Viele Grüsse von der Liberty! 2. Teil Über Leben und Reisen in rauen Zeiten

Reisebericht

Viele Grüsse von der Liberty! 2. Teil Über Leben und Reisen in rauen Zeiten

Reisebericht: Viele Grüsse von der Liberty! 2. Teil Über Leben und Reisen in rauen Zeiten

Von Timor nach Bali zu fliegen dauert eine Stunde, ich hatte sieben Monate. Sechs davon habe ich in Dili darauf gewartet, dass der Monsun aufhört und der Passat wieder anfängt. Es lohnte sich! Einen Monat lang der Perlenkette Indonesischer Inseln entlang zu segeln, gehört zum Romantischsten, was ich je im Segelschiff erlebt habe. Völker, Orte, Buchten, Tiere wie aus einem Märchenbuch. Traumhaft!

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Dili, Hauptstadt von Neverneverland

Mein erster Eindruck von Dili, abgesehen von Müll, Staub und Stossverkehr, ist eine Busse über siebzig Dollar, die mir der Immigrationsbeamte kalt lächelnd aufs Auge drückt und gegen eine sauber ausgefüllte Quittung in Empfang nimmt. Ordung muss sein! Erst Recht wenn ein Land sich aus Trümmern befreit. Mein erster Fehler war, bei ihm mit einer von Hand geschriebenen Crewliste aufzukreuzen, worauf er uns zwang, zurück aufs Schiff zu gehen und die Liste mit den Namen und Details von uns drei Habenichtsen maschinell zu Papier zu bringen, was mir nur gelang, weil ich noch meine alte Brother an Bord habe. Filip grinst über meine Steinzeittechnologie, Georg, der heute 21 wird, fotografiert, denn so was hat er überhaupt noch nie gesehen, so eine feine Maschine, die ohne Strom gestochen scharfe Buchstaben zu Papier bringt. Und dann wieder ganz schnell zurück an Land rudern, vor Tausend baumelnden Beinen das Ruderboot anbinden, ich schnell zurück zur Immigration mit der Crewliste, während Georg und Filip eine Bank suchen, um Australische Dollars gegen Amerikanische zu tauschen, da uns das Visum 35 US-Dollar pro Nase kostet. Ich liefere stolz die getippte Crewliste ab, werde gefragt, wo die Anderen sind, erkläre, dass sie am Geld tauschen sind und krieg schwupsdiwups den Eindruck verpasst. Dass dieses Land nicht so einfach ist, wie wohl alle anderen Länder, die ich kenne. Denn, so erklärt mir der Beamte mit schmalzigem Lächeln, zuerst muss man von ihm abgefertigt sein, bis man frei wie ein Vogel die Stadt durchqueren darf, Banken suchen und so. Aber... Mir fehlen die Worte, was echt selten ist!

So werde ich in Dili die ersten 105 Dollar los, 70 für die Busse, 35 für das Visum und spätestens beim abends in die Koje kriechen denke ich, dass diese Stadt wohl besser übersprungen werden sollte, man möglichst schnell aus ihr abhauen sollte, wenn man kein Fan von Feinstaub, schlechten Restaurants und zu Fuss kaum überquerbaren Strassen ist. Im Lonely Planet-Handbuch (2005), steht noch, dass es in Dili kaum die in Asien sonst üblichen Motorräder hat, da den Leuten das Geld fehlt.

Und doch ist die Stadt auch schön, denn jedem Boulevard entlang stehen alte, knorrige Bäume, man läuft immer im Schatten. Theoretisch. Wenn man nicht grösser als eins sechzig ist. Mit mehr läuft Jeder nämlich auf der Strasse, da man des Abtauchens irgenwann müde ist, oder Gefahr läuft, mit einem Ast im Auge ein Spital aufsuchen zu müssen, was gar nicht einfach ist. Eine Suche, die einem das Gehen am Strassenrand aber auch einbringen kann, da nebst Schwärmen an Motorrollern, auch Lawinen an Autos, Bussen und Lastwagen Dili zu einer reizvollen Stadt für Notfallchirurgen macht. Da es die hier aber kaum hinzieht, ist Hupen eine Art Volkssport, besonders die Taxis fahren mit “angezogener” Hupe an mir vorbei, und da jedes zweite Auto ein solches ist, humple ich gut gewarnt und wachen Auges der Avenida Portugal entlang, zwischen Gehsteig und Strasse wechselnd, je nach Baumsituation. Was des Weiteren fit hält, ist das Überspringen offener Gullys, was hier keine Ausnahme ist, sondern wohl von der Stadtverwaltung angeordnet, sollte es eine geben.



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Nichts wie weg von hier, wäre das Gebot der Stunde, weiter nach Bali, was eigentlich ja Plan A war. War! Denn exakt mit meiner Ankunft in Dili kommt Wind aus Westen auf, Gegenwind also, Monsun. Ich sitze fest. Habe zulange rumgetrödelt in den Solomonen, möchte aber trotzdem keinen Tag davon missen. Aber was mache ich NUN?

