Sizilien mit dem Auto - Sonne, Strand und Abenteuer - Teil 1: Von Weeze nach Corleone

Reisebericht

Sizilien mit dem Auto - Sonne, Strand und Abenteuer - Teil 1: Von Weeze nach Corleone

Reisebericht: Sizilien mit dem Auto - Sonne, Strand und Abenteuer - Teil 1: Von Weeze nach Corleone

Drei Abiturienten auf der Suche nach dem ultimativen Abenteuer. Eine Rundreise durch Sizilien mit dem Mietwagen. 7 Tage, über 1000km. Agrigent, Ragusa, Syrakus, Taormina, Cefalu und Palermo. Eine Insel, die Meer, Land und Leute auf eine besondere Art miteinander verbindet. Mit nichts als einem Rucksack haben wir uns auf den Weg gemacht und lernten die verschiedenen Gesichter der Insel kennen.

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unbestimmter Strand westlich vom Flughafen Palermo



Das Abenteuer beginnt schon vor dem Flug

Stillleben am Flughafen-Hostel...

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Montag, der 18. Juni 2012, 16 Uhr.
Drei frischgebackene Abiturienten besteigen einen Zug Richtung Düsseldorf. Ihr Ziel: Sizilien.
Was noch keiner von ihnen weiß; es sollte eine echte Odyssee werden. Die dreistündige Zugfahrt vom kleinen Gütersloh zum "großen" Düsseldorf-Weeze geht zunächst erstaunlich schnell vorüber. Allerdings wird schnell klar, dass Weeze herzlich wenig mit Düsseldorf zu tun hat. 80 Kilometer entfernt an der holländischen Grenze steigen wir aus. Weeze, das was den Niedersachsen ihr Emsland ist den Westfalen die Gegend um Weeze. Das absolute Nichts. Aber genau hier befindet sich das Billigflug-Tor zu ganz Europa. Das Euregio-Projekt hat ganze Arbeit geleistet: Die Konversion eines britischen Militärlagers zum erstaunlich modernen Flughafen Düsseldorf-Weeze. Nicht groß, aber groß genug für seine Zwecke. Hauptsächlich fliegt hier Ryanair, die irische Fluggesellschaft für Schnäppchenjäger. Auch wir fliegen mit Ryanair nach Palermo. Leider um 6.30 Uhr morgens.
Das Fehlen einer nächtlichen Zugverbindung zwingt uns zur Übernachtung. Das Airport-Hostel soll Abhilfe schaffen. Immer aufs Geld bedacht, nehmen wir uns zu dritt ein Doppelzimmer. Wir merken schnell, womit hier das Geld verdient wird. Zwanzig Euro für eine halbe Nacht sind Wucher. Vorbei an zahlreichen Kaninchen und Mietwagen laufen wir dem Hostel entgegen - mit schon jetzt knurrenden Mägen. Verlassene Kasernen mit zersprungenen Fenstern säumen unseren Weg. Die perfekte Kulisse für einen amerikanischen Horrorfilm. Schon ertappt man sich dabei, gedanklich die geschmacklose Frage zu stellen, ob hier wohl schon einmal Atomtests stattgefunden hätten. Das Hostel ist menschenleer, lediglich ein eingetippter Code am Türschloss gewährt uns Eintritt. Das spärlich möblierte Zimmer reicht zum Schlafen völlig aus - für zwei Personen. Da wir aber zu dritt sind, wird es etwas eng. Für die vier Stunden Schlaf aber kein Weltuntergang.
Der Weltuntergang folgt wenig später auf der Suche nach etwas Essbarem. Das Flughafen-Restaurant hat schon längst geschlossen, das einzige geöffnete Bistro bietet nur noch Sandwiches von vorgestern. Der nächste Bus nach Weeze fährt erst in einer halben Stunde. Zurück fährt erst gar keiner. Bleibt uns nur noch das Airport-Shuttle nach Kevelaer.
Endlich angekommen zeigt uns der überaus freundliche Fahrer gleich den Weg zum Burger-King - die Rettung. Auf dem Rückweg teilen wir uns die Sitzbänke mit einem lettischen Pärchen und einem spanischen Diplomatensohn. Europa zu Gast in Kevelaer - der Flughafen macht es möglich.
Wieder zurück im Hostel wird erst mal die Sizilienkarte angepinnt, noch einmal die Route nachvollzogen. Der nächste Tag ist längst angebrochen. Der alles entscheidende Tag, aber dazu komme ich später noch.



