GEO schützt den Regenwald e.V.

Nepal Klimaschutz in den Middle Mountains

Dieses vielschichtige Projekt von „GEO schützt den Regenwald e.V.“ integriert Waldschutz, Aufforstung, die Nutzung von Biogas als erneuerbare Energie und Gesundheitsaspekte.

Über die Region

Etwa vier Stunden westlich der Landeshauptstadt Kathmandu, in den Middle Mountains von Nepal, ist dieses Großprojekt von „GEO schützt den Regenwald e.V.“ angesiedelt. Im Distrikt Dhading, der Projektregion, leben 350.000 Menschen – überwiegend Klein-bauern, die als Selbstversorger Landwirtschaft auf den Berg-hängen um die Distrikt-Hauptstadt Dhading Besi betreiben.

Klimaschutz in den Middle Mountains

Übersichtskarte von Nepal

In dem ländlichen Siedlungsgebiet gibt es keine Dörfer nach mitteleuropäischer Vorstellung. Vielmehr verteilen sich die mehr als 4.000 Haushalte über die Hänge mehrerer Berge in Höhenlagen zwischen 800 und 1600 Meter über dem Meer. In anderen Regionen hat die Landesregierung die Nutzung alternativer Energiequellen – Wasserkraft und Biogas – bereits erfolgreich vorangetrieben. Im ländlichen Dhading aber werden zu Beginn des Projekts noch rund 99 Prozent des Energiebedarfs der Menschen durch Holz gedeckt, der Rest durch Kerosin. Jede Familie benötigt bis zu zehn Tonnen Feuerholz pro Jahr. Die Menschen müssen immer weitere Wege gehen, um Feuerholz und Futter für die Nutztiere herbeizuschaffen. Ein Großteil der verbleibenden Wald-flächen in Dhading ist in schlechtem Zustand, trotz der Arbeit von Community Forest User Groups (CFUGs) – örtliche Nutzer-gruppen, denen die Regierung Gemeindewaldflächen zur eigenständigen Bewirtschaftung überschrieben hat.

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Karte des Distrikts Dhading (blau) mit den acht Projektsiedlungen „VDCs“ (grün)

Hintergrund des Projekts

Nepal gehört zu den Ländern, die laut Vorhersagen am stärksten unter den Folgen der Klimaerwärmung leiden werden, etwa unter Schlamm- und Schneelawinen als Folge der erhöhten Temperatur. Zugleich schwinden die bewaldeten Flächen, da die Bevölkerung stark wächst und vor allem die Menschen der unzähligen dörflichen Siedlungen im Inneren des Landes zum Kochen und Heizen auf Holz angewiesen sind.

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Typischer Anblick in den Middle Mountains: Die Ausweitung der Ackerflächen führt zu starkem Waldschwund

Laut Daten der FAO gingen zwischen 1990 und 2005, also innerhalb von nur 15 Jahren, rund 28 Prozent der Waldflächen Nepals verloren. Um diesen dramatischen Waldschwund zu bremsen, förderte die Regierung in den vergangenen Jahrzehnten zunehmend die Arbeit von Waldnutzergruppen, genannt CFUGs, die partizipatives Waldmanagement betreiben – ein Bewirt-schaftungssystem, das in ähnlicher Form weltweit zu Erfolgen geführt hat. Dennoch ist klar: Der Holzverbrauch der wachsenden Bevölkerung kann nicht nachhaltig gedeckt werden.

Kern des Projektes ist die erklärte Absicht von G+J, die jährlich im Rahmen von Mitarbeiterflügen entstehenden Kohlendioxid-Emissionen (Basis 2007: 7500 Tonnen) auszugleichen. Dieses Treib-hausgas trägt wesentlich zur fortschreitenden Erderwärmung bei.

