Costa Rica März 2008

Reisebericht

Costa Rica März 2008

Ankunft San Jose

Mit dem 'Moon' in der Tasche hatte ich leider nur 2 Wochen Zeit für Costa Rica.
Die ersten beiden Tage waren für das Eingewöhnen eingeplant, denn der Flug (via Atlanta) ist schon ganz schön anstrengend.
San Jose muß man nicht wirklich gesehen haben. Viel zu laut, jede Menge Leute und Autos, jeder verkauft Irgendetwas, einfach ziemlich stressig. Nur auf dem Friedhof ( schau ich mir immer in katholischen Ländern an - einfach grandios )war es beschaulich.



San Jose

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Vulkan Irazu

Am dritten Tag fuhr ich mit dem Bus ab Zentrum San Jose auf den Vulkan.
Da sich der Gipfel über den Wolken befindet, ist der Anblick grandios und hat mich dafür entschädigt, daß ich an diesen Tag weder den Pazifik, noch den Atlantik sehen konnte.
Die Höhe ist für Ungeübte schon ziemlich anstrengend, und so unternahmen nur wenige
den anstrengenden Fußmarsch zur Aussichtsplattform über dem Krater.
Es hat sich aber gelohnt. Es war ein unvergesslicher Ausflug für mich, und ich kann es nur empfehlen.
Natürlich kostet der Eintritt in diesen Nationalpark (12 Dollar), wie überall in Costa Rica, vergleichsweise viel Geld, aber in Deutschland wäre es viel teurer gewesen, und durch den guten Eurokurs im Moment ist vieles für uns Europäer spottbillig.



Lavafeld Irazu

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Cartago

Obwohl der Busfahrer recht gestaunt hat, ließ ich mich auf dem Rückweg in Cartago absetzen. Diese Stadt liegt unterhalb des Vulkans und war als sehenswert angepriesen worden, was ich nur bestätigen kann.
Dank des 'Moon-Reiseführers', der exakt sowohl Haltestellen, als auch Abfahrtszeiten und Preise für Transportmittel enthält, wußte ich, daß der Ausflugsbus in Cartago hält und wann der Regionalbus von Cartago nach San Jose fährt. So war dieser Ausflug ein Kinderspiel. Spanisch sollte man für solche Touren aber schon sprechen, den obwohl viele in Costa Rica vom Tourismus leben, sprechen doch lange nicht alle englisch.



Cartago

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Cordillera de Talamanca

Nach 2 1/2 Tagen Eingewöhnung ging meine Rundreise mit öffentlichen Transportmitteln und einem Rucksack Richtung San Isidro los.
Der Bus fährt über die Panamerika durchs Gebirge, und die Fahrt ist sehr interessant, es gibt viel zu sehen. Die Streckenverhältnisse sind durch den LKW-Verkehr, die Baustellen und die für den Durchfluss doch sehr enge Strasse schon ziemlich abenteuerlich.
Die Fahrt dauerte ca 3,5 Std., den Preis weiß ich nicht mehr, ist aber in Costa Rica nicht wirklich wichtig, da einfach total preiswert.
Nach der Hälfte der Strecke machte der Busfahrer auf einem Rastplatz mit Restaurant und Toilette 20 Minuten Pause. Das ist auf langen Busfahrten üblich und auch nötig, wie man selber immer mal wieder merkt. Toll fand ich auch, daß immer wieder fliegende Händler zustiegen und Snacks, Getränke und Eis verkauften.
Generell kann man sagen, wenn eine Busfahrt mehr als 2 Dollar kostet, erlebst du mehr, als du erwartet hast.
Im Gespräch mit anderen Mitreisenden fand ich dann zum Glück heraus, daß ich mich mit der Ortsbezeichnung vertan hatte und nun etwas umdisponieren mußte, um zu dem Ort zu kommen, in welchen ich eine Unterkunft per Telefon bestellt hatte.
Man findet in diesen Zeitraum eigentlich immer eine Unterkunft, das wußte ich da noch nicht.
Jedenfalls wollte ich nicht, wie ursprünglich angenommen, nach San Gerado de Dota, sondern nach San Gerado de Riva, was in diesen kleinen Land schon ein großer räumlicher Unterschied ist.
Später war ich dann auch ganz froh, nach San Gerado de Riva gefahren zu sein, auch wenn es bedeutete, eine halbe Weltreise ans 'Ende der Welt' zu machen.
Von San Isidro de General sind das höchstens 35 Kilometer, es geht aber immer bergauf, auf Schotterpisten, welche bei uns nicht mal den Namen landwirtschaftlicher Weg erhalten würden. So dauerte die Reise mit dem Bus dahin 3 Stunden.
Ein Taxi wäre vergleichsweise sehr teuer gewesen, da es unbedingt ein 4-wheel hätte sein müssen und die Taxifahrer auch keine Lust hatten, ihr Auto auf dem schlechten Weg kaputt zu fahren. Aber auch diese Reise war sehr interessant.
Nette Bekanntschaften im Bus versüssen einem oft die lange Reise, und man erfährt einiges über den Alltag.