Der Flug nach Palermo

Dienstag, der 19.Juni, 4.15 Uhr
Der Handywecker reißt uns aus dem Halbschlaf, der Sauerstoffgehalt im ohnehin schon muffigen Zimmer hat ein Minimum erreicht. Die geöffneten Fenster geben den Blick auf den verwilderten Hinterhof frei, eiskalte Luft strömt uns entgegen. Der Marsch im T-Shirt zum Flughafen bei gefühlten Minusgraden ist der perfekte Wachmacher.
Der Check-In verläuft ohne Probleme. Ryanair macht sich gar nicht erst die Mühe unser Handgepäck, dass nur knapp die vorgegebenen Maximalmaße einhält, einer genaueren Prüfung, geschweige denn eines Blickes zu würdigen. Unsere Sorgen um das Gepäck erwiesen sich als unbegründet. Ein 28-Liter-Rucksack, bepackt mit fünf T-Shirts, zwei kurzen Hosen, Badesachen, Unterwäsche, Zahnbürste und Flip Flops, wird nun unser ständiger Begleiter.
Im Flugzeug sitzend wissen wir alle noch nicht was uns wirklich erwarten wird. Was wir wissen, ist, dass der heutige Tag alles entscheidet. Vorab reserviert ist eine Übernachtung in San Leone bei Agrigent. Vom Flughafen Palermo an der Nordküste bis zur Südküste liegt eine Strecke von knapp 200km vor uns - eine der weitesten unserer geplanten Rundtour. Ist diese Etappe geschafft, wird unser Plan höchstwahrscheinlich aufgehen.

Der Landeanflug auf Palermos Flughafen Falcone Borsellino ist ein Erlebnis für sich. Direkt am Mittelmeer gelegen und zum Landesinneren von einem Gebirgsmassiv getrennt, bietet sich einem eine atemberaubende Aussicht. Schwül-heiße Luft heißt uns auf Sizilien willkommen. Die nächsten sieben Tage erwartet uns durchgehend 30 Grad und strahlend blauer Himmel. Deutschland darf sich hingegen auf 16 Grad und Regen freuen. Da sind uns Sonnenbrand und durchgeschwitzte T-Shirts deutlich lieber.
Vorbei an italienischen Zollbeamten geht es erst mal ins Touristenbüro. Wenig später befinden wir uns - mit einer Liste von Auto/Roller-Vermietungen und einer Stadtkarte von Palermo bewaffnet - auf dem Weg zum Mietwagenzentrum des Flughafens.
Eine richtungsweisende Entscheidung steht an: Mietwagen oder 125cc Scooter? Der einzige vertrauenserweckende Motorradverleiher in Palermo - vom ADAC übrigens vor kurzem als bester in Südeuropa ausgezeichnet - hatte einen Monat vor Beginn der Reise nur noch zwei verfügbar. Drei 125cc Scooter für eine Woche ist zudem ein echt teures Vergnügen. 200 Euro pro Person plus Nebenkosten (Helm, zusätzliche Kilometer) sind uns in Verbindung mit der Hitze und der geplanten 750km-Strecke eindeutig zu viele Gegenargumente. Im Mietwagencenter erhoffen wir uns deutlich günstigere Angebote. Die bekommen wir dann auch. Trotz unser 19 bzw. 20 Jahre bietet uns die Dame eines bekannten Mietwagenunternehmen, die zum Glück deutsch sprechen konnte, einen unschlagbaren Preis von 335 Euro mit Vollkasko und ohne Selbstbeteiligung (sehr wichtig angesichts des italienischen Verkehrs) für einen Fiat Panda. Wir schlagen direkt zu. Um 10 Uhr morgens kann unser Abenteuer also beginnen.


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Kommentare

  • Schili

    Wenn das das aktuelle Abi-Niveau ist, kann uns PISA nicht mehr schocken - dann ist die deutsche Bildung nicht verloren...wirklich prima und nen satter Fünfer....;-)
    Gruß aus Köln.

  • Blula

    Ein interessanter und lebendiger Bericht.... werde mich bald an die Fortsetzung machen.
    LG Ursula

  • moho

    Das macht Lust auf zwei, drei und vier.
    LG Moni

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