Dauer

Juli 2008 bis Dezember 2013 (Phase I)
Januar 2014 bis Dezember 2016 (Phase II)
Januar 2017 bis Dezember 2018 ("Auslaufphase")

Ziele

  • Förderung des Walderhalts
  • Entwicklung einer nachhaltigen Energieversorgung
  • Bewusstseinsstärkung
  • Verbesserung der Entwicklungschancen der örtlichen Bevölkerung

Aktivitäten

Wiederaufforstung

Brach liegende Flächen werden unter Anleitung des Teams und mit aktiver Beteiligung der ansässigen Bevölkerung aufgeforstet. Im Projektgebiet sind ungenutzte Flächen rar. Vorhandene Brach-flächen sind meist steil und exponiert, die Böden mager, trocken und steinig. Projekt-Baumschulen produzieren jährlich bis zu 50.000 Setzlinge für die Wiederaufforstung; die übrigen Bäume werden von staatlichen Baumschulen durch die Forstbehörde zur Verfügung gestellt.

Verbesserung der Bewirtschaftung von Waldflächen

2067 Hektar Wald werden im Projektgebiet durch 23 CFUGs bewirtschaftet. Mithilfe von gezielter Beratung und Schulungen sollen deren Erfolge in der Waldpflege und -nutzung ausgebaut werden.

Bereitstellung von effizienten Kochöfen

Die traditionell genutzten offenen Feuerstellen werden durch gemauerte Lehmöfen mit Rauchabzug (Improved Cooking Stoves, kurz: ICS) ersetzt. Die neuen Kochstellen sparen ein Drittel des üblicherweise verbrauchten Feuerholzes und mindern so den Druck auf den Wald. Zudem schützen sie die Nutzerinnen vor der schädlichen Wirkung des Rauchs, der bei der Verbrennung des Holzes entsteht.

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Nutztiere wie Büffel, Rinder oder Ziegen stellen den wertvollsten Besitz der Familien dar

Bau von Biogasanlagen

In Haushalten, die die Voraussetzungen erfüllen, ersetzt Biogas beim Kochen die bisherigen Brennstoffe Holz und Kerosin. Um eine Biogasanlage erfolgreich zu betreiben müssen einige Voraus-setzungen erfüllt sein: (i) Der Haushalt muss auf unter 2000 Meter ü.d.M. liegen. (ii) Es wird – je nach Größe der Biogasanlage – Dung von mindestens zwei Großtieren (Büffel, Rinder) benötigt. (iii) Die Wasserversorgung des Haushalts muss ausreichen, um das Dung-Wasser-Gemisch, mit dem die Anlagen zur Gasproduktion befüllt werden, herzustellen. Die künftigen Nutzer helfen beim Bau der Anlagen, der durch lokale Biogas-Experten vorgenommen wird. Zu den Vorteilen der Biogasnutzung gehören: Verringerte Kohlendioxid-Emissionen, verminderter Druck auf den Wald, Wegfall des gesundheits-schädlichen Rauchs von offenen Holz-feuern und erhebliche Zeitersparnis durch den Wegfall der Holzsuche.

Verbesserung der Lebensumstände

Zusätzliche Maßnahmen dienen der Aufklärung, Bewusstseins-stärkung und Weiterbildung, der Gesundheitsvorsorge, und Verbesserungen der Infrastruktur auch für die Trinkwasser-versorgung der Menschen im Projektgebiet.

Projektverlauf und -Erfolge: 2008 bis 2013

Zu dem hoch motivierten Projektteam gehören neben dem Koordinator und einer Assistentin in Lalitpur (nahe Kathmandu), weitere Vollzeitmitarbeiter in der Distrikthauptstadt Dhading Besi sowie zehn so genannte Local Resource Persons (LRPs), die in den Projektsiedlungen die Aufgaben von Multiplikatoren wahrnehmen. Zu Beginn erstellt das Team Studien zur Erfassung der Ausgangs-situation (Energieverbrauch, soziale Aspekte, Waldzustand). Durch aufwändige Trainings- und Kommunikationsmaßnahmen werden das Projektkonzept und die diversen Aktivitäten in der Bevölkerung gut verankert. Die Bewohner der Projektsiedlungen beteiligen sich aktiv an der Umsetzung sämtlicher Maßnahmen.