Filip und Georg verlassen mich. Schiffe, die vor Anker gammeln, brauchen keine Besatzung. Tschüss ihr Beiden, hoffe, es hat Euch Spass gemacht! Sie packen ihre Rucksäcke und fliegen davon wie Zugvögel. Ach, was beneide ich sie auch ein Bisschen! Im eigenen Schiff zu reisen, tönt zwar wie Freiheit pur, aber diese Freiheit wird “verunreinigt” durch ewige Verantwortung für eine Masse an Material, die man nicht einfach alleine lassen kann. Man ist immer angebunden, und sogar wenn man irgendwo an Land seine Witztouren macht, hat man immer ein Schiff im Hinterkopf, zum Beispiel wenn das Wetter sich verschlechtert, während man in einer Kneipe sitzt und einem einfällt, dass alle Luken offen sind. Das macht Kopfweh.

Kleiner Mann was nun? Der Monsun hat sich in kürzester Zeit fest etabliert und er wird mir für Monate den Weg gen Westen verunmöglichen, denn dies ist eine weitere Unfreiheit des Segelns: Man tanzt mit der Natur! Also mit einem Grizzlybär, und der sagt, wie getanzt wird. Bis Bali sind es zwar nur 600 Seemeilen (1000 Kilometer) Luftlinie, aber dazu kommt die Strömung, die sich nun zunehmend gegen mich dreht. Der Grizzlybär hat viele Arme... Und obendrein bin ich müde des ewigen Reisens, habe keine Besatzung mehr und sollte einiges am Schiff machen und würde gerne ein Buch abschliessen, das ich auf den Solomonen, bei meinem ersten Besuch dort, begonnen habe, und in dem ich mir mal alles von der Leber geschrieben habe, was meines Erachtens in meinem aus der Ferne begutachteten Europa, insbesondere meinen "Heimaten" der Schweiz und Deutschland, so alles schief läuft, verbunden mit einem optimistischen Katalog an Möglichkeiten, wie sich einiges leicht verbessern liesse, jedenfalls ETWAS verbessern liesse, denn LEICHT ist eh nix mehr in diesen rauen Zeiten!

Dili, so wird mir schnell klar, ist wohl der beste Platz, um konzentriert zu arbeiten. Am Schiff, am Buch, und letztlich an mir selber. Die Stadt ist mir solch ein Graus, dass ich lieber zum schwimmenden Einsiedeler vor der Meerespromenade Dilis werde, als dieser zeitvertreibend entlang zu flanieren. Sie ist zwar recht hübsch, aber so total verkommen gleichzeitig, dass mir der Gang an Land nur gefällt, wenn ich ihn durch die Brille der Satire betrachte, was mir nicht immer gelingt. In Dili, einer eher kleinen Stadt, die sich zu Fuss in einer Stunde durchqueren lässt, wimmelt es von Weissen aus aller Welt. Die Meisten sind Mitarbeiter der UN oder anderer NGO`s. Alleine die UN hat über 4000 Leute in Osttimor, die versuchen den Frieden “voranzutreiben”. Dieses Land ist durch einen fürchterlichen Befreiungskrieg gegangen, man redet von hundert Tausend, bis zu einer Viertelmillion Todesopfern, je nachdem, wen man fragt. Jedenfalls eine horrende Zahl und im Vergleich zur Gesamtpopulation einer der verlustreichsten Kriege des vergangenen Jahrhunderts. Osttimor war eine Kolonie Portugals für mehrere Jahrhunderte, dann wurde es fallen gelassen in den Siebzigern, als Portugal sich in der “Nelkenrevolution” von seinem diktatorischen Militärregime befreite. Indonesien wollte Osttimor daraufhin einverleiben, was auch nicht ganz unlogisch war, denn der Westen dieser grossen Insel ist seit Langem Teil Indonesiens. Das sahen aber einige Osttimoresen anders und die Fretelin entstand, eine Rebellengruppe unter der militärischen Führung von Ramos Hortes, der es schliesslich gelang, Wahlen durchzusetzen, wodurch die Osttimoresen ihr Schicksal selbst bestimmen durften. Was aber leider erst Recht zu Blutvergiessen führte, denn einmal für die Unabhängigkeit gestimmt, rastete die Indonesien-treue Minderheit und im Land weilendes Indonesisches Militär TOTAL aus und zerstörte die Hälfte ALLER HÄUSER Dilis, mit entsprechenden damit einher gehenden Grausamkeiten und Massakern an der Zivilbevölkerung.



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Ein abscheulicher Leidensweg, den die Timoresen gegangen sind! Darf ich ihnen verübeln, dass sie jetzt matt und tatlos an der Meerespromenade Pobacke an Pobacke auf der Mauer sitzen und sich jedes Mal wie auf Kommando umdrehen, um johlend und nicht frei von einer sichtbaren Hoffnung, dass jetzt gleich alles schief geht, zuschauen, wie da ein Weisser durch die Brecherzone an ihren vermüllten Beach rudert, um dann sein Boot hochzuziehen und es direkt neben ihren baumelnden Füssen an einen Holzpflock zu binden, der aus der kaputten Mauer ragt? Darf ich es ihnen verübeln, wenn eine halbe Seepromenade in schallendes Gelächter ausbricht, weil ein Weisser gerade von einer brechenden Welle umgedreht wird und jetzt fluchend und klitschenass sein Boot festmacht, so wie es mir an einem der ersten Tage passierte?

