Westaustralien im Wohnmobil

Reisebericht

Westaustralien im Wohnmobil

Reisebericht: Westaustralien im Wohnmobil

Pinnacles Desert, die Delfine von Monkey Mia, die Weingüter des Südwestens und natürlich Perth, die abgelegenste Großstadt der Welt. Westaustralien ist groß, sehr groß und ebenso vielseitig. Eine erster Annäherungsversuch an den größten Bundesstaat Australiens, vorgenommen im Wohnmobil von zwei, für die auch mal der Weg das Ziel sein kann.

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Uh, ist das groß hier

Wir sind in Perth, der Hauptstadt von Westaustralien gelandet. Von hier aus werden wir zwei Schleifen durch den größten Bundesstaat Australiens fahren – eine nach Norden bis Monkey Mia (ca. 1.000km nördlich von Perth) und eine durch den Südwesten bis nach Albany (ca. 700km südöstlich von Perth).

Um sich die Dimensionen dieses Landes vorstellen zu können möchten wir den geneigten Leser erst einmal mit ein paar Zahlen „langweilen“ - Reisen soll ja bilden:

Der Bundesstaat Westaustralien (WA) ist mit einer Fläche von 2.529.875 km² etwa siebenmal so groß wie Deutschland. Auf dieser Fläche leben etwa 2.003.800 Einwohner, also ungefähr die Einwohnerzahl von Hamburg. Von den knapp über 2 Millionen Einwohnern WA’s leben drei Viertel in Perth, auf einer Fläche, die 0,2% des Landes ausmachen. Also: 75% der Einwohner leben auf 0,2% der Landesfläche – oder umgekehrt: ein Viertel der Einwohner (etwa 500.000) macht sich auf den restlichen 99,8% Fläche breit.

Das entspricht einer Bevölkerungsdichte von 0,22 Einwohner pro km² - ziemlich einsam dieses Westaustralien und dazu noch ziemlich groß. Zum Vergleich: die Bevölkerungsdichte in Deutschland beträgt 231 Einwohner pro km². Noch einsamer wird es, wenn man bedenkt, dass sich von den restlichen ca. 500.000 Bewohnern ein Großteil in der Südwest-Ecke des Staates konzentriert, was aber mehr als verständlich ist, denn da gibt es den leckeren Wein. Dann bleiben nämlich nur noch 0,12 Einwohner pro km² für den Rest übrig (und das ist dann wirklich verdammt einsam).

Interessant ist z.B. auch, dass die zweitgrößte Stadt von WA (Bunbury) nur knapp 50.000 Einwohner zählt. Albany, die drittgrößte Stadt und erste westaustralische Siedlung (gegründet 1826) zählt 31.500 Einwohner, besitzt aber dafür den größten natürlichen Hafen der Welt (wenn das nix ist).

Es gäbe natürlich noch viele weitere skurrile Informationen über Westaustralien zu berichten (z.B. dass Perth die abgelegenste Großstadt der Welt ist), aber das heben wir uns für später auf. Jetzt also zum eigentlichen Bericht.



Perth

Perth

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Am Ende eines ruhigen, ereignislosen Fluges sind wir von Annette (einer Freundin von Freunden von Freunden von uns) vom Flughafen abholt worden und wurden direkt zum Royal Perth Yacht Club verfrachtet wo wir zum Twilight Sailing auf die SY Nirimba eingeladen waren. Reichlich Bewegung an der frischen Luft soll ja gut gegen den Jetlag sein. An Bord gab es nach dem Auslaufen und Segel setzen dann Erdbeeren, Chardonnay, Spring Rolls, Chooks (Chicken Wings) und Kuchen, Kuchen, Kuchen… Eigentlich ist der „Twilight Sail“ eine wöchentliche Regatta, aber die Aussies wissen ja, wie man aus jedem offiziellen Anlass eine große Party macht. Wir segelten dann vor der Skyline von Perth bis weit nach Sonnenuntergang auf dem Swan River bevor uns Annette gegen 22 Uhr am Hotel absetzte.

