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Reisebericht: Wo die Wolken aufhör'n und das Land beginnt
liegt Svalbard, eine der letzten Wildnisse Europas. Im Sommer 2009 habe ich die Hauptinsel Spitzbergen auf einem Segelschiff besucht und erwandert. In gletschergesäumten Fjorden und im Packeis. Durch Meere winziger Blumen, vorbei an historischen Trapperhütten, Rentieren, Vögeln und Walen. Und Eisbären.
Nehmt Euch ein bisschen Zeit und begleitet mich auf eine Fahrt nicht ganz ohne Abenteuer.
- Eine dramatische Begegnung
- Ankunft auf Spitzbergen
- Longyearbyen
- Wir gehen an Bord
- Adventsdalen und Alkhornet
- Unter Segeln
- Walrösser um Mitternacht
- Ny Alesund
- Unterwegs
- Smeerenburg oder das Ende der Grönlandwale
- Über den achtzigsten Breitengrad nach Moffen
- Ankerwache
- Wanderung im Eolusneset
- Die Hinlopenstrasse oder rote Flecken auf dem Eis
- Befreit vom Eise
- Wale!
- Die Rentierebene
- Der Monacogletscher
- Ankerplatz im Bockford
- Der Tag der tausend Photos
- Wanderung am Raudfjord
- Der Raudfjordgletscher aus nächster Nähe
- Der Fluch der Arktis ist gebrochen
- Smeerenburgbreen
- Magdalenenfjord
- Krossfjord oder laufen wie auf Eiern
- Im Eis der Gletscher
- Ebeltofthamna
- Pyramiden im Nebel
- Abschiedsabend
- Skansbukta oder wo das Land aufhört und die Wolken beginnen
- Noch nicht genug von Spitzbergen?
02.08.2009
Eine dramatische Begegnung
Eigentlich wollten wir ja während des Frühstücks weg um früh vor anderen Schiffen im Liefdefjord zu sein.
Eigentlich.
Erst wehrt sich der Anker heftig und dann, kaum dass wir losfahren, ruft Guide Jelle "Eisbär!".
Alles versammelt sich an der Bordseite und schaut. "Dort, dort oben, oberhalb des Steilufers!". Tatsächlich, da ruht eine Bärin mit ihrem vielleicht ein Jahr alten Jungen.
Zu niedlich! Das Kleine liegt mit der Schnauze auf Mamas Rücken, klammert sich an ihrer Hinterbeine. Schließlich legen sich beide nebeneinander hin und dösen. Nur Mama hebt schon ‘mal den Kopf.
Da ruft Jelle schon wieder "Bär!".
Vielleicht 500 Meter rechts tapert ein einzelner Bär über den Strand. Ich frage mich, was jetzt passiert. Denn Bärenmänner - und wir vermuten, dies ist einer - sind berüchtigt dafür, Bärennachwuchs zu töten um die Mutter wieder paarungsbereit zu machen. So habe ich gehört.
Aber erst einmal merken beide Parteien noch nichts voneinander. Das Männchen läuft weiter den Strand entlang, steigt den Hügel hinauf und verschwindet.
Währenddessen streckt sich die Bärin und macht es sich mit ihrem Nachwuchs gemütlich.
Matrose Jannes besteigt den höchsten Mast „unseres“ Segelschiffs und schaut dem Männchen hinterher. Und signalisiert, dass der Bär einen Bogen schlägt.
Nach einer Viertelstunde taucht er tatsächlich wieder auf, diesmal oberhalb von Mutter und Kind. Bei uns an Bord herrscht gespannte Stille.
Doch die beiden erwachsenen Tiere sehen sich, blicken sich an, aber die Mutter bleibt mit ihrem Kleinen liegen. Vielleicht ist es ein altes Junges von ihr? Oder der Papa vom Kleinen? Wohl nichts Bedrohliches. Wir sind beruhigt.
Bis wir von oben hören, dass der Bär erneut einen Bogen schlägt.
Kurz darauf taucht er an der Landspitze wieder auf und geht nun auf einmal direkt auf die Kleinfamilie zu.
Die Mutter springt auf, stupst ihr Junges an und beide rennen los, weg, bloß weg vom Männchen, den Hügel hinauf.
Unter welchem Stress die Bärin stand, merkte ich erst daheim, als ich die Photos genauer durchsah. Die Bärin hat sich echt "in die Hose gemacht". Der Urinstrahl ist deutlich zu sehen. Oder ist das eine allzu menschliche Interpretation tierischen Verhaltens?
Mutter und Kind stoppen kurz und schauen und rennen, schließlich trotten, weiter bis sie hinter der Kuppe verschwinden.
Das Männchen gibt sich souverän und ignoriert die Beiden von da an. Erst klettert es den Steilhang hinunter und beguckt sich im Wasser. Dann klettert es wieder hinauf und verläßt "die Bühne". Nein, Applaus bekommt es von uns nicht.
Ich atme tief durch und merke wie die Anspannung langsam nachlässt.
Fünf Bären haben wir bisher insgesamt gesehen. Und dann noch eine solch spannende Begegnung. Wir haben echt Glück!
Nicht das einzige spannende Erlebnis auf dieser Reise.
