Kerala 2010

Reisebericht

Kerala 2010

Reisebericht: Kerala 2010

Vom 21.11.2010 bis 18.12.2010 sind wir 4 Wochen durch Kerala, Südindien gereist.

Man sagt, Kerala sei "Indien light" - nicht ganz so voller Herausforderungen und Kontraste wie andere Teile des Landes. Für unsere Indien-Premiere war es jedenfalls der richtige Einstieg. Wir sind angefixt und wollen MEHR... die Planungen für 2011 laufen schon an. Aber für Euch erstmal eine Nachlese dieser
Reise.

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Sorry, falls es verdammt lang und bildreich wird, aber wie soll man sich bremsen? Scrollt halt im Zweifel einfach vor.
Vor Ort organisiert hat für uns www.palmlandtours.net, ein kleiner lokaler Veranstalter, den wir durchaus weiterempfehlen können, auch wenn es - wie stets - Verbesserungsmöglichkeiten gab.



Kerla 2010 - unsere Route



Rechtzeitig bevor Deutschland im schneereichsten Winter seit vielen Jahren versank, machten wir uns auf und davon. Mit Emirats von Frankfurt via Dubai nach Kozhikode (Calicut). Angenehmer Flug, gutes Essen, kurzweiliges Unterhaltungsprogramm - alles bestens. Und die Flieger von Emirats sind wirklich nett. Wusstet Ihr, dass da des nachts die Sterne scheinen? Ich nicht...



Bei Emirats gehen die Sterne auf



Das Essen war wirlich fein. Bei all den angebotenen Sonderessen war es schwer, sich zu enscheiden. Egal ob mit Fleisch...



Vegetarisches bei Emirates



... oder ohne...



Lecker!



4,5 Stunden Aufenthalt in Dubai mitten in der Nacht sind leider etwas zäh, da kann der Flughafen so schillernd und schick sein, wie er will. Thorsten nutzte die Zeit für ein Nickerchen und ich zum Fotografieren.



Kleine Auszeit



Auch Mitten in der Nacht ist noch allerlei los



Duabi Airport



Die westliche Touristin, die dies für die Tür zum WC hielt stürzte kurze Zeit später mit hochrotem Kopf wieder heraus. Besser erst lesen, dann eintreten :-)



Gebetsraum



Wo ist unser Flug?



Wo ist unser Flug?



Dein Freund und Helfer



Dein Freund und Helfer



Die Scheichs vor den Auslagen haben ich dann doch nicht erwischt. Jedenfalls sahen sie aus, als überlegten sie nicht OB sondern nur WIEVIELE der glitzernden Kleinigkeiten sie denn kaufen sollten.



glitzernde Kleinigkeiten



Station 1: 21.11.10 - 24.11.10 Chera Rocks, Kannur

Nach etwa 24 Stunden endlich Ankunft an unserer ersten Station, dem Chera Rocks Beach House www.cherarocks.com. Einfaches Zimmerchen, im Bad die tropen-üblichem Schimmelprobleme, super Lage, toller Ausblick und KÖSTLICHES Essen. Letzteres sollte in den kommenden 4 Wochen nur selten übertroffen werden, auch wenn das Essen fast immer prima war. Auch der Service unschlagbar gut. Wir wurden umsorgt und verwöhnt und anfangs war uns all diese überbordende Freundlichkeit schon fast etwas unheimlich, aber nach und nach wurde uns klar... die SIND hier so. Noch nie in einem Land gereist, in dem uns die Menschen derart herzlich aufgenommen haben. ALLE Menschen!!!

Der Blick von unserer Terrasse...



Ausblick



Unser Strand...



unser Strand



... nebst krummer Palme...



nette Krumme Palme



... Fischern...



Fischer als Nachbarn



... und allerlei Getier...



Strandbewohner



Wie schon gesagt, KÖSTLICHES Essen...



lecker!



Wir ließen es ruhig angehen. Wir waren ja flexibel, da wir für die 4 Wochen ein Auto nebst Fahrer zu Verfügung hatten. Ein "Luxus", der hier nicht nur finanzierbar, sondern auch empfehlenswert ist, denn schon nach den ersten Kontakten mit dem lokalen Straßenverkehr war uns klar, DAS versuchen wir besser nicht selbst! Dagegen ist der Pariser Stadtverkehr ein Kindergeburtstag, und ein Italiener hinterm Steuer so zahm wie ein Opa mit Hut und Wackeldackel!