Fahrt nach San Gerado de Riva

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San Gerado de Riva

Endlich angekommen, ist die Landschaft umwerfend. Es ist ziemlich hoch, höher ist nur noch der Cerro de la muerte.
Anfang März gibt es hier nur wenige Touristen, die fahren in die bekannten Naturschutzgebiete, und so sind hier, wie oft in Gebieten, in denen man sich bewegen muß, höchstens Europäer anzutreffen. Ich hab da nichts dagegen, sollen die Amis ruhig in ihren klimatisierten Räumen bleiben.
Abends gab es, nachdem ich mich riesig erschrocken hatte, weil mich ein riesengroßer Grashüpfer angesprang, ein faszinierendes Naturschauspiel.
Der ganze Wald war durch Leuchtkäfer illuminiert und blinkte grandios.
Ich selbst war der einzige Gast in einer kleinen sauberen Pension und schlief nach diesem anstrengenden Tag wie ein Murmeltier 10 Stunden durch. Nachts war es ziemlich kalt, etwa 9 Grad, und das fand sogar Erwähnung in den Zeitungen, da dies recht ungewöhnlich ist zu dieser Jahreszeit. Überhaupt stellte sich heraus, daß man auch in Costa Rica den Klimawandel sehr wohl bemerkt.



San Gerado de Riva

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Fahrt nach Uvita

7 Uhr morgens fuhr ich zurück über San Isidro de General nach Uvita am Pazifik.
Zum ersten Mal also Pazifik, ich war sehr gespannt, denn bisher kannte ich nur den Atlantik. Ehrlich gesagt, der Pazifik hat mich an keiner Stelle in Costa Rica überzeugt.
Weiße Strände sind eine Seltenheit (kla, ist ja Vulkangebiet), die Wellen eher dürftig und mir persönlich an den Stränden, die ich besucht habe,viel zu warm. Ist sicher Geschmackssache.
Auf der Fahrt nach Uvita fuhren wir an Dominical vorbei. Das ist so typisch Urlauberaussteiger, mit Hängematten am Strand, kleinen Hütten und jeder Menge Schnickschnack für Touris mit Aussteigermentalität.
Uvita selbst war da eher einheimisch, klein und nicht viel los. Kulinarisch auch eher sehr einseitig, Reis mit Bohnen, Bohnen mit Reis und Reis an Bohnen.
Aber ich will ja auch sehen, was die Ticos so essen und nicht wie im dortigen Touri-Ressort, wo abends ein Buffet aufgebaut wird, welches auf der ganzen Welt stehen könnte. Nicht mein Ding, und so ging ich lieber an meine kleine gemietete Hütte, 500 Meter unbeleuchteten Waldweg in den Urwald hinein, und habe den sehr lauten Käfern bei ihren abendlichen Gekreische zugehört.
Nachmittags hatte ich noch einen Ausflug an den Pazifikstrand im Ballena-Naturpark gemacht. Sieht wirklich gut aus, kostet aber eigentlich 6 Dollar Eintritt, den ich mir ersparen konnte, da mich ein Einheimischer mitnahm.
Am nächsten Tag erkundete ich die nähere Umgebung, Palmar de Sur und Norte und Sierpe. Dies ging alles sehr gut mit Bussen und war sehr abwechslungsreich. Auf der Rückfahrt z.B. war der Busfahrer nicht angeschnallt, fuhr viel zu schnell, unterhielt sich mit einem Freund und telefonierte nebenbei, was will man der Abenteuer mehr.
Im Übrigen war es in Uvita sehr warm, aber auch drückend. So war ich über eine Weiterreise nicht traurig, obwohl ich die Wärme sehr genoß.



