Tierwelt
GEO Magazin Nr. 03/10 - In der Welt der ersten Menschen Seite 1 von 5

Text von Christine Heidemann

Bienensterben: Ausflug ohne Wiederkehr

Jeden Winter, kurz vor der weltgrößten Blütenbestäubung auf den Mandelplantagen Kaliforniens, verschwinden Hunderttausende Bienenvölker spurlos. Forscher versuchen, das mysteriöse Massensterben aufzuklären


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Es ist Anfang Februar, und wie jedes Jahr muss Joe Traynor, 73, jetzt sein Aufgebot in Stellung bringen. Schließlich ist er so etwas wie die Schaltzentrale einer Völkerwanderung, bei der die Völker alljährlich quer durch den amerikanischen Kontinent gekarrt werden. Traynor arbeitet als Broker, Bienen-Broker; sein Geschäft ist die Bestäubung in großindustriellem Maßstab.


Sind es Bakterien, die den Bestand der Honigsammler bedrohen? Viren? Pilze vielleicht? Oder handelt es sich um einen bislang unbekannten Killer, der die Bienen aus ihren Stöcken treibt? (Foto von: Éric Tourneret/LightMediation )
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Sind es Bakterien, die den Bestand der Honigsammler bedrohen? Viren? Pilze vielleicht? Oder handelt es sich um einen bislang unbekannten Killer, der die Bienen aus ihren Stöcken treibt?

Bestäubung als knallhartes Business

Wo rund um Bakersfield Mandelbäume in endlosen, geometrisch abgezirkelten Monokulturen wachsen, sprießen im Frühjahr simultan Abermilliarden Blüten. Damit daraus Früchte reifen, braucht es mehr Bestäuberinnen, als die Natur bereitstellt: Traynor beschafft sie den Farmern aus dem ganzen Land. Wie ein Makler verschiebt er Bienenvölker, koordiniert Logistik und Termine und lenkt die Wege der 40 fahrenden Imker, die er unter Vertrag hat. Traynor - ruhige Stimme, sanfter Blick - gilt als der härteste Broker in der Branche.



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Bienen verschwinden spurlos

Heute ist einer jener Tage, an denen Traynor seinen geliebten Beruf hasst. Die Nacht zuvor hat er nicht geschlafen. "Zu viel Stress", sagt er. Und zu viele neue Sorgen. Reichen die Lieferungen dieses Jahr aus? Stimmt die Qualität? Seit 1968 macht Traynor diesen Job, und plötzlich scheint nichts mehr sicher zu sein. Denn auf unheimliche Weise verschwinden die Bienen.

Seit dem Winter 2006/2007 grassiert das Phänomen, das Forscher als "Colony Collapse Disorder" bezeichnen, kurz CCD, den Kollaps von Bienenvölkern. Ähnliche Völkerverluste werden in vielen Regionen der nördlichen Hemisphäre beobachtet, doch nirgendwo sind sie so verheerend wie in Nordamerika. Öde wie Geisterstädte finden die Imker die betroffenen Stöcke vor. Die Bewohner haben sich ohne Spur davongemacht. Als seien sie vor etwas geflüchtet. Das Problem droht Imker zu ruinieren. Und wenn es weiter fortschreitet, so fürchten manche Bienenkundler, könnte es sogar zu einer globalen Krise führen: Denn für die Volkswirtschaft ist kein Insekt bedeutsamer als die Honigbiene.


Feueralarm in den Bienenstöcken: Rauch löst einen Fressreflex aus - und besänftigt so die Tiere für die Abreise nach Kalifornien (Foto von: Éric Tourneret/LightMediation )
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Feueralarm in den Bienenstöcken: Rauch löst einen Fressreflex aus - und besänftigt so die Tiere für die Abreise nach Kalifornien

Ohne Bienen keine Landwirtschaft

Jeden dritten Bissen, den ein Amerikaner zu sich nimmt, verdankt er dem Arbeitseifer von Apis mellifera, Äpfel, Birnen, Kirschen, Gurken, Kürbisse, aber auch Viehfutter wie Weißklee und Sojabohnen: Nichts davon gäbe es ohne sie so reichlich. Bienenzüchter machen sich bis heute eine der ältesten Allianzen des Planeten zunutze: Blütenpflanzen locken seit 100 Millionen Jahren mit ihrem nahrhaften Nektar, den Bienen sammeln und in ihren Stöcken zu Honig verdichten.



