Mahlzeit!
Außerdem haben wir einige „Kulinarische Ansichten“ von Prominenten zum Thema Essen für Sie zusammengestellt.
Meine Essensaufnahme ist stürmisch, eine Folge von Wahnsinnsanfällen, die meist nicht lange dauern, aber ungeheuer intensiv sein können. Ich bin lange unbeständig und sofort übernatürlich entflammt. Eine volle Woche lang bin ich erdnussbuttersüchtig, vorzugsweise nach der mit Stückchen, fresse sie mit großen Löffeln kurz vor Mitternacht, Tag für Tag. Vor Kurzem hatte ich eine heiße Affäre mit einem Lammhackbraten mit Fetafüllung. Und jüngst bin ich dem Hühnersalat verfallen, der erst mit der richtigen Menge Mayonnaise perfekt ist, die so empfänglich ist für meinen geliebten Dill. Noch ein paar Mandelsplitter darüber gestreut, und ich bin verloren – zumindest eine Zeit lang.
Frank Bruni, Autor des Memoirenbestsellers „Born Round“ und ehemaliger Restaurantkritiker der „New York Times“
„Die Art und Weise, wie wir essen, hält uns den Spiegel vor, wie es um unsere Gesellschaft bestellt ist. Immer weniger Menschen in Deutschland gelingt es beispielsweise, Wunsch und Wirklichkeit beim Essen und Trinken in Übereinstimmung zu bringen, Stress, Desinteresse und mangelnde Disziplin sind häufig die Gründe. Genuss und Lebensqualität bleiben dabei nur allzu oft auf der Strecke. Doch wenn es schon an einem so elementaren Teil unserer Kultur wie der Ernährung in der Tendenz unbefriedigend bestellt ist, wie wollen wir dann andere, komplexere Herausforderungen als Gemeinschaft angehen und meistern?“
Gerhard Berssenbrügge, Vorstandsvorsitzender Nestlé Deutschland AG
Ich will nicht künstlich, tiefgekühlt und geschmacklos leben, sondern frisch, gesund und vielseitig! Deswegen würde ich auch nie an Lebensmitteln, den „Mitteln zum Leben“ sparen, das sind meine Luxusgüter. Ich verzichte aber streng auf Aromen, Geschmacksverstärker und Farbstoffe – unsere Körper kennen und wollen diese Zusätze nicht. Achten Sie beim Einkauf auf saisonales und regionales, so sparen Sie Geld, Transportwege und haben die besseren Produkte auf dem Teller. Und eins noch: Ein Tier besteht nicht nur aus Filet und Rücken. Das halte ich mir stets vor Augen, denn schließlich muss ein Tier dafür sterben.
Ralf Zacherl, Fernsehkoch
In Deutschland muss niemand hungern – im Gegenteil! Viele Kinder werden regelrecht abgefüttert, zu Hause ebenso wie in Schulkantinen. Seit der Gründung der Hamburger Tafel 1994 bekämpfe ich Pizza, Burger und das Schauderzeugs aus der Tiefkühltruhe mit allen Kräften. Gesunde, regionale und frische Küche ist keine Frage des Geldbeutels! Um das zu beweisen, organisieren wir auch regelmäßig Kochkurse für junge Eltern und Kinder.
Annemarie Dose, Gründerin der Hamburger Tafel
Früher war die Definition von Lebensmitteln eher ’Überlebensmittel’ – heute dagegen sollte man sie als ’Lebensverlängerung’ definieren und ansehen. Ich plädiere deswegen für Ernährungslehre als festen Bestandteil der Lehrpläne an den Schulen. Denn wir leben in einer Zeit, in der das Wissen über Nahrungsmittel und gesunde Ernährung nicht mehr ausreichend in den Familien weitergegeben wird. Außerdem stehen der heutigen Generation wesentlich mehr Erkenntnisse über gesunde Ernährung zur Verfügung. Das sollten wir nutzen!“
Holger Stromberg, Koch der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft