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Kenia – Das Dorf der Frauen

Frauen-Dorf: Im kenianischen Umoja leben nur Frauen. Geflüchtet vor der Gewalt ihrer Männer meistern sie traditionell männliche Aufgaben wie die Viehhaltung – für ihre patriarchalen Nachbarn eine Provokation. Die "360° - GEO Reportage" am Samstag (12. März) um 19.30 Uhr und Sonntag (13. März) um 14 Uhr


Nadera beim Bau eines Daches. Mit 14 Jahren floh sie vor einer Zwangsehe mit ihrem Onkel nach Umoja (Foto von: MedienKontor)
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Nadera beim Bau eines Daches. Mit 14 Jahren floh sie vor einer Zwangsehe mit ihrem Onkel nach Umoja

Ein Film von Francois de Roubaix

Am Rande des Samburu-Nationalparks in Kenia liegt Umoja - auf den ersten Blick ein ganz normales Dorf in der afrikanischen Savanne: Einfache Lehmhütten auf trockener roter Erde, Kinder spielen, Ziegen meckern. Und doch ist hier alles anders: In Umoja leben ausschließlich Frauen! Seit 1990 finden sie hier Zuflucht vor Zwangsehe, Männergewalt oder Genitalverstümmelung. Gemeinsam haben sich die Frauen hier eine neue Existenz aufgebaut und übernehmen ganz selbstverständlich auch traditionell männliche Aufgaben wie Viehzucht oder Schlachten. Eine Provokation für die patriarchal geprägte Gesellschaft der Samburu!

Naporas Geschichte ist beispielhaft für das Schicksal vieler Frauen im Umoja. Bei der Suche nach Feuerholz wurde sie von einem Fremden vergewaltigt. Als sie ihrem Ehemann davon erzählte, schlug und verjagte er sie. Verstoßen und gedemütigt fand sie schließlich in Umoja Zuflucht. Heute bietet ihr die Frauengemeinschaft Sicherheit, doch Naporas seelische wie körperliche Wunden heilen nur langsam. Umoja bedeutet "Einheit" auf Suaheli und das ist es auch, was die Frauen hier finden. Im Gemeinschaftshaus oder unter der großen Akazie im Zentrum des Dorfes kommen sie regelmäßig zusammen, um sich auszutauschen. Gemeinsam versuchen sie, das Schreckliche, was jede einzelne von ihnen erlebt hat, zu verarbeiten. "Wir wollen, miteinander Spaß haben, so vergessen wir den Ärger", sagt Rebecca Lolosoli, die Gründerin des Dorfes. "Keine Demütigung mehr für diese Frauen. Nur noch Respekt!" Niemals wieder sollen Frauen missachtet oder misshandelt werden – so ihre Forderung. Das Zusammenleben im Dorf verläuft nach selbst definierten Regeln: Sämtliche Güter werden geteilt. Außerdem besitzen die Frauen in Umoja Haus und Land, züchten Vieh und schlachten es auch selbst – alles Rechte und Aufgaben, die ihnen außerhalb der Grenzen ihres Dorfes verwehrt bleiben. Denn bei den Samburu geht die Frau mit der Hochzeit traditionell in den Besitz des Mannes über. Dass Frauen selbst Vieh und Land besitzen, ist undenkbar. Die Männer im Nachbarort Archer’s Post fühlen sich durch das neue Selbstbewusstsein der Frauen bedroht. Bei Einkäufen im Ort werden die Frauen aus Umoja mit Argwohn empfangen und bedrängt. Doch sie lassen sich durch die Widerstände nicht beirren, sie engagieren sich politisch auch außerhalb ihres Dorfes für alle Frauen in Kenia. Rebecca Lolosoli ist sogar regelmäßig im Ausland unterwegs, um auf die Lage der kenianischen Frauen aufmerksam zu machen. Und sie ist optimistisch: "Die Zukunft sieht besser aus". Um auch finanziell unabhängiger zu werden, planen die Frauen, ein Touristencamp in Umoja zu errichten – ein weiterer Schritt zu mehr Anerkennung und Selbstbestimmung.

