Tansania - Reise in eine fremde Welt

Reisebericht

Tansania - Reise in eine fremde Welt

Reisebericht: Tansania - Reise in eine fremde Welt

Mit Geländewagen und einheimischem Driverguide durch mal mehr, mal weniger bekannte Nationalparks. Stets begleitet von vielen Tieren, die scheu, neugierig, scheinbar unbeeindruckt , aber auch angriffslustig waren. Wir haben beeindruckende Landschaften gesehen und Dörfer verschiedener Stämme und ihre Bewohner besucht. Lediglich Sansibar hätten wir uns sparen können.

Ankunft in Kilimandscharo International Airport

Serengeti, Tansania

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Schwarze afrikanische Nacht in Schwarzafrika. Schlecht beleuchtete Straßen, übersät mit Schlaglöchern, gesäumt von zahlreichen Menschen und riesige schwarze Bäume begleiten uns in der Dunkelheit zum Hotel in Arusha für unsere erste Nacht unter dem Moskitonetz. Am nächsten Morgen Erwachen inmitten eines blühenden Paradieses mit tropischen Gewächsen, Düften und Geräuschen.



Die Safari beginnt

Hochland bei Arusha, Tansania

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Wir begrüßen Godwin, der uns als Fahrer und Guide die kommenden acht Tage begleitet und besteigen den safarimäßig ausgestatteten Geländewagen, einen Toyota in Tarngrün mit hochklappbarem Dach zur besseren Tierbeobachtung. Zuerst geht es durch Arusha, eine endloslange Straße entlang, vorbei an zusammengeschusterten Verschlägen, Hütten, Verkaufsbuden und Fahrrad-Reparaturwerkstätten unter freiem Himmel. Eine Straße vor der Kulisse des 4.500 Meter hohen Mount Meru, auf der nur Daladalas, die öffentlichen Kleinbusse, LKWs oder Fahrräder fahren, die gesamte Stadt zu Fuß unterwegs zu sein scheint und nur hin und wieder ein Privat-Pkw oder ein Jeep mit Touristen zu sehen ist. Alles ist farbenprächtig, laut und irgendwie improvisiert. Der Schein trügt nicht: wir sind mitten in Afrika.

Dann lassen wir das Gewühl der drittgrößten Stadt Tansanias mit seinen geschätzten 400.000 Einwohnern hinter uns - und es beginnt ein anderes Afrika. Grün, weit, mit vereinzelten Bäumen, den typischen Rundhüttendörfern. Überall marschieren farbenfroh gekleidete Menschen auf Trampelpfaden durch die Landschaft, oft mit Wasserbehältern auf dem Kopf. Dann: die ersten Maasai in ihren roten Kongas. Wie aufregend! Doch bald schon gehören sie zum Alltagsbild und auch zur Landschaft.



Massai-Markt in Kwa Kuchina,...

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Nach etwa zweistündiger Fahrt durch das 1000 Meter hoch liegende Plateau an der Grenze zu Kenia biegen wir ab auf eine staubige Schotterpiste, halten kurz an einem Massai-Markt, Treffpunkt für die Bewohner aus der Umgebung. Angeboten ist hier alles, was ein bescheidenes Leben so braucht, von Getreide und Früchten bis hin zu Körben und Textilien.



Der Tarangire Nationalpark

Tarangire Nationalpark mit...

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Unweit von hier betreten wir den Tarangire-Nationalpark, ein Paradies für tausende Elefanten. Und schon überquert vor uns eine Dickhäuterfamilie den Weg. Mittendrin ein Baby-Elefant, vielleicht 2 Monate alt. Noch oft werden wir Begegnungen dieser Art haben, aber beim erstenmal ist alles natürlich ziemlich aufregend. Der Weg führt uns 60 km in den südlichen Teil des Parks und wir verbinden die Fahrt gleich mit einer Pirsch. Giraffen überragen die Akazien im Busch, Paviane hocken in Gruppen zusammen. Impala-Antilopen gehören schon bald zum gewohnten Bild. Zahlreiche, überaus farbenprächtige Vögel begleiten unseren Weg. Und immer wieder begegnen uns Elefanten. Mal ein einzelner Bulle im Gebüsch, mal eine Gruppe Weibchen mit ihren Jungen aller Altersklassen. Die monumentale Skulpturen wirken die dominanten Affenbrotbäume. Prähistorisch anmutend scheinen sie irgendwie verwandt zu sein mit den mediterranen Johannisbrotbäumen. Viele sind wohl mehrere hundert Jahre alt, mit enorm dicken Stämmen und sicherlich 10 Metern Umfang, einer lichten Krone und arg mitgenommener Rinde. Wie wir erfahren, ist der Baobab ein wichtiger Mineralspender für Elefanten und so resistent, dass er selbst stärkste Rinden-Verletzungen problemlos übersteht.