In Kannur sahen wir uns das alte Fort an und machten erste Bekanntschaft mit der lokalen Begeisterung für westliche Besucher. Eine anfangs recht irritierende Erfahrung, wenn sich Horden junger Leute auf einen stürzen, weil sie Fotos und
Konversation machen wollen. "What is your Name?" "Where do you come from?" "Do you like Kerala?" "One Picture please?" Und hier gibt es VERDAMMT viele junge Leute! Überhaupt, verdammt viele Leute... Nach kurzer Zeit hatten wir uns dann daran gewöhnt, überall einen Fanclub um uns zu versammeln und bald hatten wir unseren Spaß daran.

Was wir zu der Zeit noch nicht wussten war, dass wir in den ersten 3 Wochen unserer Reise fast immer die einzigen Weißen weit und breit sein würden. Die Attraktion für alle und jeden. Das kommt davon, wenn man abseits der Touriepfade reist. Eine für uns nicht ganz neue aber imm er wieder angenehme Erfahrung

Insgesamt ist das Fort keine recht fotogene Erscheinung, aber das fand ich dann doch interessant: In aller Ruhe und mit sehr sehr viel Zeit und Geduld wurde gerade der Bewuchs aus den Fugen entfernt.

Ich glaube, der Herr war noch eine ganze Weile beschäftigt.



St Angelos Fort



Für uns als Westler war natürlich selbst das für indische Maßstäbe weit entwickelte Kerala eine Ansammlung von Zeitreisen. Viele davon interessant und faszinierend, aber manche auch erschreckend.

Wir besuchten einen "Snake Park", der sich als eine Art Zoo herausstellte... ein Zoo der furchtbaren Art, wie es sie auch bei uns vor kaum mehr als 30 Jahren noch gab. Unglückliche Tiere in nackten dreckigen Betonverliesen... den Anblick habe ich bis heute noch nicht verkraftet. Aber wer sind wir, darüber zu meckern? Auch bei uns hat man es jahrhundertelang nicht anders gemacht. Aber nachdenklich wird man bei solchen Gelegenheiten doch sehr...

Eine der interessanten Zeitreisen war der Besuch in einer Weberei. Eng, dunkel, etwas muffig. Enorme Webstühle, viel gut gelaunte Arbeiter & -innen, ein enormes kunterbuntes Garnlager und die besten Geschirrtücher die ich je gekauft habe.



mächtiger Webstuhl





Und selbst Autos und Baustellen sehen irgendwie anders aus...



Ambassador



Station 2: 24.11.10 - 26.11.10 Vythiri Resort (Baumhaus), Vythiri

Umzug in den Regenwald, ab ins Baumhaus. Eine nicht ganz preiswerte aber durchaus lohnende Erfahrung. Das www.vythiriresort.com gibt sich alle Mühe, umweltgerechten Tourismus zu betreiben und die Lage inmitten alter Baumriesen und dichten Blättergewirrs ist schon ganz speziell. Es gibt eine Handvoll Zimmer / Hütten, die in Terrassen in den Wald rund um einen Bachlauf gebaut sind und
3 Baumhäuser etwas weiter im Wald gelegen. Ein 10 Min Fußweg (Vorsicht Blutegel!) oder eine holprige Jeepfahrt führen hin. Die Gäste sind fast ausschließlich indische Päärchen auf Hochzeitsreise und ein paar vereinzelte Westler. Eine umfangreiche Affengang belauert das Restaurant und stets ist einer der Bediensteten mit einer Schleuder bewaffnet zum Affen-Vertreiben abgestellt. Leider hatte ich mir auf der Anreise (und in unserem überklimatisierten Wagen) eine
Erkältung eingefangen, hustete als wär es TB und hatte fast keine Stimme mehr. Aber was solls, Urlaub geht auch ohne Stimme. Die Einstellung war schonmal gut, denn die Erkältung sollte mich die nächsten 2 Wochen begleiten.

