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Dubai
Willkommen im Übermorgenland! Mit atemberaubenden Milliardenprojekten erfindet der Golfstaat den Tourismus der Zukunft
Das ist der Wahnsinn! Erste Rundfahrt durch die Stadt, es ist kurz nach Mitternacht, immer noch 30 Grad heiß, aber der leichte Rausch, den man verspürt, ist weder auf die Müdigkeit noch auf die Hitze zurückzuführen und auch nicht auf den Vollmond, der hell wie eine silberne Sonne über den zum Himmel strebenden Bauten Dubais steht. Sie sind es, die benommen machen, die leuchtenden, schimmernden, funkelnden Hochhäuser aus Glas, Stahl, Aluminium, Chrom. Kühne Architektur, die mit vielerlei Stilen und Formen spielt, orientalischer Prunk, postmoderne Kühle, rund, halbrund, dreieckig, elliptisch. Ein Gebäude trägt einen riesigen Golfball auf dem Dach, die Fassade eines anderen gleicht einem überdimensionalen Handy, zwei elegante Türme erscheinen so fragil, als könnte ein leichter Wüstenwind sie erzittern lassen.
Ein gigantisches Segel glüht in der Nacht
Durch den Tunnel unter dem Dubai Creek auf der schnurgeraden, vielspurigen Beach Road zum Stadtteil Jumeirah. Viele Autos sind noch unterwegs, überwiegend teure Modelle. Links, angestrahlt und wie Elfenbein leuchtend, die Kuppeln und Türme der riesigen Jumeirah Moschee, mittelalterlich anmutend und doch erst 20 Jahre alt. Rechts am kilometerlangen Strand der Yachtclub, Parks, Resorts. Dann schimmert eine gewaltige, silbrige Brandungswelle auf: die geschwungenen Formen des "Jumeirah Beach Hotel". Und dahinter wie ein gigantisches, blau, gelb, violett glühendes Segel auf dem nächtlichen Meer das Wahrzeichen, das Dubai 1999 weltberühmt gemacht hat: das Superluxushotel "Burj Al Arab", mit 321 Metern höher als der Eiffelturm.
Antike vor moderner Skyline
"Aufregend, gewagt und raffiniert" sollte "der Turm Arabiens" erscheinen, so lautete der Auftrag an die englischen Architekten. Sie haben ihn bestens erfüllt. Auf der Fahrt zurück ein Halt am Ufer des Dubai Creek, des Meeresarms, der die Stadt teilt. Am Kai stapeln sich Frachtkisten, im Wasser liegen vor der hypermodernen Skyline hunderte Dhaus in dichten Reihen, jene bauchigen Holzschiffe, die über Jahrhunderte die Handelslast zwischen Arabien, Afrika, Persien und Indien getragen haben. Ihrem Dreieckssegel ist die Form des "Burj Al Arab" nachempfunden.
Ein geschäftstüchtiges Volk
Modernes Märchen aus 1001 Nacht, Wunderland im Wüstensand, Luxusträume aus dem Nichts - von solchen Schlagzeilen eingestimmt, bin ich in der Glitzerstadt gelandet und finde sie sogleich staunend bestätigt, die futuristische Kulisse vor Augen und im Hinterkopf vage Vorstellungen vom alten Dubai aus der Zeit vor dem Ölboom: eine Beduinensiedlung am Creek, Hütten, Zelte, Kamele, Fischerboote, abgeschiedenes, archaisches Stammesleben. Aber dann treffe ich am nächsten Tag Hans Haensel. Er ist ein energischer Namibia-Deutscher in den besten Jahren und Vizepräsident von Emirates, der Fluggesellschaft der Vereinigten Arabischen Emirate, und sagt: "Die Arbeit in Dubai ist faszinierend, denn die Menschen hier sind offen, mit einem wachen Sinn fürs Geschäft, schließlich haben sie schon lange mit Handel und Seefahrt zu tun."
Mythos vom einsamen Beduinendorf
Der Beduine und das Meer? Man schlägt Dubais magere Geschichte nach, bleibt am Datum 1930 hängen, das ist das Jahr 36 vor dem Öl: "Dubai entwickelt sich zur größten Handelsstadt am Persischen Golf. Der Souk umfasst bereits 350 Läden." So viel zum Mythos vom einsamen Beduinendorf am Creek. Der Aufstieg des 1833 gegründeten Scheichtums begann Anfang des 20. Jahrhunderts, als iranische und indische Kaufleute sich am Hafen ansiedelten, gefördert vom bis heute regierenden Al-Maktoum-Clan. Er hatte von Großbritannien, das die Golfküsten kontrollierte, die Erlaubnis zur Einrichtung einer Freihandelszone eingeholt. Wichtige Geldbringer waren Perlen und Gold. Als 1966 unter dem Meer vor Dubai das schwarze Gold entdeckt wurde, kam der Segen über eine Dynastie, die sich bereits als sehr geschäftstüchtig erwiesen hatte und ihre Söhne im Westen studieren ließ. Zwar genoss auch sie wie alle Herrscher der Ölstaaten den neuen Reichtum in vollen Zügen. Doch zugleich begann sie mit nüchternem Weitblick, die Zukunft Dubais zu planen.
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Kommentare zu "Dubai"
Was für ein Undsinn?! Diese Projekte werden über kurz oder lang eine völlig andere Richting einschlagen müssen. Ohne Umweltbewußtsein keine Langlebigkeit!!!