Mohair, das Garn der Guten Hoffnung

Die wertvolle Mohair-Wolle stammt von Angoraziegen aus der Karoo-Wüste. Ihre Aufzucht verspricht einheimischen Frauen eine Zukunft. Die "360° - GEO Reportage" am Samstag, den 17. Januar um 19.30 Uhr

Ein Film von Maja Dielhenn

Diamant Faser – so wird Mohair auch genannt. Die internationale Modeindustrie hat das feine Haar der Angoraziegen längst wieder für sich entdeckt. Die Preise am Weltmarkt sind so hoch wie nie. Das meiste und auch das edelste Mohair stammt aus der südafrikanischen Halbwüste "Karoo". Hier finden die gelockten Angoraziegen optimale Lebensbedingungen.

Die Kleinstadt Prince Albert liegt etwa 400 Kilometer nordöstlich von Kapstadt, umgeben von den endlosen Weiten der Karoo-Halbwüste. Hier lebt Farmerin Gay Van Hasselt. 2009, nach dem Tod ihres Mannes Clive, übernahm sie die Farm von ihm. Eine sehr harte Aufgabe, plötzlich für 2.500 Ziegen und 30.000 Hektar Land verantwortlich zu sein. Nicht nur für die Van Hasselts sind die kostbaren Angoraziegen eine gute Einnahmequelle. Die Diamantfaser, wie das Ziegenhaar aufgrund seines natürlichen Glanzes und seiner bleibenden Eigenschaften genannt wird, gibt auch Frauen in strukturschwachen Regionen Arbeit. 360° GEO-Reportage hat einen Winter in der Karoo verbracht und hinter die Kulissen der Mohair-Industrie geschaut.

Mohair, das Garn der Guten Hoffnung

Einjährige Angoraziegenböcke kurz vor der Schur

Mohair, das Garn der Guten Hoffnung

Xhosa-Frau Portia in der Werkstatt von Ricca Turgel

Prince Albert. Kurz vor Frühlingsanfang beginnt für die Angorafarmer die Zicklein-Saison. Täglich erblicken Dutzende flauschige Babyziegen das Licht der Welt und verwandeln die Wiese vor dem Haus der Van Hasselts in einen Tier-Kindergarten. Gay und Jordi Van Hasselt haben alle Hände voll damit zu tun, verwaiste Jungtiere zu füttern, Geburtshilfe zu leisten und die Herden zu managen. Zugleich steht die jährliche Winterschur durch die Schurteams aus der Bergenklave Lesotho an. 2500 Ziegen werden sie in den kommenden zwei Wochen scheren. In der Hafenstadt Port Elizabeth wird das edle Ziegenhaar vermarktet - Südafrika ist wichtigster Produzent von Mohair und Port Elizabeth zugleich Welthandelszentrum. Von hier aus tritt Mohair nach einem aufwendigen Veredelungsprozess seine Reise in die Welt an. Internationales Flair sucht man im beschaulichen Alicedale vergeblich. Aber hier, unweit des berühmten Addo Elephant Parks, hat sich Jan Paul Barnard nieder gelassen. Seit vierzig Jahren webt er Decken, Vorhänge, Überwürfe und Schals aus Mohair. Eine "Spinnerei" im wahrsten Sinne des Wortes, mit der er auch die Frauen seines Lebens angesteckt hat.

Wiederholungen:

Sonntag, den 18. Januar gegen 13.00 Uhr.

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