Unzählige Elefantenherden im Tarangire National...

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Das Swala-Camp im Süden des Tarangire

Im Swala-Camp

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In einer Lichtung der lockeren Buschlandschaft taucht unser erstes Quartier auf: das Swala-Camp mit acht im weiten Gelände verteilten Zelten und einem Hauptzelt im Zentrum. Die Veranda ist ideal zur Beobachtung der Elefanten, die am Frischwasserloch in 100 Metern Entfernung ihren Durst löschen und sich Abkühlung verschaffen. Ein wunderbar friedlicher Ort mit bizarren knorrigen Bäumen, mitten im Nirgendwo.

Das herzliche Begrüßungsritual im Camp wird sich die nächstenmale wiederholen, ebenso die Aufklärung über Gefahren in der Wildnis ohne Zäune; die Wege vom und zum Zelt bei Dunkelheit dürfen nur in Begleitung eines bewaffneten Rangers oder Maasai gegangen werden, Hinweise auf Verfügbarkeit von heißem Wasser oder elektrischem Strom zu bestimmten Zeiten etc.
Nach unserem ersten Mittagessen, wie auch in den folgenden Camps immer mit dreigängigen Menüs, starten wir die erste richtige Pirschfahrt. Bewaffnet mit Fotoapparat und Fernglas beobachten wir in der Abenddämmerung zwei Löwinnen, wie sie eine grasend auf sie zukommende Herde Büffel mit sicher 70 Tieren anvisieren. Wir bleiben stehen und warten gespannt, was nun geschehen wird. Unser Fahrer sagt gleich, „wenn diese beiden Löwinnen alleine sind, werden sie auf keinen Fall einen Angriff wagen, da Büffel, derart in der Überzahl, einem Löwen arg zusetzen können.“ Und genauso kommt es: die Löwinnen ziehen ab, die Büffel grasen unbeeindruckt weiter.

Unsere erste Nacht in der Wildnis, nur geschützt durch ein Stoffzelt, ist aufregend. In nicht allzu weiter Ferne brüllen Löwen, ansonsten ist es ruhiger als vermutet. Morgens, bei unserem ersten Blick hinaus in die Dämmerung schauen wir auf eine Herde Impalas, die sich vor unserer Veranda zum Schlafen niedergelassen hatte. Womöglich wähnten sich die Antilopen hier in Sicherheit. Doch langsam wird’s ihnen zu unruhig. Ein Angestellter des Camps kommt zum persönlichen „wake-up-call“ und bringt den „early-morning-tea“. Welch ein Service! Aber auch diese Annehmlichkeiten werden uns in den folgenden Camps begleiten.




Morgendämmerung im Swala-Camp, Tarangire Nation...

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Auf Pirsch

Frühstück auf der Veranda des Haupthauses mit Blick auf zwei Elefanten bei ihrer Morgendusche an der Tränke. Danach geht’s bei angenehm sommerlichen Temperaturen auf große Pirschfahrt durch den Tarangire-Park, der von dem gleichnamigen Fluß durchzogen wird. Daß er das ganze Jahr über Wasser führt, haben die schlauen Elefanten längst registriert und halten sich stets in seiner Nähe auf. Riesige Herden wandern durch das lockere Buschland, 20 Stunden am Tag auf Futtersuche. Über 2 Zentner Gras, Zweige und Gestrüpp müssen die äußerst schlechten Verwerter täglich vertilgen.
Über Nacht hat es ein wenig geregnet. Und schon sprießt an den kahlen Akazien helles Grün. Ein Fest für die Giraffen, die sich in kleineren und größeren Gruppen über diese stacheligen Bäume hermachen und mit ihrer langen Zunge geschickt die frischen Blättchen zwischen den Dornen herausangeln. Affen säumen den Weg und immer wieder krachen Elefanten durch’s Gestrüpp. Plötzlich, von unserem Auto aufgeschreckt, flieht eine Gepardenmutter mit ihrem Jungen blitzschnell in den Wald und ward nicht mehr gesehen. Stunden später, bei unserer Rückfahrt, liegen die beiden im Schatten eines Baumes - in sicherem Abstand zum Weg. Doch sie sind zu scheu, als dass sie unserem Auto trauen und sausen erneut ins Gebüsch.

