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Reisebericht: die Backwaters...Stille in Indien
das laute Mumbai, die Hektik und die Abgase machen einem zu schaffen, Erholung bieten die Backwaters, die indischen Everglades.
Ruhe finden
Die Stille ist etwas seltenes in Indien. Etwas, was man sehr schnell herbeisehnt, zwischen Tuk Tuks, hupenden Taxis, knatternden Mopeds und dröhnenden Zügen. Aber es gibt sie, diese Stille und zwar haben wir sie in Kerala gefunden, einem Bundesstaat im Südwesten von Indien.
Kerala
Die Backwaters von Kerala erstrecken sich auf 75km Länge von Kollam im Süden bis Kochi im Norden.
Entweder kann man diese Strecke nutzen um gemütlich voran zu kommen, oder wie wir, einfach 2 Tage lang zu entspannen und am Startpunkt wieder anzulegen.
Buchtipp
Die Welt der Backwaters ist in dem Weltbestseller 'Der Gott der kleinen Dinge' festgehalten.
die Crew
am Hafen schlendert man an den umgerüsteten Reisbooten entlang und erkundigt sich nach dem Preis, auch hier gilt es, wie überall in Indien: handeln, handlen, handeln. Ruhig einmal langsam von einem Kapitän weggehen und warten, bis er dir hinterheruft - dies hören wieder andere Kapitäne und so handeln sie sich gegenseitig herunter, ohne das man selber große Mühe darauf verschwenden musste.
Wir waren zu Viert und haben ein Appel und ein Ei für 2 Tage gezahlt, inkl. einem Kapitän, einem Koch und einem Butler (ja, dass gibt es noch).
Leben am und mit dem Wasser
die Backwaters sind unheimlich schön, sie sind farbenfroh und lassen einen lächeln. Die Menschen wirken hier glücklicher als an anderen Orten in Indien. Sie winken uns zu, rufen etwas und kichern dann.
Diese Menschen hier leben nicht am Wasser, sie leben mit dem Wasser. Sie duschen in den Kanälen, sich, wie das Geschirr und die Wäsche. Sie setzen mit ihren Einkäufen über, bringen ihre Kinder zur Schule und der Bus hat natürlich eine eigene Bootsanlegestelle. Auch die Kirchen erreicht man nur mit dem Boot.
Und wenn man am Abend auf dem Achterndeck in gemütlichen Kissen liegt und ein kaltes Bier trinkt, sollte man sich nicht wundern, wenn die Stille in der Dunkelheit plötzlich unterbrochen wird und laute, schreiende Kirchenmusik aus blechernen Lautsprechern dröhnt und scheppert.
Es ist ein Kirchenschiff, ganz klein, jedoch maximal mit Lichterketten behangen, das von Boot zu Boot fährt und dieses für die weitere Fahrt segnet.
Ist der Segen gesprochen, fährt es weiter und lässt einen wieder in die Ruhe und Stille abtauchen. Auf dem Gesicht hat man am Ende den gleichen glücklichen Gesichtsausdruck wie die Menschen hier, und lachen muss man auch, wenn man noch einmal an das Lichterschiff denkt...so ganz ohne Lärm können die Indern dann doch nicht...
Ahoi, Phillip
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