Schon die "Straße" zum Resort machte einem mal wieder klar, dass man deutsche
Verkehrssicherheitsideen am besten gleich mal über Bord wirft. Eine 3 km Buckelpiste aus roter Urwalderde und Schlaglöchern reicht doch vollkommen aus, um ein Ziel zu erreichen. Und wer nicht schnell fahren kann, macht auch weniger Unsinn...

Unser Baumhaus von aussen...



unser Baumhaus



... und innen ...



Baumhaus von innen



Der Weg zu uns...



Der Weg zu unserem Baumhaus



Eins der beiden anderen Baumhäuser. Das dritte war nicht recht fotogen, aber dafür das höchste.



eins der anderen Baumhäuser



Die Affenband vom Vithyri Resort



Es gab auch einen netten Pool an dem sich natürlich auch die Affen tummelten.



Affenbande am Pool



Die ganze Anlage gibt sich Mühe, umweltgerechten Tourismus zu betreiben. So werden z.B. alte Farbeimer wiederverwertet:



umweltfreundlich



Und hier ist der Beweis: wir waren wirklich da, wo der Pfeffer wächst!





Wir waren wo der Pfeffer wächst



Neben Blutegeln, die uns später noch mehrfach begegnen sollten, gab es auch kleine Spinnen:



kleine Spinne



Station 3: 26.11.10 - 29.11.10 Rain Country Resort, Lakkidi

Unser nächstes Ziel lag nur ein paar Kilometer weiter auf der anderen Seite eines Hügels. Auf dem Weg dahin noch ein kurzer Stop am Pookote Lake, einem lokalen Ausflusgziel, das von Busladungen von Kids heimgesucht wurde. Bald alle Mitglieder unserer Fanclubs - vor lauter Plaudern und Fotografieren und Fotografiert werden kamen wir kaum voran.

Fanclubimpressionen:



unser Fanclub



Im www.raincountryresort.com tagte gerade ein 75köpfiger Ärztekongress, aber nach 2 Tagen reisten die Doktoren ab und wir blieben die einzigen Gäste. Den Namen trägt die Gegend zurecht, hier regnet es wirklich am meisten in ganz Kerla. Und es wird nachts doch empfindlich kalt, hier "oben" in den Bergen von Wayanad.

Hatte mich noch die Anfahrtspiste zum Vythiri gewundert, die zum Rain Country machte mich dann sprachlos. Noch ein paar Kilometer länger und noch ein bissl übler. Eine super Jeep Piste, nur dass wir nicht mit einem Jeep sondern mit einem Tata Indigo unterwegs waren. Ich glaub, selbst unser Fahrer hat sich gefragt was wir da machen.

Im Resort hat man an einem von einer Quelle gespeisten See eine Handvoll schöner alter Häuser versammelt:





nette Unterkunft



Man beachte meine tropengerechte Kleidung. So wirklich warm wars da nicht.



warm eingepackt am Abend



Die nächsten Tage standen ganz im Zeichen von Natur pur. Wir erkundeten allerlei Wasserfälle voller badefreudiger Inder...



Ausflug



... und das Wayanad Wildlife Sanctuary in der Hoffung, wilde Elefanten oder Tiger
zu sehen. Letztlich gab es hier "nur" Axishirsche und zahme Elefanten und eine 12 köpfige (aus indischer Sicht halbnackte) französische Reisegruppe - mehr Westler als wir seit unserer Ankunft in Summe gesehen hatten. Kulturschock



Eingang



Eindeutig kein Mädchen!



eindeutig kein Mädchen



missbilligende Blicke in Richtung der Franzosen



böser Blick



Abends im Rain Country gab es dann noch mehr Natur. Eine lustige Raupe auf meinem Reisetagebuch...



nette Raupe



...und eine Schlage die einen Frosch fressen will. Der pustet sich auf. Unentschieden. Wie die Sache ausgegangen ist konnten wir nicht verfolgen, da beide zusammen den Hang herunterkullerten und im Gebüsch verschwanden.



Schlange vs Frosch



Der Umzug zu unserer nächsten Station bedeutete einen 6 stündigen Transfer auf recht
abenteuerlichen Straßen, besonders "nett" die endlos scheinenden Serpentinen herab aus den Western Ghats hin zur Küste.