Die Menschen im Projektgebiet zeigen ihre Unterstützung des Projekts auch, indem sie bedeutende Eigenleistungen erbringen – etwa vorbereitende Arbeiten für den Bau der Holz sparenden Kochöfen oder der Biogasanlagen (Transport von Materialien; Hilfsdienste bei den Baumaßnahmen), die Beteiligung an Pflanzaktionen und an Kampagnen.

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Ein Projektmitarbeiter bei der Datenerhebung zum Energieverbrauch eines Haushalts

Die politische Situation in Nepal ist zwischen 2008 und 2013 sehr labil. Zahlreiche Streiks, die Zunahme gewalttätiger Auseinander-setzungen und die allgemeine Politisierung des Lebens erschweren die Implementierung. Dennoch setzt das Projektteam die Maß-nahmen in anfangs acht, später sieben, Siedlungsgebieten sehr erfolgreich um. In den ersten Jahren entstehen drei Baumschulen in Simle und Basaha (beide permanent, Nilkantha VDC) sowie in Jogimara. Diese produzieren in den Folgejahren 114.000 Baumsetzlinge; weitere Setzlinge für die Aufforstung kommen aus staatlichen Baumschulen. In verschiedenen Projektbezirken säubern die Bewohner in der Folge 29 auserwählte Brachflächen - zusammen rund 161 Hektar - von Unkraut und Steinen, graben Pflanzlöcher und pflanzen insgesamt 244.398 Bäume. In einigen Fällen wird das aufgeforstete Gelände zum Schutz junger Setzlinge vor Fraß durch Nutztiere umzäunt.

 

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Ergebnis einer aufgeforsteten Fläche - hier eine Aufnahme von 2013

In 1.685 Haushalten werden die traditionell genutzten offenen Feuerstellen durch so genannte „Improved Cooking Stoves“ (ICS), Lehmöfen mit zwei Kochstellen und Rauchabzug ersetzt. Die neuen Kochöfen sparen ein Drittel des üblicherweise verbrauchten Feuerholzes und schonen so die Waldressourcen. Zudem schützt der installierte Rauchabzug die Nutzerinnen vor der schädlichen Wirkung des Rauchs, darunter Krankheiten der Augen und Atemwege und Vergiftungserscheinungen.

In 920 Haushalten entstehen Biogasanlagen des in Nepal traditionell gebauten Typs „GGC-2047“. Je nach Familiengröße, Zahl der Nutztiere und Wasserversorgung des Haushalts entstehen Zwei- oder Vier-Kubikmeter-Anlagen. Laut einer Studie im Jahr 2013 benötigen zwei Drittel der begünstigten Familien gar kein Feuerholz mehr zum Kochen, in den übrigen hat der Verbrauch sehr deutlich abgenommen. Ein Vertreter des lokalen Waldschutz-Komitees der Siedlung Maidi belegt den Erfolg mit Zahlen: „Unser Holzverbrauch ist durch die Biogasnutzung drastisch gesunken – von 2.000 auf 250 Kilogramm Brennholz jährlich pro Familie!“ Die Begünstigten sparen seither zudem viel Zeit für das Sammeln von Holz – Zeit, die nun für andere Aktivitäten zur Verfügung steht. Gleichzeitig schonen die Biogasanlagen die Gesundheit der Familienmitglieder. In einigen Haushalten, die nicht an das nationale Stromnetz angeschlossen sind, wird das Biogas auch zum Betreiben von Lampen genutzt.