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Kommentare zu "Bienensterben: Ausflug ohne Wiederkehr"


Sven | 27.03.2011 10:34

ich denke, daran sind die weltweit versprühten CHEMTRAILS schuld. die erdbevölkerung soll vernichtet werden. googelt mal nach REDUZIERUNG DER ERDBEVÖLKERUNG. HAARP tut dann das übrige. ich sage nur ERDBEBEN JAPAN und es wird noch härter kommen. Beitrag melden!

Mr. Bean | 22.02.2011 09:26

In Frankreich sind die gefährlichen Pflanzenschutzmittel (PSM) seit 2003 verboten. Trotzdem gibt es dort weiter massive Bienenverluste. Also können die PSM nicht die alleinige Ursache des Bienensterbens sein. Werfen wir einen Blick auf die Imker. Sie müssen ihre Bienen gegen die Varroamilbe behandeln. In F nehmen sie das gefährliche Gift Amitraz, in F zugelassen, in D verboten. Es wirkt auf die Bienen subletal. In den USA haben Maryann Frazier und Dennis vanEngelsdorp Rüchstände in den Bienenwaben untersucht. Von circa 75 gefundenen Substanzen stammten 20 Gifte von den Imkern. Diese Wahrheit wollen die Berufsimker nicht hören, weil sie ihre eigene Praxis auf den Prüfstand stellen müssten. Ein Feindbild ist bequemer. Es fällt aber auf sie zurück. Beitrag melden!

Römer Christine | 07.05.2010 22:09

Gentechnisch veränderte Pflanzen, giftige Spritzmittel und Varroa - Befall setzen den Bienen zweifellos zu, sind aber nicht die Ursache des mysteriösen Bienensterbens, vielmehr liegen diese in der widernatürlichen Strahlung von Sendeanlagen. Prof. Dr. Ferdinand Ruzicka, selbst Autor von Beiträgen in diversen Imker- Fachzeitschriften sammelte umfangreiche Erfahrungen durch eigene Beobachtungen und Umfragen unter Imkern und stellte fest: Die Probleme sind erst aufgetaucht, seit in unmittelbarer Umgebung meines Bienenstandes mehrere Sendeanlagen errichtet wurden. Bienen brauchen die natürlichen elektrischen und elektromagnetischen Felder, um sich orientieren zu können. Im Versuch zeigte sich, dass mit technischer Mikrowelle bestrahlte Bienenvölker weniger Brut, weniger Tracht und weniger Waben hatten. Was aber noch viel dramatischer ist: Immer weniger Arbeiterbienen in den Stock zurück. Sie verloren die Orientierung und verirrten sich. Schützt die Bienen! Stoppt den Mobilfunk! Beitrag melden!

Sabine H. | 06.05.2010 23:57

...ein sehr guter Bericht, leider fehlt mir der Hinweis, dass das Bienenverschwinden mit unserer Mobilfunktechnologie zu tun hat. Bienen orientieren sich mit ihren Magneten in den Flügeln am Erdmagnetfeld, leider hat der Mensch hier die natürliche Ordnung durch den Einsatz von "Mikrowllenstrahlung" zerstört, es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir endlich aufwachen und diese Wahrheit ans Tageslicht kommt. Vielleicht erst, wenn wir merken, das unsere Nahrungsgrundlage in Gefahr ist. Albert Einstein warnte bereits vor vielen Jahren: " Wenn die Biene von der Erde verschwindet, dann hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben; keine Bienen mehr , keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, keine Menschen mehr." Hier sind Forschungen notig, um in Zukunft eine natürliche Technologie zu entwickeln, welche den wertvollen Dienst unserer Bienen wieder ermöglicht.... Beitrag melden!

