Materialkunde: Kostbarkeiten aus dem Meer

Seit das Plastik Glas zunehmend verdrängt, verschwindet auch ein begehrtes Strandgut

Eigentlich ist "Seeglas" nichts anderes als Müll. Doch die Scherben, die einst ins Meer gelangt, in jener "Werkstatt" der Natur geschliffen und dann an die Küste geschwemmt worden sind, werden unter Sammlern mittlerweile gehandelt wie Edelsteine. Schmuckstücke in der besonders seltenen Farbe Rot kosten zwischen 90 und 150 Euro; sie stammen unter anderem aus den markanten Scheiben alter Schiffslaternen.

Und die Preise werden weiter steigen, sagt Mary Beuke, die Präsidentin der "Nordamerikanischen Seeglas-Vereinigung" (NASGA). Denn der Trend zu Plastikflaschen, aber auch ein verbessertes Umweltbewusstsein und Mehrwegsysteme haben den Nachschub drastisch reduziert. So sehr, dass inzwischen sogar Seeglas-Fälschungen und Artefakte in Umlauf sind. Im Internet erklärt die NASGA (www.seaglassassociation.org), wie man echtes von künstlichem Seeglas unterscheiden kann.

Wellen, Strömungen und Brandungen bewegen das "echte" Glas, durch Reibung mit Steinen und Sand erhält es seinen Schliff und matten Glanz. Die kristallin anmutende Oberfläche von Seeglas entsteht durch die Reaktion des salzigen Meerwassers mit den Bestandteilen des Glases. Ein Prozess, der viele Jahre dauert.

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