Hauptinhalt


Außerdem sind die Kopffüßer nicht auf einen bestimmten Lebensraum festgelegt. Als Jungtiere werden die meisten Oktopusarten von Meeresströmungen an ungewisse Orte getragen - so müssen sie sich in der Artenvielfalt des Korallenriffs ebenso wie auf kargem Sandboden behaupten und sich sowohl von Krabben wie von Muscheln und Fischen ernähren können. Um für derart unterschiedliche Lebensräume jeweils passende Überlebensstrategien zu entwickeln, sind Neugier und die Fähigkeit zu lernen äußerst hilfreich.

Rätselhaftes Gehirn
Schließlich dürfte auch die Vielzahl der Arme dazu geführt haben, dass das Krakenhirn so leistungsfähig wurde. Für Kopffüßer ist der Tastsinn enorm wichtig. Große Teile ihres Hirns dienen dazu, die vielfältigen Bewegungen der Glieder zu kontrollieren und die unterschiedlichen Eindrücke zu verarbeiten, die sie liefern. Allerdings ist über die genaue Funktionsweise ihres Hirns bisher wenig bekannt; die außergewöhnlichen Fähigkeiten der Tiere sind zwar beobachtet, aber bisher nur selten systematisch untersucht worden. Denn weltweit forschen Biologen nur in einer Handvoll Labors an Kopffüßern.


Anders als etwa Ratten können die meisten Kraken zudem nicht gezüchtet werden: Nachdem ein Oktopus geschlüpft ist, treibt er gewöhnlich zunächst als winziges Plankton an der Meeresoberfläche. Diese Bedingungen lassen sich im Aquarium nicht leicht simulieren. Auch Messungen mit Elektroden sind schwierig, weil es den Tieren leichtfällt, die Kabel mit ihren Armen wieder zu entfernen. Was im Gehirn eines Kraken vorgeht, wenn er Kokosnusshälften zu einem Panzer zusammenfügt, darüber weiß die Forschung daher bislang fast nichts.

Ein internationales Team aus Biologen, Neurowissenschaftlern und Roboter-Fachleuten verfolgt seit wenigen Jahren einen anderen Ansatz. Um zu verstehen, was im Gehirn der klugen Kopffüßer geschieht, wenn sie ihre vielen biegsamen Arme bewegen, ver- suchen sie, einen künstlichen Kraken zu bauen. 2013 wollen die Wissenschaftler den ersten Prototyp vorstellen.

Weiche Roboter könnten eines Tages womöglich helfen, Menschen aus schwer zugänglichen Räumen zu befreien. Dann hätte der Oktopus den Aufstieg endgültig geschafft: vom primitiven Weichtier zum Vorbild für Künstliche Intelligenz.




Seite 4 von 4
1 - 2 - 3 - 4


Kommentar verfassen

Ja, ich möchte eine Benachrichtigung per Mail erhalten, wenn es neue Kommentare zu diesem Artikel gibt.
* Bitte geben Sie einen Namen, unter dem Ihr Kommentar veröffentlicht wird, und eine gültige Mailadresse ein. Diese wird später nicht auf unseren Seiten zu sehen sein. Um Missbrauch zu vermeiden, senden wir Ihnen jedoch eine Mail mit einem Aktivierungslink - einfach anklicken und schon ist Ihr Beitrag online!

Mit der Abgabe eines Kommentars erkennen Sie die Nutzungsbedingungen an.

Momentan sind zu dem Artikel "Kluge Kraken" keine Kommentare vorhanden.

GEO im Abo

Daten werden gesendet ...


Bitte geben Sie Ihren Namen an!


Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse an!
Die angegebene E-Mail-Adresse ist ungültig!


Bitte geben Sie eine Empfänger-Adresse an!
Die angegebene E-Mail-Adresse ist ungültig!




* Pflichtfeld

» E-Mail versenden «
Hinweis: Ihre E-Mail-Adresse und die E-Mail-Adresse des Empfängers werden ausschließlich zu Übertragungszwecken verwendet und nicht gespeichert oder an Dritte weitergeben!