Hier sind wir noch oben



noch sind wir oben



In den Kurven fehlte z.T. nicht nur der Straßenbelag sondern manchmal alles, was das Wort Straße noch rechtfertigen würden. An der halsbrecherischen Fahrweise der Inder änderte das nichts. Zum Fotografieren war mir eher nicht zumute und auch andere litten. Episode unterwegs: uns überholt halsbrecherisch ein Jeep, der Fahrer saust in die nächste Kurve und hinten beugt sich eine der Fahrgäste aus dem Fahzeug und ko*** während der Fahrt mal eben über Bord. Mahlzeit!



Station 4: 29.11.10 - 02.12.10 Coconut Island, Trichur

Unsere nächste Unterkunft lag auf einer kleinen Privatinsel in den Backwaters. Unsere Insel www.keralaislandresort.com: ein paar Palmen, ein niedliches Häuschen für uns und ein zweites kleines für unser "Personal". Ein herrlich ruhiger und friedlicher Ort - die meiste Zeit. Leider startete um 5:30 der Hindutempel gegenüber mit seinen lautstarken Lobpreisungen. Kaum gab er Ruhe legten die Moscheen los und hin und wieder mischte sich noch das Gebimmel der christlichen Glocken darunter. Sind eigentlich alle Götter schwerhörig? Als Atheist hat man es manchmal nicht leicht !

unser Häuschen



unser Häuschen



Impressionen von unserer Insel



unsere Insel



Jeder Ausflug beginnt mit einer Bootsfahrt.



abendlicher Gast auf Coconut Island



Das lokale Bier... SEHR lecker !!!



Abends auf Coconut Island - Kingfisher



Einer der Höhepunkt unserer Reise war der Tag mit einem Elefanten...

Unser Elefant Ganesch - 34 Jahre alt



Ganesch



Erst gab es Berge von Obst für ihn...



kleiner Imbiss



... dann einen beschwerlichen Auftstieg für uns...



mühsamer Aufstieg



... gefolgt vo einem tollen Ausritt durch die Dörfer.



Ganesch und wir



Wusttet Ihr, dass Elefanten eine lustige Stoppelfrisur haben?



Stoppelhaare



An einem andere Tag zockelten wir per Ochsenkarren durch die Dörfer. Leider war dies einer der wenigen Regentage aber nett war's trotzdem.



unser Ochsenkarren



Der dezente Verkehrskreisel inmitten von Thrissur



der zentrale Kreisverkehr in Thrissur



unzählige Fahrbahnen, infernalischer Lärm, ohrenbetäubendes Hupen. Dieses Schild war an dieser Stelle der größte Witz der Reise



Das Schild = der größe Witz



Station 5: 02.12.10 - 05.12.10 River Front Resort, Kodanad

Nach 3 Tagen Robinsonfeeling stand wieder ein Umzug an. Auf dem Weg nach Kodanad ließ sich noch ein Ausflug zu den Athirappilly_Falls http://en.wikipedia.org/wiki/Athirappilly_Falls einbauen. Da könnten wir als Wasserfall-Fans natürlich nicht widerstehen. Schön, groß und eindrucksvoll, nur indische Touristen (wir waren mal wieder die einzigen Westler weit und breit) und unzählige Affen.

Thorsten und Lijo (unser Fahrer) bestaunen die Aussicht während die Wachleute in ihrem Hüttchen die Touristen im Auge behalten, damit keiner abstürzt.



Lijo und Thorsten bestaunen die Wasserfälle



Auch von unten bieten sich beeindruckende Aussichten.



Auch von unten eindrucksvoll



Im Park beim Wasserfall gab es auch allerlei zu sehen, z.B. farbenfrohe indische Ausflügler...



farbenfrohe Ausflügler



... und viele Affen...



Affenbande



... die u.a. damit beschäftigt waren, noch mehr Affen zu machen (scheint kein Vergnügen zu sein, wenn man sich ihre Gesichter so ansieht....)



Affen machen Affen



Fundsache von unterwegs... Löschmittel an einer Tankstelle...



