Prägend erstreckt sich die Bergkette der Cambrian Mountains mit ihren Ausläufern von Süden nach Norden. Am nördlichen Ende liegt Snowdonia. Der frostige Name lässt schon darauf schließen, dass dies der alpine Teil von Wales ist: ein felsiges Gewirr zerklüfteter Bergrücken und tiefer Täler mit reißenden Flüssen.
Milde Winter Der höchste Gipfel krönt den Mount Snowdon in 1085 Metern Höhe. In dieser wildromantischen Gegend übte Sir Edmund Hillary für die Erstbesteigung des Mount Everest, die ihm vor fünfzig Jahren gelang. Snowdonia ist aber kein echtes Skigebiet. Dank des maritimen Klimas sind die Winter in Wales milde; Schnee bleibt zumeist nicht lange liegen.
Vom Wald der Vorzeit ist kaum etwas übrig
Im mittleren Wales dominieren Gras- und Farnkraut-Buckel die Landschaft. Darauf weiden - fast seit Menschengedenken - bisweilen riesige Schafherden. Noch vor 10 000 Jahren wuchsen hier schier undurchdringliche Wälder. Heute sind die Kuppen blank. Schuld sind die Schafe, die außer Weißdorn und Stechginster kein Pflänzchen unberührt lassen.
Wiederaufforstungen mit Laubbäumen
Auch der Abbau von Kohle und Schiefer hat zur eigentümliche Leere der Landschaft beigetragen. Wiederaufforstungen mit Eichen, Ahorn, Haselnuß und Eberesche bedecken langsam die Narben im Erdboden, zumal in Südwales.
Gebirge und Nationalparks
Im Süden bleibt das Kambrische Sandsteingebirge unter 1000 Höhenmetern, ist aber für Kletterer so anspruchsvoll, dass die britischen Gebirgsjäger hier üben. Pembrokeshire Coast National Park heißt der einzige Küsten-Nationalpark Großbritanniens. Auf dessen vorgelagerten Inseln Skomer, Grassholm und Skokholm können Vogelfreunde Tordalken, Trottellummen, Dreizehenmöwen, Krähenscharben, Sturmtauchern und Basstölpeln ins Visier ihrer Ferngläser und Teleobjektive nehmen. Bis Mitte Juli gastieren hier auch Papageitaucher.
Der "Red Kite"
Mit besonderer Vorliebe widmen sich die Waliser dem Roten Milan, der hier "Red Kite" heißt. Schafzüchter, die ihn einst als Lammräuber schmähten, hatten die Greifvogelart fast ausgerottet. Seit es Aufzuchtstationen gibt, hat sich der Bestand auf etwa 100 Brutpaare erhöht.