Die Vielfalt und Dichte an Tieren ist schon sehr beeindruckend, es vergehen kaum einige Meter ohne irgendetwas zu sehen. Kudus, Wasserböcke, Antilopen, Gazellen, die seltenen Klippspringer, aber auch eindrucksvolle Vögel wie Riesentrappe, Grauadler, Marabu, Sattelstorch, Weißrückengeier sind in der hügeligen Landschaft zu beobachten – und immer wieder Elefanten.
Ein langer Tag mit vielen Überraschungen geht zu Ende.



Akrobatische Leistung im Tarangire...

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Auf dem Weg zum Lake Manyara

Elefanten im Manyara...

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Nach unserer zweistündigen Fahrt zum Manyara-Nationalpark am gleichnamigen See ändert sich schlagartig die Landschaft von trockenem Buschland zu üppig grünem Regenwald mit mächtigen, teils blühenden Bäumen am Fuß des ostafrikanischen Grabenbruchs. Die 1000 Meter hohe Flanke wirkt wie eine Barriere, bringt die Wolken zum abregnen und sorgt so für tropisches Klima mit tropischer Vegetation. Bäche sprudeln aus den Bergen, Grundwasser hält den Boden feucht, ideale Bedingungen für Obst- und Gemüseanbau.
Schon am Parkeingang tauchen wir ein in dunklen Dschungel mit riesigen Mahagonibäumen, sehen schillernd bunte Vögel, Pavianherden am Wegesrand und imposante Pflanzen wie die kurzstieligen Fingereuphorbien Manyara, „lebender Zaun“ in der Sprache der Maasai. Noch heute werden sie als Schutzhecke gegen wilde Tiere um die Dörfer gepflanzt. Nach einer Weile öffnet sich der dichte, grüne Wald. Zartgelb blühende Gardeniensträucher säumen den Weg und verströmen ihren zarten Duft. In der Savanne vor dem See leben Giraffen, Zebras, Paviane und Büffel friedlich miteinander. In einem schlammigen Wasserloch warten Flusspferde auf den Abend, um sich in den umliegenden Grasflächen satt zu fressen. Ob Flamingos den Manyara-See bevölkern oder einen der anderen Salzseen ist vom temporären Salzgehalt des Wassers abhängig. Bereits aus der Ferne signalisiert uns das typische Lachsrot, dass wir Glück haben und eine beachtliche Kolonie dieser grazilen Vögel sehen können, wie sie sich ihr Futter aus dem Wasser filtern.
Nur wenig Platz bleibt dem Regenwald mit angrenzender Buschlandschaft zwischen der steil abfallenden Bruchstufe und dem Seeufer. Und so haben auch die Tiere nicht allzu viel Bewegungsfreiraum. Die Konzentration an Giraffen, Elefanten, Affen und Zebras ist entsprechend groß. Ist dies der Grund für eine relative Agressivität verschiedener Tiere? Wie der blitzartige Angriff eines ausgewachsenen Flusspferdes auf unseren Geländewagen und die minutenlange Verfolgung eines Elefantenbullen mit wedelnden Ohren in Drohgebährde? Wir vertrauen auf die Wachsamkeit und Reaktionsschnelligkeit unseres Fahrers, denn wir Menschen sind die Eindringlinge im Lebensraum der Tiere und sie fühlen sich situationsbedingt bedroht durch uns.



Lake Manyara am ostafrikanischen Grabenbruch, T...

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Manyara Tree Lodge

Manyara Tree Lodge, Tansania

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Unser Hotel, die Manyara-Tree-Lodge, versteckt sich gut im dichten Wald. Einbäume dienen, vertikal aufgestellt, als imposante Dekoration des Haupt-gebäudes und erinnern an frühere Besiedlung des Seeufers. Ein leicht mulmiges Gefühl beschleicht uns, als wir auf verschlungenen Pfaden zu unserem Baumhaus geleitet werden, das wir über eine Treppe mit 12 Stufen erreichen. Komfortabel mit Veranda und Außendusche an einem riesigen Mahagonibaum placiert - nur für uns allein. Ein schmaler Pfad führt uns zum Swimmingpool mitten im Urwald. Wann kommt man schon mal dazu, mitten im Busch zu schwimmen? Ein paar Runden müssen sein, bevor wir zum Abendessen mit offenen Feuern und Kerzenlicht geleitet werden. Mitten im Busch, ohne Zäune oder sonstige Sicherung.