Löschmittel an der Tankstelle



... und Mädels im Regen



Mädels im Regen



In Kodanad erwischten wir dann den einzigen Reinfall bei unseren Unterkünften. Im Internet und der Selbstdarstellung sieht das River Front Resort wirklich nett aus, aber die Realität war leider ganz anders. Eine übelst riechende Matratze (Insektenschutz? Chemie? ichwillsgarnichtwissen!), keine Sitzgelegenheit, ein dusteres Zimmer. Das war nix. Nachdem ich nach kurzer Zeit im Zimmer von der Matratzenchemie lauter Pickel an den Armen bekam, war ein Zimmerwechsel fällig. Die neuen (einzigen anderen?) Räumlichkeiten waren dann zumindest besser und boten noch dazu einen netten Blick auf den Fluss (Periyar) vor der Tür. So liessen sich die 3 Tage aushalten. Die Badestelle im Fluss war aber so ziemlich das einzig feine.

In Malayattoor, einem christlichen Pilgerort am gegenüberliegenden Ufer fanden wir uns (nach einer Überfahrt in einer Nussschale) vor einer riesigen Kirchenbaustelle. Die 300 Jahre alte Kirche nebenan war zu klein geworden. Hier haben die Religionen noch Zulauf... daheim baut man schon lange nicht mehr in solchen Dimensionen. Und wann hat man schonmal die Gegegenheit in einen solchen Rohbau hereinzuschauen.



neu neben alt



Ansonsten gibt es in Kodanad noch eine "Elephant training center" in dem man früher gefangene Elefanten zähmte und heute Jungtiere aufzieht. Man kann - sehr touristisch angehaucht - dem täglichen Bad im Periyar zusehen und gegen Geld Fotos mit den Elefanten machen. Wir waren verwöhnt und hatten schon viele Fotos mit uns und Ganesch, daher nur ein paar Impressionen.



Elefantenbad bei Kodanad



Ein weiterer Wasserfall-Besuchs-Versuch endete in überschwemmten Seitenarmen. Danach musste Lijo sein Handy und beide ihre Klamotten trocknen. Aber immerhin einen netten kleinen Huntertfüssler gab es zu sehen...



Kurz vor dem unfreiwiligen Bad



Station 6: 05.12.10 - 08.1210. Green Mansion, Periyar

War unsere ganze Reise bisher schon sehr naturlastig, so ging es jetzt richtig in den Busch und weit weg von allen Handynetzen und modernen Errungenschaften. Wir verschwanden für 3 Tage im Periyar Tiger Sanctuary http://de.wikipedia.org/wiki/Periyar-Nationalpark http://www.periyartigerreserve.org/html/greenmansions.htm



Hier beginnt die Wildnis



in dem es neben Hirschen, Büffeln und Elefanten auch noch knapp 40 Tiger gibt. Man kann das Reservat entweder per Tagesausflug besuchen oder aber sich für ein paar Tage in den wenigen einfachen Zimmerchen einmieten, die angeboten werden. Wir entschieden uns für letzteres und das war gut so. Während tagsüber die Ausflügler in ihren Jeeps einfielen und mit ihren Guides den Park geführt wurden, hatten wir mit den wenigen anderen Gästen (2 nette schweizer Mädels, die üblichen indischen Paare auf Hochzeitsreisende und eine Männertruppe aus Mumbai) in der übrigen Zeit die ganze Natur für uns alleine.



Hochzeitsreisende



Einer der tollsten und beeindruckendsten Teile unserer Reise!!! Morgens um 5:30 mit dem Guide zu Fuß über die grasbewachsenen Hügel wandern, in den bewaldeten Senken die Elefanten hören, wie sie sich durch die Bambushaine fressen und durchs Unterholz brechen, den Nebel aus dem Tälern aufsteigen sehen, während es langsam hell wird. Affen und Vögel rufen, Büffelherden ziehen über die Hügel und man sieht seine ersten freilebenden Elefanten. Erst ganz klein und weit weg, dann in den nächsten Tagen auch näher.