Nein, darf ich nicht! Dies ist die Stadt der Kriegswaisen, der Kriegsversehrten, der Toten und der Massaker. Was bleibt, ist eine Bevölkerung aus Kindern, angeführt von einem ehemaligen Rebellenchef, der sogar einen Friedensnobelpreis gekriegt hat und jetzt das Land repräsentiert. Regiert, gesteuert wird es natürlich von woanders, von der UN, wie ein flüchtiger Blick vermuten lässt, aber in Wirklichkeit von Ölkonzernen, wie mir ein Indischer Mitarbeiter des Ölministeriums erzählt, den ich im Dili Beach Club kennen lerne, der Tränke der Weissen. Kein Land der Erde ist so einseitig von Petrodollars abhängig wie Osttimor, nicht mal Saudiarabien. Konkret ist Öl praktisch das einzige Exportprodukt dieses jungen Landes, nebst etwas Kaffe. Der ist allerdings sehr gut, organisch angebaut und erleichtert mir jeden Morgen, früh zu starten, um meine diversen Projekte voran zu treiben, beginnend mit Lesen und Korrektur meiner vor Jahresfrist abgesonderten Manuskripte, die ich in zeitlichem Abstand kritischer sehen und jetzt überarbeiten kann, als direkt nach dem Schreiben. Dann, gegen Mittag, an Land rudern und der Promenade entlang spazieren Richtung Chinesisches Retaurant, wo man für 2 Dollar bestens verpflegt wird, freundlich angelächelt und angeblasen von genug Ventilatoren. Es ist heiss geworden, SEHR heiss! Abends bilden sich Gewitter über den bewaldeten Bergen, die direkt hinter Dili in den Himmel ragen und dieser Stadt einen sanften, grünen Hintergrund geben. Regnen hingegen tut es praktisch nie! Die Leute beklagen sich, dies sei die trockenste Regenzeit seit Ewigkeiten. Einmal hingegen reisst dann doch die ganze Wolkendecke auf und für mehrere Stunden giesst es sintflutartig. Klar, dass ich gerade im Beach Club hinter einem Griechischen Salat sitze und an Bord alle Luken offen stehen...

Interessant ist, was danach passiert. Nicht nur mein Bootsinneres, sondern auch ein Teil von Dili steht unter Wasser. Strassen, Trottoirs, Parks. Ein grosser See. Und so bleibt es dann. Trotz offen stehender Gullydeckel fliesst nichts ab, sondern muss über Tage, an tieferen Stellen über Wochen, verdunsten. Eine Art Stadtbehörde, die der Sache nachgehen würde und ein paar Tatkräftige zusammen trommelt, die die Kanalisation entstopfen, gibt es nicht. Stattdessen ein immer grüner werdender Schlammsee, durch den sich der Verkehr wälzt und mich anspritzt, den letzten einstmals weissen Fussgänger Dilis. Wirklich spannend ist jetzt natürlich, sich genau zu erinnern, wo die offenen Gullys waren, da diese jetzt unsichtbar im grünen See auf Ortsunkundige warten, zu was inzwischen ich aber nicht mehr gehöre. Sogar nachts schaffe ich, unverletzt vom Dili Beach Club drei Kilometer zum Boot zurück zu WATEN, ohne spurlos von der Bildfläche zu verschwinden.



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Genug der Satire! Eigentlich bin ich total FROH, hier zu sein! In Noumea, am Anfang dieser Reise, geisterte mir noch ein Plan B durch den Kopf, nämlich nach Australien zu segeln, in Brisbane vor Anker zu gehen, und dort mein Techtelmechtel mit Shelley fortsetzen, einer früh pensionierten Gefängniswärterin, die mir nichtdestotrotz in guter Erinnerung war. Hätte ich diesen Plan durchgeführt, hätte ich jetzt kein Schiff mehr, mein Schiff “Liberty” - also Freiheit - wäre dank ihr buchstäblich den Bach runter gegangen, was ich wohl im Voraus gerochen hatte! Mit Ekel verfolge ich die News, wie ganz Queensland abwechselnd geflutet wird mit Jahrhundertregen und dann geföhnt im Jahrhundertwirbelsturm und dann nochmals geflutet, bis auch Brisbane frei von intakten Yachten ist. Unglaublich! Und so was von EKLIG, wenn man sich vor Augen führt, wieviele Kühlschränke jetzt zwischen Barrier Reef und Brisbane die eh schon angeschlagene Lagune verwüsten. Und vieles mehr natürlich! DAS ist für mich die Katastrophe! Häuser sind schnell wieder gebaut, ein totes Riff aber, ein zerstörtes Ökosystem, lässt sich nicht ersetzen. Dass es sich um einen "Gruss" der Klimaerwärmung handeln könnte, scheint selbst Australiern kein grosses Geheimnis zu sein. Ändern wird sich aber nichts! Weiter wie gehabt, ist auch im jungen Land Australien das Motto praktisch Aller. NACH dieser Serie unvorstellbarer Naturkatastrophen ist eine Umfrage gemacht worden, wieviel denn der Australier pro Jahr für die Abwendung einer Klimaerwärmung zu zahlen bereit ist. Die grosse Mehrheit 10 bis 15 Dollar, wie das Australische Radio meldet.

