Die letzten Köhler von Rumänien

Sie verdienen kaum Geld und riskieren ihre Gesundheit, damit wir im Sommer grillen können: die Köhler aus der Region Maramures liefern die Holzkohle nach Westeuropa. Die "360° - GEO Reportage" am Samstag, den 2. März 20133 um 9.45 Uhr.

Ein Film von Vincent Froehly

Mitten im Herzen von Rumänien, auf den Anhöhen des Dorfes Lupeni befindet sich ein Ort, von dem man denken könnte, dass er auf einem anderen Kontinent liegt, ja vielleicht sogar aus einer anderen Zeit stammt. Hier leben Rumäniens Köhler – zehn Monate im Jahr in Staub, Hitze, Dreck und Elend., im Elend. Für einen Hungerlohn. Wofür? Für die Grillkohle der westeuropäischen Wohlstandsgesellschaft.

Die Berge der Karpaten erstrecken sich über einen Großteil Rumäniens. Der Wald bedeckt wie ein großer, dicker Mantel diese sagenumwobene Gebirgslandschaft. Man spricht bei den Rumänen auch von einer Waldbevölkerung. Mit seinen Tausenden Hektar ist der Wald eine wahre Schatzkammer, für den sich nun auch ausländische Investoren interessieren. Mit dem Wald kenne sich die Menschen hier aus - Jedes Dorf des Landes hat seine eigenen Schreiner, Tischler und Köhler. Letztere stehen ganz unten in der Hierarchie der Bevölkerung - und führen ein Leben jenseits aller Vorzüge der heutigen Zeit. Genügsam leben sie ein Leben voller Entbehrungen, in Staub, Hitze und Dreck. 360° - GEO Reportage hat bei den letzten Köhlern Rumäniens Erstaunliches entdeckt.

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Die fünf Meiler hohen Meiler der rumänischen Köhler brennen mehrere Wochen, bevor das Holz zu Kohle wird. Was so idyllisch aussieht, ist nicht ungefährlich und erfordert große Erfahrung der Köhler

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Die in Rumänien hergestellte Grillkohle wird noch vor Ort in Tüten mit der Aufschrift „Made in Germany“ oder „Made in Italy“ verpackt. Ein undurchsichtiges Geschäft für den Endkunden

In der Hitze des Sommers, umgeben von Glut und Feuer, holen zwei Männer Kohle aus einem noch nicht ausgebrannten Meiler. Sie haben keinen Schutz vor dem ständigen Rauch und den giftigen Staubteilchen. Lajos Balint ist 58 Jahre alt. Sein ganzes Leben hat er nichts anderes gemacht als Holz in Kohle zu verwandeln. Die Köhler Rumäniens sind die Ärmsten der Armen, stehen in der Hierarchie der Landbevölkerung ganz unten, obwohl sie Meister und Könner sind. Einen fünf Meter hohen Meiler wochenlang am Brennen zu halten, erfordert viel Erfahrung, physikalisches Wissen und Mut. Tag und Nacht muss das Ungetüm bewacht werden, Luft zugeführt oder versperrt werden, das Feuer darf nicht mit einer Flamme brennen – nur so entsteht nach Wochen die begehrte Holzkohle. Die landet überwiegend auf den westeuropäischen Grillpartys, ohne dass irgendjemand weiß, woher sie kommt und wer sie hergestellt hat. Mitten in Europa führen die Köhler ein bettelarmes und schweres Leben. Immer begleitet vor der Frage: wie lange hält man dieses Leben aus?

Wiederholungen:

Sonntag, den 24. Februar und Samstag, den 2. März um 9.45 Uhr.

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Gaspar Miklos ist seit 15 Jahren Köhler in Siebenbürgen. Kleidung trägt er bei der Arbeit fast nie – Hitze, Kohlestaub legen sich nicht nur wie Blei auf die Haut sondern auch auf die Lunge

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