Nebelwald und Whalewatching : La Gomera

Reisebericht

Nebelwald und Whalewatching : La Gomera

Reisebericht: Nebelwald und Whalewatching : La Gomera

La Gomera .
Herrliche Ruhe. Grandiose Natur. Bizarre Landschaften. Nette Menschen. Köstliche Küche. Traumhafte Badebuchten. Schöne Wanderungen und grandiose Ausblicke.
Wir haben La Gomera im September 2008 besucht und schon auf der Schiffsüberfahrt zurück nach Teneriffa stand fest : nächstes Jahr müssen wir wieder hin.

Lepe

Ganz im Nordosten Gomeras, direkt an der Steilküste, liegt der Weiler Lepe.
Lepe hat, die Angaben schwanken hier, zwischen 20 und 25 Einwohner. Wir hatten im September 2008 für 14 Tage ein Appartment gebucht, mit einer herrlichen großen Terrasse über dem Atlantik, mit Blick auf den Teide, der uns morgens weckte und uns abends ins Bett brachte.



Blick auf Lepe



Unsere Terrasse lag direkt über der Steilküste ... welch ein Ausblick ! Welch eine Kulisse !

Was für ein Gefühl, wenn morgens früh die Sonne hinter dem Teide hinaufsteigt, wenn Teneriffa im gleißenden Sonnenlicht verschwindet und Gomera in Wärme getaucht wird.

Wie schmeckt abends der Wein mit Blick auf den im Sonnenuntergang rotleuchtenden Teide ... ein Geschmackserlebnis der besonderen Art !



in Lepe



Sonnenuntergang . Von der Nordwestküste Gomeras, vom kleinen Ort Lepe, blickt man über den Atlantischen Ozean auf Teneriffa. Hinter uns geht die Sonne unter, der Teide wird in rotes Licht getaucht.

Es wird nun recht bald dunkel, die Fledermäuse kommen hervor, manchmal schwebt unheimlich auch eine Eule vorbei, deren Ruf erschrecken kann.



Man erreicht La Gomera via Teneriffa. TUIfly fliegt samstags von Köln nach Teneriffa-Süd. Nach einem langen Bogen über Nordfrankreich und die Biskaya und schier endlosem Wasser – insbesondere dann, wenn man im Flieger auf der rechten Seite sitzt – zieht endlich im Westen Gomera direkt unter uns vorbei, der erste Blick auf diesen krassen Archipel. Der Jet dreht und sinkt auf Teneriffa, braune Steinwüste und endlose weiße Hotelanlagen, qualvoll aneinander gedrängte Touristenghettos direkt in der Einflugschneise. Eine halbstündige Taxifahrt bringt uns in El Arenal-gleiche Los Christianos, Teneriffas südliche Hafenstadt, ein Kompendium aller Bausünden der Tourismusindustrie. Hier legen die Fähren zu den kleinen, feinen Kanarischen Inseln ab, nach La Palma, La Gomera und El Hierro. Wir wählen die FRED-OLSEN-LINE, 70 Euro kostet die einfache Überfahrt pro Person, stecken unser Gepäck in einen kleinen Zug mit Rollcontainern, der am Kai vor dem Schiff steht und hoffentlich rechtzeitig an Bord geholt wird.
La Gomera taucht im Morgennebel auf, ein Klotz im Meer. Steilwände ragen aus den Fluten, fast senkrecht mehrere hundert Metert in die Höhe, eine Insel mit tief eingeschnittenen Tälern zwischen hohen Felsriegeln.
La Gomera ist, wie alle Kanareninseln, vulkanischen Ursprungs, hat aber keinen zentralen Vulkanschlot oder Kegel, wie der gewaltige Teide auf Teneriffa ihn darstellt. Gomeras Vulkanite wurde aus zahlreichen Spalten gefördert. Zudem ist Gomera die einizge der Kanareninseln, die keinen rezenten Vulkanismus zeigt, auf allen andern Inseln brachen in den vergangene Jahrhunderten Vulkane aus.

7000 Einwohner hat die Hauptstadt San Sebastian, eher ein Dorf, beschaulich anzusehen. 20 – 25 km Durchmesser hat Gomera und bietet auf dieser kleinen Fläche eine Vielfalt unterschiedlicher Landschaften : gewaltige Ausblicke über steile Schluchten und Felsküsten, imposante Vulkanschlote und lange Täler voller Palmen und Bananenplantagen. In manchen kleinen Buchten gibt es kleine Strände aus schwarzem, glitzernden Sand. Die Dörfer sind klein, oft nur Weiler. Ein bis zu 1500 Meter hoher Felsriegel teilt die Insel in den sonnigen, kargen Süden und den grünen Norden, geprägt durch den vorzeitlichen Lorbeerwald und die Nebelwolken, die diese Höhe nur schwer und selten überwinden können. Diese Höhen erlauben alpine Aufstiege. Eine Insel für Wanderer, wie sie schöner kaum sein könnte. Wenig Strassen, ein hervorragend ausgezeichnetes Wanderwegenetz kreuz und quer über die gesamte Insel, kein Pauschaltourismus, keine Badeurlauber. La Gomera ist fest in der Hand von Einheimischen, Wanderern, Mountainbikern und ruhesuchenden Naturliebhabern. Lediglich in den Orten Santiago und Valle Gran Rey wird auch gebadet und an der Strandpromenade gesessen – aber baden ist sowohl hier als auch an den oft zauberhaften kleinen Buchten rund um die Insel wegen des atlantischen Wellenganges und der gefährlichen Felsküste oftmals mit Lebensgefahr verbunden.