Das Riftvalley hinauf Richtung Ngorongoro-Krater

Am nächsten Morgen geht es früh los, den selben Weg durch den Regenwald zurück zum Parkausgang und dann in Serpentinen die dicht bewaldete Steilflanke des Riftvalleys hinauf, begleitet von einem grandiosen Blick auf den Lake Manyara und das sanfte Farbenspiel der unendlichen Weite im Osten. Hier oben auf fast 2000 Metern Höhe empfängt uns eine völlig andere Landschaft. Felder und Kaffeeplantagen beherrschen das Bild im Stammesgebiet der Mbulu. Eingebettet in die hügelige Landschaft des Hochlandes liegt das Städtchen Karatu mit einer lebendigen Infrastruktur. Bank, Hotel, Fahrradwerkstatt, Kramerladen – es fehlt an nichts für die Einheimischen, im Standard allerdings eher weniger geeignet für verwöhnte Europäer.

Im ländlichen Umland besichtigen wir eine typische Wohnstätte früherer Zeiten, wie eine Höhle in den Hügel hineingegraben und so geschützt vor diebischen Eindringlingen. Beeindruckend. Allerdings war dies eine Überlebensstrategie, um sich vor den Viehdiebstählen der Massai zu schützen, die ihrerseits der Meinung sind, alles Vieh auf dieser Erde gehört dem Stamm der Massai. Ist doch ganz einfach, oder?
Ein paar Kilometer weiter nähern wir uns der Gibb’s Farm, auf einem Hügel gelegen mit herrlichem Weitblick in die liebliche Landschaft, einst von Engländern gegründet und noch heute ein voll intakter landwirtschaftlicher Betrieb mit gepflegten Kaffeeplantagen und biologischem Anbau aller nur erdenklichen Gemüsesorten. Ein schönes Fleckchen Erde, ideal, mit einer Tasse Kaffee unter imposanten blau blühenden Jacaranda-Bäumen die Seele baumeln zu lassen. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein.



Kaffee-Pflückerinnen in der Gibbs-Farm, Tansania

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Ngorongoro-Krater

Blick in den Ngorongoro-Krater

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Weiter geht’s Richtung Ngorongoro. Wir sind schon mittendrin in der Vulkanlandschaft, umgeben von erloschenen 3000ern und sehen in einiger Entfernung den Oldoinyo Lengai, heiliger Berg der Masaai und einziger noch aktiver Vulkan. Am Sattel des Hochlandes auf 2.200 m angekommen, halten wir am steinernen Denkmal für Prof. Grzimek und seinen Sohn, steigen aus unserem Geländewagen, gehen drei Schritte – und dann bleibt uns fast die Luft weg: wir stehen direkt am Kraterrand des Ngorongoro. Der Blick übersteigt all unsere Vorstellungen! 600 Meter unter uns leuchtet die riesige schüsselförmige Fläche des Kraters mit 20 km Durchmesser wie ein Farbenkaleidoskop in der Nachmittagssonne. Ein See ist in Steppenlandschaft eingebettet, aber auch kleine Wälder und Sümpfe sind zu erkennen. Seit 1978 zählt dieses Wunder zum Weltnaturerbe der UNESCO. Nach einigen Kilometern am Kraterrand entlang erreichen wir die Crater Lodge, direkt an den steilen Abhängen der Caldera gelegen mit vollem Blick in den Krater.