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Der halbjährliche Newsletter wird gern gelesen, wenn auch längst nicht alle Bewohner lesen und schreiben können

Weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensumstände motivieren die Menschen zusätzlich dazu, sich etwa an der Um-setzung der Baumpflanzaktionen zu beteiligen. Einige zum Beispiele: (i) Im Bereich Gesundheitsvorsorge und Hygiene: Bau von 920 Latrinen (angeschlossen an die jeweiligen Biogasanlagen), (ii) Einzelmaßnahmen etwa zur Sicherstellung der Versorgung mit ausreichenden Mengen von Wasser durch Wasserspeicher zur Nutzung in den regenarmen Monaten oder die Installation von Wasserleitungen zur Versorgung von Haushalten mit Trinkwasser, sowie (iv) die Unterstützung des Baus einiger  Gemeindezentren sowie verbesserte Ausstattung von Grundschulen mit Schul-möbeln.

Zu den Maßnahmen, die der Information und Bewusstseins-stärkung der lokalen Bevölkerung dienen, gehören: (i) Gesund-heitsvorsorge, (ii) Schulwettbewerbe zu Umweltthemen, (iii) ein monatliches Radioprogramm, genannt „Harit Awaz“ („Grüne Stimme“), zu Themen des Natur- und Umweltschutzes, welches das NCDC-Projektteam gemeinsam mit Gästen gestaltet, (iv) ein halbjährlicher Newsletter, der in den Projektsiedlungen an Interessenten verteilt wird, (v) die Koordinierung und Finanzierung von Reisen für den Wissens- und Erfahrungsaustausch mit Gemeinden, deren nachhaltige Entwicklung Vorbildcharakter hat, (vi) der Bau einer kleinen Wetterstation in der Simle-Baumschule und Übermittlung der Wetterdaten in Dhading per Radio.

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Gemauerte Kochöfen wie dieser benötigen rund ein Drittel weniger Holz als offene Feuerstellen

Projektverlauf und -Erfolge: 2014 bis 2016

Vier hauptamtliche Mitarbeiter in Lalitpur (bei Kathmandu) und Dhading Besi, sowie fünf lokale Mitarbeiter (LRPs), die in den Projektsiedlungen die Aufgaben von Multiplikatoren wahrnehmen, setzen die Aktivitäten um. Bei Maßnahmen im Bereich Wiederauf-forstung kooperiert das Team zudem intensiver als in der ersten Projektphase mit Mitarbeitern des „District Forest Office“ und „District Agricultural Office“, den regionalen Wald- und Agrar-behörden.

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Die Baumsetzlinge in Simle gedeihen unter der Obhut von Yam Bahadur Gurung

Die Erdbeben im April und Mai 2015 in zahlreichen Distrikten stürzen das Land in eine schwere, langanhaltende Krise. Die Beben verheeren auch die Projektsiedlungen. Da zur Zeit des ersten, großen Bebens, am Samstag den 25. April, die meisten Menschen auf den Feldern arbeiten und die Kinder keinen Schulunterricht haben, sind in Dhading nur einzelne Todesopfer zu beklagen. Doch tausende Wohnhäuser und die meisten Schulen stürzen ein oder werden schwer beschädigt, unzählige der vor Ort so wichtigen Getreidespeicher kollabieren. Zehntausende Menschen werden obdachlos. „GEO schützt den Regenwald“ unterstützt in der Folge auch Nothilfemaßnahmen im Projektgebiet.

Wenige Wochen nach dem Beben übermittelt das NCDC-Projektteam die Ergebnisse einer ersten Schadenserhebung. Die Baumschulen und Aufforstungen haben nur sehr geringe Schäden davongetragen; dies gilt auch für mehr als 80 Prozent der Biogasanlagen. Drei Dutzend Anlagen weisen Schäden an Gasleitungen und/oder Ventilen auf. Beim Zusammenbruch der Wohnhäuser sind die gemauerten Kochöfen dagegen zerstört worden. Die Projektaktivitäten werden fortgeführt. Gerade in den sehr schwierigen Monaten nach den Beben geben sie den Menschen Halt und Hoffnung auf einen Neuanfang. Zudem gewinnen Maßnahmen für den Waldschutz nach der Naturkatastrophe weiter an Bedeutung. Denn durch den immensen Bedarf an Baumaterialien für den Wiederaufbau der zerstörten Gebäude – Holz und gebrannten Lehmziegeln – steigt der Druck auf die Waldressourcen Nepals drastisch an.