Fast schon GLÜCKLICH, in Dili zu sein, werde ich aber spätestens am 11. März, denn vor ein paar Monaten, auf den Solomonen, hat mich noch kurz ein Käfer gezwickt und mir eingeflüstert, dass nach Japan zu segeln, eine gute Idee wäre... Ein Englischer Segler hatte mir erzählt, wie toll und lieb die Japaner zu ihm waren und wie ihm die Ostküste gefallen hat, mit den Fischerorten. Fassungslos sehe ich im Dili Beach Club die ersten Bilder aus Japan. Es wird gewarnt, dass es auch in Indonesien und Timor zu einem Tsunami kommen könnte und ich renne buchstäblich zum Schiff zurück, schnappe mir das Wichtigste, stopfe alles in meinen Rucksack und rudere an Land zurück, um die Nacht an den Hängen hinter Dili im Freien zu verbringen. Ich bin zutiefst erschüttert über nur schon die ersten Bilder, die ich gesehen habe, befürchte das Schlimmste und werde darin sogar noch übertrumpft von dem, was wirklich geschieht. Als der Tsunamialarm für Timor zurückgenommen wird, fühlt sich die Stadt plötzlich wie das Paradis auf Erden an!

Am Radio zu sitzen und auf Kurzwelle den News der Welt zuzuhören wird zunehmend anstrengend. Welche Revolution, die grad wo läuft, welches Erdbeben, Hochwasser, Wirbelsturm, Finanzdesaster bitte? Man ist ja auch als Schiffsbewohner nah mit dem Weltgeschehen verbunden, über Kurzwelle brandet alles an Bord, vor dem man eigentlich Reissaus nehmen wollte. Auch wenn primär für Wetternachrichten und Kommunikation zwischen Schiffen gedacht, verselbstständigt sich auch diese Technik so, wie alles andere auch, man (Mann) schraubt am Drehknopf rum und ist entzückt, wie gut die Deutsche Welle in Timor zu empfangen ist, man freut sich über das technisch Mögliche, vergisst dann aber die Kiste abzuschalten und lässt sich das Hirn infiszieren mit Angstviren. Dabei wollte man nur die Wetternachrichten hören.

Pünktlich mit Beginn der Revolte in Libyen bin ich endlich fertig mit meinem Buch “P.S. Zukunft....WOZU?”, 200 korrigierte Seiten entlang der einfachen Frage, ob wir jetzt die Zukunft der Weiterentwicklung technischer Wunderwerke schulden – weil es sie GIBT – oder ob da noch andere Aspekte sind, die Aufmerksamkeit verdienen, und wenn es nur etwas zufriedenere Kinder sind, oder etwas weniger pompöse Formen des Wirtschaftens, weil es die ja mal GAB - was natürlich sehr ketzerische Fragen sind! Und wie das alles zusammenhängt. Und woran man das merkt. Und was vielleicht nur mir auffällt...



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Von nun an widme ich mich voll und ganz meinem Schiff, es braucht ein neues Propellerwellenlager, muss also am Trockenen stehen, damit ich zuerst das Steuerruder abmontieren kann, dann die Propellerwelle rausziehen, dann das alte Lager rauswürgen... Der gnadenloseste Job, mit dem der Schiffsbewohner sich abgeben muss, aber nur alle paar Jahre. Um dies überhaupt in Angriff nehmen zu können, muss ich dringend Crew haben, mindestens ein gescheiter Typ, der mir dabei hilft. Auf Couchsurfing.org ist mir eigentlich ein Typ ins Netz gegangen, dem ich diese höhere Weihe zutraue, ein Ire namens Spyro, der von Australien geflogen kommt, wo er sechs Monate Baukräne zusammen geschraubt hat. Ja, und da ist er dann, zwar nicht da, wo abgemacht, nämlich am ANFANG vom Beach, sondern halt irgendwo am Beach, wie ich nach nur drei Stunden suchen und mehrmaligen Telefonaten (“Yes, I AM at the beginning of the beach!”) heraus finde. Seine Mailadresse ist rebell4cuba at dingsbums und der erste Eindruck enttäuscht mich keineswegs. Jung, dynamisch, geschwätzig. Langer Bart, lange Haare, langer Typ. Klamotten aus dem Müll. Und – ich bin entzückt – zwei komplett verschiedene Strandlatschen. Einer rosa mit Gänseblümchen in der Mitte, einer olivegrün mit Klettverschluss. Hast du deine Schuhe verloren? Nein, ich hab doch welche! Ach ja, stimmt! Dazu eine Tonne Gepäck, sodass ich zuerst ihn an Bord rudere, dann seinen Rucksack hole. Als ich zurück bin, nach ersten Gesprächen, wo ich erfahre, wieviel Geld der Junge zusammengekratzt hat in Ausstralien, und dass er noch obendrauf 6000 Dollar Steuerrückzahlungen erwartet, fragt er mich, wie die Klospülung funktioniert. Wieso? Frage ich entsetzt zurück, denn das Klo ist kaputt. Nun ja... Seine erste Handlung an Bord, während ich an Land kurz seine Bagage holte, war, ins Klo zu pissen. Ach, halb so schlimm! Muss ich jetzt halt einfach nur rauslöffeln, denn die Pumpe ist kaputt, da einer deiner Vorgänger, ebenfalls Couchsurfer, 9-lagiges Privatklopapier dabei hatte, aus Sicherheitsgründen wohl. Dass ein Kranmonteur wie Spyro auf einem Schiff nicht das einzig Logische tut, nämlich über Bord strullt, sondern sich in ein ihm noch unverständliches Schiffsklo verirrt, kommt mir etwas seltsam vor. Aber was solls, Schwamm drüber!