Scheinbar dösende Löwinnen im Ngorongoro-Krater

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Fahrt in den Krater

Am nächsten Morgen können wir es kaum erwarten, auf einspurigem Weg in Serpentinen hinab in den Krater zu fahren. Die Morgendämmerung taucht den Ngorongoro in ein atemberaubenden Licht- und Schattenspiel mit fast unwirklichen Farben. Von Violett bis Ocker und Rosa reicht die Farbpalette. 25.000 Großtiere leben hier auf 260 km². Wir können uns das noch immer nicht vorstellen. Aber schon tauchen die ersten Zebras auf, Gnus, Strauße und Hyänen, eine Büffelherde, unbeeindruckt vom träge auf einem Hügel liegenden Löwen. Selbst zwei Geparden entdecken wir, sehen Elefantenbullen, Flußpferde und eines der wenigen Nashörner im Krater sowie eine Vielzahl an Vögeln. Alle Tiere haben hier ihren festen Lebensraum, den sie auch nie verlassen. Ein perfekt funktionierendes Ökosystem. Nach einigen Stunden der Pirsch schlängeln wir uns auf steilem steinigen Weg wieder hinaus aus dem Krater



Im Ngorongoro-Krater

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Bei den Massai

Für den Nachmittag hat Godwin noch ein ganz besonderes Highlight organisiert. Wir besuchen Siedlung eines Massai und werden in sein Haus eingeladen. Insgesamt vielleicht 10 m² groß mit zwei Bettnischen, einem Pferch für die Kälber und der Feuerstelle in der Mitte der runden mit Kuhdung isolierten Hütte. 10 Minuten sehen wir gar nichts. Es ist stockdunkel, bis ein winziges Feuer entfacht wird, das uns ahnen lässt, wo wir uns befinden. Hier spielt sich das ganze Leben der Familie ab, werden Kinder geboren, wird gekocht und gegessen. Unvorstellbar, unbeschreiblich.

Selbst für die Tansanier ist das Nomadenleben der Massai eine andere Welt. Froh, wieder ans Tageslicht treten zu können, werden wir sogleich eingekreist von einer Schar Kinder und Frauen, alle in ihre typisch roten Tücher gewickelt. Clemens, unser Gastgeber, wandert mit uns noch am Kraterrand entlang, nur bewaffnet mit einem Stock. Ob der uns vor einem Löwen- oder Büffelangriff gerettet hätte? Wieder froh, im zivilisierten Leben unserer Lodge angekommen zu sein und doch tief beeindruckt von der steinzeitlichen Lebensweise dieses stolzen Volkes.



In einer Massai-Hütte

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Lange Fahrt in die Serengeti

In der Serengeti

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Der kommende Tag wird ein langer Reisetag, quer durch die unendliche Weite der Serengeti. Zuerst ist noch ein Abstecher zur Oldupai-Schlucht eingeplant, der vermuteten Wiege der Menschheit mit Funden von 3,5 Millionen Jahre alten Vorfahren unserer Spezies. Neben dem kleinen Museum ist außer einer canyonartigen Schlucht allerdings nicht viel zu sehen. Und so geht es auf der regenabgewandten Seite des Riftvalleys zügig hinein ins endlose Grasland der Serengeti.
Dürre Steppe soweit das Auge reicht. Doch bald ändert sich die Landschaft. Riesige Schirmakazien beherrschen die Savanne und verleihen ihr etwas Majestätisches. Giraffen, Gazellen, Antilopen, Schakale und Löwen fühlen sich sichtlich wohl in diesem abwechslungsreichen Paradies, wo alle Tiere sich selbst überlassen sind, ohne dass sie von Menschen bedroht werden. Die meisten von ihnen reagieren völlig gelassen und angstfrei auf Geländewagen mit fotografierenden Touristen. Und immer wieder sehen wir grasende Gnus und Zebras. Doch die wirklich großen Herden scheinen sich derzeit in anderen Gebieten aufzuhalten. In Gegenden mit genügend saftigem Gras, der Lebensgrundlage aller Huftiere. Gras ist auch das Geheimnis der Migration. Die großen Herden wandern stets mit dem Nahrungsangebot. Und so kann nie im Voraus exakt bestimmt werden, wo sich die Mehrzahl der Gnus und Zebras aufhält. Aber wir werden auch so bestens belohnt mit einer Vielzahl von Tieren auf unserem Weg an den Grumeti-River im Nordwestkorridor. Im gleichnamigen Camp mit witzigen architektonischen Elementen im Memphis-Stil richten wir uns gemütlich ein und amüsieren uns über die grunzenden Flusspferde im See direkt vor unserer Terrasse.



Am Grumeti-River im Nordwestkorridor der Serengeti

Am Grumeti-River im...

