Island - eine Rundreise

Reisebericht

Island - eine Rundreise

Reisebericht: Island - eine Rundreise

Island, die Insel im Nordatlantik mit den Vulkanen, Geysiren und Wasserfällen, mit Trollen und Elfen, die sollte es dieses Jahr sein. Über das letzte mir unbekannte europäische Nord-Land habe ich nur Gutes gehört und gelesen. Hier nun meine ganz persönlichen Eindrücke von diesem beeindruckenden Land, mit vielen Bildern, und mit ein paar launischen Kommentaren zur Reiseart "Busreise".

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Island – das Reiseziel spukte mir schon länger im Kopf rum. Nicht ganz unschuldig an dem Entschluß, im Juli 2008 auch tatsächlich hinzufahren, ist die GEO-Reisecommunity, wo es einige schöne Bilder und Berichte über Islandreisen gibt. Schwierig war nur die Frage, wie ich das machen will. Wie immer, mit dem eigenen Auto drauflos fahren? Rüberfliegen und einen Mietwagen nehmen? Mich zum ersten mal einer Reisegruppe anschließen? Nach reiflicher Überlegung und intensiver Recherche von Fährverbindungen, Fahrpreisen, Mietwagenpreisen, Pauschalreiseangeboten, Urlaubstagekonto und vielem anderen, habe ich mich zu letzterem entschlossen: mit dem Bus in einer Woche einmal rund um Island, "der Klassiker" der Islandreisen. Ich laß mir Island professionell zeigen, und wenn es mit gefällt, komme ich wieder. Es ist ein Experiment - ich war seit meiner Schulzeit nie wieder mit einer Reisegruppe unterwegs. Und damals hieß Twix noch Raider und wenn man jemanden anrief, war die erste Frage nicht "wo bist du gerade?", denn es war ja klar, daß er/sie zuhause war. Damals, in den 80ern...

Die Reisebuchung via Internet klappt problemlos, ich fliege Stuttgart – Düsseldorf – Kevlavik. Auf der Insel muß ich mich um nichts kümmern, da gibt es einen Bus, der fährt mich, und die Hotelzimmer mit Frühstück und Abendessen sind auch gebucht.



24.7. zuhause – Stuttgart – Düsseldorf – Kevlavik – Reykjavik

Für die Fahrt zum Flughafen Stuttgart habe ich gut drei Stunden eingeplant – 100 Kilometer Autobahn, zwei Stunden vor Abflug dort sein, da sollten drei Stunden mehr als ausreichen. Die Stauübersicht im Internet zeigt zwei Kilometer stockenden Verkehr an, also nichts besonderes. Dummerweise entwickelt sich dieses Problemchen zu satten 18 Kilometern Stau, bis ich dort bin. Nach einer gewissen Zeit schaffe ich es von der Autobahn runter und kurve ohne Navi, nur mit einem alten Straßenatlas ausgestattet, durch die Lande. 40 Minuten vor Abflug bin ich im Parkhaus und mit den Nerven am Ende, ein toller Urlaubsanfang. Zumindest brauche ich jetzt nicht mehr zu warten, sondern kann fast sofort in die Maschine nach Düsseldorf einsteigen. Besser wäre es wohl gewesen, gleich den Zug nach Düsseldorf zu nehmen, aber hinterher ist man ja meist schlauer.

Abflug Düsseldorf, es wird langsam dunkel, die bunten Lichter auf den Start- und Landebahnen sehen toll aus. Wir fliegen in den Sonnenuntergang, am Horizont eine Symphonie aus rot und orange, mit unglaublicher Leuchtkraft. Doch je länger wir fliegen, desto „früher“ und nördlicher wird es, und der goldene Sonnenuntergang weicht einem ganz normalen blauen Himmel. Faszinierend.



Island

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Nach knapp drei Stunden Flug präsentiert sich Kevlavik dann wieder in Abendstimmung. Bis sich der Bus Richtung Reykjavik in Bewegung setzt, ist es fast Mitternacht Ortszeit (zwei Stunden Zeitverschiebung, d.h. zwei Uhr morgens deutsche Zeit). Glücklicherweise ist es trotzdem so hell, daß man die doch recht trostlose Landschaft betrachten kann. Von oben sah die Gegend aus wie ein mit Flechten bewachsener Stein, von hier unten scheint es, daß die Gegend aus mit Flechten bewachsenen Steinen besteht. Ein schönes Beispiel für Selbstähnlichkeit in verschiedenen Größendimensionen.

