VG-Wort Pixel

Wasserknappheit Las Vegas verbietet "unnützes Grün"

Kriminell grün: In Las Vegas regnet es selten – deshalb muss jeder Rasen künstlich bewässert werden
Kriminell grün: In Las Vegas regnet es selten – deshalb muss jeder Rasen künstlich bewässert werden
© fr3eze/Adobe Stock
Um Wasser zu sparen, verbietet die Casinostadt Las Vegas jetzt Rasen, der nie betreten wird. Nur etwa in Parks und Gärten darf er weiterhin wachsen

Der Gegner ist grün und nur wenige Zentimeter groß: Gras. Seit 20 Jahren schon kämpft Las Vegas’ Wasserbehörde gegen Rasen – vor allem dort, wo er nur zur Zierde wächst, an Hotelauffahrten etwa oder auf den Mittelstreifen von Straßen. Denn in der Wüstenstadt zweigt jeder Halm wertvolles Wasser ab: Las Vegas liegt in einer der trockensten Regionen der USA. Trotzdem schmückt Gras dort etliche Plätze und Vorgärten – und muss bewässert werden, wenn es überleben soll.

Insgesamt schlucken diese einzeln für sich kleinen Flächen jährlich wohl 15 Prozent des gesamten Wasserverbrauchs der Stadt. Bei Neubauten untersagen die Behörden daher inzwischen begrünte Vorgärten. An Hausbesitzende, die ihren Rasen durch genügsamere Pflanzen ersetzen, zahlen sie hohe Prämien. Denn Gras verbraucht viermal so viel Wasser wie heimische Gewächse, etwa Kakteen. Doch die Nachfrage nach diesen Prämien sank zuletzt deutlich – und der Wasserverbrauch der Stadt und ihrer Umgebung stieg seit 2019 um neun Prozent.

Unnützer Rasen muss binnen sechs Jahren verschwinden

Deshalb hat der Gouverneur von Nevada ein striktes Verbot erlassen: Bis 2027 muss "unnützes Grün" verschwinden. Gemeint sind alle Rasenflächen, auf denen nie ein Mensch spaziert. Zusammen machen sie etwa 40 Prozent der Grünflächen der Stadt aus.

Als Kritik ist zu hören, dass solche Areale wichtig seien fürs Mikroklima: Grünflächen senken die Lufttemperatur. Die Behörden betonen: "Wir nehmen keinem Hausbesitzer den Garten weg." Auch das Grün in Parks sowie Schulhöfe und Sportplätze bleiben erhalten. Rasen auf Mittelstreifen aber werde es nicht mehr geben. "Die einzigen Menschen, die dieses Gras je betreten, sind diejenigen, die es mähen."

Packen wir's an!

Dieser Beitrag ist Teil der Nachhaltigkeitswoche "Packen wir’s an! – Damit es auch morgen noch läuft" der Bertelsmann Content Alliance, zu der auch GEO gehört. Mit der vereinten Kraft und Reichweite unserer journalistischen Angebote wollen wir maximale Aufmerksamkeit und ein Bewusstsein für die Themen Wasserqualität, Wasserknappheit und Wasserverbrauch schaffen.


Neu in Natur