Paradise Revisited

Reisebericht

Paradise Revisited

Reisebericht: Paradise Revisited

Mein zweiter Besuch in Fern Howe, Sommer 2004 (siehe auch "Das Paradies gibt es wirklich")

Lakeland Photographic Holidays, die Zweite

Borrowdale im Regen

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Nach einer nahezu perfekten Herbstwoche 2002 fuhr ich im Juli 2004 mit gemischten Gefühlen zum zweiten Mal in den Nordwesten Englands. Zum einen kann frau ja nicht immer davon ausgehen, dass in dieser Wetterecke die Sonne scheint, zum anderen ist der Lake District der meistbesuchte Landstrich der Britischen Inseln. Würden wir also genügend Motive vorfinden, vor denen nicht Horden von Sommerurlaubern, japanischen Touristen, englischen Schulklassen herumwuselten?
Bisher sei das Wetter gräulich gewesen, erzählen John und Gail zur Begrüßung, es könne also nur besser werden. Im übrigen könnten unsere Wanderstiefel (Anmerkung: Wanderstiefel sind Pflicht in Fern Howe, doch wehe, du betrittst das Haus damit!) ja auch ein wenig Matsch vertragen. Herrliche Aussichten!



Scheune mit drystone wall



Schlechtwetterfotografie

Dry stone walls

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Tatsächlich regnete es an fünf von sieben Tagen, allerdings nicht permanent. Der Himmel zeigte sich einheitlich grau. Kann mensch da überhaupt Fotos machen, fragt Vivian. „Klar“, sagt John, „stellt die Kamera aufs Stativ, vertraut der Automatik in Bezug auf die Belichtungszeiten und seht zu, dass ihr den Himmel nicht ins Bild kriegt!“ (Anmerkung: Stativ ist auch Pflicht.) Also, Konzentration auf die Komposition: einzelne Bäume in grüner Landschaft, Schafherden, die typischen Steinwälle, Nahaufnahmen von Flora und Fauna - überall leuchten Fingerhüte und an einigen Stellen finden wir heimische Orchideenarten -, Felsformationen, moosbewachsene Baumwurzeln – und natürlich Wasserfälle. Klar, wenn’s regnet, führen die besonders viel Wasser und sehen ziemlich eindrucksvoll aus.



Stonethwaite Beck



Wie fotografierst du Wasserfälle?

Scale Force

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John hat dann auch einen ganz vigelinschen Tipp auf Lager, als wir hoch über Crummock Water den Wasserfall Scale Force aufsuchen: „Bist du gut in Mathe? Also: 1/10 Sek. Verschlusszeit bei z. B. Blende 8 hat denselben Lichtwert wie hundert Mal 1/1000 Sek., richtig? Also machst du hundert Aufnahmen auf ein Bild mit 1/1000. Das gibt ein rauschendes Bild von einem Wasserfall.“ Schön, das geht mit Johns Nikon, doch was mache ich mit meiner Canon, die nur eine Neunfachbelichtung erlaubt? (Anmerkung: Ich rede hier von analogen Spiegelreflexkameras, mit einer digitalen habe ich die Sache noch nicht ausprobiert.) „Austricksen: Stell 9 ein, knips bis 8 runter, dann stellst du wieder 9 ein. Einfach, nicht?“ Gibt es irgendetwas, das dieser Mann nicht weiß? Na gut, ich zähle mit: 12 x 8 + 4 = 100. Meine MitfotografInnen müssen ein wenig warten, bis ich fertig bin. Und es klappt tatsächlich.



Fern Howe goes digital

Vorsicht, Eichhörnchen!

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Seit einigen Jahren betreibt und lehrt John Gravett auch Digitalfotografie – wie alles, was er tut, mit viel Enthusiasmus und Fachwissen. Zwar entwickelt er immer noch unsere Diafilme, d.h. hauptsächlich meine (Anmerkung: Seit Anfang 2009 gibt es diesen Entwicklungsservice nicht mehr; wg. zu wenig Nachfrage hat John seine Dunkelkammer aufgelöst.), doch für die Teilnehmer mit Digitalkameras haben die Gravetts den Wintergarten aufgerüstet. Die Fotos werden von der Speicherkarte in den Laptop geladen und mittels eines Beamers auf eine Leinwand geworfen. Nebenbei erhalten wir Tipps für die Bildbearbeitung mit Fotoshop. Es ist also für alles gesorgt, jeder kommt zu seinem Recht. (Anmerkung: Inzwischen gibt es mehrere Computerarbeitsplätze in Fern Howe und mehrmals im Jahr spezielle Workshops, “Getting to Grips with Digital“.)
Am Ende der Woche blinzelt die Sonne ins Frühstückszimmer. „Nö, die wollen wir heute nicht, die stört nur. Geht viel besser ohne!“ sagt Alex. Wieder verlassen wir Fern Howe mit vielen neuen Erfahrungen. Bis zum nächsten Mal!
PS: Und wie war das jetzt mit den Touristen? Ganz einfach: da, wo wir waren, kommen die meistens nicht hin.



Neues Leben wächst aus den Ruinen


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Kommentare

  • RdF54

    auch England hat seine schönen Ecken - egal ob es rfegnet oder nicht :-)
    LG Robert

  • hardyuno

    Ja, genau so kenne ich England. Bei meinem letzten Besuch in Yorkshire Ende März hatte ich außer Schnee so ziemlich jede Art von Wetter;-))) Wie lieben England. Danke für den interessanten Bericht.
    LG
    Hartmut

  • RC-Redaktion

    Interessanter Reisebericht, schön geschrieben und mit praktischen Tipps zur Fotografie. Unsere heutige Empfehlung!

  • Aries

    ...und mit schönen Fotos!
    LG Hedi

  • 238EWT

    Ein kurzer, aber auch bildlich informativer Bericht über eine Landschaft Nordenglands, die ich schon in den 1970er Jahren in mein Herz geschlossen habe. Ich war im Oktober dort. Morgens glitzerteten die Tautropfen auf den Gräsern, tagsüber wärmte die Sonne. Mangels Kamera und Stativ in jener Zeit kann ich meine Erlebnisse nicht bildlich dokumentieren. Eine Reise dorthin ist auf jeden Fall empfehlenswert.

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