Hetwig | 26.03.2010 21:00

Einstein: "Wenn die Biene stirbt, hat der Mensch noch 4 Jahre zu leben." Es mag -was die Zeitangabe betrifft- übertrieben sein aber nicht der Inhalt. Der dritte Weltkrieg (um auch die Bevölkerungexplosion einzudämmen,) ist schon längst im Gange. Nur ist es diesmal so, dass die Menschen freiwillig zustimmen und ihn sich ins Haus holen. Die Steuerung jedes Wesens läuft über ganz spezielle Frequenzen (Elektromagnetismus). Alles was der Mensch heutzutage auf Basis der Mikrowellentechnik hinaus bläst tötet im stillen. Handies, Sendemasten DECT Telefone, W-LAN, intelligente Zähler etc. Die Zellen nehmen diese Impulse -und es ist im wahrsten Sinne des Wortes gepulst- als Steuerimpulse auf. Die Biene ist nur der Anfang. Wacht endlich auf! Aber wenn es darum geht sich aus der eignen Comfort-Zone zu begeben, winken doch die meisten ab. Ein Grund, der uns selbst etwas abverlangt darf es auf keinen Fall sein. Hier NUR EINE website, für die, die noch denken wollen //www.mobilfunk-macht-krank.eu Beitrag melden!

Dietmar Schmidt | 17.03.2010 20:47

Ein sehr interessanter Artikel, leider wurde nicht berücksichtigt, dass man festgestellt hat, dass gentechnich veränderte Pflanzen auch eine Rolle spielen. Beitrag melden!

Beate Siek | 06.03.2010 17:11

Ein sehr interessanter Artikel. Es wäre aber schön gewesen, in diesem Zusammenhang auch auf die Bemühungen deutscher Imker zu nachhaltiger Bienenhaltung hinzuweisen. Die Mellifera e.V. leistet hier einen, wie ich finde, ganz vorbildlichen und engagierten Beitrag zum Erhalt der Bienenvölker, s. www.mellifera.de/ Hier werden u.a. Forschungen betrieben, Veranstaltungen und Vorträge angeboten, Initiativen gebildet, wie z.B. das Netzwerk Blühende Landschaft oder das Bündnis zum Schutz der Bienen vor Agro-Gentechnik, sowie für das Imker-Handwerk geworben. Ganz originell finde ich in diesem Zusammenhang auch das Mellifera-Angebot von Bienen-Patenschaften , die Aktion BeeGood, s. www.BeeGood.de, hier können auch Nicht-Imker einen kleinen Beitrag zum Erhalt der Bienenvölker leisten. Für solche Initiativen kann nicht genug geworben werden. Beitrag melden!

Claudia | 06.03.2010 14:50

Gerne würde ich in meinem Stadtgarten Bienenstöcke aufstellen, doch es mangelt an Zeit und die Lage direkt an einem Spielplatz ist nicht wirklich ideal. Ich habe dafür Hummelkästen aufgestellt. Die Kästen sind wartungsarm, die Kinder sind begeistert und die Hummeln bestäuben fleißigst meine Obstbäumchen und Tomaten (Sogar wenn's regnet oder kühler ist). Mit Monokulturen kommen sie natürlich nicht zurecht. Aber die haben wir in der Stadt nicht. Die Probleme auf dem Land müssen wohl die Imker in Zusammenarbeit mit den Bauern lösen. Die Imker wollen gesunde Bienen und der Bauer reiche Ernte mit geringer Pestizidbelastung. Da müsste man sich doch einigen können. Beitrag melden!

Valentin Razmov | 06.03.2010 14:21

Weil es mir zu hart wird auf Deutsch alles zu schreiben (ich habe Deutsch gelernt aber nicht es praktiziert in den letzten 13 Jahren), ich werde Englisch hier nutzen. Hoffentlich, die Leser koennen das gleich verstehen: The article didn't mention one of the most probable causes that researchers have been looking into lately to differentiate between the cases in the USA versus in the European Union. The use of *genetically-modified (GM) cultures*. This use is so prevalent in the United States, unlike the European Union, that the seeds of most mono-cultures (corn, soy, etc.) are 90% or more of GM origin. That can explain much of the difference in what is observed between the continents -- the higher die-off rate in the USA. Otherwise, I found the article informative in learning about the multitude of other reasons which could contribute to the as-yet-unknown source of the honey bee mass dying and disappearance. Danke schoen fuer Ihre Zeit! Beitrag melden!

