Djebel al-Tariq - Ein Tag auf dem Affenfelsen

Reisebericht

Djebel al-Tariq - Ein Tag auf dem Affenfelsen

Reisebericht: Djebel al-Tariq - Ein Tag auf dem Affenfelsen

Den Tag haben wir unserer Andalusien-Rundreise abgezwackt. Das 6,5 km² große Gibraltar wurde 1704 von England erobert und erhielt 1830 den Status einer britischen Kronkolonie, welche heute als einziges britisches Überseegebiet Mitglied der EU ist.



Upper Rock

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Mehrfach verlangte Spanien die Rückgabe des kleinen Landzipfels, aber auch beim letzten Volksreferendum 2002 stimmten 99% der Einwohner Gibraltars für den Verbleib unter britischer Krone.
Entgegen den Empfehlungen der Reiseführer parken wir das Auto nicht auf den riesigen Parkplätzen im spanischen Grenzort La Línea de la Concepción. Meanderförmig führt die Straße zum kleinen Checkpoint an der 1,2 km langen Grenze, welche von den Spaniern von 1967 bis 1985 gesperrt wurde.
Im so vorprogrammierten Stau hat man schon einen ersten guten Blick auf El Penon, wie die Andalusier Gibraltar nennen. In der antiken Sagenwelt galten Gibraltar und der auf der afrikanischen Seite liegende Djebel Musa als die mythischen Säulen des Herakles. Der Sage nach habe hier am Ende der Welt die gewaltige Kraft des Halbgottes die beiden Berge als Stützen zwischen Himmel und Erde geschaffen.



Gibraltar Airport

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Am Grenzübergang selbst reicht es, den Pass oder die identity card einfach nur hoch zu halten, niemand kontrolliert das so genau.
Trotz seiner Zugehörigkeit zur britischen Krone, aber wegen seiner Nähe zu Spanien herrscht hier seit 1929 Rechtsverkehr.
Ist man erst einmal eingereist, so muss man die Vorfahrt der Flugzeuge beachten, denn nach wenigen Metern überquert man auf einer vierspurigen Straße, welche in die Innenstadt führt, die Start- und Landebahn des internationalen Flughafens, zu dem auch ein Luftwaffenstützpunkt der Royal Air Force gehört.



für cirrus: Flughafen Gibraltar



Ebenfalls Flottenstützpunkt der Royal Navy dient Gibraltar der Versorgung britischer und US-amerikanischer Flottenverbände in Mittelmeer und Nordatlantik.



Auf den ersten Blick spricht uns die Innenstadt nicht an und hinterlässt auch auf den zweiten einen ziemlich schmutzigen und heruntergekommenen Eindruck.



Kathedrale in Gibraltar



Cable Car

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Upper Rock mit seinem Naturreservat ist unser Ziel und den erreichen wir natürlich auf bequemstem Wege mit der Cable Car. Direkt an der unteren Station befindet sich ein kostenfreier Parkplatz. Touristenfänger bieten von hier aus auch Fahrten mit einem Kleinbus auf den Felsen an. Man spart gegenüber der Cable Car ca. 2 €. Die Preise der Cable Car sind gepfeffert, aktuell liegt eine einfache Fahrt plus Besuch des Nature Reserve bei 24,- € (mit Rückfahrt 26,50 €). Eine vierköpfige deutsche Familie vor uns macht prompt auf dem Hacken kehrt.



Auf der Lauer

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Kaum dass wir die Cable Car verlassen haben und wir den ersten Sätzen unseres Interactive Guide lauschen, lässt uns das kreischende Geschrei eines Teenagers zusammenzucken. Ein Berberaffe macht sich an ihrem Handtäschchen zu schaffen. Wie Mütter so sind, eilt auch sie ihrer Tochter zu Hilfe und versucht das Tier abzuwehren. Und so schnell man gar nicht gucken kann, läuft der guten Frau auch schon das Blut aus dem Unterarm. Das kleine Äffchen hat zugebissen!
So beginnt unser Tag auf dem Upper Rock, dem Fels von Gibraltar, etwas turbulent. ;-) Gibraltar ist der einzige Ort in Europa, wo Affen frei lebend vorkommen. Und wir erleben live mit, zu nahe sollte man ihnen wirklich nicht kommen!
Die vom Affen gebissene Dame wird von Parkguides versorgt und wir lauschen weiter unserem Interactive Guide.



Shepherds Path Spot

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So ist der steil aus dem Meer herausragende Kalksteinfelsen 6 km lang und 1,2 km breit, die Spitze erreicht eine Höhe von 426 m. Der restliche Teil Gibraltars ist flach und besteht aus meist sandigem Gebiet. Das Naturschutzgebiet wurde 1993 gegründet. Daneben ist auch das gesamte Meeresgebiet von Gibraltar seit dem 1996 unter Schutz gestellt.



Moorish Castle

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711 wurde Gibraltar von den muslimischen Arabern und Berbern eingenommen. Der maurische Feldherr Tāriq ibn Ziyād eroberte als erster Muslim ein Stück Spaniens. Um etwa 1160 entstand eine erste Festung in Gibraltar, die in den kommenden Jahrhunderten ausgebaut wurde und heute als Moorish Castle bekannt ist.