Baumschulen und Wiederaufforstung

In dieser zweiten Projektphase wird auch die Pflanzung von Fruchtbäumen – durch Übernahme der Transportkosten der Setzlinge bis zum Pflanzort – als Einkommen verbessernde Maßnahme gefördert werden. Die permanenten Baumschulen von Simle und Basaha (beide Nilkantha) produzieren weiterhin Setzlinge verschiedenster Baumarten für gemischte Wiederaufforstungen. Insgesamt ziehen die Betreiber in den beiden Baumschulen 82.421 Setzlinge von 20 Arten heran. Darunter finden sich vermehrt Bäume für Viehfutter, wie Badar, Nimaro, Kimru und auch Fruchtbäume zur Ernährung und Verbesserung des Einkommens der Familien. An Fruchtbäumen werden 5.000 Orangenbäume, 100 Katahar (Jackfrucht), 200 Amba sowie 400 Papaya gezogen und verteilt. Außerdem produzieren die Baumschulen Bambus, der aus wissenschaftlicher Sicht zu den Gräsern zählt und als schnell nachwachsender Baustoff vor Ort vielfältig genutzt wird.

Zwischen 2014 und 2016 pflanzen die Menschen im Projektgebiet weitere 101.372 Baumsetzlinge auf neun Brachflächen von rund 46 Hektar aus.

Haushalts-Biogasanlagen

Während der vorangegangenen Projektphase haben sich die Vorteile von Biogas in den Projektsiedlungen herumgesprochen, die Biogas-Technologie hat sich etabliert das Interesse am Bau weiterer Anlagen ist groß. Bis zum Erdbeben 2015 werden weitere 134 Anlagen fertiggestellt; die Gesamtzahl der durch das Projekt ermöglichten Biogasanlagen beläuft sich somit auf 1.072 (jeweils mit einer angeschlossenen Latrine).

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Wer hat schon eine Biogasanlage? Die Zahl der Nutzer dieser nachhaltigen Technologie steigt

Holz sparende Kochöfen (ICS)

Zwischen 2014 und 2016 werden 262 Holz sparende Kochöfen (ICS) in den Haushalten des Projektgebiets gebaut.

Weitere Aktivitäten

Zu den Maßnahmen, die der Information und Bewusstseinsstärkung der Menschen vor Ort dienen, gehören: (i) Gesundheitsvorsorge (Bau von Latrinen), (ii) Schulwettbewerbe zu Umweltthemen, (iii) ein monatliches Radioprogramm, genannt „Harit Awaz“ („Grüne Stimme“), zu Themen des Natur- und Umweltschutzes, welches das NCDC-Team gemeinsam mit Gästen gestaltet, (iv) ein halbjährlicher Newsletter, der in den Projektsiedlungen an Interessenten verteilt wird, (v) die Koordinierung und Finanzierung von Besuchsreisen zwecks Wissens- und Erfahrungsaustausch mit Gemeinden, deren nachhaltige Entwicklung Vorbildcharakter hat.

In dieser Phase werden weitere 152 Latrinen im Projektgebiet installiert.

