3 Wochen Abenteuer "Mit dem Mietwagen durch Costa-Rica"

Reisebericht

3 Wochen Abenteuer "Mit dem Mietwagen durch Costa-Rica"

Reisebericht: 3 Wochen Abenteuer "Mit dem Mietwagen durch Costa-Rica"

Bereits unsere fünfte Reise nach Costa-Rica. Vom Pazifik über das Talamanca-Gebirge bis ins karibische Tiefland und zum Vulkan Arenal.

Pfeilgiftfrosch (Dendrobates pumilio)



3 Wochen Abenteuer "Mit dem Mietwagen durch Costa-Rica"

Bilder werde ich noch hinzufügen, ansonsten weitere Infos auf meiner Website.

Nun reisten wir schon das fünfte Mal nach Costa Rica. Wieder mit Condor ab Frankfurt, nur diesemal in der neuen, etwas besseren Premium Economy Class mit 15 cm mehr Sitzabstand. Es ist zwar etwas teurer aber es lohnt sich. Man kann sich auch mal richtig ausstrecken, hat Platz zum Essen und kommt viel entspannter am Reiseziel an. Wenn man bei der Zwischenlandung in Santa Domingo im Flugzeug bleiben muss, verbringt man immerhin ca. 15 Stunden auf seinem Sitzplatz.
In San Jose angekommen wurden wir auch gleich von 2 Mitarbeitern von „Tierra Verde“ in Empfang genommen und an unser erstes Hotel „Country Inn & Suites“ gebracht. Eine Anlage mit ca. 40 Zimmern nur ein paar Kilometer vom Flughafen entfernt direkt an der Panamericana. Die Zimmer sind in mehreren Gebäuden rund um den Pool verteilt, so dass man in der Anlage auch keinen Lärm von der Straße hört. Wir bekamen ein Zimmer im Erdgeschoss mit Fenstern nach innen zum Pool die man allerdings nicht öffnen konnte. Dadurch war die Luft im Zimmer auch ziemlich schlecht. Ansonsten war alles sehr sauber und das Personal sehr freundlich. Das Frühstück wurde in einem offenen Raum mit Blick zum Pool serviert. Es gab alles vom Buffet und wie gewohnt ohne Schinken, Salami und Speck, was uns als Vegetarier natürlich sehr entgegen kam.
Da es noch Vormittag war entschlossen wir uns den „Zoo Ave“ bei Alajuela zu besuchen. Im Hotel fragten wir nach dem Preis für ein Taxi und bekamen zur Antwort, dass es pro Strecke 30 $ kosten sollte. Dies war uns aber zuviel und so entschieden wir uns nur für einen Spaziergang. Nach ein paar Minuten folgte uns ein Taxi, hielt an und fragte uns wo wir hin wollten. Es war offensichtlich dasselbe Taxi das vom Hotel aus für uns vorher angefragt wurde. Nach etwas Handeln verlangte er für die Fahrt zum Zoo nur noch 20 $. Wir schlugen ein und er brachte uns direkt zum Zoo, wo er uns ein paar Stunden später auch wieder abholen sollte. Der „Zoo Ave“ ist hauptsächlich eine Aufzuchstation für die bedrohten Aras. Diese werden nach der Aufzucht im südlichen Piedras-Blancas Nationalpark dann ausgewildert. Der Zoo selbst ist recht schön mit großen Käfigen angelegt und es gibt auch viele andere Tiere zu sehen. Aufpassen muss man bei den Pfauen die hier frei umherlaufen und den Touristen das Brot vom Tisch klauen.
Am nächsten Morgen wurde uns unser Mietwagen überpünktlich ans Hotel gebracht. Die Koffer hatten wir schon gepackt und so konnten wir gleich Richtung Süden losfahren. In der „La Cusinga Lodge“, ein paar Kilometer südlich von Dominical hatten wir uns telefonisch schon angemeldet und ein Zimmer reserviert. Durch unseren Garmin und der neusten Navigations-Software von Costa Rica (NAVSAT) war die Fahrt auch recht angenehm und wir kamen nach ca. 5 Stunden an der Lodge an. Wir rasteten wieder an unserem Lieblingsrestaurant ca. 2 km vor der Brücke über den Rio Tarcoles. Vor ein paar Jahren war es noch eine kleine Wellblechhütte mit einer dicken Mama als Köchin. Mittlerweile ist es um einiges größer geworden, aber es ist immer noch dieselbe Köchin, den Kaffee gibt es immer noch in denselben Blechtassen und er wird immer noch durch einen Stoffstrumpf aufgebrüht. Meiner Meinung nach gibt es hier den besten Kaffee in ganz Costa Rica.