Helmut | 05.03.2010 13:39

Dann sind bereits im November viele Völker tot. Aber anstatt diesem Problem nachzugehen, werden die Imker als zu blöd hingestellt um Bienen zu halten. Viele trauen sichdeshalb nicht ihre Verluste zuzugeben. Viele Imker haben bereits die Bienenhaltung aufgegeben, weil es viel zu teuer ist immer wieder von vorne anzufangen. Und das sind alles Imker die Jahrzehnte mit viel Erfolg Bienen betreut haben. Die deutschen Bieneninstitute helfen uns leider nicht weiter, weil sie auf Drittmittel aus der Industrie angewiesen sind. So bleibts dabei : die deutschen Imker sind zu blöd, und müssen unbedingt von Bayer ausgebildet werden. Die ausländischen Bienenerzeuger freut das sehr, sie können zehntausende Bienenschwärme an uns verkaufen Heimlich, weil ja jeder Imker der keine Verluste hatte, seinen Bestand auffüllen muß. Wenn da nichts geändert wird, sind in den Industrielandwirtschaften in wenigen Jahren keine Bienen mehr vorhanden. Beitrag melden!

Helmut | 05.03.2010 13:07

Vielen Dank für den guten Artikel. Auch hier am Niederrhein sieht es nicht besser aus Seit einigen Jahren werden die Völker immer schwächer und schwächer. Bis Totalverlust, ob mit oder ohne Behandlung. Es wird alles versucht, wie zB : kleinere Magazine oder Naurwabenbau Es nützt alles nichts, da hier Unmengen an Mais(Monokultur)angebaut werden. Für Turbomilch und Biogasanlagen. Es werden Riesenflächen Grünland umgebrochen. Dafür werden dann Unmengen giftige Saatbeizen benötigt. Die Pflanzen werden systemisch giftig und töten JEDES Insekt. Wenn es dann nicht reicht wird mit erlaubten, aber für Bienen tötlich wirkenden Pestiziden, nachgespritzt(Biskaya Thiacloprid). Jedes Ünkräutlein wird ausgelöscht. Ab Juli beginnen die Völker an zu verhungen weil überhaupt nichts mehr blüht. Gründüngung wie zB Senf blüht dann bis in den Dezember hinein, und die Bienen holen den von vergifteten Böden die verpesteten Senfpollen ins Volk in einer Zeit, in der die Bienen ruhen müssen. Beitrag melden!

Fridolin Brandt | 05.03.2010 09:55

Was haben mir meine frühzeitigen Warnungen eingebracht? Nichts als Beleidigungen und Ausgrenzungen. So ist es nun einmal, der Prophet gilt nichts im eigenem Land! Auch dem Frank Reichert als LV- Vorsitzender der Imker in Thüringen habe ich über die Auswirkungen der Gentechnik und dem Pflanzenschutzmitteleinsatz, im Zusammenhang mit dem weltweiten Bienenvolkssterben versucht aufzuklären. Aber er war , wie alle Vertreter des Deutschen Imkerbundes (DIB), völlig resistent gegenüber über dem Thema Bienenvolksterben, Gentechnik und Pflanzenschutzgifte. Dies ist nicht verwunderlich denn der DIB gehört zum Deutschen Bauernverband und dieser wiederum ist Mitglied im Verein www.fnl.de, deren weitere Mitglieder allesamt zu den Agrarindustriegiganten gehören! Das massive weltweite Bienenvolksterben gibt es seit 2001 /02 und seitdem warne ich ohne Resonanz. Nur in Frankreich hat man die in Rede stehenden - auch den BT- Mais - Pflanzenschutzgifte (PSM) verboten. Fridolin Brandt Beitrag melden!

Fridolin Brandt | 05.03.2010 09:51

Die Milbe ist also schuld und andere Gründe, wie der Einfluss der Pestizide werden gerne heruntergespielt. So auch im letzten Jahr, als am Oberrhein nachweislich ein BAYER-Produkt zum Tod von Millionen Bienen geführt hat. Aber schon kurze Zeit später wurde vermeldet: Schuld sind nicht die Pestizide, sondern die Aussaatmaschinen, die versagt haben. Industrie und Wissenschaftler haben ihr Ziel erreicht: Das Thema Pestizide war plötzlich wieder außen vor. Und die Politik bewilligte Millionen für die Erforschung der Milbe... Beitrag melden!