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Projektverlauf und -Erfolge: 2017 bis 2018 („Auslaufphase“)

Vier hauptamtliche Mitarbeiter in Lalitpur sowie vier lokale Mitarbeiter (LRPs), die in den Projektsiedlungen die Aufgaben von Multiplikatoren wahrnehmen, setzen die Aktivitäten um. Bei Maßnahmen im Bereich Wiederaufforstung kooperiert das Team weiterhin mit Vertretern der regionalen Wald- und Agrarbehörden sowie Obstbaumschulen und dem Nationalen Gartenbau-Zentrum in Kathmandu. Im Fokus des Projekts stehen letzte Aufforstungen, auch mit Bäumen, deren Blätter als Tierfutter dienen, Pflanzungen von Fruchtbäumen zur Einkommensschaffung sowie Trainings, um die Nachhaltigkeit der Projektmaßnahmen zu sichern.

Nach den National- und Regionalwahlen 2017 stabilisiert sich die politische Lage. Zwei Jahre sind nach den verheerenden Erdbeben vergangen bis endlich auch im ländlichen Dhading der Wiederaufbau der Wohnhäuser vorangetrieben wird. Der Unmut der Bevölkerung über die verzögerte Umsetzung der Wiederaufbau-Maßnahmen im Land nimmt dementsprechend allmählich ab.

Baumschulen und Wiederaufforstung

Die Betreiber der Baumschulen von Simle und Basaha produzieren 30.485 Setzlinge von 20 Baumarten. In dieser Projektphase steht die Produktion von „Futter-Bäumen“ im Vordergrund.  Mehr als 10.000 Setzlinge sind von Baumarten, deren Blätter sich als Tierfutter eignen, darunter Nimaro, Kimbu, IpiI Ipil und Mandola. In den zwei letzten Projektjahren bepflanzen die Bewohner des Projektgebiets 38.561 Baumsetzlinge auf acht Brachflächen mit insgesamt 30 Hektar. Somit werden über den gesamten Projektverlauf insgesamt 384.331 Bäume gepflanzt.

Holz sparende Kochöfen (ICS)

Zwischen 2017 und 2018 werden weitere 40 Holz sparende Kochöfen (ICS) in den Haushalten des Projektgebiets gebaut.

Einkommen schaffende Maßnahmen

Auch neue Obstbaum-Pflanzungen entstehen als Einkommensquelle für die Familien. In spezialisierten Baumschulen erwirbt NCDC hierfür Setzlinge von Litschi, Mango, Orange, Zitrone, Kiwi, Granatapfel und Banane und lässt diese per Lastwagen ins Projektgebiet transportieren. Wichtig in Hinblick auf die Nachhaltigkeit der Maßnahmen: Die Kleinbauern wählen die gewünschten Obstsorten; sie selbst tragen auch einen Teil der Kosten für den Erwerb der Baumsetzlinge (meist 50 Prozent).

Trainings

Obstbau: 2017 und 2018 erhalten jeweils 16 Teilnehmer aus dem Projektgebiet im Nationalen Gartenbau-Zentrum in Kirtipur (Kathmandu) dreitägige Trainings zum Anbau von Fruchtbäumen. Ende 2017 besucht ein Obstbau-Experte aus dem Nationalen Gartenbau-Zentrum in Kirtipur 30 Tage lang die Kleinbauern in ihren Pflanzungen, um sie vor Ort individuell zu beraten, zu Obstsorten und deren Voraussetzungen, Bodenqualität, Wasser- und Pflegebedarf, Krankheiten etc.. Diese Maßnahme wird von den Begünstigten ganz besonders geschätzt.

Zehn Bewohner der Projektsiedlungen erhalten 2017 Trainings von Biogasexperten hinsichtlich der Wartung und Reparatur von Biogasanlagen. In der Folge begleiten sie Experten bei Wartungs- und Reparaturmaßnahmen, um ihre Kenntnisse zu vertiefen.

Bienenhaltung und Honigproduktion: Ein fünftägiges Intensivtraining für interessierte Kleinbauern aus dem Projektgebiet findet 2017 im Honig-Zentrum in Godawari statt.

