Abseits ausgetretener Touristenpfade

Reisebericht

Abseits ausgetretener Touristenpfade

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Abseits ausgetretener Touristenpfade 'Südafrika, Namibia, Botswana'

Namibia-Botswanasafari 2006

Vom 7. November 2006 bis 5. Dezember 2006

Für alle die noch mehr und detailiertere Informationen benötigen wie Roadbook, Karten, Bilder etc. können genaue Informationen auf unserer Homepage www.sandneurosen.com einsehen.

Anfangskilometerstand 81.522, Endkilometerstand 89.487, gefahrene KM 7.965



07.11.2006

Sandpipercrescent – Springbok - Steinkopf

Gute Pad oder Lekker Pad!
Das ist der Gruß unter den Reisenden.
Denn die Straßenverhältnisse sind mit das Wichtigste bei einer Tour.

Unsere Informationen beziehen wir wie gewöhnlich aus dem Radio, Internet und Fernsehnen, sowie Reiseführer von Namibia Baedeker, Edition Erde Verlag, Botswana Hupe Verlag, geologisches Handbuch „Namibias faszinierende Geologie, N. Grünert“, Klaus Hess Verlag und ein Sternekompass von GU.
Die Packerei findet ein Ende bevor sie anfängt richtig zu nerven. Um 9 Uhr 30 starten wir am Sandpipercrescent. Das GPS hat im Gegensatz zu uns Startschwierigkeiten und der erste technische Defekt holt uns ein, während wir Table View noch nicht verlassen haben. Ohne Umschweife leihen uns Maria und Sepp www.photo-obsession.com ihr Zweitgerät. Bei strahlendem Sonnenschein fahren wir auf der Küstenstraße in Richtung Norden und N7.
Im Westerncape wächst das Getreide im Winter, denn nur in dieser Zeit regnet es ausreichend. Kurz vor der Gluthitze des Sommers ist das wertvolle Korn bereits abgeerntet. So sind kilometerweit nur noch die Stoppelfelder zu sehen, einzelne Kühe stehen einsam auf den Äckern. Bei Morresburg wird das Korn in überdimensional große Plastiksäcke eingetütet. Die Getreidepakete liegen als lange weiße Würste auf den Feldern.
Am Anstieg zum 519 Meter hohen Piekenaarsklofpass wandert die Nadel der Temperaturanzeige des Landys wieder zügig in den roten Bereich. Das beunruhigt Uwe sehr, denn dieses Problem beschäftigt uns nun schon bald zwei Jahre.
Auf der Höhe von Lambertsbay endet die vegetationsreiche Zone entlang des
Olifants Flusses und das Namakwa (früher Namakwaland) beginnt. Der halbwüstenartige Landstrich erstreckt sich auf eine Fläche von 48 000 km². Nach den Regenfällen im Winter kann man entlang der N7 und bei Springbok die Wildblumenblüte erleben. Der Ort Springbok liegt 1000 Meter hoch, hat 8000 Einwohner und trägt seinen Namen nach den früher hier zahlreich vorkommenden Springböcken. Die Stadt ist das Zentrum der umliegenden Farmen und der Kupfer- und Diamantminen.
Nach einer Strecke von 607 Kilometern campieren wir kurz vor Steinkopf auf einer Erhöhung. Von diesem Steinplateau bietet sich uns ein schöner Rundblick. Dem unglaublich heißen und windigen Tag folgt ein ruhiger angenehmer Abend am Lagerfeuer.
Uwe werkelt am Landy und entfernt das Mückengitter vor dem Kühler. Es schützt die Lamellen vor Verschmutzungen. Vielleicht hält das Gitter aber auch zuviel Frischluft ab.

Astronomisches Betthupferl
Ein zauberhafter Sternenhimmel steht über uns. Der Sage nach wehrt der Himmelsjäger Orion, begleitet von zwei Hunden, mit seinem Schild den angreifenden Stier Taurus ab. Gleichzeitig stellt er den sieben Töchtern des Riesen Atlas nach. Die Plejaden sind unter dem Namen Siebengestirn bekannt.