Auch ein Guide braucht mal ne Pause



Oder am Abend per Jeep nur mit Guide und Fahrer auf Tour gehen, durch die Wälder fahren auf holprigen Pisten (waren aber besser in Schuss als die Zufahrt zum Vythiri). Eine Tigerspur sehen, die erst ein paar Stunden alt ist. WOW, DAS sind mal Katzenfussis! Wie klein sind dagegen die Füße von meinen beiden Katzen daheim. Anschliessend gedulig nach Blutegeln suchen und zum Glück keine finden (oder welche übersehen).



Vorsicht Blutegel!



Die Tage in Periyar haben mir ganz besonders gut gefallen und daran konnte auch nicht ändern, dass an allen Tagen immer das gleiche Essen gab oder dass es am letzten Tag regnete. Ein Ziel, das ich nur empfehlen kann. Neben all dem großen Getier gibt es auch so schöne Vögel und Pflanzen und viel viel mehr



fliegender Edelstein



Ach ja, dann war da noch die Sachen mit den Elefanten...

... am dritten Tag um 5:30 Aufbruch zur Jeepsafari. Unser Guide sieht eine Elefantenherde, wir stoppen an einem Pfad und machen uns zu Fuß auf den Weg näher heran. Und näher. Und näher. Und ich denk mir noch, der geht aber nahe ran, unser Guide...

Was wir nicht gesehen hatten, war dass die 3 großen auch 2 kleine dabei hatten und irgendwann verstand Vaterfant keinen Spaß mehr... stellte die Ohren auf... trötetet und machte ein paar Schritte auf uns zu. Ich kann Euch sagen, man kann plötzlich verdammt schnell rennnen. Zum Glück war es nur (wie wohl meist) ein Scheinangriff, denn sonst hätte es übel enden können. So blieb es dabei, dass ich auf dem taunassen Gras stürzte und mir mein Knie prellte. Leider ist der Schleimbeutel bis heute noch nicht wieder fit. Aber vorher schossen wir - Sekunden vor dem Angriff - noch dieses nette Foto per Tele. Wir waren vielleicht 50 m entfernt...

Sekunden vor dem Angriff...



Sekunden vor dem Angriff



Was lernen wir daraus? Wenn Dir Dein Bauchgefühl sagt, Du möchtest nich näher rann, dann bleib stehen auch wenn der Guide weiter will...

Später erzählte dann ein anderer Guide dass im letzten Jahr ein Tourist weniger Glück hatte. Da machte der Elefant ernst und schleuderte ihn und den Guide in die Landschaft. Ein Monat Krankenhaus und gebrochener Brustkorb war die Folge für den Touristen. Der Guide kam mit ein paar Prellungen davon. PUH, wir haben Glück gehabt...



Station 7: 08.12.10 - 10.12.10 - Hausboot Alleppey

Als nächstes gingen wir auf große Fahrt. Per Hausboot über die Kanäle der Backwaters, eine sehr entspannende Angelegenheit! Anders als die meisten Touristen gönnten wir uns 2 Übernachtungen an Bord. Gut so, denn am ersten Tag regnete es und wir hätten uns doch sehr geärgert, wenn wir von der fotogenen Gegend gar nichts gehabt hätten. Unser Boot hatten wir mit seinen 3 Mann Besatzung ganz für uns alleine, unser Koch zauberte mit das beste Essen der ganzen Reise und vom Sonnendeck aus genossen wir den Ausblick. Zumindest als am 2ten Tag endlich das Wetter fein war wir den Schwarm der 1Tages Boote hinter uns ließen, so dass wir z.T. ganz alleine auf den Kanälen unterwegs waren. Schön!



Abfahrt im Regen



Unser Fanclub hat auch ein Hausboot.



Auch unser Fanclub hat ein Hausboot



Dichte Reihen von Kokospalmen säumen die Wasseräufe. Man gleitet an den Häusern der Einheimischen vorbei und überall ergeben sich interessante Ausblicke. Frauen waschen ihre Wäsche im Kanal, auf Booten wird alles transportiert was man sich denken kann (und noch einges mehr)...



Unterwegs auf den Backwaters



...morgens baden die Menschen im Fluss und auch zum Zähneputzen wird das Wasser genutzt...



Abwasch



... allerlei Getier gibt es zu sehen, Kormorane, Reiher, Eisvögel...