Die „La Cusinga Lodge“ liegt etwas abseits der Straße auf einem Hügel über dem Meer. Die Zimmer sind in einzelnen Holzbungalows verteilt. Alles ist sehr sauber und gepflegt, so dass wir uns entschieden drei Nächte zu bleiben. Rund um die Lodge gibt es mehrere Pfade durch den Regenwald die man selbst erkunden kann. Das Abendessen und das Frühstück wird in einem offenen Haus serviert und man hat einen grandiosen Ausblick über den Wald und den Pazifik.
Heute fuhren wir ein Stück zurück nach Dominical in den kleinen Reptilienzoo „Reptilandia“. Es gibt sehr viele Terrarien mit Schlangen, ein paar Fröschen und verschiedene Freigehege mit mehreren Echsen und Schildkröten. Allerdings bekommt man für 10 $ Eintritt keine Führung sondern man kann sich alles selbst ansehen.
Nach einem kleinen Einkauf, einem Besuch der Bank und einer Tankstelle gingen wir noch gemütlich nach Dominical und aßen etwas zu Mittag. Den Nachmittag verbrachten wir rund um die Lodge auf den verschiedenen Pfaden. In den Bäumen tummelten sich direkt an der Lodge Brüllaffen und überall flogen Tukane und Kolibris umher. Auf den Wegen sprangen viele kleine Eidechsen und Frösche um unsere Füße. Wir hatten immer ein wachsames Auge auf Schlangen, dass wir nicht ausversehen auf eine traten, aber wir sahen leider keine einzige.
Am nächsten Morgen weckten uns die Brüllaffen, die sich wohl immer recht nah bei der Lodge aufhalten. Nach dem Frühstück fuhren wir über nach Dominical ein paar Kilometer nach San Isidro, zum Eingang des Wanderpfades zu den Nauyaca Wasserfällen. Die letzte Nacht hatte es heftig geregnet, so dass die Wege sehr matschig waren und in den Flüssen statt dem klaren jetzt gelblich-braunes Wasser floss. Der Eintritt kostete 3 $ pro Person und eine Strecke ist ca. 6 km lang. Es war schwül heiß und furchtbar anstrengend da der Weg immer mehr zum einem Kletterpfad wurde. Zum Glück gibt es auf halber Strecke ein kleines Restaurant, wo wir uns kurz setzen und etwas trinken konnten bevor es wieder weiter ging. Die Wanderung kann man auch mit Führer auf Pferden reiten, wobei dieser Weg für die Pferde meiner Meinung nach wohl eher eine Zumutung ist. Aber es gibt halt genug bewegungsfaule Touristen die sich lieber tragen lassen. An den Wasserfällen selbst, die tief im Regenwald liegen, kann man normalerweise baden und die Fälle herunterspringen, aber durch den Regen stürzte das Wasser tosend über die Felsen herab, dass ein Bad unmöglich und viel zu gefährlich gewesen wäre. Wir machten schnell ein paar Fotos bevor wir durch die Gischt ganz durchnässt waren und machten uns wieder auf den Rückweg.
Den Nachmittag verbrachten wir nach einer Dusche auf der Veranda mit der grandiosen Aussicht auf das Meer, bevor die letzte Nacht hier in der Lodge anbrach.
Als wir abends unsere Fotos auf die mobile Festplatte speichern wollten mussten wir feststellen, dass sie nicht funktionierte. Ich hatte sie zuhause noch formatiert und danach nicht mehr geprüft. Ich ärgerte mich schrecklich und musste nun eine Lösung finden. Vielleicht könnte ich die Festplatte an einen PC anschließen und nochmals überprüfen. Aber erst mal einen finden mit einem passenden Anschluss. Wenigstens hatten wir genug Speicherkarten dabei, so dass jeder von uns ca. 700 Fotos machen konnte. Aber was ist das schon im digitalen Zeitalter der Fotografie und drei Wochen in Costa Rica?
