Welt-Aids-Tag Der lange Kampf gegen Aids: Warum die HIV-Pandemie noch nicht besiegt ist

Solidarität mit HIV-Infizierten und Aids-Erkrankten: Die 1991 kreierte "Rote Schleife" ist ein weltweites Zeichen, hier der Welt-Aids-Tag in Indien
Solidarität mit HIV-Infizierten und Aids-Erkrankten: Die 1991 kreierte "Rote Schleife" ist ein weltweites Zeichen, hier der Welt-Aids-Tag in Indien
© picture alliance / AP Photo | Ajit Solanki
Zwar wird HIV bereits seit 40 Jahren erforscht, doch noch immer stecken sich viele Menschen mit dem Virus an. Norbert Brockmeyer, Präsident der Deutschen STI-Gesellschaft für sexuellen Erkrankungen, erläutert, warum sich die Medizin schwer tut, die HIV/Aids-Pandemie zu beenden
Interview: Alexander Kauschanski

GEOplus: Herr Brockmeyer, Sie sind Experte für Geschlechtskrankheiten und forschen seit fast 40 Jahren zu HIV und Aids. Mit welchen Mythen müssen Sie sich besonders häufig herumschlagen?

Norbert Brockmeyer: Es gibt immer noch viele Ängste, etwa einen Menschen mit HIV zu küssen, engen Körperkontakt mit ihm zu haben oder auch, dasselbe Geschirr zu benutzen. Diese Vorurteile nehmen mittlerweile zwar stetig ab, doch es gibt ein größeres Problem: Viele Menschen und etliche Ärzte wissen nicht, dass bei fast allen mit Medikamenten therapierten Patienten das Virus unter der Nachweisgrenze liegt: Dass sie somit nicht ansteckend sind, ist in der breiten Öffentlichkeit noch nicht ausreichend angekommen.

Mehr zum Thema