Schnell erfahre ich, was in seinem schweren Gepäck ist. Bücher. Fantasybücher. Eine Fantsybibliothek, die er in den Schapp neben seiner Koje quetscht, wo er sie gut im Blick hat. Kreuzritter, Elfen, Mondbasen. Na dann Junge, willkommen auf meinem Schiff! Haste auch ANDERE Schuhe? Will ich wissen. Yes, Fallschirmkampfstiefel. Zwei...? Weisst du, erkläre ich dem Iren, wenn wir in Indonesien sind, müssen wir zuerst auf verschiedene Behörden und mit Beamten dealen und so! Yes..., UND? Und da ist es mir wichtig, dass wir etwas normal daherkommen... Yes, und was willst du damit sagen, Captain? Na ja...., die Schuhe vielleicht. Den Rest erwähne ich gar nicht, denn da müsste ich ganz “von vorne” anfangen. Wenigstens die Schuhe... You know, klärt er mich auf, für LATSCHEN GELD auszugeben, käme mir NEVER in den Sinn! Die findet man doch überall am Beach! ….Und Du könntest nicht vielleicht, bitte ich ihn, einfach dem grösseren Zweck zuliebe...., du hast ja auch Geld – einfach NEUE Schuhe kaufen? No WAY, ich bin schon genug drin in diesem kapitalistischen Schweinesystem!

Ich wünsche ihm eine gute Nacht, was er mit einem Murmeln erwidert, und ziehe mich in meine Kabine zurück. Was für ein Typ, geht mir durch den einschlafenden Kopf. Vehementer Gegner jeglicher Drogen, von Alkohol bis Zigaretten, aber sieht aus wie ein Junkie auf der Suche nach dem nächsten Schuss. Erzählt, dass er nie mehr in Irland leben will, gefolgt von stundenlangen Lobpreisungen, was DAS für ein tolles Land ist und dass der Irische Pass der Beste ist überhaupt!

Mit anderen Leuten auf engem Raum zusammen zu leben, mit ihnen ein Segelschiff zu führen, sie einerseits bei Laune zu halten, aber andererseits die eigene nicht zu verlieren, ist verdammt schwer geworden. Warum GEWORDEN? Ja, DAS frage ich mich auch... Über die Jahre hatte ich immer wieder Crewmitglieder dabei und bis etwa 2000 machte ich nur beste Erfahrungen, danach wurden sie langsam gemischt... Inzwischen ist 2011 und mir scheint, es hat sich etwas grundlegend geändert in den Köpfen der Weissen, denn meine Erfahrungen mit Einheimischen als Besatzung war immer und durchwegs positiv, ausser wenn sie trinken oder kotzen. Würden sie nicht Probleme mit Behörden verursachen, dann wäre mein Boot voller Melanesier und alles wäre klar. Ich bin der Kapitän und sie tun, was ich ihnen sage, und das ist das Normalste der Welt für sie, und ansonsten liegen sie an Deck rum und erzählen sich Geschichten und spucken ins Meer. Wie anders der moderne Weisse, besonders wenn er oder sie noch etwas jünger sind, aber eigentlich ALLE. Inzwischen sieht es für mich so aus, dass wenn ich ein neues Besatzungsmitglied habe, dass ich KEINE BLASSE AHNUNG habe, wer das nun ist, da aus Gründen, die mir nicht ganz klar sind, Jeder VÖLLIG verschieden ist, ja, wie es mir vorkommt, in einem eigenen Universum lebt, ausgefüllt mit eigenen Wünschen, verwaltet von eigenen Denkmustern, umkreist von eigenen Philosophien und zusammengehalten von eigenen politischen Ansichten. Das totale Unikum. Und ein solches liegt nun vorne in meinem Schiff und liest bis tief in die Nacht seine eigenen Geschichten und träumt dann seine eigenen Träume. Individualität ist ein Wert, den in Frage zu stellen ich sicher nicht prädestiniert bin. Aber als Mitte des Lebens dient dieser Wert niemandem, finde ich langsam, denn sonst ziehen wir vielleicht zwar alle am gleichen Tau, aber an verschiedenen Enden. Spätestens an Bord eines Schiffes wird Individualität ohne klaren Bezug zur “Mitte”, zu gemeinsamen PFLICHTEN also auch, ein recht hohles Wort. Und ist nicht die ganze Welt ein Schiff?

Spyro ist ein guter Maler, der die Relingstützen rot anmalt und ich habe eigentlich keine Gründe, mit ihm unzufrieden zu sein, aber mich nervt sein ewiges Gemotze über “die Gesellschaft”. Er lässt sich von mir bekochen, kauft nichts ein, grüsst nicht am Morgen und verabschiedet sich nicht am Abend. Dazu liest er jede freie Minute. Quatschen tut er nur bei der Arbeit. Er ist hochintelligent, beichtet er mir nach wenigen Tagen, was ich keineswegs in Frage stelle. Reicht das aber? Motze ich auch so über “die Gesellschaft”, frage ich mich und merke, dass wir uns darin vielleicht ähnlich sind... Ich versuche die Strukturen dieser Gesellschaft in Frage zu stellen, mehr als die Mitglieder, denn der Mensch, wir Alle, jeder Einzelne, scheint mir das Wertvollste überhaupt zu sein an Bord des Erdenschiffes. Mehr noch als “die” Natur, weswegen ich schon manch guten Streit mit Grünen bekam. Und da überlege ich mir eher von der konkreten Seite, wie man reagieren sollte, damit das Schiff keine “Schlagseite” kriegt, weil alle auf die gleiche Seite wollen. Wer bin ich denn? Immerhin ein kleiner Erdling mit einem Zementboot unterm Hintern und viel Zeit, nachzudenken. An der frischen Seeluft, in der Gischt stiebender Wellen, beim Rudern durch unheimliche Mangrovenwälder, oder beim Streunen durch Dili, der Seepromenade entlang.



