Samoa Queens

Für Fremde scheinen sie die schönsten Frauen der Südseeinsel Samoa zu sein: Fa'afafine - Männer, die als Frauen leben. Sie sind das dritte Geschlecht Polynesiens

Auf den ersten und sogar den zweiten Blick wirkt Tara, die junge Hausdame des Hotels, wie eine elegante samoanische Lady. Dabei sie ist nur äußerlich eine Frau - biologisch ist sie ein Mann. Auf Samoa nennt man Menschen wie Tara Fa'afafine. Gibt es in einer Familie zu wenig Mädchen, die bei der Hausarbeit helfen, erzieht man einen Jungen als Mädchen. Diese soziale Umwandlung der Geschlechter hält meist ein Leben lang: Weibliche Männer sind Teil der traditionellen Kultur Polynesiens und gesellschaftlich akzeptiert.

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Tara, Vester und Tosi üben für Ihre Show. Ihre Shows stehen einer Drag-Queen-Show in San Francisco an Raffinesse in nichts nach

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Vester füttert die Schweine. Die weiblichen Männer Samoas sind Teil der traditionellen Kultur und haben eine feste soziale Rolle

In vielen Familien gibt es sogar zwei oder drei Fa'afafine. Sie leben wie Tara die klassische Frauenrolle: Zusammen mit ihrem Freund wohnt sie bei der Familie der Schwiegereltern in einem kleinen Dorf, putzt, wäscht, kocht und hütet die Kinder.

Im christlichen Samoa bewegen sich die Fa'afafine in einem Spannungsfeld von religiösen Geboten, westlichem Rollenbild und den alten Traditionen Samoas. Als homosexuell gelten sie nicht - eine Fa'afafine fühlt und begreift sich als Frau, ihre Beziehung zu Männern gilt als heterosexuell. Und sogar der Pfarrer des Ortes meint: Fa'afafine sind eine Schöpfung Gottes; Bibel hin oder her.

"360° - Die GEO-Reportage" begleitet den Alltag der samoanischen Fa'afafine Tara, die als Junge geboren, das Leben einer Frau führt.