Doch lasst mich von vorne beginnen.
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Also Gabi, einfach eine tolle Reise mitreißend berichtet und durch eindrucksvolle Fotos unterstrichen!
Es ist zwar nicht so ganz meine Gegend, aber ich habe Deinen sehr ausführlichen Bericht sehr gerne gelesen und mich als Passagier des Seglers gefühlt!
LG Robert -
An einer Stelle im Bericht hast du geschrieben: "Wir haben viel Zeit." Das ist unschätzbar in unserem Zeitalter der eiligen Reisen und spiegelt sich in deinem Bericht ständig wider. Mir kommt es vor, als hättet ihr völlig entschleunigt, wozu sicher auch das Segelschiff beigetragen hat, und es war ein Genuss für mich, auf 16 Seiten in aller Gemächlichkeit und Genauigkeit mitzureisen. Zusammen mit den wunderbaren Bildern ein Nericht der Spitzenklasse!
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Eine tolle Reise und ein sehr gut geschriebener Bericht, der uns hautnah an dieser einmaligen Reise teilhaben lässt. Da wäre ich gern dabei gewesen. Über Deine Beschreibung zu den Schwimmwesten musste ich herzlich lachen. Die Dinger sind wirklich fürchterlich. Deine Bilder lassen das Erlebte noch lebendiger werden und manche Erinnerung wurde wach.
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Sehr gut geschrieben und tolle Bilder. Vielleicht muss man selbst in diese Gegend gewesen sein um zu wissen wie schwierig es ist solche Bilder zu machen.
Vielleicht mache ich noch mal eine Reise nach Svalbard, aber dann auch mit ein Segelboot.
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Hallo Gabi,
Du hast eine fantastische Reise erlebt. Und Du lässt uns auf eine wunderbare Weise an dieser Reise teilhaben. Dazu hast Du teilweise wunderbare Fotos beigefügt. Ja, das Wetter. Trotzdem kommen Deine Eindrücke gut rüber. Danke fürs "dabeisein" können!
gruß
Claus -
Zuerst einmal VIELEN herzlichen Dank für Eure Kommentare und die guten Bewertungen :-)
@mamaildi, Du hast recht, wir waren wirklich ziemlich entspannt und darauf hast erst Du mich aufmerksam gemacht. In die Erinnerung drängen sich halt die ereignisreicheren Teile der Reise.
@Schoena, zu den Schwimmwesten: Wie ich aus der Antarktis und von den Schwimmwesten der Guides in Spitzbergen weiß, gibt es auch Modelle, in denen man wesentlich beweglicher ist. Eine Freundin hat mir den Tipp gegeben, ggf. selber eine zu kaufen, die sind anscheinend gar nicht so teuer. Leider habe ich keine Ahnung, welche Kriterien man anlegen muss, um die richtige für so eine Reise zu bekommen. Vielleicht schaut ja hier irgendwann mal jemand vorbei, der dazu etwas sagen kann und es gleich in einen Tipp packt.
@Claus, mich hat das neblige Wetter nach einiger Zeit nicht mehr gestört, es ist wohl auch nicht unüblich für den Sommer in Spitzbergen. Und man sagt ja auch, eigentlich kommen die Farben einer Landschaft in strahlendem Sonnenschein (der hier sogar um Mitternacht herrschen kann) gar nicht so heraus.
Viele Grüsse,
Gabi -
Danke für diesen wunderbaren, stimmungsvollen Bericht, der die Liste meiner Wunsch- Reiseziele noch einmal verlängert.
LG desertflower -
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Sagenhaft geschrieben, liest sich wie ein Spannender Roman, Du solltest Schriftstellerin werden :-)
LG
Claudia -
Hallo Gabi, bin sehr gerne mitgesegelt in deinem tollen Reisebericht. Als ganz grosser Bären-Fan hat mich Eure Begegnung mit den Weissen Riesen begeistert, die Variante Ursus Arctos fehlt uns noch in der Reihe der Begegnungen. Meine nicht ganz Seefeste Süsse müsste ich noch überzeugen, dann wäre dies auch ein Trip nach meinem Geschmack, da kann ich michder Aussage von desertflower nur anschliessen! Danke fürs "Mitreisendürfen" LG DAni
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Eine toll geschriebener Bericht über ein wunderschöne Reise!
Da ich den Norden liebe gerade für mich ein super Bericht. -
Liebe Gabi!
Ich gebe zu, dass es mich mehr in den Süden zieht. Aber Deinen wundervollen Bericht hier zu lesen... das war schon was ganz Besonderes. Hat mir viel gegeben, auch das Betrachten Deiner einzigartigen Fotografien. Vielen Dank!
LG Ursula -
Hallo!
Toller Reisebericht! Ich bin nächstes Jahr im März, also im "Winter" auf Svalbard. Bin schon gespannt was mich erwartet! Da werden dann mit Sicherheit die Schneemobile, welche bei dir "auf dem trockenen" gestanden sind, zum Einsatz kommen! :)
Grüsse,
Torsten -
Selten habe ich einen Reisebericht gelesen der so gut geschrieben wurde wie deiner !Eine Traumreise mit Traumhaften Fotos ! Das macht Lust auf mehr !
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