Obwohl wir erst gegen halb eins im Hotel einchecken, muß ich nochmal raus, Islandluft schnuppern. Am Geldautomaten decke ich mich mit Taschengeld ein, und dann besorge ich mir im 24-Stunden-Supermarkt (ja, sowas gibt es hier) nebenan Wasser und eine Dose Bier. Das habe ich mir verdient nach dem Anfahrtstreß. Thule Lättöl, mein erstes isländisches Bier. Lecker. Gegen zwei Uhr gehe ich dann völlig übermüdet und aufgedreht ins Bett. In dieser Landeshauptstadt is es nachts so still, daß man selbst bei offenem Fenster nichts hört. Die Vorhänge halten das Nachtlicht draußen, aber schlafen kann ich nicht. Wenig später klingelt der Wecker, und der erste Urlaubstag beginnt.


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Kommentare

  • Zypresse

    Meins wär's auch nicht - das mit der Busreise meine ich.
    Danke für den schönen Bericht über Island und die tollen Fotos!

  • Walasseting

    Ich habe zwar noch keine geführte Busreise gemacht, aber nach deinem Bericht werde ich das auch niemals in Erwägung ziehen. Vielen Dank dafür. Übrigens ist der Bericht spitze. Sehr informativ, wie ein Reisebericht halt auch sein sollte. Vielen Dank.

  • novra

    Vorab: herzliche Gratulation zu deinen Bildern und den pointierten Texten! Ich habe mich beim Lesen sehr amüsiert, da ich eine fast idente Reise, mit Bus und Zelt, vor 19 Jahren machte. Seit damals hat sich scheinbar wenig verändert! Die Bushaltestopps sind die selben geblieben und auch ich litt als engagierter Hobbyfotograf daran, dass der Bus meist nie dort hielt, wo ich gerne fotografiert hätte bzw. die Stopps mit einem Blick auf die Uhr verbunden waren. Aus heutiger Sicht würde ich eine Gruppe mit zwei Jeeps bevorzugen (ist aber teuer), denn das Land ist rauh und streckenweise sehr einsam. Fazit: Authentischer und sehr guter Erfahrungsbericht!

  • manolo

    Super Bilder und schön zu lesender Bericht, danke.

  • debby83

    Schöner Bericht und tolle Fotos! Dein Schreibstil macht wirklich viel Spaß. Da habe ich direkt Lust bekommen, wieder nach Island zu fahren... Ich war vor drei Jahren dort - zwei Wochen mit einem gemieteten Pickup mit Wohnkabine. Eine der teuersten Reisen meines Lebens (obwohl wir wegen der Preise schon die Nebensaison im September gewählt hatten) - aber auch eine der schönsten (wenn ich irgendwann die Zeit finde, gibt es hier auch noch einen Reisebericht...). In den Ostfjorden hatten wir übrigens auch nur Nebel....
    Bezüglich der Busreise kann dich absolut verstehen - käme für mich auch niemals in Frage. Schon in der Schule habe ich die Klassenfahren gehasst, weil man keinerlei Freiheit hatte und gerade diese Freiheit selbst entscheiden zu können, was ich wann und wo mache, ist mir auf Reisen sehr wichtig. Obwohl, man sollte niemals nie sagen: es gab eine Ausnahme: eine vierwöchige Exkursion während meines Studiums einmal quer durch Südamerika vom Atlantik zum Pazifik - mit dem Bus. Obwohl es in gewisser Weise auch eine "Busreise" war, war es ein einmaliges Erlebnis. Aber es war ja auch keine Reise im eigentlichen Sinn, sondern eine wissenschaftliche Exkursion und somit hatte ich auch ganz andere Erwartungen.
    Solltest du mal wieder eine Reise nach Island in Erwägung ziehen - dann miete dir ein geländefähiges Fahrzeug, denn auch das Hochland ist auf jeden Fall einen Besuch wert.
    Zum Vergleich Norwegen - Island: Ich kenn auch beide Länder und finde, man kann sie nicht vergleichen, denn beide haben ihren ganz eigenen Reiz.
    Vielen Dank für den unterhaltsamen Bericht!