Fridolin Brandt | 05.03.2010 09:49

Das Bienenvolksterben ist ein Lehrbeispiel für die Verquickung von Wissenschaft, Politik und Industrie - man sollte nicht alles glauben, was einem Doktoren, Professoren und andere Talarträger erzählen. Leider gibt es unzählige Artikel von Kollegen, die auf die Wissenschaftler hereingefallen sind und hereinfallen, zuletzt vor ein paar Tagen auf stern.de, im Frühjahr der Focus etc. Deshalb ist diese Geschichte auch eine Mediengeschichte. Fridolin Brandt Beitrag melden!

Fridolin Brandt | 05.03.2010 09:47

Die Wahrheit über das Bienenvolksterben Die Wahrheit über das Bienenvolksterben aus meinem Beitrag in der Zeitschrift " Natur+Kosmos, Nr. 7/2009 Titelgeschichte über acht Seiten. http://www.natur.de/scripts/basics/natu ... &a_no=3060 Viele Stadtkinder wissen gar nicht einmal, für was Bienen gut sind. Dabei sind sie mit ihrer Bestäubungsleistung für 35 Prozent aller Lebensmittel zuständig. Es geht auch hier, in einer Welt, die vor massiven ökologischen Herausforderungen steht, um einen Teil unserer Nahrungsgrundlage. Im Artikel ist noch lange nicht alles erzählt, was es zu erzählen gäbe ... Manchmal gibt es Phänomene, die uns Wissenschaftler ganz klar und eindeutig erklären können. Zum Beispiel, dass die Hauptursache für das Bienensterben eine Milbe ist, gegen die die Bienenforscher einen fast aussichtlosen Krieg führen. Die Milbe ist also schuld und andere Gründe, wie der Einfluss der Pestizide werden gerne heruntergespielt. So auch im letzten Jahr, als am Oberrhein nachweislich ein Beitrag melden!

Klaus Maresch | 05.03.2010 09:44

Wer nur mit dem Finger auf die böse Industrie zeigt (berechtigt!), vergißt die hausgemachten Fehler. Ein Problem dabei ist die mangelnde Qualifikation vieler "Imker". Man kaufe sich Bienen und damit ist man Imker. Und Fehler, die bei der Varroabehandlung gemacht werden, pflanzen sich auch in den Nachbarvölkern und Nachbarständen fort. Auch in Deutschland sind seit dem letzten Spätsommer wieder Hunderttausende Bienenvölker an der Varroa eingegangen, was nicht hätte sein müssen. Die Varroabehandlung wird aber den Imkern überlassen, was nun wie mittlerweile hinlänglich bewiesen nicht geklappt hat. Da gibt sich der eine Imker Mühe und behandelt richtig, der Nachbar hingegen setzt auf kosmische Strahlung oder das Pflanzen von Brunnenkresse. Es wäre zu wünschen, daß die Varroabekämpfung wieder zur Kontroll-Aufgabe der Amtsveterinäre würde, die den Imkerspezis eins auf die Finger geben könnten. Und ebenso sinnvoll wäre eine Art Jagdschein als Voraussetzung für die Ausübung der Imkerei. Beitrag melden!

Manfred Gerber 3 | 05.03.2010 08:56

Die Ergebnisse seien auf die Geldgeber (chemische Industrie und Landwirtschaftsverbände) zugeschnitten, und erfassen nicht die tatsächliche Problematik. Doch auch nachdem der Bund als unabhängiger Projektträger die administrative Leitung des Binemo übernommen hat, ist die Strategie die Gleiche. Was nicht herauskommen darf, wird nicht gesucht. Nur so bleibt das Bienenvolksterben bis zum Verschwinden unserer geliebten Helferinnen rätselhaft. Imkerei Bienenwabe Sorry die überlänge des Kommentars war nötig Beitrag melden!

