El Hierro - kleines Juwel der Kanaren

Reisebericht

El Hierro - kleines Juwel der Kanaren

Reisebericht: El Hierro - kleines Juwel der Kanaren

El Hierro ist die kleinste der kanarischen Inseln und den meisten Touristen unbekannt. Das ist auch gut so: El Hierro ist daher vom Massentourismus verschont geblieben und besitzt eine unverfälschte Landschaft ohne Hotelburgen. Nur eine kleine Gruppe Reisender trifft sich auf El Hierro, um die ursprüngliche Natur auf Wanderungen zu erleben.

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Zum Wandern nach El Hierro

Blütenpracht am Straßenrand

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Mi unserem Sohn Sebastian hatten wir im Laufe der letzten Jahre die kanarischen Inseln abgeklappert, aus den reinen Badeurlauben waren Reisen geworden, bei denen wir die Inseln auf Rundfahrten erkunden konnten oder unsere Wanderstiefel schnüren konnten. Die beiden Reiseführer über La Gomera, die ich mir für einen Urlaub auf Gomera gekauft hatte, beschäftigten sich auch mit El Hierro, von dem ich bis dahin nie etwas gehört hatte. Aber auch in den Katalogen verschiedener Trekking-Veranstalter tauchten Tourenwochen in El Hierro auf. Die Neugier war geweckt, und da Sebastian noch zu klein war, um Spaß bei einer organisierten Trekkingtour zu haben, entschieden wir uns, bei Wikinger-Reisen anzufragen, ob wir auch nur ein Appartement auf El Hierro buchen könnten. So bekamen wir unser Quartier in El Golfo, Mitwagen inklusive. Da es keine Direktflüge nach El Hierro gibt, buchten wir per Internet einen Flug nach Teneriffa-Nord und den Weiterflug mit Binter Canarias, der lokalen Fluggesellschaft nach El Hierro. Wie sich herausstellte, war dieser Flug sogar günstiger als die Überfahrt mit einer Fähre, allerdings ebenfalls über Winkinger-Reisen gebucht, da man so in den Genuss der Einheimischen-Ermäßigung kommt.



El Golfo

El Golfo, Blick vom Mirador de...

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Schon der Flug mit der kleinen Propellermaschine der Binter Canarias war spektakulär. Als sich das Flugzeug aus dem Wolkenmeer gekämpft hatte, das von Westen an Teneriffa anbrandete, konnten wir auf der linken Seite die schneebedeckten Hänge des Teide sehen; später tauchte dann die zerklüftete Küste La Gomeras unter uns auf bevor das Flugzeug sich beängstigend den Felsklippen El Hierros annäherte, um dann auf dem winzigen Flugplatz in der Nähe des Hauptortes Valverde zu landen.
Das Gepäck war schnell ausgeladen, unser Mietwagen, ein recht klappriger Corsa ebenso schnell übernommen, nur das Verstauen des Gepäcks dauerte im kleinen Kofferraum recht lange. Unser Eindruck vom Auto bestätigte sich bald, als sich die Fahrertür nicht mehr öffnen ließ. Aber am wichtigsten waren die Bremsen, und die hielten den vielen Passstraßen gut stand.
Dann folgten wir der Wegbeschreibung nach El Golfo, die so gar nicht zu unserer erst erworbenen Karte passen wollte. Aber ein neu gebauter Tunnel führte in den touristischen Hauptort der Insel.
Das Valle del Golfo ist eine Hälfte eines großen Vulkankraters, dessen andere Hälfte durch Erosion wegbrach, so dass ein nach Nordwesten offenes, sehr fruchtbares Halbrund entstand, in dem sich die kleinen Orte Frontera und Tigaday über die Hänge verteilen.
Spektakulär ist der Blick, wenn man den Tunnel verlässt und den ganzen Talkessel überschauen kann.



Punta Grande, das kleinste Hotel der Welt

Punta Grande, kleinstes Hotel...

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Unsere Appartementanlage war schnell gefunden; wir mussten uns im Punta Grande, dem im Guiness-Buch eingetragenen kleinsten Hotel der Welt, melden. Das Punta Grande liegt auf einer Felsklippe, die nur noch mit einer schmalen Felsbrücke mit dem Land verbunden ist. Von drei Seiten brandet das Meer gegen diese Klippe.
Zum ersten Mal bei unseren Reisen auf die Kanaren mussten wir uns mit Händen und Füßen verständigen. Im Hotel gab es niemanden, der auch nur einen Brocken Deutsch oder Englisch verstanden hätte, und unsere Spanischkenntnisse beschränkten sich etwa auf 'un cerveza, por favor'. Aber wir wurden dennoch sehr freundlich aufgenommen, und unser erfreulich großer Bungalow, der nur 200 m entfernt stand, war schnell bezogen.
Nachdem wir uns zunächst selbst verköstigt hatten, gingen wir auf einen Wein ins Hotelrestaurant und konnten dort verfolgen, wie üppig die Hotelgäste versorgt wurden. Unser Entschluss stand daher sofort fest, in den nächsten Tagen nicht mehr selbst zu kochen, sondern die einheimische Küche im Hotel zu testen. Und diese war hervorragend. Man konnte jeden Abend zwischen Fisch und Fleischgerichten wählen, wobei man sich dann den Fisch, der zubereitet wurde, noch vom Tablett aussuchen konnte. Dazu gab es immer Suppe, Salate, die für die Kanaren typischen Salzkartoffeln und verschiedene mojo-Saucen.
Auch morgens wurden wir mit einem üppigen Frühstück verwöhnt, so dass wir tagsüber kaum noch Hunger bekamen. Und alles zu sehr erschwinglichen Preisen.


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Kommentare

  • Birgit

    Hallo Wolfgang, danke für deinen interessanten Beitrag über Hierro. Wir haben in den letzten Jahren Fuerteventure, La Gomera und Teneriffa besucht. Hierro steht auch noch auf unser Wunschliste. Nach deinen Bericht weiß ich nun das wir dort richtig sind.

  • Michael.Thaler

    Hallo - wir waren mit unserem ersten Kind als Baby auf Teneriffa und La Gomera und haben La Gomera sehr schön gefunden - der Artikel macht uns Lust, mal wieder eine "neue" kanarische Insel zu bereisen!

  • ulandra

    Hallo, schön mal wieder was über Hierro zu hören, dachte schon nach dieser grauenhaften Fernsehserie (weiß nicht mehr, wie sie hieß) wäre es mit der Insel auch so wie mit La Palma. Ich war vor fast 13 Jahren mal da und damals war da der Hund erfreulich tief begraben und es gab bis auf die Hauptstraße Valvede - Frontera nur Lehmpisten. Scheint sich ja nicht zu viel geändert zu haben, wird wohl Zeit, mal wieder hinzufahren, aber nix pauschal, danke für die Tipps!

  • Segelfilmer.de

    Hallo Wolfgang,

    das finde ich ja besonders gut, dass mal über eine so kleine und anscheinend sehr abgelegene Insel ein eigener Bericht zu lesen ist. Und der außerdem auch noch recht ausführlich ist.

    Hat mir so gut gefallen, dass ich diese Insel gerne auch mal besuchen möchte - dann natürlich mit einem Segelschiff - wie man es von mir schließlich erwarten kann ...

    Liebe Grüße - Thomas (Segelfilmer)

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