Nach dem Frühstück verabschiedeten wir uns und wir fuhren noch etwas weiter in den Süden. Eigentlich wollten wir in das Palmeral Dorima in Rio Claro, aber irgendwie gefiel uns die Anlage nicht so richtig und drumherum konnte man auch nicht viel machen. So fuhren wir ein Stück zurück und nahmen nach telefonischer Voranmeldung ein Zimmer in der „Esquinas Rainforest Lodge“. Die kannten wir schon von einer früheren Reise und wir wussten, dass man dort viel wandern und viele Tiere entdecken konnte. Wir erkundeten auch gleich am Nachmittag den ersten kleinen Pfad am Bach entlang und am nächsten Morgen einen längeren Pfad durch den dichten Regenwald des Piedras Blancas Nationalpark - auch „Regenwald der Österreicher“ genannt. Der Pfad ging steil über große Stufen den Berg hinauf und durch ausgewaschene Bachläufe über umgestürzte Bäume. Hier konnten wir unsere Gummistiefel die wir dabei hatten wirklich gut gebrauchen.
Später fuhren wir die paar Kilometer nach Golfito, eine kleine Stadt am Meer, die allerdings nicht wirklich sehenswert ist. Wir aßen im Restaurant „Luna y Mar“ zu Mittag, das direkt am Meer, mit Blick über die Bucht von Golfito liegt.
Abends gingen wir mit unserem Führer Fernando noch auf Tour den Regenwald bei Nacht zu erkunden. Es ist immer wieder spannend, da man nie weiß auf welche Tiere man stoßen wird. Wir sahen mehrere Rotaugenlaubfrösche, Glasfrösche, ein paar Spinnen und einen schlafenden Kolibri. Eine Schlange sahen wir leider keine aber dafür hatten wir am Abend zuvor eine kleinere Lanzenotter gesehen und aus sicherem Abstand fotografiert. An unserem zweiten Tag in der Lodge gingen wir mit Fernando noch auf eine größere Wanderung, wobei er uns verschiedenen Pflanzen und Tiere erklärte und uns noch eine giftige Hakennasen-Lanzenotter zeigen konnte.
Nach drei Nächten ließen wir noch einen Sack voll Wäsche waschen und machten uns dann auf die Weiterfahrt hoch ins Gebirge nach San Vito in die Biologische Station „Las Cruces“ im botanischen Garten Wilson. Von den drei Stationen der OTS (Organization for Tropical Studies) die es in Costa Rica gibt ist dies wohl die am besten ausgestattete. Wir bekamen ein Zimmer mit Balkon und direktem Ausblick über die Bäume des botanischen Gartens. Wir sahen auf dem weitläufigen Gelände gleich mehrere Tukane, Papageien und viele andere Vögel. Aber auch Agutis sieht man öfters durch den Garten ziehen und auf dem Boden nach Essbarem suchen.
Für das Mittag- und Abendessen bezahlt man hier zwar 13 $ aber es schmeckt hervorragend und man wird gleich beim Einchecken gefragt, ob man Vegetarier ist. Das ist sogar bei mehreren Unterkünften der Fall und es ist nirgends ein Problem ein Essen ohne Fleisch zu bekommen, was in Deutschland nicht immer so einfach ist.
In der Station wollten wir eigentlich noch eine geführte Nachtwanderung machen aber es war leider kein Führer an diesem Abend da. So fotografierten wir nach dem Frühstück noch einige Vögel die sich auf ein Stück Papaya stürzten das jemand auf das breite Terassengeländer gelegt hatte. Innerhalb kürzester Zeit sahen wir ca. 10 verschiedene Vogelarten bis ein großer Motmot kam, sich das Stück Papaya schnappte und davonflog.
Wir machten uns dann auf den Weg die ca. 200 km bis nach Santa Maria de Dota in die „El Toucanet Lodge“ zurückzulegen. Wir fuhren durch San Vito das schon sehr nah an den Grenze zu Panama liegt und danach Richtung Norden nach San Isidro de El General. Die Straße ist zwar geteert aber in einem sehr schlechten Zustand. Das Panorama zu beiden Seiten ist jedoch wunderbar da man direkt auf dem Gebirgskamm fährt. Unterwegs wurden wir noch von Zollbeamten angehalten und unsere Pässe mit dem Einreisestempel wurden kontrolliert. Wir fuhren weiter auf die Panamericana über den Cerro de la Muerte bis zur Lodge. Wir hatten nicht mal angerufen, ob noch Zimmer frei sind aber wir hatten Glück und es gab noch welche. Wir bezahlten noch einen Aufpreis und bekamen ein Zimmer in einer eigenen Hütte mit großem Bett, einem Jacuzzi und einem offenen Kamin. Die Standard-Zimmer sind sehr einfach ausgestattet und nicht sehr einladend, da fiel uns die Entscheidung nicht schwer die bedeutend besseren Zimmer zu nehmen.
