherlich interressant, von zukünftigen Besuchern etwas über die Veränderungen zu erfahren, da wir im Moment keine Reise in diese Region planen.
    Und wer weiß, ob wir ihn noch jemals wiedersehen werden.

    Bilder von lynley zu Briksdal Gletscher

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