Great Siege Tunnels

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Die Bedeutung des Felsens als militärische Anlage wird in den aus dem Jahr 1782 stammenden Verteidigungsanlagen „Great Siege Tunnels“, welche in den Fels geschlagen wurden, ersichtlich.



O'Hara's Battery Lookout

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Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Zivilbevölkerung Gibraltars umgesiedelt und in dieser Zeit wurde der Felsen in eine unterirdische Festung für bis zu 15.000 Soldaten umgewandelt. Ziel dieser Befestigung war es einem möglichen Angriff der Wehrmacht begegnen zu können. Diese insgesamt etwa 50 km langen unterirdischen Tunnel, die sogenannten World War II Tunnels, können heute in Teilen besichtigt werden.



St. Michael's Cave

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Lohnend ist der Besuch des Höhlensystem St. Michael's Cave. Die Tropfsteinhöhle führt mehrere hundert Meter ins Felseninnere. Die erste Höhle wurde wegen ihrer guten Akustik zu einem Auditorium ausgebaut und wird als Konzertsaal genutzt.



St. Michael's Cave



komm kuscheln

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Die berühmten Affen sieht man fast überall im oberen Bereich des Ape's Rock. An der Queen's Road befindet sich ein Futterplatz (Fütterung täglich um 8.00 Uhr und um 16.00 Uhr). Die Kleinbus-Agenturen fahren diesen Platz natürlich an und nutzen ihn, um Touristen mit den Affen zu fotografieren, indem sie sie mit Leckereien anlocken. Ob dies eine gute Idee ist, ist fraglich, da die Affen ziemlich aggressiv reagieren, wenn das Futter alle ist. Natürlich haben sie auch gut beobachtet, dass die Leckereien aus den Taschen der Touristen und ihrer Guides kommen. Und so ist es nicht verwunderlich, dass sie bei den Besuchern dort zuerst nachschauen.



entdecke die Welt



Um nicht ganz so faul zu sein, benutzen wir wenigstens bergab unsere Füße, da der Fels auch gut zu erwandern ist. Um den Besuchern den doch etwas langen Weg zu verkürzen, hat man inzwischen begonnen, eine Treppe parallel zur Seilbahn zu bauen. Im August 2010 endete sie aber noch kurz unterhalb der mittleren Cable Car Station.



100 Ton Gun

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Am späten Nachmittag schauen wir uns noch die berühmte 100 t Kanone an der Rosaria Bay an. Sie wurde zwischen dem 23.12.1878 und 31.03.1884 gebaut und nach dem Govener Lord Napier of Magdala benannt. Im Napier of Magdala Batterie erhält man über Ausstellungsstücke, auf Fotografien und in Einsatzberichten ausführliche Informationen.
Im Außenbereich kann man die Kanone selbst besichtigen. Allein das Geschützrohr hat eine Länge von 9,8 m und eine Reichweite von bis zu 8 Meilen. Der Drehwinkel beträgt 150°. Die ganze Bucht von Algeciras liegt in der Reichweite der Kanone. Die Kanone wurde im Dezember 1882 in der Batterie installiert, nachdem man für den Transportweg von gerade einmal 365 m vom Hafen bis zum endgültigen Standort 21 Tage benötigt hat.



Leuchtturm am Europa Point

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Wir beenden unseren Ausflug mit einem Besuch des Europa Points, dem südlichsten Punkt Gibraltars. Hier befinden sich ein Leuchtturm und eine Moschee.



Moschee am Europa Point



Nachwuchs

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Ob Spanien den Affenfelsen jemals zurück erhält ist kaum vorstellbar. So heißt es nämlich „solange auch nur ein Affe auf Gibraltar lebt, bleibt der Fels britische Kronkolonie“. Wie das wohl gemeint ist?


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Kommentare

  • agezur

    Ein Fixpunkt , den man sich bei Gelegenheit nicht entgehen lassen soll. Und du hast meine Erinnerungen wieder aufgefrischt!!!
    LG Christina

  • pleuro

    Und ich habe was Neues kennengelernt. Und auf Grund Deiner Schilderungen und Fotos reizt es mich, da mal vorbei zu schauen. Was will ein Reisebericht mehr. Danke Dir!
    LG Anne

  • Jabba

    Dank Euch!!!

  • Blula

    Leider habe ich auf meiner Andalusienreise Gibraltar ausgelassen. ...! Das hätte ich nicht tun sollen. Werde einen Besuch nun sicher mal nachholen! Dein Bericht hat mir gefallen.
    LG Ursula

  • RELDATS

    Ein überaus gelungener Bericht, der mich irgendwie an meinen Tagesausflug nach GIB erinnert.
    Nette Grüsse von Josef

  • Jabba

    vielen Dank!!!

  • widix

    Vielen Dank für den tollen Reisebericht. Wir fliegen im März nach Südspanien und Gibraltar ist fest eingeplant. Durch Deinen schönen und informativen Bericht sowie die herrlichen Bilder bin ich schon gut darauf eingestimmt. LG Sabine

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