Auf 1487 m erhebt sich mitten auf der Insel der Alto de Garajonay bei klarem Wetter bietet sich von hier ein traumhafter Ausblick auf die Inseln Teneriffa mit dem gewaltigen Vulkan Teide, dem höchsten Berg Spaniens, und die kleinen Kanaren La Palma und El Hierro. Schroffe Felsriegel führen in alle Richtungen zum Meer, stürzen an der Küste manchmal noch ein paar hundert Meter senkrecht ins Wasser. Dazwischen schneiden sich kilometerlange Täler mit endlosen Bananenplantagen und steile Barrancos hunderte Meter tief ein. Wohin auch der Wanderweg führt, eine anständige Tour ohne wenigstens ein paar hundert Meter Höhenunterschied ist schwierig möglich, wer es kernig mag, startet morgens am Meer und steht irgendwann auf dem Gipfel des Garajonay. In der Nähe gibt es auch eine Bushaltestelle, die die Rückfahrt ermöglicht. Oder man startet einfach irgendwo mittendrin und wählt praktisch den gewünschten Anstieg oder Abstieg. Gomera muß sich unter diesem Aspekt auch nicht hinter den Ötztaler Alpen verstecken … nur ist die Luft weniger dünn. Diese gewaltigen Höhenunterschiede und die Probleme Ihrer Überwindung sollen der Anlass zur Erfindung der Pfeifsprache „El Silbo“ gewesen sein, mit denen sich die Ureinwohner von Höhengrat zu Höhengrat verständigten.
Rund um den Alto de Garajonay liegt der Nebelwald – er erinnert tatsächlich an den „Herrn der Ringe“. Ein lebendes Fossil ist dieser Lorbeerwald, ein millionen Jahre altes Überbleibsel aus dem Tertiär, einem vergangenen Erdzeitalter. Die millionen Jahre währende Isolation der Insel machte dies möglich, der Lorbeerwald „El Cedro“ wurde zum Nationalpark und von der UNESCO zum „Welterbe“ erklärt. Schuld ist vor allem die Passatwolke, die meist über dem Nordwesten der Insel hängt. Dieser Teil der Insel mit den Ortschaften Agulo, Lepe und Hermigua ist der ursprünglichste der Insel, in dem der Tourismus noch fast gar keine Spuren hinterlassen hat. Touristen treten hier nur vereinzelt als Wanderer auf. Irgendwann durchwanderten wir das lange Tal von Hermigua, kamen durch einen kleinen, scheinbar namenlosen und menschenleeren Weiler, nur ein paar kleine kläffende Köter verfolgten uns. Aus einer Bananenplantage tauchte ein Frau auf und überreichte uns auf spanisch ein dickes Bündel dieser kleinen kanarischen Bananen, die hier wirklich sonnengereift sind so richtig nach Banane schmecken.

Ein besonderes Erlebnis ist zweifelsohne ein Whale-Watching-Tour. 26 Wal- und Delfinarten wurden bereits vor Gomeras Küste gesichtet, oft in großer Anzahl. Nur von Valle Gran Rey starten Bootsfahrten zur Walbeobachtung. Da gibt es einerseits das große Schiff „Tina“ mit Stabilisatoren, Buffet, Badepause und etwas Tourispaß, andererseits die Touren in kleinen Fischerbotten des Club-del-Mar und von Oceano, die wirkliche Walbeobachtung anbieten. Das ist nichts für empfindliche Mägen, wenn die kleinen Boote über die Wogen des Meeres schaukeln. Aber es ist ein Abenteuer, ein unvergessliches Erlebnis, wenn dann wirklich Wale kommen. Über zwei Stunden war unser kleines Oceano-Boot inmitten einer Schule von etwa 25 Grindwalen, rechts, links, zum Anfassen nah, überall nur Wale. Unter dem Boot tauchen sie her, wie Kapitän Ahab fühlte ich mich. Muss es da noch erwähnt werden, das natürlich auch ein paar Delphine vorbei zogen ? Wahrend die „Tina“ kurz heran dampfte (der Kapitän hatte im Funk etwas von gesichteten Walen gehört), bis jeder ein Foto geschossen hatte, folgte unser Skipper den Walen immer wieder ein Stück, schaltete für zehn Minuten den Motor ab, während die Wale rund um das kleine Fischerboot spielten.








La Vista

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