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Die kleine Regenzeit beginnt mit heftigen Regengüssen und so können wir auf unserer Pirschfahrt einige Gebiete nur bedingt ansteuern. Zur Sicherheit ist zusätzlich ein bewaffneter Ranger vom Camp dabei, falls wir im Morast stecken bleiben. Die Fahrkünste von Godwin bewahren uns glücklicherweise davor. Antilopen beäugen uns verwundert, ein dösender Löwe nimmt kaum Notiz. Niedlich zu beobachten ist ein Giraffenkindergarten. Sicherlich sieben bis acht Giraffenkinder spielen zusammen, gut bewacht von Müttern und Tanten, denn nur jeder 4. Giraffe überlebt das erste Jahr! Und dann die riesige Kolonie von Nilkrokodilen im Grumeti-River. Berühmt durch zahlreiche Filme mit dramatischen Flußdurchquerungen der Gnus und den unvermeidlichen Krokodilangriffen.



Flußpferde am Grumeti-River, Serengeti

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Ausflug zum Viktoriasee

Am Viktoria-See

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Die Nähe zum Viktoriasee nützen wir für einen Ausflug an den größten See Afrikas.
Bereits die scheinbar kleine Speke-Bucht hat die Dimensionen des Bodensees. Wie mag da wohl der Eindruck an anderen Stellen sein… Nach ein paar Kilometern Uferstraße erreichen wir den Ort Kalemera im Stammesgebiet der Sukuma. Auf den ersten Blick ein Dorf wie viele andere auch. Doch irgendjemand hat sich hier Gedanken gemacht darüber, wie interessierte Touristen Entwicklungshilfe leisten können. Wir bezahlen 100 Dollar, tragen uns in ein großes Buch ein und unterstützen somit die Verbesserung der Infrastruktur für Schule, Latrinen und Duschen etc. Dafür steht uns für die Zeit des Aufenthalts ein Guide zur Seite, der mit uns durch’s Dorf spaziert, die Besonderheiten der Sozialstrukturen erklärt, auf unsere Fragen antwortet, zu einer Ruderbootfahrt auf den Viktoriasee einlädt und uns in die Hütte eines Medizinmannes begleitet. Immer eingekreist und belagert von Kinderscharen aller Altersklassen. Sie halten unsere Hände fest, berühren unsere weiße Haut, lassen uns nicht mehr los. Kinder sind so unvoreingenommen…
Diesen Besuch empfinden wir als ein besonders wertvolles Erlebnis. Er bringt uns die Seele Afrikas wieder ein Stückchen näher, einzutauchen in eine uns völlig fremde Welt, Menschen zu begegnen, die mit sich im Reinen sind, zufrieden und fröhlich. Ein Leben in afrikanischer Langsamkeit ohne Hektik. Zum Glück ein Geheimtip, der in keinem Reiseführer zu finden ist!
Mit all diesen positiven Eindrücken und Gedanken fahren wir zurück in die Wildnis der Serengeti. Auf halbem Weg zum Camp entdecken wir mehrere Löwen mit ihren dicken Mähnen, faul im Schatten eines Baumes auf den Abend wartend und dann, direkt am Straßenrand eine Löwin, die noch nicht einmal blinzelt, als wir zwei Meter vor ihr anhalten. Doch wehe, wenn das Raubtier in ihnen erwacht…
Am späten Abend läßt uns das durchdringende Gebrüll von Löwen in die schwarze Nacht lauschen und wir fragen uns, ob es wohl „unsere“ Löwen sind?
Am nächsten Morgen heißt es Abschied nehmen von der sehr netten Crew des Grumeti-Camps, von Godwin, unserem treuen Begleiter der letzten acht Tage aber auch Abschied von unserer Safari im Hochland des tansanischen Nordens



In Kalemera am Viktoria-See

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Im Selous-Game Reserve im Süden...

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Mit dem Flugzeug geht es in zwei Stunden zurück über die Serengeti und den Ngorongoro-Krater bis Arusha. Beeindruckend, all die Landschaften nochmals aus der Vogelperspektive zu sehen. Dann weiter am schneebedeckten Gipfel des knapp 6000 Meter hohen Kilimandscharo vorbei, drei Flugstunden Richtung Süden in den Selous. Die endlose Waldlandschaft des Selous-Game Reserves im Niemandsland am Rufij-River, ist eigentlich nur mit dem Flugzeug zu erreichen. Lediglich eine äußerst schlechte Sandpiste, bei Regen unpassierbar, führt in urbanere Gebiete an der Küste. Irgendwie ein eigenartiges Gefühl, so mitten im Nirgendwo zu sitzen. Komfortabel in einem sehr geschmackvoll ausgestatteten Camp mit Lounge und Essbereich auf einer Veranda im ersten Stock mit Blick auf den Sonnenuntergang am See. Gut versteckt im Wald verteilen sich die einzelnen Gästehäuser, mit riesigen Dächern als Schutz gegen Hitze und Sonne. Der Pool lädt wie eine Oase mitten im Busch zum Träumen ein.