Neugierige Blicke.



Neugiernasen



...und gelegentlich die riesigen Entenschwärme der Entenzüchter.
Schon mal Hunderte quakender Enten vorbeischwimmen sehen? Das war ein Erlebnis.



Entenzucht



"One pen please!"



"one pen please"



Station 8: 10.12.10 - 14.12.10 Brighton Beach House, Cherai

So langsam brach die letzte Woche an und so langsam wurde es ein wenig touristischer. Es ging zum Strand in Cherai Beach, wo allerdings nur die Touristenmädels halbnackt ins Wasser hupfen. Die Inderinnen baden im Sari oder Salwar... sehr kleidsam und erstaunlich schnell wieder trocken.



The Queen of the world



In unserer Unterkunft hab es ein ungewöhnliches Haustier, einen weißköpfigen Bussard wie man sie besonders in den Backwaters immer wieder sieht. Wie sehr hatte ich mich bemüht, ein gescheites Foto von einem zu schiessen und hier saß nun ein zahmes, nur eingeschränkt flugfähiges Exemplar, das sich vom Koch mit Leckereien verwöhnen ließ.



Thorsten & Shiva



Ein paar Kilometer den Strand entlang und schon ist man ganz alleine, während sich am Hauptstrand Unmengen von indischen Tagesausflüglern und vereinzelte westliche Touristen knubbeln



Einsamer Strand unweit von Cherai Beach



Station 9: 14.12.10 - 18.12.10 Anna Homestay, Fort Cochin

Unsere letzte Station war mit ABSTAND die touristischste... Fort Cochin ist halt ein Tourieort, aber das wussten wir ja vorher. Für die letzten Tage und zum Shoppen von Mitbringseln war das genau richtig. Unsere Unterkunft erwies sich als Glücksgriff... das Anna Homestay ist nicht zu Unrecht bei Tripadvisor ganz ganz weit oben im Ranking zu finden. Christine und Francis und ihre beiden Töchter geben einem wirklich das Gefühl, zur Familie zu gehören. Wir hatten 4 herrliche Tage und
die Abreise fiel ganz und gar nicht leicht. Wer immer in die Gegend kommt... schaut ob sie nicht eines ihrer 3 oder 4 Zimmer frei haben... www.annahomestaykochi.com

Neben Tourieläden in denen man seine Fähigkeiten zu Handeln verfeinern kann gibt es Restaurants unterschiedlichster Qualität und leider auch einige der typischen Nebenwirkungen von vielen Touristen... Die Leute wollen halt Dein bestes... Dein Geld... und so versucht man einem da wo sich viele Touristen treffen allerlei aufzuschwatzen. Allerdings... anders als z.B. in Südfrankreich oder Spanien in vergleichbar touristischen Ecken - reicht ein deutliches "no thank you" aus und
schon hat man seine Ruhe... naja bis der nächste kommt.

Was das Handeln angeht, so erwies Thorsten sich als Naturtalent. Zitat eines Händlers "bargain is ok, but you bargain too much"



Etwas Kultur gönnten wir uns auch: einen Besuch beim Kathakali, einer Art Tanztheater die für unsereinen - trotz vorheriger Erklärungen - unverständlich bleibt und voallem eines ist: verdammt LAUT

Bevor es losgeht, werden die Akteure geschminkt uns maskiert



Vorbereitung



Dann bringt der Gute...



Der Gute



...den Bösen um und rettet die Welt (und unser geplagtes Gehör)



Der Böse



Bekannt ist Fort Cochin für seine chinesischen Fischernetze die wirklich sehr interessant und ansehnlich sind. Man braucht eine ganze Reihe von Menschen um diese riesigen Konsturktionen mit ihren Stämmen und den Steinen als Gegengewichten zu bedinen. Allerdings ist an diesem Hafenbereich auch der Anteil der wir-wollen-dein-Geld-Leute recht groß. Aber, wie gesagt, mit NO THANK YOU kommt man prima durch. (nur einmal musste ich wirklich deutlich werden... der Typ war ganz schön verdattert und sprachlos, dass ihn eine Frau derart anpfeift und ließ uns dann in Ruhe).



chinesisches Fischernetz



Der Fisch wird gleich aus den Netzen frisch verkauft. Das freut nicht nur die Touristen sondern auch die Katzen.



