Zamość Der geplante Traum einer italienischen Renaissance-Stadt in Ostpolen

Was macht Zamość so besonders? Und wann sollten Sie die von einem einzelnen Architekten geplante Kleinstadt am besten besuchen? Antworten finden Sie in unserer Reihe "Traumort des Tages"
Zamosc, Polen

Er ist das Herz der geplanten Stadt Zamość: Der Rynek Wielki, der Großmarkt, wird umrahmt von bunten, kunstvoll verzierten Wohnhäusern und dem Rathaus - dessen Turm weit über alle anderen Gebäude hinausragt

Wo liegt Zamość?

Zamość liegt im Südosten Polens, nahe der ukrainische Grenze - zur polnischen Hauptstadt Warschau sind es rund 270 Kilometer. Über 60.000 Menschen leben in Zamość, hinzu kommen jedes Jahr rund 100.000 Besucher.

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Was macht die geplante Kleinstadt so besonders?

Jan Zamoyski ist der Mann, der Zamość seinen Namen gab. Bernardo Morando ist der Mann, der Zamość sein Gesicht gab. Der polnische Staatsmann Zamoyski gab dem venezianischen Architekten Morando Ende des 16. Jahrhunderts den Auftrag, einen gesamten Stadtkern, heute als Altstadt bekannt, zu planen.

Morando orientierte sich an italienischen Vorbildern, der Renaissance-Stil ist allgegenwärtig in der Architektur Zamośćs. 1605 war die erdachte Stadt Wirklichkeit geworden und konnte an seinen Namensgeber Zamoyski übergeben werden.

In Zamość führen fast alle Wege auf den Rynek Wielki. Der ausladende Platz wird umrahmt von kleinen Häusern mit bunten, kunstvoll verzierten Fassaden - und einem der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt: dem Rathaus. Der Turm des Gebäudes überragt alle anderen in der Umgebung, die kunstvolle Freitreppe lädt dazu ein, das Treiben auf dem Rynek Wielki für eine Weile auf sich wirken zu lassen.

Nicht weit vom Rathaus entfernt stehen die armenischen Häuser, Heimat für viele Händler, die im 16. Jahrhundert in Zamość ansiedelten. Die Fassaden dieser Häuser sind keine stummen Wände, sie erzählen Geschichten - von Christus und seinen Aposteln, dem Orient, von Tierfabeln. Heute ist in diesen Häusern das Stadtmuseum untergebracht. Ein Blick hinein lohnt sich, die Holzdecken sind ebenso kunstvoll verziert wie die Fassaden.

Sie gilt als eine der schönsten Kirchen Polens: die Kollegiatskirche in Zamość. Die drei Schiffe des mittlerweile zur Kathedrale erhobenen Gebäudes beherbergen feine Holzschnitzereien und sakrale Kunst. Fast schon selbstverständlich entstammt sie der Vorstellungskraft des Architektenvaters der Stadt, Bernardo Morando.

Zamość überstand gewaltvolle Konflikte im 17. Jahrhundert beinahe unbeschadet, ebenso die deutsche Besatzung während des Zweiten Weltkrieges. In den 1970er Jahren wurde die historische Innenstadt, das Erbe Morandos, restauriert; 1992 wurde die Geburtsstadt Rosa Luxemburgs - die jedoch in Warschau aufwuchs - zum UNESCO-Weltkulturerbe erhoben.

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Wann ist die beste Reisezeit für Zamość?

Zamość ist immer einen Besuch wert. Wer jedoch nicht bibbernd auf der Rathaustreppe sitzen oder in dicken Regenmänteln eingehüllt durch die Gassen schlendern will, der sollte im Sommer nach Ostpolen reisen. Zwischen Mai und September hat es in Zamość Temperaturen um die 20 Grad Celsius - jedoch muss ab und an mit einem kräftigen Schauer gerechnet werden.

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