Strand von Uvita

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Puntarenas

Die Busfahrt nach Puntarenas war wie gewohnt ein Erlebnis für sich. Von Dominical fährt man erstmal 2 Std. über eine Schüttelschotterpiste vom Feinsten. Wenn man so richtig durchgeschüttelt ist, bekommt man den nächsten Schock angesichts der Holzbrückenkonstruktionen über teilweise ziemlich tiefe Täler.
Einmal standen wir eine halbe Stunde auf so einer 'Brücke', weil diese gerade unter einem auf ihr stehenden LKW repariert werden mußte. Na, wem wird es da nicht ein wenig mulmig? Übrigens sind die Mitreisenden Tico-Kinder ein Traum. In jedem Bus sind mindestens 5 Mütter mit Babies und weitere mit Kleinkindern. Wer aber erwartet, daß es laut zuginge, wird enttäuscht. Im Gegenzug erhalten alle zusteigenden Mütter von den andren Mitreisenden einen Sitzplatz, egal wie voll der Bus ist. Sehr angenehm, wenn man bei glühender Hitze mehrere Stunden im Bus verbringen muß.
Puntarenas ist für alle, die abseits der ausgetretenen Wege sehen wollen wie die Einheimische leben, sehr zu empfehlen.
Es ist auf einer 5 Kilometer langen und nur wenige Meter breiten Landzunge gelegen.
Es war ein komisches Gefühl, mit dem Bus sozusagen auf das Meer hinauszufahren.
Auf den ersten Blick ist Puntarenas nicht gerade anziehend, und ein bißchen dreckig, aber auf den zweiten sehr charmant.
Abends kann man auf einer sehr schön angelegten Strandpromenade flanieren, oder eines der sehr preiswerten Restaurants aufsuchen. Der Tourismus hier ist eher einheimisch. Die meisten anderen Touristen fahren lieber mit der Fähre rüber auf die Halbinsel Nicoya. Dies habe ich besuchsweise am nächsten Tag auch gemacht. Auch das ist es absolut wert. Die Fahrt ist preiswert und dauert eine Stunde. Das Beladen der Fähre ist allerdings ein Schauspiel für sich, und ich würde niemals selbst über die losen Holzbohlen auf das Schiff fahren wollen. Zum Teil gibt es selbst wenn die Fähre gerade ablegt, noch Verrückte, welche mit ihrem Auto mehr auf das Schiff springen als fahren, da dann schon ein guter Spalt zwischen Bohlen und Schiff ist. Heftig.
Auf der Halbinsel bin ich mit dem Bus nach Tambor gefahren. Tambor ist klein und schön, hat auch einen netten Strand, wenn auch nicht weiß.
In einem netten Restaurant konnte man die eben gefangenen Fische verspeisen.Lecker.



Puntarenas

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Liberia

Nun war ich schon eine Woche in Costa Rica und hatte eine Menge erlebt, aber jetzt wurde es wieder ganz anders.
Wenn ich bisher eher abgeschieden, ruhig und etwas dörflich übernachtet hatte (außer in San Jose natürlich), sollte ich jetzt erleben, wie viel Krach Ticos machen können.
Auf der Busfahrt nach Liberia gab es wieder eine Überraschung, allerdings eher unangenehm. Auf der 3-stündigen Busfahrt ließ es sich ein zugestiegener Messias nicht nehmen, eine Stunde lang eine laute Hasspredigt zu halten, und das direkt im Gang neben mir. Es hat wohl niemanden interessiert, aber unterbunden hat das auch keiner, und ich bin ja nur Gast. War schon sehr heftig.
In Liberia angekommen, stellte sich heraus, daß an diesem Wochenende ein 2- wöchiges regionales Fest zu Ende gehen sollte. Also Party pur.
Mit Böllern morgens 5 Uhr, ständig eine Art mexikanische Musik, Umzügen und Rodeo.
Toll, und das bei fast 40 Grad im Schatten. Für 2 Tage war das absolut o.k.
Ein Zwischenbesuch am wunderschönen, und nachdem ich Einheimischen nachgelaufen war, auch weißen Strand von Coco, rundete diese ganz andere Erfahrung ab.
Mir hat das Klima in Liberia jedenfalls am besten gefallen, einmal richtig durchgewärmt ist für uns ja eher selten, und so bin ich eher mit einem weinenden Auge weiter hoch ins Gebirge nach St.Elena gefahren. Aber ich wollte mir ja vieles anschauen, da ich mir schon mal den weiten Weg nach Costa Rica gemacht hatte.