Katzenfische?



Aber selbst in Fort Cochin kann man die Touristen recht bald hinter sich lassen, wenn man sich nur zu Fuß auf den Weg macht... ein paar Straßen weiter und man trifft wieder echte Menschen...

...die auf den Bus warten...



Man wartet auf den Bus



...aus der Schule kommen... (natürlich alle artig in Schuluniformen)...



Schulweg



...ein Schläfchen machen...



Nickerchen



... Fleisch (ver)kaufen...



Frischfleisch?



...Berge von Pfeffer abladen...



Alles Pfeffer



.. und uns neugierig beobachten.



Gugug



Der letzte Hippi?



Der letzte Hippi?



Überall gab die verschiedensten Shops. Läden für alles und jedes, manche kaum 2 m breit und übervoll mit allerlei dies und das... Hier nur eine kleine Auswahl, denn so langsam sind es doch genug Bilder, nicht?

Der lokale Elektronikshop - man beachte die vielen Marken

Ein Mixer-Reparaturshop

Fahrradwerkstatt

Reisladen

Bananenvielfalt



Mixerreparaturshop



Thorsten wagte sich sogar zu einem Barbier



unters Messer



.. es gibt grandiose Bäume...



DAS ist doch mal ein Baum



Und dann gab es da noch eine Art Autofriedhof mitten in der Stadt. Man beachte das Bäumchen, das schon auf der Ladefläche wächst.



Bewachsen



Und diese HAARE!!! In DE sagt man mir immer nach, ich hätte langes dickes Haar, aber gegen sowas komme ich nicht an



tolle Haare



Ja und bevor ich Euch jetzt noch mehr der insgesamt sicher 800 Fotos um die Ohren haue fliegen wir mal lieber wieder heim.

Zuerst nach Dubai... mit interessanten Ausblicken beim Anflug...



Anflug auf Dubai



... und sportlichen Fensterputzern...



Fensterputzer in Dubai



Und dann ging es nach Frankurt. Die Landung inmitten des Winterchaos war ziemlich "seifig". Ihr kennt dieses Gefühl aus dem Auto? Bei einem Flieger will man das GAR NICHT haben. Was war ich froh, als die Bremsen bremsten...
Schliesslich brachte uns die Deutsche Bahn sogar irgendwann nach Köln. Die Züge hatten Stunden Verspätung und viele fielen gan aus, so dass wir froh waren, als wir endlich mit vielen anderen im Gang eines ICE standen, der mit 100 Sachen gemütlich nach Köln zockelte (normal sind 300...).
Jedenfalls hatten wir nette Gesellschaft - Grüße an Astrid - und kamen irgendwann tatsächlich daheim an. Schnee, Glatteis, Minusgrad...

Wen wunderts, dass wir schon wieder planen?

Im Gepäck jedenfalls allelei Mitbringsel, darunter leckerer Tee und 2 kg herrlichen
Malabar-Pfeffers - soooo gut!!!


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Kommentare

  • traveltime

    Gruß an Vivien und Erhard! Auch ein schönes priv. Forum.
    LG Rolf

  • Semira

    Wird gemacht :-)

  • Weina

    Die vielen Bilder geben einen tollen Einblick in euere Indien Reise. Hat mir sehr gefallen euch zu begleiten ;-)....
    mfg Weina

  • mamatembo

    Whow!!! Was für ein GRANDIOSER Einstieg hier in unsere Community! Ich bin begeistert von Deinen jungen und erfrischenden Schilderungen aus meinem geliebten Indien, auch wenn ich mächtig viel scrollen musste und den Text erst einmal nur überfliegen konnte ... und ich bin gespannt darauf, was da noch kommt!
    LG Beate

  • agezur

    Jetzt erst entdeckt - und enttäuscht, dass er schon zu Ende ist.!!!!!!
    Dein Bericht hat mir sehr, sehr gut gefallen, Text und Bilder locker angeordnet - so richtig zum mitreisen!
    LG Christina

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben. Kerala 2010 5.00 5

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