Nach einer traumlosen Nacht wurden wir am nächsten Morgen vom Wecker unsanft aus dem Schlaf gerissen. Man darf das Biest mit dem Namen 'Jetlag' halt doch nicht auf die leichte Schulter nehmen. Um 10 Uhr hatten wir den Termin zur Übergabe des Campers bei unserem Vermieter. Wieder einmal zeigte sich, dass die Taxifahrer Australiens mit ihren deutschen Kollegen in Sachen Ortskenntnis nicht mithalten können. Wir mussten den Fahrer quasi zum Ziel lotsen…

Die Übergabe gestaltete sich als sehr unterhaltsam. Camperworld ist ein kleines Familienunternehmen und entsprechend leger und lustig ging’s dann auch zu. Statt des gebuchten Hitop bekamen wir zu unserer Freude den nächst größeren Explorer Van, der nicht nur etwas geräumiger ist sondern auch über Automatik statt Schaltgetriebe verfügt. Positiv überrascht hat uns auch die überkomplette Ausstattung mit Mikrowelle, Toaster, Herd mit Grill, das komplette Kochgeschirr und vor allem der doch reichliche Stauraum. Den brauchten wir dann auch, denn als nächstes ging es zum shoppen in die Midlandgate Mall wo wir unsere Vorräte zusammenstellten.

Anschließend fanden wir sogar noch Zeit für eine kleine Stadtrundfahrt durch Perth und den Besuch des Royal Botanic Garden, der auf einem Hügel gleich neben dem Zentrum liegt. Neben den fantastischen Ausblicken auf den Swan River, die Skyline und das Umland gibt es viele interessante Lehrpfade über die australische Flora, unter anderem auch ein Stück Buschland mitten in der Stadt. Abends auf dem Campingplatz dann das inoffizielle Highlight des Tages: Barbeque mit Steaks vom Känguruh. Die erste Nacht im Camper gestaltete sich wechselhaft. Zuerst war es zu warm, dann kam ein Sturm auf dessen Böen unsere Behausung ziemlich durchschüttelte und anschließend haben die Vögel randaliert. Schließlich konnten wir doch schlafen, und das gleich bis um zehn Uhr (wir hatten eigentlich den Wecker auf sieben gestellt, denn wir hatten ja ordentlich „Programm“ vor).

Nach dem „Frühstück“ sind wir dann mit dem Bus nach Perth gefahren und haben die Stadt besichtigt. Dass Perth die abgelegenste Millionenstadt der Welt ist haben wir ganz deutlich gemerkt. Ein Samstag in der Innenstadt Münchens ist mindestens zehn mal stressiger als hier. Jede Menge Parkplätze direkt an der Fußgängerzone waren frei und auch in den Einkaufsstraßen kein Geschiebe und keine hektischen Menschen. Alles ganz relaxed und ohne Eile – sehr symphatisch.

Am Abend gab’s dann wieder „barbie“ – nein wir essen keine Plastikpuppen; die Aussies verniedlichen nur alles und so wird aus „barbecue“ dann „barbie“. Deshalb sind wir auch von den „mozzies“ geplagt und nicht von den moskitos (mehr aussie slang später) – aber jucken tut’s genauso.


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Kommentare

  • Camparispezial

    Witzig zu lesen, man bekommt fast das Gefühl dabei gewesen zu sein!

  • geiauf

    Sehr informativ und kurzweilig zu lesen. Ich vermute chardonnay wird den Kontinent nochmal besuchen.

  • Petrus

    Liegt Australien gleich um die Ecke?
    Man könnte glauben,ein Australier hat diesen Reisebericht verfasst,wenn wir nicht
    den Autor persönlich kennen würden!
    Wir haben auf alle Fälle diese Reise nach empfunden.

  • RdF54

    Toll und amüsant geschrieben! Bin mitgefahren - sowwohl mit Euch als auch durch meine Erinnerungen ... :-)

    No worries - Mate!!

    LG Robert

  • klawo

    Ich glaub es nicht: Genau diese Tour haben wir Feb./März 2009 auch gemacht, nur mit dem Unterschied, dass wir mit dem Wohni in Sydney gestartet sind und dann quer durch den Süden Australiens - natürlich dabei durch die Nullarbor-Ebene - dann wie beschrieben, WA befahren haben. Den Reisebericht könnten wir komplett übernehmen - einschließlich der lästigen Mücken und Fliegen.
    Der Bericht beschreibt sehr treffend dieses weite Land Westaustralien!!

  • klawo

    Hier finden Sie als Ergänzung zu meinem Kommentar u.a. auch eine Auswahl Fotos unserer Australienreise 2009:
    http://www.panoramio.com/user/762951

  • globetrotter

    sehr schöner Bericht und interessante Bilder! Der Wave-Rock und die Pinnacles haben sich gar nicht verändert!!!!

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  • RELDATS

    Ja, Westaustralien ist unbedingt eine Reise wert. Toller Bericht.
    Nette Grüße von Josef

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