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Immer noch drehen sich Alle um,wenn ich im Boot an Land rudere, oder mit meinem kleinen Segelboot angerauscht komme. Immer noch starren mich Alle an, wenn ich in Dili unterwegs bin. Gottschalk mit einem Krokodil an der Leine und meinem Hut würde auf der Kö nicht mehr Blicke auf sich ziehen, als schlicht und einfach ich in Dili. Warum? Das ist einfach erklärt. Es hat zwar wie gesagt massenweise Weisse, aber niemand geht zu Fuss. Keiner! Nach 4 Monaten in Dili habe ich drei Mal einen Weissen zu Fuss laufen gesehen, Spyro inbegriffen. Eine absolute Sensation also, ein Weisser der LÄUFT! Da man davon ausgeht, dass ein gehender Weisser nur geht, weil er kein Taxi hat, werde ich von jedem Taxi angehupt. Konkret laufe ich in Dili nonstop durch ein Hupkonzert, das exklusiv mir gilt, denn überall fahren gelbe Taxis. Wenn ich nur hinschaue, hält es schon, wenn ich den Mund aufmache und “No, thanks!” rufe, wird die hintere Tür aufgerissen. Jeder andere Weisse fährt in einem riesigen Geländewagen rum, den man möglichst direkt vor der Ladentür parkiert, um so durch eine Art Luftschleuse von einem gekühlten Raum in den anderen zu gelangen.



Nach zwei Wochen habe ich irgendwie genug von Spyro, er pennt bis in den Mittag rein und liest bis um Mitternacht - lieber jetzt loswerden, als auf die Komplizierte unterwegs. Als Kapitän eines Schiffes bin ich gesetzlich für die Crew verantwortlich und kann dazu gezwungen werden, einer geschassten Crew ein Ticket zurück in die HEIMAT zu zahlen. Adieu mein lieber Ire! Ohne die geringste Diskussion packt der Kerl seine Bücher und läuft kurze Zeit später in zwei verschiedenen Latschen in Richtung Sonnenuntergang.

Auf meinem Couchsurfing Account sammeln sich Leute die mitwollen, mein Preis pro Tag – für Bootsunterhalt und so – ist auf immer noch mässige 12 Aussi Dollar gestiegen, ich habe die Schnauze voll von Fünfdollarleuten. Ich bin inzwischen so weit, dass ich ALLE aussortiere, wo das Wort “dream” in ihren Bewerbungen vorkommt. Erfahrungen, wie etwa mit Guy damals, der immer seekrank war, dessen grösster Traum schon IMMER war, auf einem richtigen Segelschiff rumzureisen. Und der es bis 42 doch nicht geschafft hatte, obwohl er in Reunion lebt seit 10 Jahren. Warum er dann genau MICH als seinen ersten Kapitän zur See auswählte, musste doch stark mit der Preisstruktur zu tun gehabt haben... Wer Traum sagt, fliegt also raus, leider die Meisten! Ebenso, wer sein Geld mit Pokern verdient, in Thailand rumfickt, und schon IMMER mal... Leck mich! Am Schluss bleibt genau einer hängen, David, ein Rumäne, und den hole ich in Dili sogar persönlich am Flughafen ab, damit er nicht den ANFANG eines Strandes suchen muss, was ja nicht einfach ist... Wenig Gepäck, kurze Haare, knappe Sätze, gutes Englisch, gleiche Schuhe. Endlich! Zwei Tage später hockt Liberty wie ein gestrandeter Wal mit steifen Flossen auf dem Strand, direkt vor der Marinepolizei, und wir montieren das Ruder ab, ziehen die Propellerwelle raus und all das.



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Dazu muss ich im Innern des Propellers drei Bügel auswechseln, was alleine drei Tage dauert. Der Propeller der Liberty hat verstellbare Flügel, was den gleichen Effekt hat wie Gänge in einem Auto und das Gelbe vom Ei ist unter Schiffspropellern. Aber natürlich eine Komplikation sondergleichen gegenüber einem normalen Propeller, man ist also ganz schön versklavt mit so einem Ding, wenn es NICHT funktioniert! Aber WENN er funktioniert – eigentlich praktisch immer – dann lässt so ein Propeller die Herzen gewisser Männer höher schlagen, zu deren Sorte auch ich gehöre! Die Dinger sind aber leider so schweineteuer, dass heutzutage kaum eine Yacht mehr mit ihnen rumfährt, auch weil dadurch kein Prestigezuwachs zu erwarten wäre, nix glänzt an Deck, nicht mal ein Bildschirm, wo man rumtippen darf. Verstellt wird der Propeller per Kurbel vom Steuerstand aus, was der moderne Erdenbürger nur unter Kopfzerbrechen beherrscht. Auch ich habe da schon Fehler gemacht mit hässlichen Konsequenzen! (Siehe Reisebericht: “Im Auge des Krokodils”)