Die Inhaber sind sehr freundlich und das Abendessen war hervorragend. Mit Gary dem Eigentümer gingen wir am nächsten Morgen auf Vogeltour um Quetzale zu beobachten. Wir sahen einige, jedoch recht weit entfernt in einem Baum. Das sollte sich aber am nächsten Tag ändern.
Vormittags machten wir eine Führung in der Kaffeefabrik „Coopedota“. Für 8 $ wurde uns die Herstellung von Kaffee genau erklärt und wir bekamen natürlich noch eine Kostprobe. Die Führung ist in Englisch und nur zu empfehlen.
Nachdem wir in Santa Maria dann erfolglos ein Restaurant gesucht hatten, kauften wir in einen kleinen Supermarkt etwas und machten uns in der Lodge ein paar belegte Brote. Abends waren nur noch wir beide als Gäste in der Lodge und wir bekamen eine leckere Gemüselasagne zum Abendessen, bevor wir den restlichen Abend mit einer Flasche Wein vor unserem Kaminfeuer im Zimmer verbrachten.
Meine Festplatte zum Speichern der Bilder funktionierte immer noch nicht richtig, aber ich konnte sie in der Esquinas Rainforest Lodge wenigstens an einen PC anschließen und alle bis dahin gemachten Bilder darauf abspeichern. So mussten unsere Speicherkarten eben ausreichen oder ich musste noch irgendwo welche kaufen, was sich aber als nicht ganz einfach rausstellen sollte.
Am Tag darauf machten wir zu zweit mit Gary wieder die kostenlose Vogeltour. Diese macht Gary übrigens immer, wenn Gäste bei ihm sind. Wir liefen etwas den Weg hinauf als Gary plötzlich ein paar Meter neben uns in einem Baum ein Quetzal Männchen sah. Es saß im Gegenlicht und war dadurch sehr schwer zu fotografieren. Doch es flog gleich auf einen Ast direkt vor uns über dem Weg. Nun konnten wir einige tolle Bilder machen und den Vogel das erste Mal richtig betrachten. Das Männchen schimmerte leuchtend grün und hatte zwei lange Schwanzfedern. Der Schnabel war gelb und der Kopf war mit einer Frisur eines Punkers bedeckt. Es flog weiter und setzte sich nach links neben den Weg und präsentierte sich von allen Seiten. Nach dieser Attraktion machten wir uns auf den weiten Weg quer durch das Zentraltal zum Vulkan Arenal in die „Observatory Lodge“. Ohne Navigationsgerät wären wir ziemlich aufgeschmissen gewesen, vor allem auf dem Stück durch San Jose, aber so kamen wir ohne uns einmal zu verfahren nach ca. 5 Stunden in der Lodge an.
Wir hatten das Zimmer für vier Nächte gebucht um hoffentlich wenigstens einmal freien Blick auf den Vulkan zu haben. Die Lodge liegt südlich vom Vulkan, hat den besten Blick auf die aktive Seite und liegt ihm auch am nächsten. Bei unserer Ankunft war der Himmel bewölkt und so auch der Vulkan im Nebel und ca. nur zu einem Drittel sichtbar. Auch am nächsten Tag regnete es fast ohne Unterbrechung. Wir besuchten wieder das Serpentarium in El Castillo das nur ein paar Kilometer entfernt ist. Seit unserem letzten Besuch vor einem Jahr wurde es um einige Terrarien erweitert und man bekommt für 12 $ eine wirklich interessante Führung bei der man einige Schlangen, Frösche, Schmetterlinge und Spinnen zu sehen bekommt.
Die Lodge ist recht groß. Die Zimmer sind in mehrere Gebäude verteilt und in der Mitte vor dem Restaurant befindet sich eine Terrasse von der aus man freien Blick auf den Vulkan hat. An unserem dritten Tag riss die Wolkendecke endlich auf und man konnte den Vulkan in seiner ganzen Schönheit und Faszination bestaunen.
