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Die Welt mit anderen Augen sehen

Hufelandstraße Nr. 5

Aus "Laufmaschenreparatur Krause", wo 1987 die Reparatur eines Damenstrumpfes 50 Pfennig kostete, ist "Ballettladen Baron" geworden, die Straße jetzt Inbegriff für Elternstolz und wohlsituiertes Familienglück

Nr. 12

Nahezu die gesamte Urbevölkerung der Hufelandstraße ist binnen zweier Jahrzehnte fortgezogen. Zu denen, die blieben, zählen die Sängers. Familienvater Norbert ist erster Tenor beim Rundfunkchor Berlin. "Ich kann mir kein schöneres Leben vorstellen als hier", sagt er. Nicht allzu oft ist das unter Alteingesessenen zu hören

Nr. 26

Von Dauerwelle zu Frühlingsrolle: Damals, 1986, kreierte die "Produktionsgenossenschaft des Handwerks" hier eine modische Linie, heute kocht die Crew vom Quan Nhat-Nguyet günstige Asia-Gerichte

Nr. 16

Schöner draußen sitzen: Der Zustand der Fassaden hat sich von grau und verwittert zu pastellfarben und sorgfältig verputzt gewandelt, abgerissene Balkone wurden ersetzt. Und selbstverständlich hat sich der Wert der Immobilien verändert, von subventioniert in hoch rentabel

Nr. 20

Goldener Boden bleibt: Von der "AKA electric"- Werkstatt zu "Reinigungstechnik & Reparatur Scholze & Zengulys" (jetzt mit Graffiti)

Nr. 12

Erstaunlich viele "privatwirtschaftliche Kleinstunternehmen " hatten hier die Enteignungen zu DDR-Zeiten überlebt, darunter Lotto-Toto Krause.

Wo Lotto drin war, steht nun "Schneewitte" drauf ("Schöne Sachen aus zweiter Hand"). Fassaden, Geschäfte, Anwohner sind gegen höherpreisige ausgetauscht: die Hufelandstraße, ein Paradebeispiel für "Gentrifizierung"

Nr. 6

Aus dem Partyraum wurde ein Schlafzimmer mit Computerzugang: Familie Hofman 1986 an der Hausbar. Die neuen Bewohner treffen sich an gleicher Stelle vor dem Apple-Rechner

Nr. 17

1987 entstand das Straßenbild mit Schauspielschülerin Susanne Sachße nur zufällig vor Nr. 17. Mittlerweile wohnt die Schauspielerin tatsächlich in diesem Haus

Nr. 8

Was war gestern, was ist heute? Manchmal scheint sich nur wenig verändert zu haben. Bürgerliche Innenräume halten die Zeit an

Nr. 3

"Bananen gingen besser zu DDR-Zeiten", sagt Wilfried Schramm. Sein Sohn verkauft heute Bio (ganz rechts). Durch die Tür passen jetzt auch große Kinderwagen

Nr. 22

Uwe Märzke (auf beiden Bildern rechts) war 1987 Gitarrist der Band Phonolog, mit der er durch die sozialistischen Bruderländer tourte. Heute betreibt er ein Tonstudio in der Straße - und hält noch Kontakt zu den anderen

Ausgebaute Dachgeschosse, isolierte Fenster, sanierte Balkone: Die Hufelandstaße, Ecke Bötzowstraße, 1987 und 2009. Die Fassaden sind neu, die Biografien sind neu, die Selbstgewissheit ist neu