Nix wie weg von hier, heisst mein Motto, 2 Monate habe ich mein Visum überzogen, denn mir blieb gar nichts anderes übrig. Weder wurde mir das Visum verlängert, noch konnte ich das Schiff alleine hier lassen. Kaum schwimmt Liberty wieder, kaufen David und ich ein, holen 1000 Liter Wasser in Kanistern bei der Marinepolizei – im Tausch gegen selbstgebackenes Brot – und gehen zum Zoll etc. um die Papiere zu haben, die bei der Einreise in Indonesien verlangt werden. Ich habe einen gehörigen Bammel wegen dem abgelaufenen Visum und versuche die Büros in umgekehrter Richtung abzuklappern, als eigentlich üblich, wo Immigration immer am ANFANG steht, ist mir die nur am Schluss wichtig..., wenn überhaupt. Wer frech ist, gewinnt, auch so ein Motto von meinem Vater, das sich mal wieder voll bewahrheitet. Der Custom gibt mir den “Zarpe” genannten Wisch, schön mit dicken Stempeln und dem Namen des Schiffes und des Kapitäns und das ist echt das EINZIGE, was man unbedingt haben muss, wenn man in einem Land im Schiff aufkreuzt. Ob die Pässe am Schluss von der Immigration noch abgestempelt sind, oder nicht, interessiert niemanden in Indonesien. Wirklich nicht? Will David wissen. Todsicher nicht! Die HASSEN ja eh das ganze Osttimor, vergiss das nicht! Aber..., dann krieg ich doch Probleme, wenn ich hier wieder man einreisen werde, gibt David lau zu bedenken, während wir den feinsten Feinstaub Dilis atmen, dem verseuchten Containerhafen entlang laufen, nonstop angehupt von Taxis, angeschnorrt von Timoresen, die rauchend am Strassenrand huren, unter verstaubten Bäumen durch”tauchen”, von hinkenden Hunden angebellt, am Beiboot von einem jungen Krokodil empfangen werden, das im knietiefen Wasser hinter unserem Beiboot wartend seine Runden zieht.

Willst du echt hier wieder zurück, David?

Never, never!



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Kommentare

  • moho

    Ich muß immernoch lachen.... Du hast eine humorvolle unterhaltsame Art im Schreiben. :-)) Kenne Erdmanns Buch, in der die Tube Senf: wir schießen zurück!, den Wellengang trotzt. Wenn du ein Buch rausgibtst, laß es mich bitte SOFORT wissen. In den Weltmeeren segeln in nicht mein Traum. LG Moni

  • Liberty-in-Paradise (RP)

    Ja, schön, dass ich Dich zum Lachen bringe, Moni! Klar plane ich, ein Buch rauszubringen, ein richtig richtiges aus Papier und Karton sogar. Kommt noch! Das sind ja nur kleine Zückerchen, die ich hier in die Geo Runde einbringe. Ich schreib einfach unheimlich gerne, habe aber auch total andere Stories im Folder, mehr so in Richtung Fantasy. Du wirst sehen... Ich hab da einen Plan, wie ich das hier "reinschmuggel"!

  • moho

    ;-) Freu
    wennds jemand zum korrekturlesen brauchst lass´s mich wissen?
    ٩(●̮̮̃•̃)۶
    LG Moni

  • Liberty-in-Paradise (RP)

    Klar, das braucht jeder Schreiber, aber aufgepasst, ich bin selber ziemlich "korrekt"....., korrekturlesen (zum) schreibt man doch GROSS, oder.`...?

  • moho

    ><((((º>

    ¸¸.·´¯`·.¸¸.><((((º> .·´¯`·.¸¸.·´¯`·.¸¸.><((((º> ·´¯`·.¸¸.·´¯`·.¸¸.><((((º>¸¸.·

  • Raudi

    Hallo Gerd , Das ist wieder einmal ein Stück aus deinem Leben mit fiel Gefühl und
    einfühlungsvermögen geschrieben ! Einfach Klasse,Wie Moni freue auch ich mich jetzt schon auf dein Buch. LG Hans

  • Kappi (RP)

    Glückwunsch Gerd,
    Dein Bericht ist so spannend und interessant, dass ich ihn nach dem Aufstehen noch VOR dem Kaffetrinken am Stück reingezogen habe. Ich selbst bin keiner für lange Schiffsturns. Mir reichen schon die Ausfahrten mit den Tauchbooten, auf denen ich häufiger zu finden bin. Allerdings geht es mir immer erst dann wieder gut, wenn ich von Bord hüpfe und ein paar Meter Wasser überm Kopf habe. Schade eigentlich.
    Können diese beiden Landratten Kopf und Magen Seefahrt eigentlich lernen?
    Gruß, der Jürgen

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  • Liberty-in-Paradise (RP)

    Ja, freut mich, dass Ihr meine Grüsse erwidert! Ich schreib ja manchmal ganz schön an die "Kante" ran - dessen, was man so im üblichen Sinne als Reisebericht sieht. Ich mische da immer noch so viel andere Themen rein, dass ich oft fast etwas Hemmung habe, am Schluss das Knöpfchen "Für Alle veröffentlichen" zu drücken... Scheint mir aber bislang niemand zu verübeln, DANKE!

    Meine Devise ist oft: Drei "Fenster" braucht eine (in meinem Sinne) gute Reisestory: Ein Fenster auf Land und Leute. Ein Fenster auf meine Erlebnisse dort. Ein Fenster auf die parallel existierende "Restwelt" und den Zeitgeist, dem ein Land, oder eine Kultur halt auch ausgeliefert ist. Ölkonzerne zum Beispiel in Timor.

