Aus dem Ersten Weltkrieg Paar findet hundert Jahre alte Brieftauben-Nachricht

Über einhundert Jahre alt ist die Notiz eines Soldaten. Zubringen sollte den Zettel in einer kleinen Kapsel eigentlich eine Brieftaube, gefunden hat ihn jetzt ein Pärchen an der deutsch-französischen Grenze
Paar findet hundert Jahre alte Brieftauben-Nachricht

Ein Stück Geschichte: Eine Brieftaube sollte diese Notiz eines Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg zu einem Offizier bringen

Entdeckt wurde die Nachricht, die ein preußischer Infanterist vermutlich im Juli 1916 an einen Offizier geschickt hat, erst über hundert Jahre später, im Herbst 2020: Ein Pärchen ging bei Colmar an der deutsch-französischen Grenze spazieren, als eine kleine Metallkapsel auf dem Boden aufblitzte.

In der Kapsel schlummerte eine gut erhaltene Notiz, die erstaunten Finder brachten ihren Fund in das nahe gelegene Weltkriegsmuseum in Linge.

Umschreibung militärischer Manöver

Die Handschrift sei kaum lesbar, es handele sich aber um eine detaillierte Umschreibung militärischer Manöver, sagte Museumsdirektor Dominique Jardy der britischen Zeitung Guardian. Auch sei nicht mit Sicherheit zu entziffern, ob die Notizen auf Juli 1910 oder 1916 datiert worden sind. Aus dem Kontext werde jedoch deutlich, dass es sich um Informationen zum Kriegsgeschehen des Ersten Weltkriegs handele. So notierte der Soldat:

"Zug Potthoff bekommt Feuer als er die Westgrenze des Exerzier-Platzes erreicht, Zug Potthoff nimmt das Feuer auf und geht nach einer Weile zurück", schreibt der Soldat. "Im Fechtwald war ein halber Zug außer gefecht gesetzt, Zug Potthoff geht unter starken Verlusten zurück."

Ihren eigentlichen Empfänger hat die Nachricht nie erreicht; stattdessen liegt sie jetzt gut sichtbar im Museum in Linge und gibt einen kleinen Einblick in eine Zeit, in der zahllose Soldaten und Zivilisten ihr Leben lassen mussten - dank einer vermeintlichen Erbfeindschaft zwischen zwei Staaten, die heute in Frieden kooperieren.