Der Ort La Fortuna selbst ist sehr auf Touristen ausgelegt. An jeder Ecke tummeln sich Reiseveranstalter und in den Straßen wird man überflutet von Reklameschildern und Leuchtwerbung. Wir ließen im Ort unsere Wäsche recht günstig waschen und konnten nebenbei kurz ins Internet schauen, was in der Lodge nicht möglich ist.
Um die Lodge herum sind einige Wanderwege angelegt die auch gut ausgeschildert sind. Wir entschieden uns kurzfristig den Aufstieg auf den kleinen Vulkan „Cerro Chato“ zu wagen. Der Pfad ist gut erkennbar und führt gleich durch dichten Regenwald steil nach oben. Er ist sehr matschig und ausgewaschen und mit Wurzeln der riesigen Bäume durchzogen. Wir kämpften uns nach oben durch, immerhin über 400 Höhenmeter. Der Gipfel in dem ein Kratersee liegt, lag aber leider in dichtem Nebel und wir konnten außer moosbewachsenen und von Wasser triefenden Bäumen nichts erkennen. So machten wir uns auf den Rückweg und genossen gleich danach ein Bad im heißen Pool in der Lodge mit direktem Blick auf den Vulkan.
Das Frühstück in der Lodge gab es immer vom Buffet. Das Mittags- und Abendessen konnte man aus der Karte wählen, was aber auch nicht gerade günstig war. Aber trotzdem noch günstiger als in den meisten Restaurants in La Fortuna, in denen die Preise höher als in Deutschland sind.
Nach den vier Nächten fuhren wir weiter über Pital und ein lange Schotterstraße in die „Laguna del Lagarto Lodge“ kurz vor der Grenze zu Nicaragua. Sie besteht aus mehreren Gebäuden und insgesamt ca. 20 Zimmern, die meisten davon mit Blick auf eine der Lagunen. Allerdings ist alles ziemlich alt und abgewohnt. Die Lodge ist weit weg von jeder Verkehrsstraße und sehr einsam gelegen, umgeben von Primärwald der von Wanderpfaden durchzogen ist. Diese kann man gut begehen, benötigt allerdings Gummistiefel, welche man auch ausleihen kann. Im Wald selbst sahen wir viele Pfeilgiftfrösche und andere Amphibien, aber auch Nasenbären und ein Agouti die sich am Komposthaufen zu schaffen machten.
Das Essen hier ist einwandfrei und auch für uns Vegetarier gab es immer eine fleischlose Variante. Nur der Saft den es zu den Mahlzeiten gab war meistens mit einem Pulver angerührt und schmeckte fürchterlich künstlich, was in so einem Land in dem so viele Früchte wachsen wirklich eine Enttäuschung ist. Nicht einmal auf die Frage nach einer „Piña con agua“ konnte man uns eine richten, es gäbe ja Fruchtsaft oder Cola im Kühlschrank - ziemlich schwach für eine Lodge mitten im Regenwald in der Nähe von riesigen Ananasplantagen.
Es gab immer wieder heftige Regenschauer aber auch mal ein paar Sonnenstunden in denen wir uns eines der kostenlosen Kanus nahmen und etwas über die Lagunen paddelten. Abends schauten wir jedesmal bei Henry`s Kaimanfütterung zu, zu der immer einige Tiere aus dem Wasser kamen und wir tolle Fotos machen konnten. Die schlechten Fotos löschten wir gleich immer wieder von der Speicherkarte und so würden diese auch bis zum Ende unserer Reise ausreichen. Wir wollten zwar in La Fortuna noch eine kaufen aber als es im dritten Elektronikgeschäft immer noch keine CF-Speicherkarten für meine Kamera gab, konnte uns endlich ein kompetenter Verkäufer sagen, dass es in Costa Rica keine CF-Speicherkarten zu kaufen gibt, was ich bis heute nicht wirklich glauben kann, aber es ist wohl so.