    Danke für Euer Verständnis für meine "verschnörkelte" Art zu schreiben!

    An Jürgen: Seekrankheit vergeht oft nach wenigen Tagen, aber es gibt schon auch Härtefälle! Ich selber war noch nie seekrank, ich kann Dir daher keine Tipps geben, ausser die üblichen...

    PS. Danke für die schönen Fische, Moho! Werde Künstlerin! Kaum EIN Gebiet, wo SOOOO die Luft raus ist....

  • moho

    Hi Gerd
    man muss nicht alles wissen (Kunst kommt von Konnst...) nur wissen wo man man nachschlagen muß.
    Ich schmücke mich nicht gerne mit fremden Lorbären >:o)
    LG Moni

  • mamaildi

    Endlich der 2. Teil :-)))
    Nach einer Woche in den Bergen, von der ich eben zurück bin, hab ich diese Reise auf dem Schiff als noch fremder empfunden - das, was du in deinen Berichten beschreibst ist eine mir gänzlich unbekannte Welt. Umso mehr faszinieren mich jedesmal deine lebendigen Erzählungen mit Tiefgang, die trotzdem humorvoll aber auch sehr nachdenklich machend geschrieben sind.
    Besonders gefreut hat mich dein Statement zum Laufen. Mir selber ist schon Rad fahren zu schnell, zumindest auf Reisen, wenn ich den Luxus "Zeit haben" genießen kann, deshalb kann ich deine Einstellung zu diesem Thema vollkommen nachvollziehen. Die Blümchen in den Mauerritzen genauso wie die Begegnungen mit den Menschen am Wegesrand, das ist es doch, was wirklich bleibt vom Reisen.

    Ach ja - danke für Absätze, Bilder und den Seitenumbruch ;-))
    und ich freu mich auf Bali!
    LG Ildiko

  • Liberty-in-Paradise (RP)

    Ja, Bali kommt dann irgendwann, ich weiss schon den Titel (Flaschenpost aus Bali), aber zuerst muss ich noch etwas wandern, was ja auch eng mit wundern verwandt ist... Wer viel WANDERT, WUNDERT sich vielleicht öfter... Du weisst, was ich meine!

    Da mir aber die Distanzen doch etwas zu gross werden und ich mehr von Bali sehen möchte, habe ich mir jetzt ein Klapprad gekauft. Muss mich aber zuerst noch gewöhnen... Habe es bereits drei Mal vor einem Restaurant stehen gelassen und erst nach einiger Zeit mich erinnert, dass ich ja mein Rad vergssen habe!

  • RC-Redaktion

    Ein schöner, lebendiger Bericht. Unsere heutige Empfehlung auf der Startseite.

  • Schalimara

    Mir gefällt Deine lebendige Art des Schreibens und das Du den Leser mit auf Deine Reisen nimmst. Es wird nie langweilig und man ist "gezwungen" immer weiter zu lesen.
    Für mich bitte noch mehr Reiseerlebnisse (Berichte).
    L.G. Schalimara

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  • Liberty-in-Paradise (RP)

    Danke für die Orchideen, Schalmira! Mir machts ja auch diebisch Spass, nicht bloss zu schreiben, sondern die Leser irgendwie mitreisen zu lassen! Sie mitzuREISSEN... Ich habe da so meine Techniken und Tricks...: Schön SPITZER Haken am Anfang, dann ab auf die Rutschbahn, und immer wenn man das Gefühl hat, dies ist "die" Richtung in die es geht, eine unerwartete Kurve, dann woanderes hin, Wasserfall runter... im Pool drei Mal drehen lassen, dann weiter und weiter und immer Zug drauf halten am Haken, bis zur Atemlosigkeit SCHNELL, dann, wenn man GLAUBT, na ja, SOO schreibt "der" halt, STOPP, ganz sachte und poetisch werden, gleiten lassen in einem breiten Strom von Gedanken - und plötzlich wieder rauschen lassen, weiter und weiter, im gestreckten Gallop... Immer VORWÄRTS schreiben, aber ab und zu in den Rückspiegel schauen, damit es nicht langweilig wird. Nie wirklich stehen bleiben!

  • Schalimara

    Ein Meister der Worte ;-)

  • Piran

    Du bringst wirklich ein Buch raus?? Hast du schon damit
    angefangen? Wann kommt es raus. Und wo? Dili hört sich ja schrecklich an! Und Teuer.
    Bitte mehr Infos über Buch. Würde mich freuen... LG Piran

  • Liberty-in-Paradise (RP)

    Wau, SUPER von DIR zu hören, mein Sohn! Ja, KLAR bring ich ein Buch raus! Ich kann ja gar nicht anders... Mir platzt ja fast das Hirn, nach Allem, was ich erlebt habe... Auch und am ALLERSCHÖNSTEN mit DIR!

    In ein paar Tagen kommt meine neue Story hier: "Sturm des Lebens" DA wirst Du aber Augen machen...!

    Im Namen der GEO-Reisecommunity heisse ich DICH ganz herylich WILLKOMMEN, Piran! Kannst gerne auch eine Reisegeschichte hier schreiben. Du KANNST ja schreiben... Und hast SOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOO viel schon erlebt!

    Ganz herlich grüsse ich Dich aus Bali!

    Dein Daddy

    Captain Longbone

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben. Viele Grüsse von der Liberty! 2. Teil Über Leben und Reisen in rauen Zeiten 4.91 11

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