Camp nahe Steinkopf



08.11.2006

Steinkopf – Ai Ais

Am Morgen ist es mit Aufgang der Sonne schon warm und bald setzt auch der heiße Wind wieder ein.
An der die Grenze zu Namibia entrichten wir die Straßengebühr von 140 Rand und fahren in Richtung Orangefluss. Wir möchten unseren schönen Campingplatz vom letzten Jahr aufsuchen.
Am Orange angekommen staunen wir, das Wasser ist bei den letzten Regenfällen so hoch gestiegen, dass von unserem schönen Platz nichts mehr zu sehen ist. Die Bäume sind ausgerissen und in tiefen Ausspülungen steht trübes Wasser. So bleibt es bei einem kurzen, erfrischenden Bad an einer anderen Stelle im Fluss und die Reise geht weiter durch die schöne Schlucht des Gamkab.
An einigen Stellen in der problemlos zu befahrenden Schlucht befinden sich noch kleine Pfützen. Dieses abgestandene Wasser schimmert in vielen Farben und riecht stark nach verfaulten Eiern. Der Weg stößt aus der Schlucht kommend auf die D 316 und diese mündet in die C 10. Die letzten Kilometer nach Ai –Ais führen durch eine karge hügelige Mondlandschaft. Das Tal empfängt uns mit einer Gluthitze. Ai –Ais liegt am südlichen Ende des Fisch River Canyons. Die Quellen wurden von einem Nama entdeckt. Heiß wie Feuer nannten die Nama den Ort.
Die Nama oder Khoikhoin, (die Benennung Hottentotte ist mittlerweile unüblich), sind eng verwandt mit den San. Beide Gruppen verwenden in ihrer Sprache die Schnalz- und Klicklaute. Wobei die San früher von der Jagd lebten und die Nama traditionell halbnomadische Hirten waren.
Die Lufttemperatur von 39 Grad im Schatten wird nur von heißen Thermikblasen unterbrochen, sie fegen im 15 Minutentakt über den Campingplatz von Ai Ais. Das mineralhaltige Wasser der Quelle von Ai - Ais steigt mit einer Temperatur von 60 Grad an die Erdoberfläche. Etwas abgekühlt gelangt es in den großen Außenpool. Die Wassertemperatur des Schwimmbeckens soll bei 35 Grad liegen. Langsames Aufwärmen ist anempfohlen, so dass der Kreislauf keinen Schock bekommt. Nach wenigen Minuten ist meine Haut rot wie ein gekochter Hummer und mein Herz pocht schnell. Völlig ermattet steige ich aus dem heißen Nass und empfinde die Außentemperatur kühl, allerdings schwindet der Eindruck nach wenigen Minuten. Wer an so heißem Badewasser kein Vergnügen findet, kann hier Tennisspielen oder auf die umliegenden Berge wandern. Bei dieser Hitze heute aber wohl auch kein großes Vergnügen.
Die Vögel am Platz haben wenig Scheu und sie erforschen sofort, ob sich bei uns nichts Fressbares findet. Die Tüte mit den Keksen im Auto bleibt nicht lange unentdeckt, und ehe sie völlig geplündert wird, verstauen wir sie unerreichbar.
Unermüdlich zwitschern und fliegen die Vögel umher, während unsere Aktivitäten völlig zum erliegen kommen.

Astronomisches Betthupferl
Der Himmelsjäger Orion ist leicht zu finden. Seinen Gürtel stellen drei Sterne dar. Dazu die Sterne Beteigeuze als Schulterstern und Rigel als linkes Bein lassen den Jäger der griechischen Sage, gefolgt von seinen zwei Hunden klar aus dem Sternendurcheinander hervortreten. Der kleine Hund ist nicht sehr auffällig, der Hauptstern heißt Procyon. Der große Hund ist unschwer an dem hellen Fixstern Sirius zu erkennen.


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Kommentare

  • RdF54

    Solche Betthupferl sind doch die Schönsten!
    Sehr schöne Tour und informativ geschrieben!

    LG Robert

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