Im Selous-Game Reserve im Süden Tansanias

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In Mloka, einem Dorf mitten im Nirgendwo des Selous Game Reserves

Mloka, ein Dorf mitten im...

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Zwei Stunden fahren wir auf holperiger Sandpiste nach Mloka, einem Dorf wie eine Insel mitten in der Abgeschiedenheit des endlosen Waldes. Den etwa 1000 Bewohnern bleibt gar nichts anderes übrig, als autark von Landwirtschaft und Fischfang zu leben. Ein kleiner Markt und die Dorfschule gehören zu den Highlights im Zentrum, wie auch weiße Besucher, die selten sind und so sind wir bei unserem Rundgang sofort umschwärmt von einer großen Kinderschar. Dann geschieht etwas völlig Unerwartetes: Unserem Begleiter werden mit viel Palaver Briefumschläge in die Hand gedrückt. Wir erfahren, dass dies die einzige Möglichkeit der Kommunikation zu Verwandten in der Stadt ist. - Wieder haben wir ein neues Stück Afrika kennen gelernt.
Nach dem Mittagessen auf der Hochterrasse unserer Lodge gehen wir auf Bootspirsch im vor uns liegenden See. Gleich erleben wir die erste Überraschung. Fast alle zwei Meter liegt ein Krokodil am Ufer, mal größer mal kleiner, aber immer Respekt einflößend. Aus der Ferne beäugt uns eine größere Gruppe von Flusspferden. Nur Nase, Augen und Ohren sind zu sehen, die massigen Körper verborgen im Wasser. Es empfiehlt sich, reichlich Abstand zu diesen äußerst aggressiven und unberechenbaren Tieren zu halten. Blitzschnell tauchen sie ab, um dann in größerer Entfernung wieder aufzutauchen. Ein Kinderspiel für sie, ein Boot umzuwerfen. Und dies im Krokodil-verseuchten Wasser. Kaum entfernen wir uns aus dem Gefahren-bereich der Flusspferde entdecken wir am nahen Ufer mehrere Löwinnen, die einen äußerst schlanken Eindruck machen im Vergleich zu den bisher gesehenen. Irgendwie sind wir froh, als wir wieder den sicheren Steg unseres Camps erreichen.
Nachts hören wir die durchdringenden Laute einer Hyäne und ein Flusspferd, das vor unserem Zelt grast und bedenklich mit dem gewaltigen Kiefer klappert.. Am nächsten Morgen ist nicht ein Hippo das Problem, sondern eine behaarte Spinne von beachtlicher Größe, die mitten in unserem Zelt sitzt. Mit flinkem Griff stülpt der Boy ein Glas darüber und schon ist sie gefangen. Den ganzen Tag ist die Baboon-Spider Anschauungsobjekt und Gesprächsthema im Camp.
Vor unserem Weiterflug nach Sansibar gehen wir noch zu Fuß auf Pirsch. Mit bewaffneten Rangern am Anfang und am Ende gesichert, schleichen wir mit etwas mulmigem Gefühl durch den Wald. Giraffen sind die einzigen Großtiere, die wir entdecken. Die Elefanten vom Vortag lassen sich zum Glück nicht blicken und auch sonst kein gefährliches Getier. Wir haben nichts dagegen.