  • zigzag

    Ein ehrlicher, informativer und kurzweilig geschriebener Reisebericht mit vielen schönen und aussagekräftigen Fotos! Besonders amüsant fand ich die Umschreibung des abendlichen Treibens in Akureyri (trifft auf Reykjavik übrigens genauso zu)!

    Ich bzw. wir haben Island (bis auf die Golden-Circle-Tour) auf eigene Faust erkundet.Von einer vorherigen Reise wusste ich aber um die "Besonderheiten" einer Gruppenreise. Mit dem Wetter hattest du ja weitestgehend (auch) Glück, wie die Fotos zeigen, wobei das Islandwetter meist besser ist als sein Ruf!

  • lautine

    Ein interessanter Bericht! Auch wenn ich normalerweise gegen Busreisen bin, muss ich neidlos anerkennen, dass ihr viel gesehen und erlebt habt. Und dass in nur einer Woche!
    Die Bilder sprechen für sich und geben Islandreisenden einen Aha-Effekt.
    PS: Ist auch ein irgenwann ein weiterer besuch in Eigenregie geplant?

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  • Maharani

    Ein toller Bericht mit tollen Bildern - ich kann mich den anderen nur anschließen. Es wäre phantastisch, wenn es bald mehr Beiträge in dieser Qualität geben würde!

  • Gelsomini

    Ein gutgelaunter Bericht mit wunderschönen Bildern. Und die Erkenntnis: Keine Busfahrt auf Island ;-) Oder warten, bis man 70 ist ...

  • schwiizermaitli

    Ein Bericht der Lust auf mehr macht mit tollen Bildern. Wir waren im August 07 dort und haben Island mit einem Pickup mit Wohnhaus erkundet. Tankstellen findet man überall, wie auch Campingplätze. Beide sind auf den Strassenkarten von Island eingetragen.
    Das Wetter war während der 2 Wochen super. Aber in den Ostfjorden hatten wir anstatt Nebel sehr heftige Winde. Bei uns hätten sie wahrscheindlich schon lange eine Sturmwarnung rausgegeben. Wir konnten das Auto kaum verlassen.
    In der Blauen Lagune baden ist wirklich sehr entspannend. Aber Vorsicht: wer lange Haare hat sollte diese besser hochstecken. Das Kiselgur macht sie vorübergehend ziemlich strohig. Ich konnte sie 3 Tage lang nicht kämmen.
    Vielen Dank für den Bericht.

  • mpest

    Ein Reisebericht, wie er sein soll, mit vielen schönen Bildern und persönlichen Eindrücken. Ich habe vor 20 Jahren eine 'Bustour' durchs Innere Islands gemacht, allerdings nicht mit Hotelübernachtung sondern mit Zelten und Wandern. Für mich war es als Alleinreisende die einzige Möglichkeit das Landesinnere kennenzulernen. Dabei haben für mich die Vorteile überwogen. Der Hauptnachteil war, mit einer mir völlig fremden Person ein Zelt zu teilen. Da wir 5 isländische Begleiter hatten und eine sehr internationale Gruppe von ca 30 Personen waren, war auch der Kontakt ein anderer. Eine 'normale' Busreise würde ich eher auch nicht machen.

  • A1B2CC

    Hat mir wirklich wnderbar gefallen, sehr ausführlich und mit eigenen Erlebnissen. Ich habe gemerkt wie Island ist. Dieses Land reizt mich schon sehr lang, bloß konnte mich noch nicht aufraffen. Dieser Bericht treibt an dieses Land zu besuchen. Busreise na ja. ist vielleicht nur was für Städtereisen und dann schluss. Sonst nur im engen Bus sitzen und nicht mehr rauskönnen. Stimme allem überein.

  • Janny

    Danke für deinen bericht.Er ist genau so informativ und witzig wie deine anderen. Ich muß dir aber beipflichten, daß du wohl "besser" allein auf tour gehst, dann werden deine berichte noch besser!!
    Obwohl ich ja beruflich selbst reisegruppen begleite, würd ich persöhnlich ja auch die privatreise vorziehen.
    Aber alle, die hier schreiben und lesen sind sicherlich erfahrene reisende und abenteuerlustig, ich habe aber auch gäste erlebt, für die eine busreise in´s ausland schon das größte wagnis war.
    Ich freue mich aber über die vielen schönen bilder die entstanden sind und dank dir nochmal für deinen bericht.
    Freu mich auf die folgenden...

    Liebe grüße Janny

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