Mythen-Check Sechs populäre Irrtümer über Tee

Tee schmeckt und macht munter. So viel steht fest. Aber jenseits dieser Fakten kursieren viele Mythen über den Strauch und das Getränk. Wir haben sie unter die Lupe genommen
Grüner Tee in Tassen

Grüner Tee ist in Südostasien ein traditionelles Getränk - und wird auch im Westen immer beliebter

1. Tee enthält kein Koffein

Doch, denn der Teestrauch (Camellia sinensis) und seine Unterarten enthalten neben vielen anderen Inhaltsstoffen auch Koffein. Daher enthält auch jede Teesorte, die wie Grüner, Schwarzer, Weißer und Gelber Tee oder Oolong direkt von diesem Strauch abstammt, ebenfalls Koffein. Schwarzer Tee bis zu 4%. Bei Kräuter- und Früchtetees sieht es dagegen anders aus, ihre Ausgangspflanzen sind koffeinfrei.

Es ist übrigens ein Mythos, dass Schwarzer Tee nach fünf Minuten anregend wirkt und nach längerer Ziehzeit beruhigend. Der Koffeinanteil im Schwarzen Tee ist gut wasserlöslich und gehört damit mit zu den ersten Stoffen, die aus den Blättern gewaschen werden. Die Koffeinmenge im Tee ist daher unabhängig von der Aufgusszeit nahezu gleich. Lässt man Tee länger als fünf Minuten ziehen, lösen sich allerdings immer mehr Gerbstoffe – der Tee wird bitterer.

2. Der englische Teatime-Tee zieht nur kurz

Ganz im Gegenteil. Zur Teatime reicht man Schwarzen Tee, meistens den Ceylon Assam oder Darjeeling. Der Tee wird einfach in einer Kanne mit kochendem Wasser aufgegossen – und zieht dann, so lange er will. Da die Blätter bis zum letzten Schluck in der Kanne bleiben, wird der Tee natürlich immer stärker und bitterer. Um den Tee bis zum Schluss genießen zu können, gibt man immer wieder heißes Wasser aus einer separaten Kanne dazu.

3. Im Beuteltee landen nur Abfälle

Es hält sich das Gerücht, in Teebeuteln würden ausschließlich Abfälle landen. Das stimmt aber pauschal nicht. Beuteltee ist nur feiner zermahlen, kann aber durchaus auch hochwertige Blätter enthalten. Allerdings können beim Zerkleinern der Blätter mehr ätherische Öle verdunsten und der Tee etwas Aroma einbüßen. Es stimmt allerdings, dass minderwertiger Tee oft in Beutel verpackt wird.

4. Drei-Minuten-Tee macht wach, Fünf-Minuten-Tee müde

Das stimmt nicht ganz. Es kommt vor allem auf die Teesorte und deren Wirkstoffe an, wobei es von Haus aus Unterschiede gibt. Der Mythos bezieht sich auf Schwarzen Tee, der etwa vier Prozent Koffein enthält, das sich durch heißes Wasser aus den Blättern löst. Generell gilt: Je länger ein Tee zieht, desto mehr Inhaltstoffe lösen sich auch, und der Tee wird dunkler und bitterer. Die Koffeinkonzentration ändert sich nach fünf Minuten allerdings nicht mehr, es lösen sich dann Polyphenole, die den Wachmacher entschärfen können. Der Tee wirkt dann im besten Falle weniger belebend, aber auf keinen Fall beruhigend - und müde macht er auch nicht.

5. Tee wird nicht schlecht

Nun gut, schimmelig wird er wirklich nicht, aber wesentlich länger als ein halbes Jahr sollte man Tee auch nicht lagern. Danach werden die meisten Aromastoffe und einige der gesunden, antioxidativ wirkende Inhaltstoffe ab- oder umgebaut.

6. Milch im Tee mindert die gesunde Wirkung

Nein, das konnte in Versuchen nicht bestätigt werden. Die Aufnahmefähigkeit des Körpers für sogenannte Katechine - wichtigen Antioxidantien, die das Risiko von Krebs mindern können - wird durch Milch nur minimal behindert und hat keine Wirkung auf den Körper.

7. Tee mit Rum hilft bei Erkältungen

Nicht wirklich. Tee ist zwar gesund und heiße Getränke wirken an sich meist schleimlösend. Der Alkohol im Rum ist aber alles andere als gesund. Er schwächt das Immunsystem, entzieht dem Körper Wasser und die Schleimhäute werden schlechter durchblutet. Zudem kann Alkohol die Wirkung von möglicherweise eingenommenen Medikamenten beeinflussen. Also bei Erkältungen lieber heißen Tee ohne Rum trinken.

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