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Klimafolgen: Wirtschaftskrise durch Klimawandel?

Überschwemmungen? Dürren? Stürme? Vielleicht sollten die Deutschen mehr Angst vor einer Wirtschaftskrise haben

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Kohlekraftwerke in Gelsenkirchen: Die Verflechtung der Finanzindustrie mit der fossilen Energiewirtschaft birgt Risiken (Foto von: imago/Hans Blossey)
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Kohlekraftwerke in Gelsenkirchen: Die Verflechtung der Finanzindustrie mit der fossilen Energiewirtschaft birgt Risiken

Wovor haben die Deutschen am meisten Angst? Vor Naturkatastrophen wie Überschwemmungen, Dürren oder Stürmen - wenn man der repräsentativen Umfrage eines großen Versicherers glauben darf. Erst an neunter Stelle nannten die Befragten eine schlechtere Wirtschaftslage. Jetzt zeigt eine Studie im Auftrag der Europäischen Zentralbank (EZB), dass sie beides gleichermaßen fürchten sollten.

Die Autoren haben den Finanzsektor der Europäischen Union unter die Lupe genommen - und kommen zu einem alarmierenden Ergebnis: Wenn die Staatengemeinschaft beim Klimaschutz zu spät und zu abrupt agiert, droht eine Wirtschaftskrise.

Dabei gingen die Autoren von zwei Szenarios aus. Im ersten werden nach und nach Maßnahmen für einen effektiven Klimaschutz ergriffen. Also etwa eine allmähliche Umstellung auf erneuerbare Energien. Die Kosten dafür wären laut den Autoren verkraftbar.

Im zweiten Szenario steuern Politik und Wirtschaft zu spät um - und im Hauruck-Verfahren. Mit fatalen Folgen. Weil die Kosten für die fossil getriebene Produktion steigen - inklusive explodierender Preise für Emissionsrechte -, würden große Teile einer von Öl, Kohle und Gas angetriebenen Wirtschaft in die Knie gehen. Die plötzliche Umstellung auf alternative Energiequellen würde enorme Kosten verursachen. Energiekonzerne würden massiv an Wert verlieren. Und Versicherer würden durch häufigere Naturkatastrophen belastet.

Öliger EU-Finanzsektor

Besonders kritisch sehen die Autoren der Studie die Symbiose des europäischen Finanzsystems mit der fossilen Energiewirtschaft. Banken, Versicherer und Pensionsfonds seien mit rund einer Trillion Euro mit Unternehmen verflochten, die Erdöl, Erdgas oder Kohle fördern. Das macht sie anfällig für systemische Risiken.

Schon 2006 warnte der Wirtschaftswissenschaftler Nicholas Stern im sogenannten Stern Report, die wirtschaftlichen Schäden eines ungebremsten Klimawandels würden die Kosten von effektiven Klimaschutzmaßnahmen bei weitem übersteigen.

Too late, too sudden: Transition to a low-carbon economy and systemic risk




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