Manfred Gerber2 | 05.03.2010 08:54

Teil2 Imker stehen fassungslos vor Ihren Bienenkästen und müssen mit ansehen, wie Ihre total berauschten Bienen die Stöcke nicht mehr finden und sich irgendwann in der Dunkelheit verfliegen. Wenn dem Bienenvolk die erfahrenen Altbienen fehlen, sinkt die Immunstärke des Volkes rapide, die Parasiten die sich größtenteils im Stock aufhalten, sorgen nun in Ihrer Überzahl für die rasche Verbreitung der Krankheitskeime. Die völlig geplagten Jungbienen verlassen panikartig die Stöcke und sterben ohne den Schutz Ihres Staatensystems. Eine Meldung dieser Vorkommnisse gerät in Deutschland auf die senkrechte Ablage. Ohne mindestens 1000 tote Bienen bei denen eine Giftdosis ermittelt wird, die 50 % der Bienen innerhalb 48 Std. töten kann, kommt es zu keiner Registrierung der offensichtlichen Vergiftungen. Das von der Landesanstalt für Bienenkunde Hohenheim geführte Bienenmonitoring wurde aus diesen Gründen bereits 2006 vom den Imkerverbänden heftig kritisiert. Beitrag melden!

Manfred Gerber | 05.03.2010 08:51

Das Symptom der leer geflogenen Beuten tritt auch in Europa seit 2003 mit immer größerer Häufigkeit auf. Auch auf unserem Kontinent sterben jährlich mehr als 20 % der Bienenvölker auf diese mysteriöse Art. Und Jähr für Jahr wird das Ausmaß dieser Tragödie schlimmer. Bereits Jahre vor dem ersten Auftreten von CCD in den USA, stellten französische Wissenschaftler fest, dass die subletale Dosis die Flugbienen bei Ihrer Sammeltätigkeit ausreicht, um die Bienen derart zu vergiften, dass die lebenswichtigen Funktionen gestört werden. Die Flugbienen sammeln täglich mehrmals das bis zu 50-fache einer Tagesration. Sie sind daher einer viel größeren Menge von Kontaktgiften ausgesetzt, als die Stockbienen, bei denen letzten Endes üblicherweise die Konzentration von Pflanzenschutzmitteln gemessen wird. (Teil1) teil2 folgt Beitrag melden!

Eberhard Fischer | 05.03.2010 07:21

Wie in allen anderen Fällen gilt auch hier: wenn man mit dem Finger auf jemanden zeigt (auf die böse Chemieindustrie), zeigen gleichzeitig drei Finger auf einen selbst zurück! Wir Imker sind nicht unschuldig an dieser Entwicklung: es ist nicht auszuschliessen, dass eine gezielte Zucht der Bienen hin zu Sanftmütigkeit und Sammelfleiss gleichzeitig deren Immunsystem schwächt... Ein Blick auf die fragwürdige Bienenwanderungen in den USA zeigt uns auch auf: geht einen anderen Weg, wiederholt diesen Fehler nicht auch in Europa. Im Übrigen sind wir schon auf diesem Weg: warum wandern die Imker, deren Hausbienen in der Rheinebene leben, in den Schwarzwald und in die Pfalz, nur um Sortenhonig zu produzieren? Warum setzen wir unsere eigenen Bienen diesem Stress aus? Beitrag melden!

Lester Hase | 04.03.2010 22:44

Die Bienen der Biens sind wahre Anpassungs- und Überlebenskünstler, wie der Verlauf ihrer Entwicklungsgeschichte zeigt. Mittels "Neonicotinoiddopings", stellvertretend für alle Pestizide, auch der Varroazide und anderer Einwirkungen, haben wir es in den Händen, die "Biens" als Art in Existenznot zu bringen. Beitrag melden!

Charly Nickel | 04.03.2010 15:05

An Warnungen fehlt es bestimmt nicht und wenn wir so weitermachen wird es irgendwann auch für uns kein Zurück mehr geben. Unser ganzes Wirtschaftssystem ist auf schnellen Gewinn ausgerichtet, der uns um ein vieles teurer zu stehen bekomm,t als wenn wir es gleich von Anfang an richtig machen würden. Klar das würde etwas mehr Arbeit machen aber ist es nicht genau das, was wir am meisten brauchen? Beitrag melden!

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