Verbessertes Waldmanagement: Ein zweitägiger theoretisch-praktischer Kurs zur nachhaltigen Waldbewirtschaftung, Verhinderung von Waldbränden und Feuerbekämpfung findet 2018 in Dhola statt.

Klimaschutz in den Middle Mountains

Weitere Aktivitäten

Zu den Maßnahmen, die der Information und Bewusstseinsstärkung der Menschen vor Ort dienen, gehören: (i) ein monatliches Radioprogramm, genannt „Harit Awaz“ („Grüne Stimme“), zu Themen des Natur- und Umweltschutzes, welches das NCDC-Team gemeinsam mit Gästen gestaltet, (ii) ein halbjährlicher Newsletter, der in den Projektsiedlungen an Interessenten verteilt wird, (iii) eine Weiterbildungsreise für 30 Teilnehmer der Komitees für Waldbewirtschaftung und LRPs des Projektgebiets in den Ort Madanpokhara im Palpa Distrikt, der Erfolge in Waldbewirtschaftung und Baumschulen, mit innovativen Agrarpraktiken, im Obstbau und beim Tourismus mit Gastfamilien aufzuweisen hat, (iii) ein Kalender zu Themen der nachhaltigen Entwicklung, der produziert und an 1000 Haushalte verteilt wird, (iv) ein Malwettbewerb für Schüler anlässlich des Weltumwelttags (5. Juni).

Unsere Partner

Das komplexe, integrierte Projekt wird exklusiv durch das Verlagshaus Gruner + Jahr finanziert. Für den Verlag haben der schonende Umgang mit den natürlichen Ressourcen und der Klimaschutz hohe Priorität. Qualitätsjournalismus ist ohne Flugreisen nicht denkbar; doch Flugzeuge entlassen Kohlendioxid in die Atmosphäre, das wesentlich zur Klimaerwärmung beiträgt. Zum Ausgleich für die bei Dienstflügen anfallenden Kohlendioxid-Emissionen hat G+J daher beschlossen, Maßnahmen zum Klimaschutz und zur nachhaltigen Entwicklung in Nepal zu realisieren.

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Logo des lokalen Partners NCDC

Lokaler Partner: NCDC

Umgesetzt wird das Vorhaben durch die nepalesische Umweltschutzorganisation National Conservation and Development Centre (NCDC), unter der Leitung von Dr. Siddhartha Bajracharya, mit dem „GEO schützt den Regenwald e.V.“ bereits seit Mitte der 1990er Jahre erfolgreich zusammenarbeitet. Um die Nachhaltigkeit des Projektes zu sichern, entwickelt NCDC sämtliche Aktivitäten gemeinsam mit der Bevölkerung. In das Projektteam sind bei NCDC neben Koordinator, Assistent, Finanzbuchhalter und lokalem Kommunikator immer auch so genannte Local Resource Persons (LRPs) in die Implementierung eingebunden – sie sind zuständig für die Kommunikation über die laufenden Aktivitäten an die Mitglieder ihrer Gemeinden und wirken somit als Multiplikatoren.

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Einige Mitarbeiter des NCDC Projektteams im Jahr 2012 mit Dr. Siddhartha Bajracharya (2. v. re.)

Mehr zum Projekt

Die GEO-Reportage (August 2013) über das Projekt von Anke Sparmann (Text) und Edwin Koo (Fotos) finden Sie hier:

Ausgleichende Gerechtigkeit
Irgendwo über dem Atlantik sitzt ein Mann im Flugzeug, auf Dienstreise. Er schädigt das Klima. Irgendwo in Nepals Bergen ist eine Frau unterwegs, um Feuerholz zu sammeln. Sie ist bitterarm. Beide werden sich nie begegnen. Ein Projekt aber bringt sie zusammen.

Bildergalerie zum Klimaschutzprojekt
Bildergalerie zum Klimaschutzprojekt
Die folgenden Bilder zeigen die Fortschritte und Entwicklungen im Projektgebiet.

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