Sansibar - Mythos und Legende

Sansibar - Mythos und Legende

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Landung in Sansibar nach knapp einer Stunde Flug mit dem Buschflieger. Geheimnisumwobene orientalische Insel der Gewürze im Indischen Ozean. Ein Mythos. Kaum angekommen, werden wir von der Realität eingeholt. Laut, dreckig, heruntergekommen präsentiert sich uns die Altstadt in schwülheißer Luft. Große Paläste, kunstvoll geschnitzte Eingangsportale und Holzbalkone zeugen von vergangener Pracht und besseren Zeiten. Im engen Gassen-Labyrinth der Stone-Town reiht sich ein Souvenirladen an den nächsten. Die aufdringliche Art der Verkäufer wirkt auf uns sehr konträr zum Charakter der Menschen auf dem Festland. Trotz allem lassen wir diese fremde Welt mit verschleierten Frauen und Männern in ihren weißen Kaftans auf uns wirken, stürzen uns in das geschäftige Gewühl der Markthalle, hören den Muezzin zum Gebet rufen und stehen staunend vor abenteuerlichen Baugerüsten aus Bambus. An der Uferstraße schweift der Blick auf prähistorisch anmutende Boote im blauen Meer mit den typisch arabischen Dau-Segeln. Dieses Panorama versöhnt unsere romantische Vorstellung von Sansibar.
Am nächsten Tag fahren wir durch tropische Vegetation zu einer Gewürzfarm, sehen Muskat-, Zimt- und Nelkenbäume mal im natürlichen Umfeld und einen jungen Burschen, der für uns eine Kokosnuss aus 20 Metern Höhe vom Baum holt. Ein nettes Kunststückchen. –

14 Tage mit aufregenden Erlebnissen und tollen Erfahrungen in einem wunderschönen Land gehen zu Ende. Wir nehmen so viele positive Eindrücke zurück nach Europa. Tansania - auch das ist Afrika.



Sansibar - Stone Town

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Hakuna matata.

Asante sana.



Dem Abend entgegen. Viktoriasee. Acryl auf Lei...


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Kommentare

  • Sahara

    Eine tolle Reise, von der man sicher fantastische Eindrücke mitnimmt! Auch die Bilder im Bericht sind stimmungsvoll. Speziell die Löwenbilder gefallen mir :)

  • doubleegg

    Danke für die geglückte Beschreibung dieser faszinierenden Safari. Habe den Trip 2006 in umgekehrter Reihenfolge 2006 gemacht und war gleichfalls begeistert. Man kann übrigens auch mit dem Bus von Dar es Salaam bis Mloka (Selous) fahren - ist natürlich etwas anstrengend ... Warum sind die Fotos eigentlich so klein? Ich hätte sie in der Fotostrecke auch gern mal in einer größeren Auflösung bewundert ;-)

  • kaiserseder

    Hallo Anna-Selva,
    habe Ihren Bericht interessiert gelesen. Vor der großen Spinne hätte ich Horror bekommen. Kann man an den Olduvai Vulkan noch näher rangehen, so daß man fließende Lava sieht ? In den nächsten 2-3 Jahren wollen mein Mann und ich auch nach Tansania und genau in diese Naturschutzgebiete, die Sie beschrieben haben. Ihre Beschreibung ist ausgezeichnet, Sie waren gut vorbereitet.

    Liebe Grüße
    E. Kaiserseder

  • slides-only

    Eine beeindruckende Reise, fantastisch beschrieben und mit sehr guten Bildern untermalt. Ich fahre nächstes Jahr zunächst nach Dar es Salaam, dann in den Selous und zum Abschluss nach Sansibar. Wäre toll, wenn ich von Ihnen noch direkte Informationen bekommen könnte. Manch kleine Infos sind in Reiseführern eben nicht zu finden. Danke für Ihren Bericht.
    Slides-Only

  • buschbaby (RP)

    hallo,
    ein schöner Bericht, und Sansibar haben wir genauso gesehen... auch die bilder sind wirklich gut.. Nächstes Mal rate ich Euch die beiden Parks Ruaha und Katavi , um das noch zu toppen... Wildnis pur und kaum Menschen.
    Viele Grüße
    Buschbaby

  • glaspalast

    Der Bericht ist so anschaulich geschrieben, dass man eigentlich gar nicht mehr dorthin fahren muss. Ich tu´s aber trotzdem im nächsten Jahr, denn live ist live und durch nichts zu ersetzen. Auch nicht durch beeindruckende Bilder.
    Servus
    Herbert

  • windweit

    Was für eine schöne Reise. So viele Eindrücke. Schade nur, daß die Bilder so verpixelt sind, aber sie geben auch einen guten Gesamtüberblick.

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  • moppeliwan

    Hallo !
    Schöner Bericht mit tollen Bildern.
    Auch für uns geht es im September nach Tansania und Sansibar. Freue mich schon sehr darauf.
    Gruß Anne

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