Nach der dritten Nacht in dieser Lodge fuhren wir wieder die verdammt schlechte Straße bis nach Pital und dann weiter nach La Virgen in das „Centro Neotropico Sarapiqui“. Eine ziemlich teure Unterkunft mit Zimmern die in runden Häusern mit Strohdächern untergebracht sind. Wir bekamen ein Zimmer mit großem Bett und zwei Glastüren nach draußen. Fenster gab es keine und da die Türen immer geschlossen waren, wurde es in dem Zimmer auch feucht und es roch ziemlich modrig. Wenn man die Tür in der Nacht offen ließ, kam der Nachtwächter irgendwann vorbei und machte sie zu, wir dachten schon, dass ein Einbrecher in unser Zimmer kommt! Von dem hohen Preis hätten wir allerdings mehr erwartet, da auch das dazugehörende Museum noch zusätzlich Eintritt kostet und nicht im Zimmerpreis mit inbegriffen ist. Den ersten Tag den wir hier verbrachten begann es schon in der Nacht zu Regnen und hörte auch erst in der nächsten wieder auf. Diesen verregneten Morgen fuhren wir gleich nebenan in ein Serpentario. Es war schon geöffnet und kostete 6 $ Eintritt. Gleich von den ersten Terrarien waren wir enttäuscht und es sollte auch nicht besser werden. Die Terrarien waren alle sehr klein und ohne Geschmack eingerichtet. Nur mit Kies am Boden, mit trockenen Wurzeln, ohne Pflanzen und wenn dann nur in einfachen Blumentöpfen. Die Wasserschalen waren fast alle ausgetrocknet und das bei Schlangen die normalerweise in immerfeuchten Regewald leben. Bei einer Schlange sahen wir sogar Zecken am Körper. Es war einfach nur abschreckend und wir gingen ohne ein Foto zu machen wieder hinaus.
Den restlichen Tag verbrachten wir im Hotel und fotografierten bei den wenigen Regenunterbrechungen einige Vögel die sich an den ausgelegten Bananen erfreuten.
Am nächsten Tag fuhren wir nach dem Frühstücksbuffet gleich hoch ins Gebirge in die „Waterfall Gardens“ bei den La Paz Wasserfällen. Mittlerweile sehr zum Touristenmagnet mutiert und mit 35 $ Eintritt pro Person verdammt teuer. Aber in dem großen Vogelgehege kann man einfach tolle Fotos von Vögeln machen, Schlangen anschauen, Kolibris und Frösche fotografieren. Man kann natürlich auch die Wasserfälle anschauen und spazieren gehen. Ein einmaliger Besuch ist jedenfalls lohnenswert. Wir hatten diesen Tag riesen Glück mit dem Wetter. Da es den Tag zuvor nur geregnet hatte war es jetzt trocken und den ganzen Tag schien die Sonne.
Das war auch zugleich unser letzter freier Tag in Costa Rica. Am folgenden Tag wanderten wir nochmal durch den Regenwald auf der anderen Seite des Flusses der über eine Hängebrücke erreichbar ist. Dort sind auch einige Wanderwege angelegt, mit Pflastersteinen ausgelegt und gut beschildert. Wir sahen nochmals viele Kapuzineraffen, einen Spinnenaffen und traten fast noch vor lauter Affen auf eine Schlange - wieder eine kleine Hakennasen-Lanzenotter. Wieder eine Bestätigung, dass man im Regenwald nur mit festem Schuhwerk und nicht in Sandalen wandern sollte. So fuhren wir danach zurück nach San Jose in unser Stadthotel von dem aus wir einen weiteren Tag später früh morgens wieder mit einem Taxi zum Flughafen fuhren. Hier bezahlten wir unsere Ausreisesteuer und mussten dank unseren Plätzen in der Premium Economy Class nicht an der langen Condor-Schlange anstehen, sondern konnten daran vorbei direkt zum Einchecken.

Es war wieder ein sehr erholsamer und interessanter Urlaub. Mal sehen ob wir auch ein sechstes Mal hinfliegen werden...


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Kommentare

  • karinchen

    ja paar mehr fotos wären nicht schlecht.
    frage: hast du den frosch in freier wildnis gesehen, oder im zoo?
    ich frage dich deshalb,weil mein mann diese und viele andere giftpfeilfrösche, sowie baumsteigerfrösche in seinem terrarium hat, und wir deshalb auch bald mal nach costa rica reisen werden. gruß karin F.

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