Party Liberia

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St.Elena

Die Busfahrt nach St.Elena war wie üblich langwierig. Als ich oben ankam, konnte ich runter zum Pazifik schauen und bei ziemlich schattigen Temperaturen und einem ekligen Wind, der einem den überall vorhandenen Staub in die Augen wehte, vom warmen Wetter träumen. Gewohnt habe ich in Tinas Casitas, welche wunderschön waren. Zu sehen gab es natürlich auch viel, denn es gibt da zwei Naturparks, viele Touren und viel Nepp. Ich entschied mich für eine Hängebrückentour von ca. 2 Stunden durch den Wald. Ich fand, das hat sich gelohnt. Am Seil hängend durch den Regenwald rasen ist sicher ein Kick, aber ziemlich teuer und nichts für mich. Es gibt eben in St.Elena für jeden Geschmack etwas, und es ist durch und durch touristisch.
Nach 2 Tagen in St.Elena hatte ich zu guter letzt eine Jeep, Boot, Jeep Tour nach Fortuna gebucht.



Blick Pazifik

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Arenal

Zum letzten Mal Gallo Pinto mit Ei und Toast bei der Mama nebenan und dann ab zur Tour nach Arenal.
Übrigens habe ich zwischenzeitlich einen absoluten Hass auf Reis mit Bohnen entwickelt (das kommt davon, wenn man einheimisch essen will), aber die Vorzüge dann auch erkannt. Bis weit nach Mittag war man gesättigt, konnte wandern, ohne ständig auf Essensuche zu sein.
Die Tour von St.Elena nach Arenal ist landschaftlich absolut faszinierend. Aus der anderen Richtung wird sie natürlich auch angeboten und ist sogar billiger (wobei ein Preis von 25 Dollar sowieso geschenkt ist), aber von dieser Seite aus fährt man mit dem kleinen Boot auf den Vulkan zu. Wenn man dies nicht kennt, ist es einfach grandios.
Wir hatten Glück und kaum Wolken, aber der Wind schaukelte die kleine Nussschale auf dem doch ziemlich großen Arenalsee bedenklich.



schiff

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Abschluß

In Fortuna angekommen, habe ich noch den Wasserfall besucht. Dieser ist schon ganz schön hoch und auch sehenswert. Ansonsten ist es durchaus üblich, einem für jedes kleine Rinnsal als 'Wasserfall' Geld abzuknöpfen. Dieser aber lohnt sich, und wenn man den anschließenden Wiederaufstieg auf sich nimmt, kann man unten baden.
Fortuna ist nicht sehenswert an sich, aber ganz nett.
Da ich nach 2 Wochen Busabenteuer und diversen Reis mit Bohnen ziemlich übersättigt war, habe ich mir für die Fahrt nach Alajuela den Touristenkleinbus mit Klima und allem Schnickschnack geleistet. Das ist immer noch ziemlich preiswert. Für die 2,5 Std. mit Rast 35 Dollar, da kann man nichts sagen.
In Alajuela habe ich nochmal fürstlich gespeist, meinen letzten liebgewordenen frischgepressten Fruchtsaft getrunken, die letzte reife Mango gegessen und dann hat mich der Flieger wieder ins graue Deutschland gebracht.
Es waren 2 anstrengende und wunderschöne Wochen in einem landschaftlich absolut überzeugenden Land.
Ich war alleine unterwegs und bin ab und an in Gegenden gewesen, wo ich vielleicht nicht hätte sein sollen, aber die Sicherheit ist wirklich sehr hoch.
Natürlich muß man in Städten und Touristenhochburgen mit Diebstahl rechnen, aber an allen anderen Orten kann man getrost relaxt sein, bei aller normal gebotenen Vorsicht.
Costa Rica ist jedenfalls zu empfehlen, wenn man die wirklich weite Anreise nicht scheut.

Übrigens fand ich, das kaum ein Tico pura vida gesagt hat, aber ständig con mucho gusto. Also diesen Bericht habe ich con mucho gusto geschrieben und hoffe, er gefällt euch.
Maria


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Kommentare

  • Guido

    Hallo Maria,

    ich habe deinen spannend geschriebenen Bericht, umrahmt mit tollen Bildern, sehr gerne gelesen. Vielen Dank, dass du uns virtuell an deinen abenteuerlichen Erlebnissen teilhaben lässt.

    Liebe Grüsse Guido

  • ednagirl

    Mega interessanter Bericht von deiner tollen Reise.

  • Phillip

    hej hej maria,

    herzlichen dank für deinen tollen bericht! ich bin selber im november 4 wochen in costa rica (nächste woche startet mein crash kurs spanisch in HH) und werde sicherlich einige deine tipps beherzigen (gute wie schlechte).
    reis und bohnen - ja, das habe ich auch schon gehört...:( muss man durch, oder?
    danke auch für den tipp des "moon", habe ich noch nie was von gehört - werde ich mir aber besorgen - und dafür liebe ich diese seite! tolle tipps, berichte und bilder!
    AUF DAS FERNWEH!

    ahoi, phillip

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