"360° - Geo Reportage" zeigt, wie die Frauen von Umoja ihren Weg zu mehr Unabhängigkeit und Selbstbestimmung finden.


Arte Programm
  • › www.arte.tv

    Mit weiteren Informationen zu GEO-Filmen (Links, Buchtipps, Video-Kurzfassung u.a.)

Wiederholungen:
sonntags um 14 Uhr


13.03.2011: Kenia – Das Dorf der Frauen
20.03.2011: Das Whisky-Geheimnis von Islay
27.03.2011: Die besten Hütehunde von Wales


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Kommentare zu "Kenia – Das Dorf der Frauen"

Dagmar Unkelbach | 24.12.2013 14:53

Sehr geehrte Damen und Herren,

gerne hätte ich weitere Informationen über dieses Dorf.
Kann man direkt auch für dieses Dorf spenden?

Mit freundlichen Grüßen
Dagmar Unkelbach

Beitrag melden!

Birga | 18.07.2013 10:26

Habe die Reportage gestern Abend auf ORF 3 gesehen - sehr beeindruckend und mit viel Feingefühl gedreht. Gratulation an das Team. Beitrag melden!

chris | 13.10.2011 18:21

Hallo,
bitte um Mitteilung, wann dieses Toruistencamp en tsteht?????
Bin Rentnerin, habe viel Zeit, und möchte diese Frauen dort unterstützen. Mein großer Respekt gehört Frau Rebecca Lolosoli, die dieses Frauendorf, ins Leben gerufen hat und selbstverständlich auch allen mutigen Frauen dort.
Männer sollten endlich mal im 21. Jahrhundert kapieren, das Frauen Respekt und Achtung verdient haben, für das was sie in dieser Welt leisten.
Das einzige, was ich nicht gut finde, dass Tiere getötet werden. Ich bin Vegetarier!!!

Viel Mut dem ganzen Camp
Chris aus Berlin
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Simssee | 02.12.2009 19:23

Respekt vor diesen Frauen die es geschaft haben sich von ihren gewaltbereiten Penigern zu trennen. Das sollte ein Beispiel für mehr Mut der gepeinigten Frauen sein. Nochmals mein Respekt für diesen bestimmt nicht leichten Schritt.. Beitrag melden!

ReiKo | 08.03.2009 19:50

Eine beeindruckende Reportage, die gerade an einem Tag wie heute, dem Internationalen Frauentag zeigt, wie weit wir entfernt sind von der Einhaltung der Menschenrechte gerade von Frauen. Umso größer ist meine Hochachtung vor den Frauen, die ich im Film erleben durfte. Mit welcher Klugheit und Menschlichkeit sie ihr Schicksal in die Hände nehmen und eine Zukunft für sich und ihre Kinder aufbauen. Hier wächst ein Stück Zukunft, selbst gestaltet und ungeheuer behütenswert. Ich wünsche diesen Frauen alles Glück, viel Erfolg und viele Menschen, die sie unterstützen. Ich wünsche ihnen, dass sie ihr Lachen trotz ihres schweren Schicksal nie verlieren mögen und Männer, die irritiert werden und den Mut haben, die Leistung der Frauen anzuerkennen und beginnen umzudenken. Ich denke, die Söhne dieser Frauen, die im Dorf aufwachsen, sind schon ein Anfang.....Wie kann man diese Frauen unterstützen? Beitrag melden!

ReMe | 26.01.2008 18:38

Eine tolle Reportage und ich würde mich sofort in diesem Touristencamp einmieten, um mit diesem Geld direkt diese Gemeinschaft unterstützen. Meinen ganzen Respekt für diese Frauen und ihrem Projekt, das die kenianische Welt so irritiert und damit verändert! Beitrag melden!

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