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GEO Magazin Nr. 09/09 Seite 1 von 1


Klimafreundliche Kängurufurze

Der australische Ökologe Dr. Athol Klieve erforscht, wie Schafe und Kühe weniger umweltschädliches Darmgas produzieren könnten


Kängurus sind gute Futterverwerter - und geben weniger Methan an die Atmosphäre ab (Foto von: Frans Lanting/Corbis)
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Kängurus sind gute Futterverwerter - und geben weniger Methan an die Atmosphäre ab

Dr. Klieve, warum verdauen Kängurus klimafreundlicher?
Kängurus haben einen vergrößerten Teil des Darms, den Vormagen, in dem vor der Verdauung im Magen ähnlich wie bei Schafen und Rindern eine mikrobielle Gärung stattfindet. Anscheinend wird dabei aber, wenn überhaupt, nur wenig Methan erzeugt. Wir haben bewiesen, dass bei Kängurus eine Gruppe von Bakterien überwiegt, die den während der Gärung entstehenden Wasserstoff anders nutzen. Diese "acetogenen" Bakterien produzieren nämlich Essigsäure statt Methan.

Können wir diese Erkenntnis nutzen?
Wir müssen herausfinden, weshalb diese Bakterien bei Kängurus überwiegen. Dann könnten wir im Labor im Bioreaktor den Pansen simulieren und darin acetogene Bakterienkulturen aufbauen, um sie anschließend Rindern und Schafen einzuimpfen. Das wird hoffentlich in ein paar Jahren möglich sein. Ich denke, wir könnten auf diese Weise den Methanausstoß der Tiere um 80 bis 90 Prozent reduzieren.

Viel Einsparpotenzial - in Australien stoßen Kühe und Schafe 14 Prozent aller Treibhausgase aus. Und mit verbessertem Verdauungssystem, sagen Sie, könnten die Tiere auch mehr Fleisch und Wolle liefern - wieso?
Unter anderem deshalb, weil das Methan, das als Gas an die Atmosphäre abgegeben wird, etwa zehn Prozent der Energie an Pflanzenmaterial ausmacht - das ist eine ineffiziente Futterverwertung. Wenn diese Energie in einer anderen Form zur Verfügung stünde, könnten die Tiere sie für Wachstum und Produktion von Fleisch und Wolle nutzen.

Wäre es nicht einfacher, auf Lamm und Rindfleisch zu verzichten und stattdessen Kängurufleisch zu essen?
Ich denke, wenn Kängurus für Zuchthaltung geeignet wären, gäbe es das längst - wie bei Emus und Krokodilen.



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